Gendern Praktikant: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Sprache für die Berufsbezeichnung Praktikant
Wer gendern Praktikant korrekt umsetzen möchte, kann zwischen mehreren Formen wählen: der Doppelnennung Praktikantinnen und Praktikanten, verkürzten Varianten wie Praktikant*innen, Praktikant:innen, Praktikant_innen oder PraktikantInnen sowie geschlechtsneutralen Umschreibungen wie Praktikumsteilnehmende oder Person im Praktikum. Welche Form passend ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten gilt bislang keine der verkürzten Formen als verbindlicher Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie dennoch in wissenschaftlichen Arbeiten. Entscheidend ist eine konsequente, einheitliche Verwendung im gesamten Text.
Gendern Praktikant: die kurze Antwort
Um gendern Praktikant geschlechtergerecht zu formulieren, stehen grundsätzlich drei Wege offen: die Doppelnennung beider Formen, eine verkürzte Schreibweise mit Sonderzeichen oder eine neutrale Umschreibung. Bei der Doppelnennung werden weibliche und männliche Form ausgeschrieben, also Praktikantinnen und Praktikanten. Verkürzte Varianten wie Praktikant*innen, Praktikant:innen oder Praktikant_innen sparen Platz und sollen zugleich Personen einschließen, die sich keiner der beiden binären Formen eindeutig zuordnen. Eine dritte Möglichkeit ist eine neutrale Umschreibung wie Praktikumsteilnehmende, die grammatisch ohne Genderzeichen auskommt. Welche Form im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Textformat, vom Fachbereich und von etwaigen Vorgaben der Hochschule oder des Unternehmens ab.

Alle Genderformen im Überblick
Für das Wort Praktikant existieren mehrere anerkannte Schreibweisen, die geschlechtergerechte Sprache umsetzen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Formen:
- Doppelnennung: Praktikantinnen und Praktikanten
- Gendersternchen: Praktikant*innen
- Gender-Doppelpunkt: Praktikant:innen
- Gender-Unterstrich (Gender-Gap): Praktikant_innen
- Binnen-I: PraktikantInnen
Alle verkürzten Varianten basieren auf der weiblichen Pluralform Praktikantinnen, die um den Wortstamm Praktikant mit einem Sonderzeichen und der Endung innen ergänzt wird. Sie unterscheiden sich lediglich im verwendeten Zeichen zwischen Wortstamm und Endung, nicht aber in der grammatischen Grundlage. Beim lauten Lesen werden Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich meist als kurze Sprechpause vor der Endung innen realisiert, während Doppelnennung und Binnen-I ohne diese Pause auskommen. In formellen Bewerbungsschreiben oder Zeugnissen wird häufig die ausgeschriebene Doppelnennung bevorzugt, in Stellenanzeigen und auf Webseiten kommen die kürzeren Varianten öfter zum Einsatz.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Praktikant
Anders als bei Student, wo sich mit Studierende eine etablierte substantivierte Partizipform durchgesetzt hat, gibt es für Praktikant keine ebenso elegante einwortige Alternative. Das Verb praktizieren bezeichnet in erster Linie die berufliche Ausübung, etwa bei Ärztinnen und Ärzten oder Anwältinnen und Anwälten, und eignet sich sprachlich nicht als neutrale Umschreibung für eine Person im Praktikum. Gebräuchlich sind stattdessen die substantivierte Form Praktikumsteilnehmende, abgeleitet von am Praktikum teilnehmen, sowie der Sammelbegriff Praktikumskraft, der ähnlich wie Aushilfskraft gebildet ist. Beide Varianten sind zwar etwas länger als das Ausgangswort, kommen aber ohne Sonderzeichen aus. In Fließtexten funktioniert außerdem die Umschreibung Person, die ein Praktikum absolviert. Für kurze Aufzählungen und Formulare bleibt oft die Doppelnennung oder eine verkürzte Schreibweise die praktikablere Lösung.
Beispielsatz im Studien- und Praktikumskontext
Im Studien- und Praktikumsalltag lässt sich die Doppelnennung unmittelbar anwenden: Die Praktikantinnen und Praktikanten der Redaktion stellten ihre Projekte am letzten Tag vor. Wird stattdessen eine verkürzte Form bevorzugt, kann derselbe Satz lauten: Die Praktikant*innen der Redaktion stellten ihre Projekte vor. Auch die neutrale Umschreibung ist möglich: Die Praktikumsteilnehmenden der Redaktion stellten ihre Projekte vor. Alle drei Sätze sind inhaltlich gleichwertig und unterscheiden sich nur in der gewählten Form der geschlechtergerechten Formulierung. Für einen Praktikumsbericht oder eine Abschlussarbeit empfiehlt es sich, eine Variante festzulegen und sie im gesamten Dokument beizubehalten, damit der Text einheitlich wirkt und keine sprunghaften Wechsel zwischen den Schreibweisen entstehen.

Häufige Fehler beim Gendern Praktikant
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb eines Textes, etwa Praktikant*innen in einem Kapitel und Praktikant:innen im nächsten. Ebenso problematisch ist die Vermischung von Doppelnennung und Sonderzeichen im selben Satz oder das stillschweigende Zurückfallen auf das generische Maskulinum nach anfänglicher Doppelnennung. Zu beachten ist außerdem, dass das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard führt, auch wenn zahlreiche Hochschulen sie in schriftlichen Arbeiten zulassen oder sogar voraussetzen. Für eine wissenschaftliche Arbeit gilt daher: zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Praktikumsbetriebs prüfen, andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Umschreibung wie Praktikumsteilnehmende bleiben. Ausführliche Hinweise zur einheitlichen Umsetzung bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum geschlechtergerechten Formulieren
Für die Personenbezeichnung Praktikant stehen mehrere gleichwertige Wege offen: die klassische Doppelnennung Praktikantinnen und Praktikanten, verkürzte Formen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie die Umschreibungen Praktikumsteilnehmende oder Praktikumskraft. Beim gendern Praktikant gibt es keine einzelne richtige Lösung, wohl aber die Notwendigkeit, sich innerhalb eines Textes für eine Variante zu entscheiden und diese konsequent beizubehalten. Wer unsicher ist, welche Schreibweise für den eigenen Praktikumsbericht, die Bewerbung oder die Bachelorarbeit passt, prüft zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Unternehmens und lässt den fertigen Text im Zweifel professionell gegenlesen, damit die gewählte Form durchgängig und fehlerfrei umgesetzt ist.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Stipendiat gendern, Tutor gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.