Gendern Politiker: Formen und Beispiele
Geschlechtergerecht formulieren leicht gemacht
Gendern Politiker bedeutet, die männliche Berufsbezeichnung so zu formulieren, dass Politikerinnen und Politiker gleichermaßen benannt werden, etwa durch Doppelnennung, verkürzte Schreibweisen wie Politiker*innen oder eine neutrale Umschreibung. Für die Personenbezeichnung Politiker existieren mehrere fachlich anerkannte Varianten, die sich in Lesbarkeit, Zeichenanzahl und Verbreitung unterscheiden. Welche Form im jeweiligen Text sinnvoll ist, hängt vom Kontext ab: In wissenschaftlichen Arbeiten geben häufig die Hochschule oder der Fachbereich eine bevorzugte Schreibweise vor, während in allgemeinen Texten die klassische Doppelnennung meist unstrittig bleibt.
Was bedeutet gendern Politiker konkret?
Beim gendern Politiker geht es darum, die männliche Form „Politiker“ so zu erweitern oder zu ersetzen, dass Frauen und Personen jeden Geschlechts sprachlich einbezogen werden. Möglich sind mehrere Wege: die vollständige Doppelnennung „Politikerinnen und Politiker“, verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen wie „Politiker*innen“ oder „Politiker:innen“ sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab: In Fließtexten wirkt die Doppelnennung oft natürlicher, in Formularen oder Tabellen sparen Kurzformen Platz. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: Die jeweilige Hochschule oder Fachzeitschrift gibt häufig eine bevorzugte Form vor, die vor dem Schreiben geprüft werden sollte.

Alle Genderformen von Politiker im Überblick
Für die Personenbezeichnung „Politiker“ existieren mehrere gebräuchliche Formen, die je nach Textsorte, Zielgruppe und Vorgabe der jeweiligen Institution eingesetzt werden:
- Doppelnennung: Politikerinnen und Politiker
- Gendersternchen: Politiker*innen
- Doppelpunkt: Politiker:innen
- Unterstrich (Gendergap): Politiker_innen
- Binnen-I: PolitikerInnen
Die Doppelnennung gilt als traditionelle und unstrittige Variante, weil sie ohne Sonderzeichen auskommt, gut vorlesbar ist und in nahezu jedem Kontext akzeptiert wird. Die verkürzten Formen mit Stern, Doppelpunkt oder Unterstrich sollen zusätzlich Personen einschließen, die sich keinem der beiden Geschlechter eindeutig zuordnen, und werden vor allem in Verwaltungen, Hochschulen und moderneren Publikationen verwendet. Das Binnen-I berücksichtigt dagegen ausschließlich die weibliche und die männliche Form und gilt inzwischen als eher ältere Schreibweise.
Die neutrale Alternative
Anders als bei Wörtern wie „Studierende“ existiert für „Politiker“ keine etablierte, geschlechtsneutrale Ableitung aus einem Partizip. Ein verbreiteter Ausweg sind Umschreibungen wie „politisch tätige Person“, „Mandatsträgerin oder Mandatsträger“ oder „Person in einem politischen Amt“. Auch der Sammelbegriff „Politikerschaft“ kann in bestimmten Kontexten die gesamte Gruppe abstrakt bezeichnen, ersetzt aber nicht jede einzelne Person benennende Formulierung. In vielen Fällen bleibt daher die Doppelnennung oder eine verkürzte Form die praktikablere Lösung, während echte Neutralität nur über längere Umschreibungen erreicht wird. Wer eine einzelne Person meint, kommt um eine Nennung des Geschlechts oder eine Umschreibung selten herum.
Beispielsatz für Hausarbeiten und Studien
In einer wissenschaftlichen Arbeit könnte ein Satz mit Doppelnennung so aussehen: „Die befragten Politikerinnen und Politiker äußerten sich unterschiedlich zur geplanten Reform.“ Wird stattdessen die verkürzte Schreibweise verwendet, lautet der Satz: „Die befragten Politiker*innen äußerten sich unterschiedlich zur geplanten Reform.“ Beide Varianten sind inhaltlich gleichwertig, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und Zeichenanzahl. Wichtig ist, innerhalb der gesamten Arbeit konsequent bei einer gewählten Form zu bleiben, statt zwischen Doppelnennung und Sonderzeichen zu wechseln. Wer unsicher ist, welche Variante die eigene Hochschule vorsieht, findet Hinweise häufig in der Prüfungsordnung oder im Leitfaden für wissenschaftliches Schreiben.

Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist das Mischen verschiedener Formen innerhalb eines Textes, etwa wenn im ersten Kapitel „Politiker*innen“ und im zweiten „Politikerinnen und Politiker“ steht. Ebenso unpassend ist es, nur im Titel zu gendern, im Fließtext aber durchgehend die männliche Form zu verwenden. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich, zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen, da das amtliche Regelwerk Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt bislang nicht als Standard führt, viele Universitäten sie aber ausdrücklich zulassen oder verlangen. Fehlen klare Vorgaben, sind die konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Umschreibung die verlässlichste Wahl. Ausführliche Hinweise dazu bietet der Beitrag zum Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit
Beim gendern Politiker gibt es keine einzige „richtige“ Lösung, sondern mehrere fachlich anerkannte Varianten von der Doppelnennung über Sonderzeichen bis zur neutralen Umschreibung. Entscheidend ist eine konsequente, klar begründete Wahl, die zur jeweiligen Textsorte und zu den Vorgaben der Hochschule passt. Wer sich unsicher ist, welche Form im eigenen Studien- oder Fachtext sinnvoll ist oder ob die gewählte Variante durchgängig korrekt umgesetzt wurde, kann die Arbeit vor der Abgabe prüfen lassen. Ein professionelles Lektorat achtet dabei auch auf einheitliche geschlechtergerechte Sprache im gesamten Text.
So sind Beispiele rund um „gendern Politiker“ auf einen Blick erklärt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Abgeordneter gendern, Minister gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.