Gendern Patient: geschlechtergerecht formulieren
So gendern Sie die Personenbezeichnung Patient
Gendern Patient gelingt am einfachsten durch die Doppelnennung Patientinnen und Patienten oder durch verkürzte Formen wie Patient*innen, Patient:innen, Patient_innen und PatientInnen. Eine ebenso kurze geschlechtsneutrale Form wie bei Studierende gibt es für Patient allerdings nicht, hier helfen nur Umschreibungen wie behandelte Person. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich, zunächst die Vorgaben der Hochschule zu prüfen, denn das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt bislang nicht als Standard, auch wenn viele Fachbereiche sie ausdrücklich zulassen oder sogar verlangen.
Gendern Patient: die kurze Antwort
Beim gendern Patient stehen mehrere korrekte Varianten zur Wahl: die ausgeschriebene Doppelnennung Patientinnen und Patienten, verkürzte Formen mit Sonderzeichen wie Patient*innen oder Patient:innen sowie, wo es passt, eine geschlechtsneutrale Umschreibung. Welche Form die passende ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen und journalistischen Texten gilt die Doppelnennung als unumstritten korrekt, während Sonderzeichen wie Stern oder Doppelpunkt vom amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung bislang nicht als Standard geführt werden. In wissenschaftlichen Arbeiten gilt: Die Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder des Fachbereichs haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen, da Institute hier sehr unterschiedliche Regelungen treffen.

Alle Genderformen von Patient im Überblick
Für die Personenbezeichnung Patient existieren mehrere anerkannte geschlechtergerechte Schreibweisen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung: Patientinnen und Patienten (bzw. Patienten und Patientinnen)
- Gendersternchen: Patient*innen
- Doppelpunkt: Patient:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Patient_innen
- Binnen-I: PatientInnen
Die weibliche Einzelform lautet Patientin, die zugehörige Pluralform Patientinnen. Ein Umlaut entsteht dabei nicht, da der Wortstamm Patient unverändert bleibt und lediglich die Endung -in beziehungsweise -innen angehängt wird. Gendersternchen und Doppelpunkt werden beim lauten Vorlesen häufig als kurze Pause oder als Glottisschlag hörbar gemacht, während Unterstrich und Binnen-I in der gesprochenen Sprache kaum unterschieden werden. Die Doppelnennung gilt unter allen Varianten als am wenigsten umstritten und wird von den meisten Institutionen, Behörden und Redaktionen anerkannt.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Patient
Eine ebenso kurze neutrale Form wie Studierende für Student gibt es für Patient nicht, denn das Wort besitzt kein passendes Partizip, das sich zwanglos als Sammelbegriff eignet. Brauchbare Annäherungen sind Umschreibungen wie Person in ärztlicher Behandlung, behandelte Person oder Patientenschaft als Sammelbegriff für eine Gruppe. Liegt tatsächlich eine Erkrankung vor, lässt sich auch das Partizip Erkrankte (die Erkrankten) verwenden, das grammatisch neutral funktioniert, inhaltlich aber enger gefasst ist als Patient. Diese Umschreibungen sind sprachlich sperriger als das kurze Wort Patient und eignen sich vor allem dort, wo Wiederholungen vermieden werden sollen. Für die meisten Texte bleibt daher die Doppelnennung oder eine verkürzte Genderform die praktikablere Lösung.
Beispielsatz aus dem Studien- und Uni-Kontext
In einer Hausarbeit oder Studie könnte ein Satz mit Doppelnennung lauten: Alle Patientinnen und Patienten wurden vor Beginn der Behandlung ausführlich aufgeklärt. Mit Gendersternchen: Die Patient*innen erhielten randomisiert eines von zwei Präparaten. Mit neutraler Umschreibung: Jede behandelte Person füllte im Anschluss einen Fragebogen aus. Alle Varianten sind inhaltlich gleichwertig und in wissenschaftlichen Arbeiten grundsätzlich zulässig, sofern die gewählte Form im gesamten Text konsequent beibehalten wird. Ein Wechsel zwischen den Schreibweisen innerhalb derselben Arbeit sollte dagegen vermieden werden, da er beim Lesen unruhig wirkt und bei der Bewertung negativ auffallen kann. Wie sich das durchgängig umsetzen lässt, erklärt der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, bevor die Arbeit eingereicht wird.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der unbewusste Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb derselben Arbeit, etwa Patient*innen in der Einleitung und PatientInnen im Ergebnisteil. Ebenso verbreitet ist das rein generische Maskulinum ohne jeden Hinweis auf gemeinte Geschlechter, das in vielen Fachbereichen mittlerweile als unpräzise gilt. Zu beachten ist zudem: Der Rat für deutsche Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt nach aktuellem Stand nicht als amtliche Standardschreibweise, auch wenn viele Hochschulen sie erlauben oder ausdrücklich verlangen. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich daher, zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Instituts zu prüfen. Gibt es keine verbindliche Regel, ist eine konsequent durchgehaltene Doppelnennung oder eine neutrale Umschreibung die sicherste Wahl, was auch ein sorgfältiges Lektorat vor der Abgabe prüft.
Fazit zur geschlechtergerechten Formulierung
Für die Personenbezeichnung Patient stehen mehrere gleichwertige, geschlechtergerechte Lösungen zur Verfügung: die klassische Doppelnennung Patientinnen und Patienten, verkürzte Schreibweisen wie Patient*innen, Patient:innen, Patient_innen oder PatientInnen sowie, wo passend, Umschreibungen wie behandelte Person. Welche Variante die richtige ist, hängt von Textsorte, Zielgruppe und, im wissenschaftlichen Kontext, von den Vorgaben der Hochschule ab. Wer gendern Patient in einer Abschlussarbeit konsequent umsetzen möchte, sollte die Vorgaben vorab klären und danach durchgehend anwenden. Entscheidend ist vor allem, die gewählte Form konsequent durch den gesamten Text zu tragen, da ein Wechsel zwischen mehreren Schreibweisen in derselben Arbeit als Uneinheitlichkeit auffällt und bei der Prüfung negativ ins Gewicht fällt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Dozent gendern, Doktorand gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.