Gendern Polizist: Alle Formen im Überblick
Weibliche Form, Pluralformen und geschlechtsneutrale Alternativen
Gendern Polizist bedeutet, die Berufsbezeichnung so zu formulieren, dass Frauen und Männer gleichermaßen sichtbar werden, etwa durch die Doppelnennung Polizistinnen und Polizisten oder verkürzte Formen wie Polizist*innen, Polizist:innen und Polizist_innen. Für wissenschaftliche Arbeiten ist außerdem eine geschlechtsneutrale Umschreibung wie Polizeikräfte oder Polizeibeamtin oder Polizeibeamter denkbar, sofern die Hochschule keine feste Vorgabe macht. Dieser Ratgeber erklärt die korrekten weiblichen und männlichen Formen mit Umlauten, zeigt alle gängigen Genderzeichen für dieses Wort und nennt typische Fehler, die beim Gendern von Polizist in Hausarbeiten, Abschlussarbeiten und Berichten vermieden werden sollten.
Kurz erklärt: Gendern Polizist
Gendern Polizist heißt, bei der Berufsbezeichnung sowohl die weibliche als auch die männliche Form sichtbar zu machen oder eine neutrale Formulierung zu wählen. Die korrekte weibliche Form lautet Polizistin, der Plural Polizistinnen (weiblich) und Polizisten (männlich). Wer beide Geschlechter gleichzeitig ansprechen möchte, kann die vollständige Doppelnennung Polizistinnen und Polizisten verwenden oder auf verkürzte Schreibweisen wie Polizist*innen, Polizist:innen oder Polizist_innen zurückgreifen. In amtlichen Texten und im Alltag ist meist die Doppelnennung üblich, während Sonderzeichen vor allem an Hochschulen, in Verwaltungen und in manchen Medien verwendet werden. Welche Variante passt, hängt vom Textkontext, von Vorgaben der Institution und vom persönlichen Stil ab.

Alle Genderformen von Polizist im Überblick
Für die Berufsbezeichnung Polizist gibt es mehrere anerkannte Schreibweisen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie sichtbar beide Formen im Wort erscheinen:
- Doppelnennung (Beidnennung): Polizistinnen und Polizisten
- Gendersternchen: Polizist*innen
- Doppelpunkt: Polizist:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Polizist_innen
- Binnen-I: PolizistInnen
Die Doppelnennung gilt als besonders klar lesbar und wird in offiziellen Dokumenten häufig bevorzugt. Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich sollen zusätzlich Personen einschließen, die sich weder der weiblichen noch der männlichen Form zuordnen, werden aber vom aktuellen amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung nicht als Standard geführt. Das Binnen-I ist die älteste verkürzte Variante und wird heute seltener verwendet als Sternchen oder Doppelpunkt.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Polizist
Eine echte geschlechtsneutrale Einzelform gibt es für Polizist nicht, weil das Wort grammatisch männlich ist und sich nicht wie Studierende oder Lehrkraft in ein neutrales Partizip oder einen Sammelbegriff umwandeln lässt. Als Annäherung eignen sich Umschreibungen wie Polizeikraft (Singular) beziehungsweise Polizeikräfte (Plural), da diese Formulierungen die Tätigkeit statt der Person in den Vordergrund stellen und ohne Doppelnennung oder Sonderzeichen auskommen. Auch die Umschreibung Person im Polizeidienst oder der Verweis auf die Institution, etwa die Polizei teilte mit, kann Wiederholungen vermeiden. Wo eine konkrete Einzelperson gemeint ist, führt an einer geschlechtsspezifischen Form (Polizistin oder Polizist) oder einer verkürzten Schreibweise meist kein Weg vorbei.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
Im wissenschaftlichen Schreiben zeigt sich am besten, wie sich die verschiedenen Varianten in einem konkreten Satz lesen. Mit Doppelnennung: Die befragten Polizistinnen und Polizisten gaben an, dass Fortbildungen selten stattfinden. Mit Gendersternchen: Die befragten Polizist*innen gaben an, dass Fortbildungen selten stattfinden. Mit geschlechtsneutraler Umschreibung: Die befragten Polizeikräfte gaben an, dass Fortbildungen selten stattfinden. Alle drei Sätze sind inhaltlich gleichwertig, unterscheiden sich aber im Lesefluss und in der Frage, ob ein Sonderzeichen im Fließtext gewünscht ist. Für eine Abschlussarbeit empfiehlt es sich, eine Variante festzulegen und sie über das gesamte Dokument hinweg konsequent beizubehalten, auch in Tabellen, Abbildungsbeschriftungen und im Literaturverzeichnis.

Häufige Fehler und Empfehlung für Hausarbeiten
Ein häufiger Fehler ist das Mischen mehrerer Genderzeichen innerhalb eines Textes, etwa wenn an einer Stelle Polizist*innen und wenige Absätze später Polizist:innen oder die reine männliche Form steht. Ebenso unsauber ist es, die weibliche Form falsch zu bilden, etwa Polizistin ohne das notwendige n am Wortende oder eine falsche Pluralbildung. Auch das Weglassen der weiblichen Form ganz, obwohl im untersuchten Sample Frauen und Männer vertreten sind, gilt fachlich als ungenau. Da das amtliche Regelwerk Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard führt, sollten Studierende vor dem Schreiben die Vorgaben ihrer Hochschule oder ihres Fachbereichs prüfen, wie im Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit beschrieben. Gibt es keine feste Regel, empfiehlt sich eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Umschreibung, durchgehend angewendet von der Einleitung bis zum Literaturverzeichnis.
Fazit zum geschlechtergerechten Formulieren
Beim Gendern von Polizist gibt es keine einzelne richtige Lösung, sondern mehrere fachlich anerkannte Wege: die ausgeschriebene Doppelnennung Polizistinnen und Polizisten, verkürzte Formen wie Polizist*innen, Polizist:innen, Polizist_innen oder PolizistInnen sowie neutrale Umschreibungen wie Polizeikraft oder Polizeikräfte. Entscheidend ist weniger die einzelne Schreibweise als die konsequente Anwendung im gesamten Text und die Orientierung an den Vorgaben der jeweiligen Hochschule, Redaktion oder Institution. Wer unsicher ist, welche Variante zum eigenen Text passt, sollte vor der Abgabe prüfen, ob weibliche und männliche Form korrekt gebildet sind (Polizistin, nicht Polizistian oder ähnliche Fehlformen) und ob die gewählte Schreibweise durchgehend beibehalten wurde. Das schafft einen einheitlichen, professionellen Gesamteindruck der Arbeit.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Kommissar gendern, Soldat gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.