Gendern Dozent: Geschlechtergerechte Formen
Alle geschlechtergerechten Varianten von Dozent im Überblick
Um Dozent gendern zu können, stehen mehrere anerkannte Formen zur Verfügung: die Doppelnennung Dozentinnen und Dozenten, verkürzte Schreibweisen wie Dozent*in oder Dozent:in sowie die neutrale Bezeichnung Lehrende. Beim gendern Dozent geht es darum, Frauen und Männer sprachlich gleichermaßen sichtbar zu machen, ohne den Lesefluss unnötig zu erschweren. Welche Variante sich eignet, hängt vom Kontext ab: In Fließtexten wirkt die Doppelnennung oft am klarsten, in Tabellen oder knappen Formulierungen sind Kurzformen praktisch. Für wissenschaftliche Arbeiten lohnt sich vorab ein Blick in die Vorgaben der Hochschule.
Gendern Dozent: die kurze Antwort
Die männliche Form Dozent lässt sich auf verschiedene Weisen geschlechtergerecht formulieren. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung Dozentinnen und Dozenten, die weibliche und männliche Personen gleichermaßen benennt. Daneben haben sich verkürzte Schreibweisen wie Dozent*in, Dozent:in, Dozent_in oder DozentIn etabliert, die Platz sparen, aber nicht überall gleichermaßen anerkannt sind. Wer beim gendern Dozent eine neutrale Lösung sucht, kann auf den Sammelbegriff Lehrende ausweichen, der weder männlich noch weiblich markiert ist. Welche Form passend ist, richtet sich nach Textsorte, Zielgruppe und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, nach den Vorgaben der Hochschule oder des Instituts.

Übersicht: Kurzformen und Doppelnennung bei Dozent
Für die Berufsbezeichnung Dozent existieren mehrere Schreibweisen, die sich in Verbreitung und Lesbarkeit unterscheiden:
- Doppelnennung: Dozentinnen und Dozenten
- Gendersternchen: Dozent*in (Singular), Dozent*innen (Plural)
- Doppelpunkt: Dozent:in, Dozent:innen
- Unterstrich (Gendergap): Dozent_in, Dozent_innen
- Binnen-I: DozentIn, DozentInnen
Die weibliche Form lautet Dozentin, der weibliche Plural Dozentinnen. Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich und Binnen-I gelten als Kurzformen, die eine dritte Option zwischen rein männlicher und rein weiblicher Form andeuten sollen, ohne diese jeweils vollständig auszuschreiben. In der gesprochenen Sprache werden Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich meist durch eine kurze Sprechpause, den sogenannten Glottisschlag, wiedergegeben. In akademischen Texten und Leitfäden von Hochschulen sind Sternchen und Doppelpunkt derzeit am weitesten verbreitet, während das Binnen-I heute seltener genutzt wird als noch vor einigen Jahren.
Neutrale Alternative zu Dozent
Als geschlechtsneutrale Alternative bietet sich das Partizip Lehrende an (der beziehungsweise die Lehrende, die Lehrenden), das im Hochschulkontext ähnlich etabliert ist wie Studierende für Studentinnen und Studenten. Auch Lehrperson oder, in weiterem Sinn, Lehrkraft lassen sich verwenden, wobei diese Begriffe je nach Kontext etwas allgemeiner klingen und nicht immer exakt dieselbe Funktion beschreiben wie Dozent. Eine perfekte, überall passende neutrale Entsprechung gibt es nicht: Lehrende deckt die Bedeutung am genauesten ab, sollte aber im Satzbau geprüft werden, da es grammatisch wie ein Adjektiv im Plural funktioniert und daher nicht in jeder Konstruktion gleich elegant wirkt.
Beispielsatz für die Praxis
Im Studienalltag lässt sich die gewählte Form direkt im Satz prüfen. Mit Doppelnennung: Die Dozentinnen und Dozenten der Fakultät laden zur Sprechstunde ein. Mit Gendersternchen: Alle Dozent*innen erhalten die überarbeitete Prüfungsordnung. Mit neutraler Alternative: Die Lehrenden des Fachbereichs stimmen den Prüfungstermin ab. Alle drei Varianten sind inhaltlich korrekt und unterscheiden sich lediglich in Stil und Lesbarkeit. Wichtig ist, innerhalb eines Textes bei einer Form zu bleiben, damit der Eindruck einheitlich und durchdacht wirkt und nicht wie eine zufällige Mischung verschiedener Konventionen erscheint. Auch mit Doppelpunkt lässt sich der Satz bilden: Die Dozent:innen koordinieren die Prüfungstermine gemeinsam mit dem Prüfungsamt. Für die Wahl der passenden Variante lohnt sich ein Blick in vergleichbare Sätze aus der eigenen Arbeit oder Fakultät, bevor die Form endgültig festgelegt wird.

Gendern Dozent in der wissenschaftlichen Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen mehreren Genderformen innerhalb derselben Arbeit, etwa Dozent*in in einem Kapitel und Dozent:in im nächsten. Ebenso unsauber ist es, die weibliche Form grammatisch falsch zu bilden. Korrekt sind Dozentin im Singular und Dozentinnen im Plural. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt aktuell nicht als verbindlichen Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie in eigenen Leitfäden dennoch. Für eine wissenschaftliche Arbeit empfiehlt sich daher, zunächst die Vorgaben von Hochschule oder Betreuung zu prüfen und andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung zu bleiben, wie im Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit beschrieben.
Fazit: Geschlechtergerechte Sprache bei Dozent
Es gibt keine einzige richtige Lösung, um Dozent geschlechtergerecht zu formulieren, sondern mehrere gültige Varianten: die Doppelnennung, verkürzte Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie die neutrale Form Lehrende. Entscheidend ist, die gewählte Form konsequent im gesamten Text zu verwenden und bei wissenschaftlichen Arbeiten vorab die Vorgaben der eigenen Hochschule zu prüfen. Wer sich unsicher ist, ob die Genderformen korrekt und einheitlich angewendet wurden, kann den Text vor der Abgabe von einem Lektorat gegenlesen lassen. So lässt sich zuverlässig prüfen, ob die weibliche Form Dozentin, die gewählte Kurzform oder die neutrale Bezeichnung Lehrende durchgängig korrekt geschrieben und über alle Kapitel hinweg einheitlich verwendet wurde.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Doktorand gendern, Absolvent gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.