Gendern Bürgermeister: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Formen für Bürgermeister im Überblick
Wer gendern Bürgermeister möchte, kann zwischen mehreren korrekten Formen wählen: der Doppelnennung Bürgermeisterin und Bürgermeister, verkürzten Schreibweisen wie Bürgermeister*innen, Bürgermeister:innen oder Bürgermeister_innen sowie neutralen Umschreibungen wie Stadtoberhaupt. Welche Variante die richtige ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten gilt meist die Doppelnennung als Standard, in wissenschaftlichen Arbeiten entscheiden oft die Vorgaben der Hochschule über Sonderzeichen. Dieser Ratgeber erklärt alle gängigen Formen, zeigt Beispielsätze und nennt häufige Fehler bei der geschlechtergerechten Formulierung von Bürgermeisterin und Bürgermeister im Alltag und in Studienarbeiten.
Gendern Bürgermeister: die kurze Antwort
Wer gendern Bürgermeister möchte, hat mehrere sprachlich korrekte Optionen. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung Bürgermeisterin und Bürgermeister, die in offiziellen Texten, Reden und Formularen üblich ist. Wer Platz sparen oder alle Geschlechter ansprechen möchte, greift zu verkürzten Formen wie Bürgermeister*innen, Bürgermeister:innen oder Bürgermeister_innen. Daneben existiert mit Stadtoberhaupt eine neutrale Umschreibung, die ganz ohne Genderzeichen auskommt. Welche Form passt, hängt vom Textkontext ab: Behörden bevorzugen meist die ausgeschriebene Doppelnennung, während Hochschulen und Verwaltungen zunehmend auch Sonderzeichen akzeptieren. In wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt es sich, vorab die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen, bevor man sich für eine Variante entscheidet.

Alle Genderformen von Bürgermeister im Überblick
Für die Personenbezeichnung Bürgermeister stehen folgende geschlechtergerechte Formen zur Verfügung:
- Doppelnennung: Bürgermeisterin und Bürgermeister (Plural: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister)
- Gendersternchen: Bürgermeister*innen
- Doppelpunkt: Bürgermeister:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Bürgermeister_innen
- Binnen-I: BürgermeisterInnen
- Weibliche Einzelform: Bürgermeisterin
Die verkürzten Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sollen andeuten, dass neben Frauen und Männern auch Personen jenseits der binären Geschlechterordnung mitgemeint sind. Sie sind im Alltag verbreitet, gehören aber nicht zum amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Die Doppelnennung und die weibliche Einzelform Bürgermeisterin folgen dagegen der klassischen Grammatik und sind in jedem Kontext unstrittig verwendbar. Das Binnen-I in BürgermeisterInnen war vor allem in den 1990er Jahren verbreitet und wird heute seltener verwendet.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Bürgermeister
Eine echte geschlechtsneutrale Alternative zu Bürgermeister ist Stadtoberhaupt beziehungsweise Gemeindeoberhaupt: Beide Begriffe sind grammatisch sächlich und benötigen keine Genderendung, sprachlich klingen sie aber förmlicher und werden vor allem in offiziellen oder journalistischen Texten verwendet. Auch Umschreibungen wie „die Person an der Stadtspitze" oder „das Amt des Bürgermeisters beziehungsweise der Bürgermeisterin" sind möglich, wirken im Fließtext jedoch oft umständlich. Anders als bei Berufsbezeichnungen wie Studierende oder Lehrkraft gibt es für Bürgermeister keine kurze, im Alltag etablierte neutrale Sammelform. Wer eine geschlechtsneutrale Formulierung sucht, sollte daher ehrlich abwägen: Für die meisten Texte bleibt die Doppelnennung oder eine verkürzte Genderform die praktikablere Lösung als eine Umschreibung.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
In einer Bachelorarbeit über Kommunalpolitik könnte ein Beispielsatz so aussehen: „Die befragten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gaben an, dass die Digitalisierung der Verwaltung ihre wichtigste Zukunftsaufgabe sei." Wer stattdessen eine verkürzte Form nutzt, formuliert etwa: „Rund 60 Prozent der befragten Bürgermeister*innen bewerteten die Zusammenarbeit mit dem Land als gut." Beide Varianten sind korrekt, solange sie konsequent im gesamten Text durchgehalten werden. Wichtig ist außerdem, verwandte Wörter wie Amtsinhaber, Kandidat oder Wähler an dieselbe Regel anzupassen, damit der Text nicht zwischen gegenderten und ungegenderten Formen wechselt. Auch Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit folgt diesem Grundsatz der Konsistenz, den Betreuende und Prüfungsordnungen häufig ausdrücklich verlangen.

Häufige Fehler und Empfehlung für Studienarbeiten
Ein häufiger Fehler beim gendern Bürgermeister ist die inkonsequente Verwendung: Im selben Text taucht dann mal die Doppelnennung, mal das Gendersternchen und mal die rein männliche Form auf. Auch die falsche Pluralbildung kommt vor, etwa „die Bürgermeister*innen" ohne erkennbaren Bezug zur Einzahl Bürgermeister*in. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt zudem: Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, weshalb manche Hochschulen sie ablehnen, während andere sie ausdrücklich empfehlen oder sogar voraussetzen. Wer unsicher ist, sollte vor Beginn der Arbeit die Vorgaben der Fakultät oder des Betreuers klären. Fehlt eine klare Regelung, empfiehlt sich die konsequente Beidnennung oder eine neutrale Formulierung, da diese Formen in jedem Fachbereich als korrekt gelten und keine Diskussion über Sonderzeichen auslösen.
Fazit zum Gendern von Bürgermeister
Wer die Personenbezeichnung Bürgermeister geschlechtergerecht formulieren möchte, hat die Wahl zwischen der klassischen Doppelnennung Bürgermeisterin und Bürgermeister, verkürzten Formen wie Bürgermeister*innen, Bürgermeister:innen oder Bürgermeister_innen und der neutralen Umschreibung Stadtoberhaupt. Für den Alltag und für offizielle Texte ist die Doppelnennung die sicherste Wahl, weil sie ohne Sonderzeichen auskommt und von niemandem infrage gestellt wird. In wissenschaftlichen Arbeiten entscheidet meist die jeweilige Hochschule, ob Gendersternchen oder Doppelpunkt zulässig sind. Wichtig ist in jedem Fall, die gewählte Form konsequent durch den gesamten Text zu ziehen und ähnliche Begriffe wie Amtsinhaber oder Kandidat entsprechend mitzudenken. Für eine finale Prüfung der gewählten Genderform vor der Abgabe empfiehlt sich professionelles Korrekturlesen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Kanzler gendern, Präsident gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.