Häufige Fehler in englischen Texten deutscher Muttersprachler
So vermeidest du häufige Fehler in englischen Texten
Der folgende Ratgeber zeigt häufige Fehler in englischen Texten deutscher Muttersprachler und Möglichkeiten zu ihrer Korrektur.
False friends erkennen und vermeiden
Diese Vokabeln sehen im Deutschen und Englischen ähnlich aus oder klingen ähnlich, haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen. Dadurch zählen sie zu typischen Fehlerquellen. Die folgende Tabelle zeigt Beispiele:
| Falsch | Richtig | Gemeint war |
|---|---|---|
| actual | current | aktuell |
| eventually | possibly | eventuell |
| become | receive, get | bekommen |
| sensible | sensitive | empfindlich |
| gift | poison | Gift |
Ihre Hartnäckigkeit beruht darauf, dass das Wort in beiden Sprachen existiert und beim Schreiben kein Warnsignal auslöst. Besonders in Einleitung und Fazit, wo freier formuliert wird, schleichen sich false friends häufig ein. Ein sorgfältiges Korrektorat kann solche Wörter auffinden, da eine automatische Rechtschreibprüfung sie oft nicht beanstandet.

Kommasetzung nach englischen Regeln
Im Gegensatz zum Deutschen erfordert das Englische kein Komma allein deshalb, weil ein Nebensatz folgt. Restriktive Relativsätze, etwa mit that, stehen ohne Komma; nicht restriktive Relativsätze, etwa mit which, werden durch Kommas abgetrennt.
| Falsch | Richtig |
|---|---|
| The results, that we found, are clear. | The results that we found are clear. |
| He said, that it works. | He said that it works. |
| Although the study started in 2026 it ended in 2027. | Although the study began in 2026, it ended in 2027. |
Ein weiterer typischer Irrtum ist das Komma vor that nach Verben des Sagens und Denkens. In der Regel steht dort kein Komma, was vielen Schreibenden unnatürlich erscheint und daher oft übersehen wird. Das Oxford-Komma vor dem letzten Aufzählungsglied ist hingegen akzeptabel, sofern der gewählte Stil es vorsieht und es konsequent angewendet wird.
Zeitformen korrekt auswählen und anwenden
Englischsprachige Texte zeigen häufig eine Verwechslung zwischen Simple Past und Present Perfect. Das Simple Past bezeichnet abgeschlossene Vorgänge mit festem Zeitpunkt, etwa the experiment failed in 2025; das Present Perfect betont dagegen den Bezug zur Gegenwart, etwa research has shown. Im Methodenteil wird häufig das Simple Past verwendet; in der Ergebnisdiskussion richten sich die Zeitformen nach Aussage und Bezug.
Unser Artikel zu den Zeitformen in der wissenschaftlichen Arbeit erklärt die Verwendung anhand vieler Beispiele und ordnet die Regeln nach Textabschnitten. Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die Übertragung des deutschen Perfekts als Erzählzeit ins Englische. Wo im Deutschen umgangssprachlich das Perfekt steht, wird im Englischen in erzählenden Passagen für abgeschlossene vergangene Ereignisse meist das Simple Past verwendet; das Present Perfect stellt dagegen einen Bezug zur Gegenwart her.
Präpositionen: ein ständiges Problem
Präpositionen lassen sich oft nicht direkt übersetzen und müssen häufig als feste Verbindungen gelernt werden. Die wörtliche Übertragung aus dem Deutschen führt regelmäßig zu Fehlern:
| Falsch | Richtig |
|---|---|
| to discuss about | to discuss |
| depend from | depend on |
| married with | married to |
| reason of | reason for |
Weil solche Verbindungen selten festen Regeln folgen, hilft konsequentes Nachschlagen. Auch ein englisches Korrekturlesen durch Muttersprachler kann unterstützen. Erschwerend kommt hinzu, dass dieselbe deutsche Präposition je nach Verb unterschiedlich ins Englische übersetzt wird. Es lohnt sich daher, feste Verb-Präpositions-Verbindungen als komplette Einheit im Kontext zu lernen statt einzelne Wörter zu übertragen.

Regeln zur Groß- und Kleinschreibung im Englischen
Während im Deutschen jedes Nomen großgeschrieben wird, geschieht dies im Englischen bei gewöhnlichen Begriffen nicht. Genau dieser Unterschied verursacht Fehler bei alltäglichem Wortschatz. Großgeschrieben werden stattdessen Sprachen, Nationalitäten, Wochentage, Monate und Eigennamen.
| Falsch | Richtig |
|---|---|
| the Research shows | the research shows |
| on monday | on Monday |
| the german economy | the German economy |
In Überschriften kann je nach Stilrichtlinie der Title Case verwendet werden. Welche Wörter großgeschrieben werden, richtet sich nach der jeweiligen Stilrichtlinie. Oft mischt sich in englische Texte die deutsche Neigung, Substantive generell großzuschreiben, mit der englischen Regel für Eigennamen. Ein sicheres Gefühl dafür entsteht durch aufmerksames Lesen englischer Fachliteratur im eigenen Fachgebiet.
Satzanfänge und Konnektoren: however, moreover, furthermore
Verbindungswörter wie however, moreover, furthermore, therefore und nevertheless sind im Englischen keine Konjunktionen, sondern Konjunktionaladverbien. Das Purdue OWL der Purdue University zählt sie ausdrücklich in dieser Gruppe auf und nennt dazu zwei Regeln: Ein Semikolon verbindet zwei Hauptsätze, wenn der zweite mit einem solchen Adverb beginnt, und nach einem einleitenden Übergangswort steht ein Komma. Genau hier entsteht der häufigste Fehler beim Übertragen aus dem Deutschen, denn „aber" verbindet zwei Hauptsätze direkt, however kann das nicht.
| Falsch | Richtig |
|---|---|
| The data was limited, however the trend was clear. | The data was limited; however, the trend was clear. |
| However the trend was clear. | However, the trend was clear. |
| The study is old, moreover it is short. | The study is old. Moreover, it is short. |
| Furthermore of that, the costs rose. | Furthermore, the costs rose. |
Die Wörter unterscheiden sich außerdem in der Funktion. Das Purdue OWL ordnet however und nevertheless dem Gegensatz zu, therefore und thus der Folgerung und moreover und furthermore der Ergänzung. Wer therefore setzt, behauptet damit einen Schluss aus dem Vorherigen; wer moreover setzt, kündigt ein weiteres Argument an. Die Academic Phrasebank der University of Manchester zeigt den Gegensatzfall in einem fertigen Satz: However, this system also has a number of serious drawbacks. Ein Übergangswort, das die falsche Beziehung anzeigt, stört das Verständnis stärker als ein fehlendes Komma.
Ein zweites Problem ist die Menge. Rachael Cayley beschreibt im Blog Explorations of Style zum akademischen Schreiben, dass gerade die ergänzenden Wörter in addition, also, moreover und furthermore oft als einfaches „und noch etwas" eingesetzt werden, obwohl moreover und furthermore eigentlich eine Aussage verstärken. Das Writing Center der University of Wisconsin-Madison warnt entsprechend, zu viele Übergangswörter ließen Lesende das Gefühl haben, dass bereits klare Zusammenhänge überdeutlich erklärt werden. Setze ein Verbindungswort also dort, wo die Beziehung zwischen zwei Sätzen sonst offenbliebe, und streiche es, wo der Zusammenhang schon aus dem Inhalt folgt. Wie das im Deutschen aussieht, zeigt die Übersicht zu Verbindungswörtern und Konnektoren.
Diese Regeln betreffen die englische Zeichensetzung und den englischen Sprachgebrauch, wie sie das Purdue OWL, die Academic Phrasebank der University of Manchester und die beiden genannten Schreibratgeber beschreiben. Keine dieser Quellen befasst sich eigens mit deutschsprachigen Schreibenden; die Zuordnung zum typischen Übertragungsfehler aus dem Deutschen ist eine Einordnung dieser Seite. Welche Stilrichtlinie in deinem Fach gilt, bleibt davon unberührt.
Fehler vor der Abgabe systematisch beheben
Viele der genannten Fehler lassen sich durch eine gezielte Endkontrolle verringern. Lies den Text laut vor, prüfe verdächtige false friends per Suchfunktion und kontrolliere Zeitformen abschnittsweise. Eine reine Softwareprüfung kann Bedeutungsfehler und feste Präpositionen übersehen.
Ein professionelles Englisch-Lektorat kann zusätzlich Sprache, Stil und Konsistenz prüfen. Korrekturlesen und Lektorat verbinden je nach gewählter Leistung Fehlerkorrektur mit einer weitergehenden sprachlichen Prüfung. Plane für diese Endkontrolle bewusst Zeit ein und lies den Text mit zeitlichem Abstand erneut.
Weitere Informationen zum wissenschaftlichen Schreiben auf Englisch findest du beim Thema britisches und amerikanisches Englisch, außerdem zu englischen Zeitformen und zum Korrekturlesen.


