Gendern Bildhauer: Geschlechtergerecht formulieren
Alle Genderformen für Bildhauer im Überblick
Wer gendern Bildhauer möchte, verwendet entweder die Doppelnennung Bildhauerin und Bildhauer oder eine verkürzte Form wie Bildhauer*innen, Bildhauer:innen, Bildhauer_innen oder BildhauerInnen. Alle vier Kurzformen sprechen weibliche und männliche Personen gleichzeitig an, unterscheiden sich aber im Schriftbild und in der Aussprache. Eine geschlechtsneutrale Umschreibung ist bei diesem Beruf nur eingeschränkt möglich, da es keine etablierte neutrale Bezeichnung gibt. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich, die Vorgaben der Hochschule zu prüfen und die gewählte Form konsequent beizubehalten.
Gendern Bildhauer: Die kurze Antwort
Die Personenbezeichnung Bildhauer lässt sich auf mehrere Arten geschlechtergerecht formulieren. Die klassische Lösung ist die Doppelnennung: Bildhauerin und Bildhauer beziehungsweise im Plural Bildhauerinnen und Bildhauer. Wer eine kürzere Schreibweise bevorzugt, greift zu einer verkürzten Form wie Bildhauer*innen oder Bildhauer:innen. Damit lässt sich gendern Bildhauer ohne lange Wortpaare umsetzen, allerdings sind diese Formen nicht in allen Kontexten vorgeschrieben oder erlaubt. In Texten, die sich an ein allgemeines Publikum richten, genügt häufig die einfache Doppelnennung. In wissenschaftlichen Arbeiten richtet sich die Wahl der Form meist nach den Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder Fakultät.

Diese Genderformen gibt es für Bildhauer
Für die Personenbezeichnung Bildhauer stehen mehrere geschlechtergerechte Schreibweisen zur Verfügung. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung: Bildhauerin und Bildhauer (Plural: Bildhauerinnen und Bildhauer)
- Gendersternchen: Bildhauer*innen
- Doppelpunkt: Bildhauer:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Bildhauer_innen
- Binnen-I: BildhauerInnen
Alle verkürzten Formen fassen die weibliche und die männliche Form in einem Wort zusammen und sollen ausdrücklich beide Geschlechter sowie, je nach Verständnis, weitere Geschlechtsidentitäten ansprechen. Welche Variante angemessen ist, hängt vom jeweiligen Textkontext, vom Hausstil des Verlags oder der Hochschule sowie von persönlichen oder institutionellen Vorgaben ab. Für Fließtexte außerhalb von Aufzählungen eignet sich meist die ausgeschriebene Doppelnennung besonders gut, da sie ohne zusätzliche Erklärung in jedem Kontext verständlich bleibt.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Bildhauer
Eine wirklich neutrale Sammelbezeichnung, die weder weiblich noch männlich markiert ist, existiert für den Begriff Bildhauer im Deutschen kaum. Anders als bei Wörtern mit Partizipform, etwa Studierende oder Lehrende, lässt sich aus dem Verb bildhauern kein gebräuchliches Partizip Präsens bilden. Möglich sind Umschreibungen wie Person, die als Bildhauerin oder Bildhauer arbeitet, bildhauerisch tätige Person oder der Oberbegriff Fachkraft für Bildhauerei, wenn der Beruf allgemein gemeint ist. Diese Umschreibungen sind jedoch sprachlich schwerfälliger und eignen sich eher für einzelne Sätze als für den durchgängigen Gebrauch in einem längeren Text. In den meisten Fällen ist daher die Doppelnennung oder eine verkürzte Genderform die praktikablere Lösung.
Beispielsatz im wissenschaftlichen Kontext
Im wissenschaftlichen Schreiben zeigt sich die geschlechtergerechte Formulierung meist an konkreten Beispielsätzen. Mit Doppelnennung könnte ein Satz lauten: Die befragten Bildhauerinnen und Bildhauer gaben an, ihre Werke überwiegend in Ateliers zu fertigen. Mit Gendersternchen liest sich derselbe Satz so: Die befragten Bildhauer*innen gaben an, ihre Werke überwiegend in Ateliers zu fertigen. Beide Varianten sind inhaltlich gleichwertig und unterscheiden sich nur in der sprachlichen Form. Wichtig ist, dass die gewählte Form innerhalb der gesamten Arbeit, also in Fließtext, Überschriften, Tabellen und Abbildungsbeschriftungen, einheitlich verwendet wird, damit der Text insgesamt konsistent und professionell wirkt.

Häufige Fehler und Empfehlung für die Abschlussarbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen unterschiedlichen Genderformen innerhalb desselben Textes, etwa wenn in einem Kapitel Bildhauer*innen und im nächsten Bildhauer:innen steht. Ebenso problematisch ist es, die männliche Form generisch zu verwenden, ohne dies vorab zu begründen. Zu beachten ist zudem: Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, auch wenn viele Hochschulen sie in Abschlussarbeiten erlauben oder sogar verlangen. Vor dem Schreiben lohnt sich daher ein Blick in den Leitfaden der eigenen Hochschule oder Fakultät. Liegt keine Vorgabe vor, sind eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung die sichersten Wege, um gendern Bildhauer korrekt und einheitlich umzusetzen.
Fazit zum Gendern von Bildhauer
Wer die Personenbezeichnung Bildhauer geschlechtergerecht formulieren möchte, hat die Wahl zwischen der ausgeschriebenen Doppelnennung, einer verkürzten Form wie Bildhauer*innen oder Bildhauer:innen sowie, in eingeschränktem Maße, einer neutralen Umschreibung. Eine allgemeingültige Pflichtform gibt es im Deutschen bislang nicht, weshalb die konkrete Wahl vom Textkontext und von etwaigen Vorgaben abhängt. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: Erst die Richtlinien der Hochschule prüfen, dann die gewählte Form konsequent im gesamten Text anwenden. Wer sich unsicher ist, ob die Umsetzung stimmig ist, lässt die Arbeit am besten von einem Lektorat gegenlesen. Mehr zum Thema liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Komponist gendern, Sportler gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.