Gendern Busfahrer: Formen und Regeln
Busfahrerin, Busfahrer und geschlechtsneutrale Schreibweisen
Wer gendern Busfahrer möchte, nennt entweder beide Formen, Busfahrerin und Busfahrer, oder greift zu einer verkürzten Schreibweise wie Busfahrer*innen, Busfahrer:innen, Busfahrer_innen oder BusfahrerInnen. Alle vier Varianten sprechen Frauen und Männer sprachlich sichtbar an, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und Regelkonformität. Wer auf Sonderzeichen verzichten möchte, kann auf neutrale Umschreibungen wie Fahrpersonal oder Busfahrende ausweichen. Welche Form im konkreten Fall passt, hängt vom Kontext ab: In einer wissenschaftlichen Arbeit gelten oft andere Vorgaben als in einer Pressemitteilung oder einem Alltagstext.
Gendern Busfahrer: die kurze Antwort
Um gendern Busfahrer korrekt umzusetzen, stehen grundsätzlich drei Wege offen. Die Doppelnennung führt Busfahrerin und Busfahrer explizit auf, etwa als „Busfahrerinnen und Busfahrer“. Wer Platz sparen möchte, greift zu einer verkürzten Schreibweise mit Sonderzeichen, also Busfahrer*innen, Busfahrer:innen, Busfahrer_innen oder BusfahrerInnen. Alle vier Kurzformen sollen Frauen und Männer gleichermaßen sichtbar machen, ohne den Satz durch eine ausgeschriebene Doppelnennung zu verlängern. Eine dritte Möglichkeit ist die neutrale Umschreibung, die ganz ohne geschlechtsspezifische Endung auskommt, etwa mit einem Sammelbegriff wie Fahrpersonal. Welche Variante sich eignet, hängt vom Textzweck, vom Zielpublikum und, bei akademischen Texten, von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule ab.

Alle Genderformen von Busfahrer im Überblick
Für Busfahrer existieren mehrere gängige Formen, die je nach Textsorte unterschiedlich gut geeignet sind:
- Doppelnennung: Busfahrerin und Busfahrer, im Plural Busfahrerinnen und Busfahrer
- Gendersternchen: Busfahrer*innen
- Doppelpunkt: Busfahrer:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Busfahrer_innen
- Binnen-I: BusfahrerInnen
Die Doppelnennung gilt als unstrittigste Form, weil sie ohne Sonderzeichen auskommt und von Vorlesesoftware zuverlässig erfasst wird. Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich sollen zusätzlich Personen einschließen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen, sind aber im amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung bislang nicht als Standard verankert. Das Binnen-I wird seltener verwendet und gilt in wissenschaftlichen Arbeiten meist als unüblich.
Geschlechtsneutrale Alternativen zu Busfahrer
Eine geschlechtsneutrale Umschreibung vermeidet sowohl die weibliche als auch die männliche Endung. Für Busfahrer bietet sich der Sammelbegriff Fahrpersonal an, der in Stellenanzeigen und internen Dokumenten von Verkehrsbetrieben bereits gebräuchlich ist. Ebenfalls verbreitet ist die Partizipform Busfahrende, die formal wie „Studierende“ gebildet wird, wenn auch nicht ganz unumstritten, weil das Verb „fahren“ hier auf eine Tätigkeit am Steuer bezogen wird. Wo es um eine einzelne Person geht, lässt sich außerdem auf „die Person am Steuer des Busses“ oder „wer den Bus fährt“ ausweichen. Eine perfekt kurze, allgemein anerkannte neutrale Einzelform wie bei manchen anderen Berufsbezeichnungen gibt es für Busfahrer allerdings nicht, sodass in der Praxis meist Fahrpersonal oder Busfahrende gewählt wird.
Beispielsatz aus der wissenschaftlichen Praxis
In einer wissenschaftlichen Arbeit lässt sich die gewählte Form direkt am Beispielsatz prüfen. Mit Doppelnennung: „Die befragten Busfahrerinnen und Busfahrer gaben an, dass Pausenzeiten selten eingehalten werden.“ Mit Gendersternchen: „Die befragten Busfahrer*innen gaben an, dass Pausenzeiten selten eingehalten werden.“ Mit neutraler Umschreibung: „Das befragte Fahrpersonal gab an, dass Pausenzeiten selten eingehalten werden.“ Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und in der grammatischen Anpassung von Verb und Artikel: Bei „Fahrpersonal“ ändert sich das Verb von „gaben an“ zu „gab an“, weil es sich um ein Kollektivsingular handelt. Wer in einer Arbeit zwischen den Varianten wechselt, sollte auf durchgängige Konsistenz und passende Verbformen achten, da uneinheitliche Formulierungen im Lektorat häufig auffallen.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen mehreren Genderformen innerhalb eines Textes, etwa Busfahrer*innen in einem Kapitel und Busfahrer:innen im nächsten. Ebenso problematisch ist eine Doppelnennung, die grammatisch nicht angepasst wird, etwa falsche Endungen bei Adjektiven oder Pronomen. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie in ihren Leitfäden aber ausdrücklich. Vor dem Schreiben lohnt sich deshalb ein Blick in die Vorgaben der jeweiligen Fakultät oder des Betreuers. Liegt keine feste Vorgabe vor, empfiehlt sich eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung, weil beide Varianten ohne Sonderzeichen auskommen. Ausführliche Hinweise zur Umsetzung in Haus, Bachelor- und Masterarbeiten bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum gendern Busfahrer
Wer gendern Busfahrer in einem Text umsetzen möchte, hat die Wahl zwischen Doppelnennung, den verkürzten Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie neutralen Umschreibungen wie Fahrpersonal oder Busfahrende. Für Alltagstexte reicht häufig die persönliche oder redaktionelle Vorliebe, für wissenschaftliche Arbeiten zählt vor allem die Vorgabe der Hochschule und, falls keine existiert, eine durchgängige und grammatisch korrekte Umsetzung. Wer unsicher ist, ob die gewählte Form im gesamten Dokument konsistent angewendet wurde, kann den Text vor der Abgabe prüfen lassen: Ein Lektorat kontrolliert neben Rechtschreibung und Grammatik auch, ob Genderformen einheitlich und den Vorgaben entsprechend verwendet wurden.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Taxifahrer gendern, Lokführer gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.