Was -ig, -isch und -lich bei Adjektiven bedeuten

Adjektive ig lich isch einfach erklärt

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Grammatikregeln

Die Endungen -ig, -isch und -lich bilden Adjektive aus Wortstämmen. Ihre Bedeutung lässt sich an belegten Beispielen und Doppelbildungen unterscheiden.

-ig, -isch und -lich als Ableitungssilben

-ig, -isch und -lich sind drei Ableitungssilben. Mit ihnen werden aus Substantiven Adjektive abgeleitet. Sie gehören damit zur Wortbildung: Ein Wortstamm erhält eine zusätzliche Silbe, durch die ein Adjektiv entsteht. Für die Erklärung dieser Seite werden die drei Formen deshalb als wortbildende Ableitungssilben eingeordnet. Konkrete Flexionsendungen werden dabei nicht bestimmt.

Die drei Ableitungssilben geben Hinweise auf die Bedeutung der gebildeten Adjektive. Bei -ig steht im direkten Beispiel nebelig der Gedanke im Vordergrund, dass das vom Wortstamm Bezeichnete vorhanden ist. Bei -isch wird anhand von diebisch und künstlerisch eine Bedeutung genannt, die auf die Art eines Lebewesens verweist. Bei -lich wird ein allgemeiner Bezug zu dem bezeichneten Wortstamm ausgedrückt. Die Beispiele ärztlich, ärgerlich und rühmlich zeigen diese breite Bezugsidee.

Diese Hinweise sind Bedeutungsangaben zu den Ableitungssilben und keine ausnahmslose Regel für jedes Wort mit derselben Endung. Der direkte Beleg nennt außerdem -isch-Bildungen aus anderen Substantivstämmen, etwa grammatisch und karolingisch. Dort wird eine Zugehörigkeit als Bedeutungsrichtung angegeben. Auch Ableitungen von Stämmen anderer Kategorie werden genannt, darunter begreiflich und verletzlich.

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Die drei Bedeutungshinweise im Vergleich

Die Bedeutungshinweise lassen sich getrennt betrachten. Die Ableitung mit -ig wird im sichtbaren Duden-Beispiel nebelig erklärt. Der Stamm steht für Nebel, und die Bildung bezeichnet das Vorhandensein dessen, was der Stamm nennt. Die Verbindung lässt sich daher als Nebel ist vorhanden zusammenfassen. Das ist der direkt belegte Grundformbezug für -ig.

Bei -isch nennt der Beleg zunächst die Formen diebisch und künstlerisch. Für diese aus Substantiven für Lebewesen gebildeten Adjektive beschreibt er eine Bedeutung im Sinn von „in der Art eines“ oder „wie ein“. Der Beleg führt zusätzlich grammatisch und karolingisch an und nennt dafür näherungsweise eine Zugehörigkeit zum bezeichneten Bereich. Für -isch stehen im Auszug damit zwei Bedeutungshinweise nebeneinander: die Artbeziehung bei diebisch und künstlerisch sowie die Zugehörigkeitsbeziehung bei grammatisch und karolingisch.

-lich wird im Beleg als neutraler und allgemeiner Bezug beschrieben. Die Beispiele ärztlich, ärgerlich und rühmlich werden dieser Richtung zugeordnet. Gemeint ist, dass das gebildete Adjektiv irgendeinen Bezug zu dem bezeichneten Wortstamm hat. Der Beleg nennt außerdem begreiflich und verletzlich als Ableitungen von Stämmen anderer Kategorie. Dadurch wird der direkte Grundformbezug erweitert, ohne eine neue allgemeine Regel zu begründen.

Tabelle: Ableitungssilbe, Direkt belegte Formen, Bedeutungshinweis
AbleitungssilbeDirekt belegte FormenBedeutungshinweis
-ignebeligDas vom Stamm Bezeichnete ist vorhanden.
-ischdiebisch, künstlerischIn der Art eines oder wie ein Lebewesen.
-ischgrammatisch, karolingischGehört zu dem bezeichneten Bereich.
-lichärztlich, ärgerlich, rühmlichHat irgendeinen Bezug zum Bezeichneten.

Auch die im Duden-Beleg ausgewählten Doppelbildungen machen die Unterschiede sichtbar: vierzehntägig und vierzehntäglich stehen für Dauer beziehungsweise Wiederholung, kindlich und kindisch für Zugehörigkeit beziehungsweise Abwertung. Launisch und launig werden dort mit verschiedenen ausdrücklich genannten Bedeutungen erklärt. Diese Vergleiche betreffen nur die jeweils belegten Formen.

Doppelbildungen mit unterschiedlicher Bedeutung

Ähnliche Bildungen mit verschiedenen Ableitungssilben können unterschiedliche Bedeutungen haben. Das lässt sich an den Zeitangaben vierzehntägig und vierzehntäglich erkennen. Vierzehntägig steht für vierzehn Tage lang. Vierzehntäglich verweist dagegen auf eine Wiederholung nach jeweils vierzehn Tagen. Damit unterscheidet der Quellenbeleg eine Dauer von vierzehn Tagen von einer wiederkehrenden Zeitangabe. Die ähnlich aussehenden Formen sind daher nicht gleichbedeutend.

Ein weiteres Paar bilden kindlich und kindisch. Kindlich gehört im Beleg zu den Bildungen auf -lich, die einen bloßen Bezug ausdrücken können. Kindisch erscheint dagegen bei den -isch-Bildungen, mit denen eine abwertende Bedeutung verbunden sein kann. Für diese beiden Wörter nennt der Beleg somit verschiedene Bedeutungshinweise.

Auch launisch und launig werden als Paar genannt. Launisch meint, wechselnden Stimmungen unterworfen zu sein und ihnen nachzugeben. Launig steht demgegenüber für eine gute, witzige oder humorvolle Stimmung. Der Vergleich macht sichtbar, dass gleichartige Wortbausteine keine einheitliche Bedeutung garantieren.

Tabelle: Bildung, Bedeutungshinweis im Beleg
BildungBedeutungshinweis im Beleg
vierzehntägigDauer von vierzehn Tagen
vierzehntäglichWiederholung nach vierzehn Tagen
kindlichbloßer Bezug
kindischabwertende Bedeutung
launischwechselnden Stimmungen unterworfen
launiggut gelaunt, witzig oder humorvoll

Die Vergleiche betreffen einzelne im Beleg genannte Doppelbildungen. Sie erlauben keine ausnahmslose Aussage über alle Wörter auf -ig, -isch oder -lich. Für die hier gezeigte Unterscheidung sind Satzfunktion, Flexionsanalyse und Steigerung nicht erforderlich.

Belegte Beispiele richtig zuordnen

Die sichtbaren Beispiele lassen sich anhand des jeweiligen Grundwortbezugs ordnen. Nebelig gehört zu -ig. Der direkte Bedeutungshinweis lautet: Das vom Wortstamm Bezeichnete ist vorhanden. Nebel ist bei nebelig daher die belegte Grundform, und die Bildung wird mit dem Vorhandensein von Nebel verbunden.

Künstlerisch gehört zu -isch. Der Duden-Beleg nennt -isch bei Substantiven für Lebewesen und beschreibt dann die Bedeutung in der Art einer beziehungsweise eines oder wie ein beziehungsweise eine. Künstler ist die direkt erkennbare Grundform des Beispiels künstlerisch. Für die Zuordnung genügt der belegte Hinweis auf die entsprechende Art.

Ärztlich gehört zu -lich. Der allgemeine Bedeutungshinweis besteht in einem Bezug zu dem, was das Substantiv bezeichnet. Arzt ist die direkt erkennbare Grundform des Beispiels ärztlich. Die Form wird deshalb nicht mit dem Vorhandensein wie bei nebelig und nicht mit der Artbeziehung wie bei künstlerisch erklärt, sondern mit dem allgemein genannten Bezug.

  1. nebelig: Ableitungssilbe -ig, Grundform Nebel, Bedeutungshinweis: Das Bezeichnete ist vorhanden.
  2. künstlerisch: Ableitungssilbe -isch, Grundform Künstler, Bedeutungshinweis: in der Art eines oder wie ein.
  3. ärztlich: Ableitungssilbe -lich, Grundform Arzt, Bedeutungshinweis: irgendein Bezug zum Bezeichneten.

Damit ist die geforderte Zuordnung der drei belegten Grundformen abgeschlossen. Es werden keine flektierten Satzformen gebildet und keine zusätzlichen Beispielwörter ergänzt. Auch die Beispiele grammatisch, karolingisch, begreiflich und verletzlich bleiben auf ihre direkt genannte Rolle beschränkt: Sie zeigen weitere im Beleg ausdrücklich aufgeführte Bildungsweisen, ohne eine neue Bedeutungsregel zu liefern.

Grenzen der allgemeinen Bedeutungshinweise

Die Hinweise zu -ig, -isch und -lich helfen bei der Einordnung, dürfen aber nicht als ausnahmslose Regeln verwendet werden. Der direkte Beleg weist ausdrücklich darauf hin, dass Doppelbildungen unterschiedliche Bedeutungen haben können. Bei Bildungen auf -lich und -isch wird zunächst eine Tendenz genannt: -lich kann bloße Zugehörigkeit ausdrücken, während -isch eine Abwertung ausdrücken kann. Diese Beschreibung wird jedoch unmittelbar durch genannte Ausnahmen begrenzt.

Heimisch ist die ausdrücklich genannte Ausnahme zu der genannten Abwertung bei -isch. Der Beleg bezeichnet heimisch als gar nicht abwertend. Heimlich ist die zweite ausdrücklich genannte Ausnahmeform. Sie wird als völlig anders verwendet bezeichnet. Beide Formen müssen deshalb bei einer Prüfung besonders beachtet werden. Aus den Formen heimisch und heimlich darf keine zusätzliche allgemeine Bedeutungsregel abgeleitet werden.

Auch bei den übrigen Beispielen bleibt der direkte Wortbeleg maßgeblich. Die Bedeutung von vierzehntägig und vierzehntäglich wird über die dort genannte Zeitangabe unterschieden. Kindlich und kindisch werden über Zugehörigkeit und Abwertung verglichen. Launisch und launig werden über die jeweils ausdrücklich genannte Bedeutung unterschieden. Diese Beispiele zeigen konkrete belegte Doppelbildungen. Sie liefern keine ausnahmslose Aussage über jedes andere Wort.

Für diese Erklärung werden außerdem keine Satzfunktionen, Flexionsformen oder Steigerungsformen untersucht. Eine Bildung wird nicht dadurch erklärt, dass sie in einem bestimmten Satz steht oder verändert wird. Entscheidend bleiben die Ableitungssilbe, das direkt belegte Grundwort und der dazu angegebene Bedeutungshinweis. Fehlt ein direkter Beleg für ein weiteres Wort, ist die passende Prüfung: Ermittle zunächst die verwendete Ableitungssilbe und suche dann den direkten Bedeutungsbeleg für genau diese Bildung. Eine zusätzliche Bedeutung darf ohne solchen Beleg nicht behauptet werden.

Ungeeignete und belastbare Vorgehensweise bei Adjektive ig lich isch einfach erklärt

Kurzcheck für die Prüfung einer Bildung

Für einen begrenzten Kurzcheck werden vier Punkte nacheinander geprüft. Erstens: Welche Ableitungssilbe ist sichtbar, -ig, -isch oder -lich? Die drei Formen werden dabei als wortbildende Ableitungssilben betrachtet, nicht als konkrete Flexionsendungen. Zweitens: Welches direkt belegte Grundwort gehört zur Bildung? Bei nebelig ist Nebel der belegte Bezug, bei künstlerisch Künstler und bei ärztlich Arzt.

  1. Ableitungssilbe prüfen: Ordne die Bildung -ig, -isch oder -lich zu.
  2. Grundwort prüfen: Verbinde den Wortstamm nur mit der direkt belegten Grundform.
  3. Bedeutung prüfen: Frage, ob der direkte Beleg Vorhandensein, Art, Zugehörigkeit oder einen allgemeinen Bezug nennt.
  4. Ausnahme prüfen: Beachte ausdrücklich heimisch und heimlich, wenn die Bildung in diesem Bereich liegt.

Der Wortstamm, das Suffix und die Bedeutung werden nur miteinander verbunden, wenn der direkte Beleg diese Verbindung trägt. Bei -ig verweist nebelig auf das Vorhandensein von Nebel. Bei -isch verweist künstlerisch auf eine entsprechende Art. Bei -lich verweist ärztlich auf einen allgemeinen Bezug zum Grundwort. Bei Doppelbildungen wird die konkrete belegte Bedeutung einzeln geprüft: vierzehntägig und vierzehntäglich werden über Dauer und Wiederholung unterschieden, kindlich und kindisch über Zugehörigkeit und Abwertung, launisch und launig über die jeweils genannten Bedeutungen.

Der Kurzcheck endet dort, wo der direkte Beleg endet. Er enthält keine Satzfunktionsprüfung, keine Flexionsanalyse, keine Steigerung und keine ausnahmslose Regel. Für ein nicht direkt belegtes Wort lautet die sichere Prüfungshandlung: Ermittle die Ableitungssilbe, bestimme das Grundwort und suche den direkten Beleg für die konkrete Bedeutung. Ohne diesen Beleg wird keine zusätzliche Bedeutung ergänzt.

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Häufige Fragen zu Adjektive ig lich isch einfach erklärt

Was sind -ig, -isch und -lich?

Es sind wortbildende Ableitungssilben, mit denen aus Substantiven Adjektive abgeleitet werden.

Was bedeutet -ig im belegten Beispiel nebelig?

Bei nebelig bezeichnet -ig das Vorhandensein dessen, was der Wortstamm nennt: Nebel.

Was bedeutet -isch bei künstlerisch?

Bei künstlerisch verweist -isch auf die Art eines Lebewesens, also auf die Bedeutung in der Art eines oder wie ein.

Was bedeutet -lich bei ärztlich?

Bei ärztlich bezeichnet -lich einen allgemeinen Bezug zu dem, was das Grundwort nennt.

Was ist der Unterschied zwischen vierzehntägig und vierzehntäglich?

Vierzehntägig bezeichnet eine Dauer von vierzehn Tagen, vierzehntäglich eine Wiederholung im Abstand von vierzehn Tagen.

Was unterscheidet kindlich und kindisch?

Kindlich wird im Beleg der Zugehörigkeit zugeordnet, kindisch einer Abwertung.

Was unterscheidet launisch und launig?

Launisch bedeutet, wechselnden Stimmungen unterworfen zu sein und ihnen nachzugeben. Launig kann gut gelaunt, witzig oder humorvoll bedeuten.

Welche Ausnahmen werden ausdrücklich genannt?

Heimisch wird als nicht abwertend genannt, heimlich als völlig anders verwendet.

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