Exposé Bachelorarbeit

Exposé für die Bachelorarbeit – Aufbau und Vorlage

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Bestandteile

Das Exposé ist das Vorab-Konzept deiner Bachelorarbeit, mit dem du dich beim Betreuer für das Thema bewirbst. In drei bis fünf Seiten zeigst du, dass du eine klare Forschungsfrage hast, weißt, wie du sie beantworten willst, und einen realistischen Zeitplan dafür mitbringst. Manche Lehrstühle verlangen das Exposé verpflichtend vor der Anmeldung, andere optional. So oder so: Ein gutes Exposé spart dir später viel Diskussion mit der Betreuerin – weil ihr beide vor Schreibbeginn dieselbe Vorstellung von der Arbeit habt.

Wozu dient das Exposé?

Das Exposé hat zwei Funktionen: nach außen und nach innen. Nach außen dient es als Bewerbung beim Lehrstuhl – die Betreuerin sieht, ob das Thema klar abgegrenzt ist, ob es zu ihrem Forschungsfeld passt und ob du einen tragfähigen Plan hast. Nach innen zwingt es dich, das Vorhaben so präzise zu formulieren, dass du es im Detail erklären kannst. Das deckt früh auf, wenn die Forschungsfrage zu vage ist oder die Methodik nicht zur Frage passt.

Aufbau eines Exposés in fünf Bausteinen

  1. Titel und Arbeitstitel – ein vorläufiger Titel reicht.
  2. Problemstellung und Forschungsfrage – was untersuchst du, warum?
  3. Forschungsstand – was wurde bisher dazu publiziert?
  4. Methodisches Vorgehen – wie willst du die Frage beantworten?
  5. Vorläufige Gliederung und Zeitplan – wie ist die Arbeit strukturiert, in welchem Zeitfenster?

Problemstellung und Forschungsfrage

Hier zeigst du, dass du das Thema nicht einfach übernommen, sondern durchdacht hast. Beschreibe in 1–2 Absätzen, warum das Thema relevant ist (gesellschaftlich, wissenschaftlich, praktisch), und formuliere dann eine klare Forschungsfrage in einem Satz.

Beispielsatz: „Diese Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Nutzung digitaler Lerngruppen-Plattformen auf die Selbsteinschätzung des Lernerfolgs bei Studierenden im ersten Semester hat."

Forschungsstand

In etwa einer Seite skizzierst du den Forschungsstand. Drei bis fünf zentrale Quellen reichen – das Exposé ist keine Literaturarbeit. Wichtig: Zeige, dass du eine Forschungslücke identifiziert hast, die deine Arbeit füllt.

Methodisches Vorgehen

Hier wird konkret. Welche Methode? Welche Stichprobe? Welche Auswertung? Bei einer empirischen Arbeit nennst du Datenerhebung, Stichprobenumfang und Analyseverfahren. Bei einer Literaturarbeit beschreibst du die Suchstrategie und die Auswahlkriterien deiner Quellen.

Vorläufige Gliederung

Eine Gliederung mit zwei Ebenen reicht – Hauptkapitel und Unterkapitel. Sie kann sich später noch ändern, soll aber im Exposé eine logische Struktur erkennen lassen.

1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
  2.1 Lernmotivation und Selbsteinschätzung
  2.2 Digitale Lernformate im Studium
3. Methodik
4. Empirische Ergebnisse
5. Diskussion
6. Fazit

Zeitplan

Ein realistischer Zeitplan über die Bearbeitungszeit (meist 8–12 Wochen) ist Pflicht. Plane Pufferzeit für Krankheit oder unerwartete Hürden ein – mehr dazu im Beitrag zum Zeitplan Bachelorarbeit.

Wie lang sollte das Exposé sein?

Standard sind 3–5 Seiten plus Literaturverzeichnis. Manche Lehrstühle wollen knappe 2-Seiten-Konzepte, andere bis zu 10 Seiten. Schau in den Vorgaben deines Lehrstuhls oder frag in der Sprechstunde.

Häufige Fehler im Exposé

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Ein gutes Exposé reduziert das Risiko, dass die Bachelorarbeit später durchfällt – Probleme zeigen sich am Anfang am leichtesten.

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Häufige Fragen zum Exposé

Ist das Exposé bei jedem Lehrstuhl verpflichtend?

Nein. Manche Lehrstühle verlangen es verpflichtend, andere stellen es frei, wieder andere haben kein Exposé-Format. Schau im Modulhandbuch oder frag bei der Studienberatung. Auch wenn nicht verlangt: ein Mini-Exposé für dich selbst hilft, die Arbeit zu strukturieren.

Darf sich das Exposé von der finalen Arbeit unterscheiden?

Ja, in Maßen. Forschungsfrage und Methodik können sich präzisieren, die grundlegende Stoßrichtung sollte gleich bleiben. Wenn du im Schreibprozess deutlich vom Exposé abweichst, sprich kurz mit der Betreuerin – das ist meist unproblematisch.

Brauche ich ein Literaturverzeichnis im Exposé?

Ja, für die im Exposé zitierten Quellen. Das zeigt, dass du die Quellen richtig einbinden kannst und dich an wissenschaftliche Konventionen hältst. Es kann ein eigenständiges Mini-Verzeichnis sein – am Ende des Exposés.

Wie unterscheidet sich ein Exposé für eine Masterarbeit?

Umfangreicher (5–10 Seiten), tieferer Forschungsstand, präzisere Methodik. Bei einer Dissertation ist das Exposé oft 15–30 Seiten und enthält ein detailliertes Forschungsdesign mit Pilotstudien-Plänen. Aufbau bleibt aber gleich: Frage, Stand, Methodik, Gliederung, Zeitplan.

Wie viele Quellen brauche ich im Exposé?

5–10 zentrale Quellen, die den Forschungsstand abdecken und die Forschungslücke begründen. Mehr ist nicht nötig – das Exposé ist keine Literaturarbeit. Wichtig: aktuelle Quellen (max. 5–10 Jahre alt, je nach Fach) und Standardwerke des Felds.