Exposé Bachelorarbeit
Exposé für die Bachelorarbeit – Aufbau und Vorlage
Das Exposé ist das Vorab-Konzept deiner Bachelorarbeit, mit dem du dich beim Betreuer für das Thema bewirbst. In drei bis fünf Seiten zeigst du, dass du eine klare Forschungsfrage hast, weißt, wie du sie beantworten willst, und einen realistischen Zeitplan dafür mitbringst. Manche Lehrstühle verlangen das Exposé verpflichtend vor der Anmeldung, andere optional. So oder so: Ein gutes Exposé spart dir später viel Diskussion mit der Betreuerin – weil ihr beide vor Schreibbeginn dieselbe Vorstellung von der Arbeit habt.
Wozu dient das Exposé?
Das Exposé hat zwei Funktionen: nach außen und nach innen. Nach außen dient es als Bewerbung beim Lehrstuhl – die Betreuerin sieht, ob das Thema klar abgegrenzt ist, ob es zu ihrem Forschungsfeld passt und ob du einen tragfähigen Plan hast. Nach innen zwingt es dich, das Vorhaben so präzise zu formulieren, dass du es im Detail erklären kannst. Das deckt früh auf, wenn die Forschungsfrage zu vage ist oder die Methodik nicht zur Frage passt.
Aufbau eines Exposés in fünf Bausteinen
- Titel und Arbeitstitel – ein vorläufiger Titel reicht.
- Problemstellung und Forschungsfrage – was untersuchst du, warum?
- Forschungsstand – was wurde bisher dazu publiziert?
- Methodisches Vorgehen – wie willst du die Frage beantworten?
- Vorläufige Gliederung und Zeitplan – wie ist die Arbeit strukturiert, in welchem Zeitfenster?
Problemstellung und Forschungsfrage
Hier zeigst du, dass du das Thema nicht einfach übernommen, sondern durchdacht hast. Beschreibe in 1–2 Absätzen, warum das Thema relevant ist (gesellschaftlich, wissenschaftlich, praktisch), und formuliere dann eine klare Forschungsfrage in einem Satz.
Beispielsatz: „Diese Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Nutzung digitaler Lerngruppen-Plattformen auf die Selbsteinschätzung des Lernerfolgs bei Studierenden im ersten Semester hat."
Forschungsstand
In etwa einer Seite skizzierst du den Forschungsstand. Drei bis fünf zentrale Quellen reichen – das Exposé ist keine Literaturarbeit. Wichtig: Zeige, dass du eine Forschungslücke identifiziert hast, die deine Arbeit füllt.
Methodisches Vorgehen
Hier wird konkret. Welche Methode? Welche Stichprobe? Welche Auswertung? Bei einer empirischen Arbeit nennst du Datenerhebung, Stichprobenumfang und Analyseverfahren. Bei einer Literaturarbeit beschreibst du die Suchstrategie und die Auswahlkriterien deiner Quellen.
Vorläufige Gliederung
Eine Gliederung mit zwei Ebenen reicht – Hauptkapitel und Unterkapitel. Sie kann sich später noch ändern, soll aber im Exposé eine logische Struktur erkennen lassen.
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Lernmotivation und Selbsteinschätzung
2.2 Digitale Lernformate im Studium
3. Methodik
4. Empirische Ergebnisse
5. Diskussion
6. Fazit
Zeitplan
Ein realistischer Zeitplan über die Bearbeitungszeit (meist 8–12 Wochen) ist Pflicht. Plane Pufferzeit für Krankheit oder unerwartete Hürden ein – mehr dazu im Beitrag zum Zeitplan Bachelorarbeit.
Wie lang sollte das Exposé sein?
Standard sind 3–5 Seiten plus Literaturverzeichnis. Manche Lehrstühle wollen knappe 2-Seiten-Konzepte, andere bis zu 10 Seiten. Schau in den Vorgaben deines Lehrstuhls oder frag in der Sprechstunde.
Häufige Fehler im Exposé
- Forschungsfrage zu vage – fällt schon im Exposé auf.
- Methodik passt nicht zur Frage – qualitative Frage mit quantitativer Methode oder umgekehrt.
- Zeitplan unrealistisch – wer 4 Wochen für eine Online-Befragung mit 200 Probanden plant, hat sich verkalkuliert.
- Forschungsstand ohne Lücke – wenn alles schon gesagt wurde, was machst du dann?
Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Ein gutes Exposé reduziert das Risiko, dass die Bachelorarbeit später durchfällt – Probleme zeigen sich am Anfang am leichtesten.