Gendern Nachbar: Formen im Überblick
Nachbarinnen und Nachbarn geschlechtergerecht bezeichnen
Wer gendern Nachbar korrekt umsetzen möchte, verwendet je nach Kontext die Doppelnennung Nachbarinnen und Nachbarn, eine Kurzform wie Nachbar*innen oder Nachbar:innen, oder eine neutrale Umschreibung. Alle Varianten sind im deutschen Sprachgebrauch gebräuchlich, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und Akzeptanz je nach Textsorte. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: Zunächst die Vorgaben der Hochschule prüfen, da das amtliche Regelwerk Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt bislang nicht als Standard führt. Ohne konkrete Vorgabe empfiehlt sich eine konsequent durchgehaltene Beidnennung oder eine neutrale Formulierung.
Gendern Nachbar: die kurze Antwort
Wer gendern Nachbar sucht, möchte wissen, wie sich die Personenbezeichnung geschlechtergerecht formulieren lässt. Die maskuline Form lautet Nachbar, die weibliche Form Nachbarin, der Plural entsprechend Nachbarn beziehungsweise Nachbarinnen. Geschlechtergerecht wird die Bezeichnung vor allem durch drei Wege: die ausgeschriebene Doppelnennung (Nachbarinnen und Nachbarn), eine verkürzte Schreibweise mit Sonderzeichen (etwa Nachbar*innen oder Nachbar:innen) oder eine neutrale Umschreibung, die auf die maskuline und feminine Endung ganz verzichtet. Welche Variante passend ist, hängt vom Textkontext ab: In offiziellen und wissenschaftlichen Texten sind Doppelnennung oder eine konsequent neutrale Formulierung meist die sicherere Wahl, während Kurzformen mit Sonderzeichen vor allem in informellen oder universitätsinternen Texten verbreitet sind.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Personenbezeichnung Nachbar existieren mehrere geschlechtergerechte Schreibweisen, die sich in Lesbarkeit und Verbreitung unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten für Singular und Plural:
- Doppelnennung (Beidnennung): Nachbarin und Nachbar, im Plural Nachbarinnen und Nachbarn
- Gendersternchen: Nachbar*in, im Plural Nachbar*innen
- Gender-Doppelpunkt: Nachbar:in, im Plural Nachbar:innen
- Gender-Unterstrich (Gender-Gap): Nachbar_in, im Plural Nachbar_innen
- Binnen-I: NachbarIn, im Plural NachbarInnen
Die Doppelnennung gilt als unstrittigste Form, da sie ohne Sonderzeichen auskommt und in allen Textsorten anerkannt ist. Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich und Binnen-I sparen Platz und sollen zugleich Personen jenseits der binären Geschlechterordnung einschließen, werden aber nicht überall akzeptiert und sind je nach Vorgabe zu prüfen.
Geschlechtsneutrale Alternative
Anders als bei Wörtern wie Studierende oder Lehrkraft existiert für Nachbar keine kurze, etablierte neutrale Einzelbezeichnung. Der naheliegende Begriff Nachbarschaft bezeichnet die Gemeinschaft oder das Wohnumfeld als Ganzes und ersetzt damit nicht die einzelne Person. Wer dennoch ganz auf die Endungen -in und Sonderzeichen verzichten möchte, kann auf Umschreibungen ausweichen, etwa Person aus der Nachbarschaft, wohnhaft in der Nachbarschaft oder Personen, die nebenan wohnen. Diese Formulierungen sind zwar neutral, aber sprachlich schwerfälliger als Nachbar selbst und eignen sich vor allem dann, wenn eine einzelne kurze Nennung ausreicht. Für flüssige, wiederholt verwendete Texte ist deshalb meist die Doppelnennung oder eine Kurzform mit Sonderzeichen praktikabler als eine durchgehende Umschreibung.
Beispielsatz im Studienkontext
Im wissenschaftlichen und universitären Kontext lässt sich die geschlechtergerechte Formulierung anhand eines Beispielsatzes veranschaulichen. Mit Doppelnennung lautet ein Satz etwa: Die befragten Nachbarinnen und Nachbarn gaben in der Studie unterschiedliche Einschätzungen zur Wohnzufriedenheit an. Mit Kurzform könnte derselbe Satz lauten: Die befragten Nachbar*innen gaben in der Studie unterschiedliche Einschätzungen zur Wohnzufriedenheit an. Und mit neutraler Umschreibung: Die befragten Personen aus der Nachbarschaft gaben in der Studie unterschiedliche Einschätzungen zur Wohnzufriedenheit an. Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig, unterscheiden sich aber in Stil und Lesefluss. In einer Abschlussarbeit sollte durchgehend eine der drei Formen verwendet werden, damit der Text einheitlich bleibt und nicht zwischen verschiedenen Schreibweisen wechselt.

Häufige Fehler und Empfehlung
Wer sich mit gendern Nachbar in einer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt, stößt in der Praxis auf einige wiederkehrende Fehler. Häufig ist der Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb desselben Textes, etwa wenn im ersten Kapitel Nachbar*innen und im zweiten Nachbar:innen oder Nachbarinnen und Nachbarn verwendet wird. Ebenso problematisch ist es, Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt einzusetzen, ohne vorher zu prüfen, ob die eigene Hochschule oder Zeitschrift diese überhaupt zulässt. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie in ihren Leitfäden jedoch ausdrücklich. Für eine wissenschaftliche Arbeit empfiehlt sich deshalb zunächst ein Blick in die Richtlinien der eigenen Institution. Liegt keine Vorgabe vor, ist eine konsequent durchgehaltene Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung die sicherere Wahl. Mehr Details dazu liefert der Beitrag zum Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit
Wer die Bezeichnung Nachbar geschlechtergerecht formulieren möchte, hat mehrere gleichwertige Möglichkeiten: die ausgeschriebene Doppelnennung Nachbarinnen und Nachbarn, eine Kurzform mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I, oder eine neutrale Umschreibung, sofern der Kontext das zulässt. Eine allgemeingültige Pflichtform gibt es nicht, entscheidend ist die durchgängige und konsistente Anwendung innerhalb eines Textes, insbesondere wenn die Bezeichnung mehrfach vorkommt. Bei wissenschaftlichen Arbeiten sollte stets zuerst geprüft werden, welche Vorgaben die Hochschule oder die betreuende Fachperson macht, bevor eine Form festgelegt wird. Wer sich unsicher ist, ob eine gewählte Form konsequent und korrekt durchgehalten wurde, kann den Text im Rahmen eines Lektorat gegenprüfen lassen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Freund gendern, Bekannter gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.