Woher das Wort Kommode wirklich stammt
Kommode: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Kommode klingt nach Möbelhaus, steckt aber ein Adjektiv in sich: bequem. Die Stationen reichen von lateinisch commodus über französisch commode bis zum deutschen Schubladenmöbel.
Kurze Antwort
Kommode wurde im 18. Jahrhundert aus französisch commode entlehnt, der substantivierten weiblichen Form des Adjektivs commode (bequem); das Möbel hieß also eigentlich die Bequeme, Zweckmäßige. Das DWDS beschreibt diesen Weg nach Pfeifer so: Entlehnung im 18. Jahrhundert von französisch commode, dem substantivierten Femininum des Adjektivs, das wiederum auf lateinisch commodus zurückgeht. Der Duden formuliert es ähnlich und nennt als Herkunft französisch commode, substantivierte weibliche Form von commode, also eigentlich die Bequeme, Zweckmäßige. Beide Quellen stimmen damit im Kern überein, auch wenn sie die Bedeutung des zugrunde liegenden Adjektivs leicht unterschiedlich wiedergeben: Das DWDS spricht von bequem, angenehm, der Duden von der Bequemen, Zweckmäßigen als Übersetzung des substantivierten Ausdrucks selbst. Heute meint Kommode vor allem ein kastenförmiges Möbelstück mit mehreren Schubladen, wie es in Schlafzimmern oder Fluren steht. Wie bei der Herkunft von Bagage kam auch Kommode aus dem Französischen ins Deutsche, nur dass hier ein Adjektiv zum Möbelnamen wurde, während andere Wörter andere Wortarten mitbrachten. Die Übernahme ins Deutsche fällt nach beiden Wörterbüchern in das 18. Jahrhundert. Den Möbelnamen trägt das Wort durch die Substantivierung des Adjektivs: Aus einem Adjektiv, das etwas als bequem und passend beschreibt, wurde durch den bestimmten Artikel und die weibliche Form ein eigenständiges Hauptwort. Das ist im Französischen ein gängiges Verfahren und zeigt sich auch in anderen entlehnten Begriffen. Die Kommode war demnach ursprünglich nicht als Möbelname gedacht, sondern beschrieb eine Eigenschaft, die sich dann auf den Gegenstand selbst übertrug. Genau dieser Doppelschritt, erst Adjektiv, dann Hauptwort, dann Lehnwort im Deutschen, macht die Wortgeschichte der Kommode zu einem Beispiel dafür, wie eng Eigenschaftswörter und Gegenstandsnamen in Entlehnungsprozessen zusammenhängen können. Kommode gehört zu den Wörtern, die als Fremdwörter aus dem Französischen im 18. Jahrhundert ins Deutsche kamen.

Der Weg ins Deutsche
Die folgende Übersicht zeigt die einzelnen Stationen, die zum heutigen Wort Kommode führten, so wie sie DWDS und Duden belegen.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | modus (Maß) | Lateinisch | ohne Datierung |
| 2 | commodus (entsprechend, zweckmäßig, bequem, eigentlich mit, nach Maß) | Lateinisch | ohne Datierung |
| 3 | commode (Adjektiv: bequem, angenehm) | Französisch | ohne Datierung |
| 4 | kommod (Adjektiv) | Deutsch | entlehnt im 18. Jahrhundert, als commode schon im 17. Jahrhundert in Texten bezeugt |
| 5 | Kommode (Möbelstück) | Deutsch | 18. Jahrhundert |
Aus dem Adjektiv commode wurde der Möbelname durch Substantivierung: Das DWDS beschreibt Kommode als Entlehnung von französisch commode, dem substantivierten Femininum des Adjektivs. Der Duden sagt dasselbe mit anderen Worten: substantivierte weibliche Form von commode, also eigentlich die Bequeme, Zweckmäßige. Aus einer Eigenschaft wurde so der Name für ein bestimmtes Möbelstück mit Schubladen, das diese Eigenschaft in der Benutzung erfüllte. Das DWDS ergänzt dazu eine Zusatzangabe: Das bereits im 17. Jahrhundert in deutschen Texten bezeugte commode beruht auf einer direkten Übernahme des lateinischen Adverbs commode, einem eigenen Weg neben der späteren Entlehnung des Adjektivs kommod. Außerdem hält das DWDS fest, dass kommod als Adjektiv heute nur noch österreichisch und mundartlich vorkommt. Kommode gehört neben anderen Wörtern zu denen, die im 18. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche kamen. Fremdwörter aus dem Lateinischen nahmen bei Kommode den Weg über das Französische ins Deutsche, bevor daraus das deutsche Möbelwort wurde. Für modus, commodus und französisch commode nennen die Quellen keine Datierung.
Was die Quellen zeigen und was nicht
Alle drei Quellen, DWDS, Duden und Wiktionary, nennen übereinstimmend französisch commode als Herkunft des Wortes Kommode. Darüber hinaus gehen sie unterschiedlich weit: DWDS und Duden nennen zusätzlich das zugrunde liegende Adjektiv und ordnen ihm die Bedeutung bequem zu, wobei das DWDS bequem, angenehm sagt und der Duden von der Bequemen, Zweckmäßigen spricht. Nur das DWDS führt die Kette bis zu lateinisch commodus weiter zurück. Das Wiktionary dagegen nennt lediglich die Entlehnung im 18. Jahrhundert aus dem Französischen, ohne das Adjektiv oder die lateinische Stufe zu erwähnen. Hinter Kommode steht lateinisch commodus. Das DWDS stellt Kommode damit zu den Wörtern, die als Fremdwörter aus dem Lateinischen über das Französische ins Deutsche gelangten. Die unterschiedliche Wiedergabe der Bedeutung zeigt, dass das zugrunde liegende Adjektiv commode im Deutschen auf zwei Arten übersetzt wird: Das DWDS sagt bequem, angenehm, der Duden sagt eigentlich die Bequeme, Zweckmäßige. Beide Formulierungen beschreiben denselben Ursprung, wählen aber unterschiedliche Worte für die Übersetzung des französischen Adjektivs commode. Im Überblick stehen folgende Punkte fest:
- Französisch commode als Quelle, belegt in allen drei Quellen
- Das Adjektiv bequem als Ausgangspunkt, belegt bei DWDS und Duden
- Lateinisch commodus als weitere Stufe dahinter, belegt nur beim DWDS
Die Grundaussage zur Herkunft des Wortes Kommode ist bei allen drei Wörterbüchern gleich, die Ausführlichkeit der Herleitung schwankt. Die lateinische Stufe commodus nennt nur das DWDS; Duden und Wiktionary bleiben bei der französischen Zwischenstufe stehen. Das bedeutet nicht, dass die lateinische Herkunft bei Duden und Wiktionary bestritten wird, sondern lediglich, dass diese beiden Quellen sie nicht ausdrücklich nennen. Beim Wort Kommode selbst ändert diese unterschiedliche Ausführlichkeit nichts an der gemeinsamen Herkunftsangabe französisch commode. Für die Kommode selbst ändert das nichts an der zentralen Aussage: Das Wort kam über das Französische ins Deutsche und trug ursprünglich die Bedeutung von etwas Bequemem oder Zweckmäßigem in sich. Lehnwörter im Deutschen wie Kommode gingen in diesem Fall von einem Adjektiv aus, bevor daraus ein Hauptwort wurde.
Verwandte Wörter und Varianten
Rund um Kommode gibt es mehrere verwandte Begriffe, die sich aus derselben Wurzel entwickelt haben oder mit dem Möbelstück zusammengesetzt wurden. Das DWDS führt das Adjektiv kommod mit der Bedeutung bequem, angenehm, das heute nur noch österreichisch und mundartlich vorkommt. Daneben steht das Verb inkommodieren mit der Bedeutung belästigen, stören, das laut DWDS aus dem 17. Jahrhundert stammt. Kommode und kommod zählen zu den Lehnwörtern im Deutschen, die aus demselben französischen Wort stammen, auch wenn sich ihre heutige Verwendung deutlich unterscheidet: Das eine blieb ein alltägliches Hauptwort, das andere wurde zu einer regional begrenzten Ausdrucksform. Außerdem nennt das DWDS mehrere Zusammensetzungen mit Kommode, darunter Kommodenschublade, Kommodenkasten, Wickelkommode und Wäschekommode. Das Wiktionary ergänzt diese Liste um Frisierkommode und Geschirrkommode als weitere zusammengesetzte Begriffe. Für Synonyme gibt der Duden eine eigene kleine Auswahl an, die sich in Gebrauch und Zeitstellung unterscheiden:
- Schubladkasten, österreichisch veraltend (Duden)
- Chiffonniere, veraltet (Duden)
- Aufbaumöbel, Fachsprache (Duden)
- Möbelstück als Oberbegriff (Wiktionary)
Diese Liste zeigt, dass es für Kommode mehrere Bezeichnungen gab und teils noch gibt, auch wenn manche davon als veraltet oder regional eingeordnet werden. Chiffonniere wird vom Duden als veraltete Bezeichnung für dasselbe Möbelstück geführt. Schubladkasten gilt nach Duden als österreichisch und ebenfalls als veraltend, während Aufbaumöbel ein Fachbegriff ist, der eher in Handwerk oder Möbelbau verwendet wird als im Alltag. Das Wiktionary stellt Kommode zudem in die größere Gruppe der Möbelstücke, was zeigt, dass es sich um einen Unterbegriff innerhalb der Möbelbezeichnungen handelt. Die Unterbegriffe, die das Wiktionary zu Kommode auflistet, wie Geschirrkommode, Mahagonikommode oder Wickelkommode, verdeutlichen, wie das Grundwort mit unterschiedlichen Zwecken oder Materialien kombiniert wird, um speziellere Möbelstücke zu benennen.
Gebrauch heute
Im heutigen Sprachgebrauch meint Kommode vor allem ein kastenförmiges Möbelstück mit mehreren Schubladen, so wie es DWDS und Duden beide festhalten. Das DWDS nennt daneben eine zweite Bedeutung: salopp und abwertend gebraucht, kann Kommode auch ein altes Klavier bezeichnen. Kommode ist ein feminines Substantiv mit der Pluralform Kommoden, was sich an Beispielen wie der Kommode im Singular und den Kommoden im Plural zeigt. Für die Hauptbedeutung als Möbelstück lassen sich mehrere alltägliche Sätze bilden: Die Kommode im Schlafzimmer hat vier Schubladen für Kleidung. In der obersten Schublade der Kommode liegen die Socken. Der Schreiner fertigt eine neue Kommode aus Massivholz an. Solche Sätze zeigen, wie das Wort im Alltag als Bezeichnung für einen konkreten Einrichtungsgegenstand verwendet wird, ganz unabhängig von der zweiten, saloppen Bedeutung für ein Klavier. Die beiden Bedeutungen stehen nebeneinander, ohne dass eine die andere verdrängt hätte: Für das Möbelstück ist Kommode die neutrale, gebräuchliche Bezeichnung, für das Klavier dagegen ein saloppes, abwertendes Wort nach DWDS. Kommode bezeichnet damit entweder das Möbelstück oder, salopp und abwertend, ein altes Klavier. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie zeigt, dass ein und dasselbe Wort je nach Zusammenhang ganz unterschiedliche Assoziationen auslösen kann, von der praktischen Möbelbeschreibung bis zur abwertenden Umschreibung eines ausgedienten Musikinstruments.

Offene Fragen
- Ob die Bedeutung des Adjektivs commode besser mit bequem oder mit zweckmäßig wiedergegeben wird, lassen DWDS und Duden nebeneinander stehen, ohne sich auf eine gemeinsame Übersetzung festzulegen
- Wann genau das Möbelstück diesen Namen erhielt, sagt keine Quelle genauer als im 18. Jahrhundert, eine engere zeitliche Einordnung bleibt offen
- Wie verbreitet das Wort in einzelnen Regionen des deutschen Sprachraums ist, dazu machen die Quellen keine Aussage
Diese drei Punkte zeigen, dass die Wortgeschichte der Kommode trotz übereinstimmender Grundaussage in Details offen bleibt. Die Übersetzung des französischen Adjektivs commode wird von DWDS und Duden mit leicht unterschiedlichen Worten wiedergegeben, ohne dass eine der beiden Fassungen als die einzig richtige gelten würde. Beide Übersetzungen beschreiben denselben Kern, nämlich dass etwas als passend, angenehm oder nützlich empfunden wurde, und übertragen diese Eigenschaft auf das Möbelstück. Auch die genaue zeitliche Einordnung bleibt vage: Das 18. Jahrhundert wird von beiden Hauptquellen genannt, doch ein genaueres Jahr oder Jahrzehnt nennen die Wörterbücher nicht. Zur regionalen Verbreitung des Wortes im deutschen Sprachraum sagen DWDS, Duden und Wiktionary nichts. Als Merksatz lässt sich die Wortgeschichte der Kommode so zusammenfassen: Aus lateinisch commodus wurde über französisch commode im 18. Jahrhundert ein deutsches Wort, und aus dem Adjektiv bequem wurde am Ende der Name für ein Möbelstück mit Schubladen.
Quellen und Stand
- DWDS: Kommode, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-02)
- Duden: Kommode, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-02)
- Wiktionary: Kommode, Herkunft, Unterbegriffe: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-02)
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