Woher der Klabautermann seinen Namen hat

Klabautermann: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2026 · Wortherkunft

Wer wissen will, woher das Wort Klabautermann kommt, findet bei DWDS, Duden und Wiktionary eine ähnliche, aber nicht gesicherte Antwort: eine wahrscheinliche Herkunft vom niederdeutschen Schiffszimmermann Kalfater.

Kurze Antwort

Klabautermann ist seit Anfang des 19. Jahrhunderts belegt und geht wahrscheinlich auf niederdeutsch Kalfater, Klafater (Schiffszimmermann) zurück. Das DWDS führt diese Herkunft nach Pfeifer so: der Name sei wahrscheinlich aus der niederdeutschen Bezeichnung für den Schiffszimmermann hervorgegangen, mit Belegen als Klabotermann 1826 und als Klabautermann 1828. Der Duden formuliert es ähnlich vorsichtig: das Wort gehe wahrscheinlich auf kalfatern zurück, weil der Geist nach dem Volksglauben gegen die Schiffswände klopft, um zur Ausbesserung zu mahnen oder den Untergang anzukündigen.

Wichtig ist dabei das Wort wahrscheinlich. Beide Wörterbücher stellen die Ableitung als Deutung dar, nicht als gesicherte Herkunft. Es handelt sich um eine sprachgeschichtliche Einordnung, keine erzählte Seemannssage und keine Herleitung aus einer bestimmten Küstenregion. Klabautermann ist eines der Komposita, die auf einen Berufsnamen zurückgehen, denn der zweite Wortteil Mann verbindet sich mit dem älteren Kalfater-Stamm. Wer nach einer einzigen, unbestrittenen Wortgeschichte sucht, findet sie in den Quellen nicht: Es bleibt bei einer wahrscheinlichen Linie vom Handwerksberuf zum Namen des Schiffsgeists. Die Jahreszahlen 1826 und 1828 sind die ersten schriftlichen Belege, die das DWDS nennt, nicht das Entstehungsjahr des Wortes selbst. Eine genauere Datierung als diese beiden Jahre beziehungsweise die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist nicht belegt.

Klabautermann: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Der Weg ins Deutsche

Die folgende Tabelle zeigt die Stufen, die laut den Quellen zwischen dem niederdeutschen Verb und dem heutigen Wort liegen. Sie ist keine durchgehende Chronologie mit Jahreszahlen für jede Stufe, sondern fasst zusammen, was DWDS und Wiktionary jeweils nennen.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1kalfatern (abdichten)niederdeutschohne Datierung
2Kalfater, Klafater (Schiffszimmermann)niederdeutschohne Datierung
3Klabotermanndeutsch1826
4Klabautermanndeutsch1828
5Klabautermann, Plural Klabautermännerneuhochdeutschohne Datierung

Klabautermann ist ein Substantiv mit der Pluralform Klabautermänner, wie das DWDS es angibt. Das DWDS nennt den Namen wahrscheinlich aus dem niederdeutschen Berufsnamen hervorgegangen und führt nach Pfeifer an, dass er seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts belegt ist, konkret mit den Schreibweisen von 1826 und 1828. Diese beiden Jahre sind die frühesten schriftlichen Nachweise, die in der Quelle genannt werden.

Das Wiktionary ergänzt diesen Befund, ohne ihn zu bestätigen oder zu widerlegen: Dort heißt es, das Wort sei seit Beginn des 19. Jahrhunderts bezeugt und setze sich aus Mann und Klabauter zusammen, wobei Klabauter selbst vermutlich auf kalfatern zurückgeht. Diese Angabe steht neben der DWDS-Deutung, nicht als zusätzlicher Beleg dafür. Beide Quellen stimmen im Kern überein, dass der Ursprung beim Schiffszimmermann und seiner Tätigkeit liegt, unterscheiden sich aber in der sprachlichen Zerlegung des Wortes.

Deutungen und Vorbehalte

Die drei Quellen stellen die Herkunft des Wortes unterschiedlich vorsichtig dar, kommen aber zu einem ähnlichen Kern. Das DWDS schreibt, der Name sei wahrscheinlich zu Kalfater, Klafater zu stellen. Der Duden formuliert ebenfalls wahrscheinlich und verbindet das Wort mit kalfatern, begründet durch den Volksglauben vom Klopfen gegen die Schiffswand. Das Wiktionary geht einen Schritt vorsichtiger vor und spricht von einer vermutlichen Ableitung von kalfatern, mit einer zusätzlichen, eventuellen Beeinflussung durch das niederdeutsche Verb klabastern, das polterndes Umherziehen bedeutet.

Dieser Einfluss von klabastern ist ausdrücklich nur eine Vermutung des Wiktionary und wird von DWDS und Duden nicht genannt. Wer die Quellen nebeneinanderlegt, sieht also eine Hauptlinie, die alle drei teilen (Kalfater beziehungsweise kalfatern), und einen Nebengedanken, den nur eine Quelle führt.

Im Einzelnen lassen sich die Deutungen so auflisten:

  • Kalfater: wahrscheinlich laut DWDS und Duden
  • kalfatern: vermutlich laut Wiktionary
  • klabastern: eventuell laut Wiktionary, als zusätzlicher Einfluss

Zur Bedeutung des Wortes selbst gibt es ebenfalls drei Formulierungen, die sich nicht widersprechen, sondern unterschiedliche Akzente setzen. Das DWDS beschreibt einen Schiffskobold, der durch sein Erscheinen Gefahr für das Schiff anzeigt. Der Duden nennt zwei Bedeutungen nebeneinander: einen guten Geist, der in schwierigen Lagen hilft, und einen Kobold, der Unglück ankündigt. Das Wiktionary spricht von einem guten Schiffsgeist, der sein Schiff bis zum Untergang nicht verlässt. Anders als Redewendungen ist der Klabautermann ein einzelnes Wort mit eigener Sage, das heißt, die Herkunftsfrage betrifft allein das Wort, nicht die dazugehörige Erzählung der Seeleute.

Verwandtes und Varianten

Rund um Klabautermann nennen die Quellen mehrere verwandte Wörter und Schreibvarianten. Sie stammen allesamt aus DWDS und Wiktionary und werden hier mit ihrer jeweiligen Quelle aufgeführt, damit klar bleibt, welche Angabe woher kommt.

  • Klabotermann: frühe Schreibweise aus dem Jahr 1826 (DWDS)
  • Kalfatermann: Synonym (Wiktionary)
  • Klabattermann: Synonym (Wiktionary)
  • kalfatern: das Verb, auf das das DWDS verweist (DWDS)
  • Klabautermänner: Pluralform des Wortes (DWDS)

Der Duden gibt zum Gebrauch des Wortes zusätzlich an, dass es norddeutsch verwendet wird.

Das Wiktionary führt Kalfatermann und Klabattermann als zwei Nebenformen, die dieselbe Gestalt bezeichnen. Weitere Namen für Schiffsgeister lassen sich über Synonyme kostenlos finden nachschlagen. Für die Schreibung jeder einzelnen Variante empfiehlt sich der Abgleich mit der jeweils genannten Quelle, da DWDS und Wiktionary die Formen getrennt belegen. Für alle genannten Formen gilt dieselbe Einschränkung wie für die Hauptform: Die Herkunft bleibt wahrscheinlich oder vermutlich, nicht gesichert, und die Quellen machen keine Aussage darüber, welche Variante zu welcher Zeit häufiger gebraucht wurde.

Gebrauch heute

Nach DWDS und Duden bezeichnet Klabautermann in der Mythologie einen Schiffskobold, der durch sein Erscheinen Gefahr für das Schiff anzeigt. Der Duden führt daneben die zweite Bedeutung eines guten Geistes, der in schwierigen Lagen hilft, sowie eines Kobolds, der Unglück ankündigt. Der Gebrauch des Wortes wird im Duden als norddeutsch angegeben. Grammatisch ist Klabautermann ein Maskulinum mit dem Genitiv Klabautermann(e)s.

Diese doppelte Bedeutung, also sowohl ein helfender als auch ein warnender Geist, zeigt sich auch in Beispielsätzen. Erstens: Der Kapitän sprach scherzhaft vom Klabautermann, als wieder ein Werkzeug verschwunden war. Zweitens: In der Erzählung galt der Klabautermann als Geist, der das Schiff vor Schaden bewahren sollte. Drittens: Manche Seeleute nannten jedes unerklärliche Klopfen im Rumpf den Klabautermann.

Diese drei Sätze zeigen, dass das Wort sowohl einen helfenden als auch einen warnenden Geist meinen kann, je nach Zusammenhang. Klabautermann geht wahrscheinlich auf den Schiffszimmermann Kalfater zurück. Wörter aus anderen Sprachen stehen in der Fremdwörterliste. Die Einordnung als norddeutscher Gebrauch im Duden bedeutet, dass das Wort dort als regional markiert geführt wird, ohne dass eine genauere Angabe zur Verbreitung in anderen Regionen gemacht wird. Für den heutigen Sprachgebrauch bleibt damit festzuhalten, dass das Wort in der Mythologie der Seefahrt verankert ist und als Substantiv mit klaren grammatischen Angaben geführt wird, während seine genaue Herkunft weiterhin als wahrscheinlich, nicht als gesichert gilt.

Klabautermann: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Offene Fragen

Trotz der übereinstimmenden Grundlinie bleiben bei der Herkunft des Wortes Klabautermann einige Punkte offen, die sich aus den Quellen selbst ergeben:

  • Die Ableitung von Kalfater ist laut DWDS und Duden wahrscheinlich, nicht gesichert
  • Der Einfluss von klabastern ist nur eine Vermutung des Wiktionary und wird von den anderen Quellen nicht gestützt
  • Woher die Sage vom Schiffsgeist selbst stammt, sagen die Wortquellen nicht

Die Wörterbücher beschränken sich auf die Sprachgeschichte des Begriffs; die Entstehung der Erzählung rund um den Schiffskobold klären sie nicht.

Als Merksatz lässt sich festhalten: Klabautermann ist im frühen 19. Jahrhundert belegt und wahrscheinlich vom Schiffszimmermann Kalfater abgeleitet. Offen bleiben eine genaue Ortsangabe der ersten Verwendung und die Frage, welche der drei Deutungen zutrifft.

Quellen und Stand

Die Einordnung „Woher der Klabautermann seinen Namen hat“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

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Häufige Fragen zur Herkunft von Klabautermann

Seit wann ist das Wort Klabautermann belegt?

Nach dem DWDS ist der Name seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts belegt, mit den Formen Klabotermann 1826 und Klabautermann 1828. Das Wiktionary nennt dafür den Beginn des 19. Jahrhunderts. Eine genauere Datierung als diese beiden Angaben ist nicht belegt.

Ist die Herleitung vom Schiffszimmermann Kalfater gesichert?

Nein. DWDS und Duden sprechen beide von einer wahrscheinlichen Herkunft aus Kalfater beziehungsweise kalfatern, nicht von einer gesicherten Ableitung. Auch das Wiktionary bleibt vorsichtig und schreibt vermutlich. Eine endgültige Klärung gibt es nicht.

Was bedeutet das niederdeutsche Verb kalfatern?

Kalfatern bezeichnet laut den Quellen das Abdichten eines Schiffes, eine Tätigkeit des Schiffszimmermanns, der im Niederdeutschen Kalfater oder Klafater genannt wurde. Aus diesem Berufsnamen leiten DWDS und Duden den Namen Klabautermann wahrscheinlich ab.

Welche Rolle spielt das Verb klabastern bei der Herkunft?

Klabastern ist ein niederdeutsches, lautnachahmendes Verb mit der Bedeutung polternd umherziehen. Nur das Wiktionary nennt es als möglichen, eventuellen Zusatzeinfluss neben der Hauptableitung von kalfatern. DWDS und Duden erwähnen klabastern nicht.

Welche Wortart hat Klabautermann und wie lautet der Plural?

Laut DWDS ist Klabautermann ein Substantiv, maskulin, mit dem Genitiv Klabautermann(e)s und dem Plural Klabautermänner. Der Duden bestätigt das Maskulinum und gibt den Gebrauch als norddeutsch an.

Meint der Name einen guten oder einen unheilvollen Geist?

Beides kommt vor. Der Duden nennt einerseits einen guten Geist, der in schwierigen Lagen hilft, andererseits einen Kobold, der Unglück ankündigt. Das DWDS beschreibt einen Schiffskobold, der durch sein Erscheinen Gefahr anzeigt, und das Wiktionary einen guten Schiffsgeist, der sein Schiff bis zum Untergang nicht verlässt.

Gibt es weitere Schreibweisen oder Synonyme des Wortes?

Das Wiktionary nennt Kalfatermann und Klabattermann als Synonyme, das DWDS führt die frühe Schreibweise Klabotermann aus dem Jahr 1826 an.

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