Woher stammt das Wort Kiosk?
Kiosk: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Das Wort Kiosk hat eine lange Reise hinter sich: von einer persischen Wurzel über das Türkische und Französische bis ins Deutsche. Hier steht, was Wörterbücher zur Herkunft, zum Bedeutungswandel und zu regionalen Alternativen sagen.
Woher kommt das Wort Kiosk?
Kiosk kam im 18. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche und bezeichnete zunächst einen Gartenpavillon; die Herkunftskette reicht über das Türkische bis ins Persische zurück.
Das DWDS belegt nach Pfeifer, dass das Wort im 18. Jahrhundert aus französisch kiosque entlehnt wurde, wobei kiosque damals Gartenpavillon bedeutete. Der Weg verlief demnach von türkisch kyöšk (Gartenpavillon) über die italienische Zwischenstufe chiosco ins Französische. Das türkische Wort geht auf persisch gōše zurück, das Winkel oder Ecke bedeutet. Der Duden nennt als Herkunftskette französisch kiosque, aus türkisch köşk (Gartenpavillon), aus persisch kūšk. Das Wiktionary gibt als älteste Stufe mittelpersisch koschk mit der Bedeutung Gartenhaus an, von dem das türkische Wort abstamme.
Das DWDS führt Kiosk als Substantiv des Maskulinums. Im Genitiv Singular lautet die Form Kiosk(e)s, der Nominativ Plural ist Kioske. Die Worttrennung wird als Ki|osk angegeben.
Weitere Wörter dieser Herkunft stehen bei den Fremdwörter aus dem Französischen, wo sich ein breites Spektrum französischer Entlehnungen im Deutschen nachschlagen lässt.
DWDS, Duden und Wiktionary stimmen darin überein, dass der letzte Schritt ins Deutsche über das Französische verlief. Bei der genauen persischen Ausgangsform weichen die Quellen voneinander ab: Pfeifer nennt gōše (Winkel, Ecke), der Duden nennt kūšk, das Wiktionary nennt koschk (Gartenhaus). Die Quellen erläutern diese Abweichungen nicht weiter; wer die Gründe nachvollziehen möchte, findet in DWDS, Duden und Wiktionary keine übereinstimmende Antwort.

Der Weg des Wortes Kiosk ins Deutsche
Das Wort Kiosk hat mehrere Sprachstufen durchlaufen, bis es im 18. Jahrhundert im Deutschen ankam. Wie solche Wörter ins Deutsche gelangen, erklärt der Beitrag zu Lehnwörter, der die verschiedenen Entlehnungswege und Kontaktbedingungen beschreibt.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | gōše (Winkel, Ecke) oder eher kōšk (Pavillon, Gartenhaus) | Persisch / Mittelpersisch | nicht in den Quellen datiert |
| 2 | köşk oder kyöšk (Gartenpavillon) | Türkisch | nicht in den Quellen datiert |
| 3 | chiosco (nur bei Pfeifer als Zwischenstufe belegt) | Italienisch | nicht in den Quellen datiert |
| 4 | kiosque (Gartenpavillon, heute auch Verkaufsbude) | Französisch | nicht in den Quellen datiert |
| 5 | Kiosk (hausartiger Verkaufsstand, kleines Ausstellungshaus) | Deutsch | 18. Jahrhundert |
| 6 | Kiosk als Verkaufsbude (zuerst Zeitungskiosk) | Deutsch | 19. Jahrhundert |
Das DWDS stellt zwei verschiedene Wegbeschreibungen nebeneinander, ohne zwischen ihnen zu entscheiden. Die Etymologie nach Pfeifer nimmt als Zwischenstufe zwischen dem Türkischen und dem Französischen das Italienische an, dort lautete das Wort chiosco. Die Wortinformation im selben Wörterbuch nennt stattdessen russisch kiosk als eine Stufe auf dem Weg. Beide Beschreibungen sind im DWDS dokumentiert, und das Wörterbuch lässt die Frage offen, welche der beiden zutrifft.
Auch die persische Ausgangsform ist in den Quellen nicht einheitlich. Das DWDS nennt gōše (Winkel, Ecke) oder eher kōšk (Pavillon), also zwei mögliche Formen, ohne eine davon als gesichert auszuweisen. Das Wiktionary nennt mittelpersisch koschk (Gartenhaus), ohne auf gōše einzugehen. Wer nachforschen möchte, welche persische Form tatsächlich zugrunde liegt, findet in den genannten Wörterbüchern keine abschließende Antwort auf diese Frage.
Vom Gartenpavillon zur Verkaufsstelle
Das Wort Kiosk hat im Deutschen einen Bedeutungswandel durchlaufen, der sich in zwei klar datierten Stufen beschreiben lässt.
- Gartenpavillon (18. Jahrhundert): Das DWDS belegt nach Pfeifer, dass Kiosk zunächst einen Gartenpavillon bezeichnete. Weitere Einzelheiten zu dieser Bauform nennt die Quelle nicht; wer das nachprüfen möchte, liest den vollständigen DWDS-Eintrag zu Kiosk.
- Verkaufsstelle (19. Jahrhundert): Der moderne Gebrauch als Verkaufsbude setzt laut Pfeifer im 19. Jahrhundert ein, zuerst als Zeitungskiosk. Das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (eWDG) beschreibt Kiosk 1969 als frei stehendes Häuschen, in dem Zeitungen, Zigaretten, Erfrischungen verkauft werden. Der Duden definiert Kiosk als Verkaufsstelle für Zeitschriften, Getränke, Süßigkeiten und Zigaretten oder Ähnliches, die sich in einem leicht gebauten Häuschen befindet. Das Wiktionary führt beide Bedeutungen: Gartenpavillon und Verkaufsstelle.
Ein Beispielsatz für die ältere Bedeutung: Im Schlossgarten stand ein eleganter Kiosk, der an Sommernachmittagen für Konzerte genutzt wurde.
Ein Beispielsatz für die heutige Bedeutung: Auf dem Weg zum Bahnhof kaufte sie am Kiosk ein Erfrischungsgetränk und eine Tageszeitung.
Weitere Begriffe lassen sich über Synonyme kostenlos finden nachschlagen, wenn man nach passenden Alternativen zu Kiosk in der Bedeutung Verkaufsstelle sucht.
Der Wandel vom Pavillon zur Verkaufsstelle vollzog sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Das Wort behielt seine Form, während die neue Bedeutung als Verkaufsstelle zu seiner heutigen Hauptbedeutung wurde. Das Wiktionary führt beide Bedeutungen weiterhin als eigene Einträge, Gartenpavillon und Verkaufsstelle.
Regionale Wörter für Kiosk im Deutschen
Neben Kiosk gibt es im Deutschen eine Reihe von Wörtern für denselben Gegenstand. Das DWDS nennt im Thesaurus bedeutungsverwandte Ausdrücke, das Wiktionary führt weitere Synonyme auf.
- Trinkhalle: laut DWDS-Thesaurus bedeutungsverwandt, ohne Regionalkennzeichnung
- Bude: laut DWDS-Thesaurus umgangssprachlich, ruhrdeutsch
- Büdchen: laut DWDS-Thesaurus umgangssprachlich, kölsch
- Späti: laut DWDS-Thesaurus umgangssprachlich, berlinerisch und ostdeutsch
- Wasserhäuschen: laut DWDS-Thesaurus umgangssprachlich, frankfurterisch
- Trafik: vom Wiktionary als Synonym für Kiosk in der Bedeutung Verkaufsstelle genannt
- Zeitungsstand: vom Wiktionary als Synonym für Kiosk in der Bedeutung Verkaufsstelle genannt
Wer weitere Wörter nachschlagen möchte, findet sie bei den Wortbedeutungen, die Einträge zu Bedeutungsunterschieden und regionalen Varianten bereitstellen.
Ein Beispielsatz mit einem der regionalen Wörter: In Köln deckte man sich schnell am Büdchen mit Getränken für das Fest ein.
Der DWDS-Thesaurus nennt außerdem Minimarkt, Stand und Verkaufsstelle als bedeutungsverwandte Ausdrücke ohne Regionalkennzeichnung. Eine nähere Bedeutungsunterscheidung zwischen diesen Wörtern nennt der Thesaurus nicht; wer das genauer wissen möchte, prüft die Einzeleinträge im DWDS. Das Wiktionary nennt außerdem Pommes-Bude und Verkaufsbude als weitere Synonyme. Eine weitergehende Erklärung zu diesem Wort nennt das Wiktionary nicht; wer mehr wissen möchte, schlägt den Eintrag dort nach.
Kiosk im heutigen Deutsch
Kiosk gehört heute zum deutschen Grundwortschatz. Der Duden verzeichnet das Wort im Prüfungswortschatz des Goethe-Zertifikats B1, also auf einem mittleren Sprachniveau; das zeigt, dass Deutschlernende auf dieser Stufe mit dem Begriff vertraut sein sollen.
Das DWDS belegt mehrere Wortbildungen mit Kiosk: Kioskbesitzer, Kioskbetreiber, Zeitungskiosk und Bücherkiosk. Diese vier Wortbildungen zeigen, wie das Wort in zusammengesetzten Begriffen des Alltags vorkommt. Genauere Angaben zur Wortbildungsstruktur nennt das DWDS nicht; wer das nachprüfen möchte, liest die einzelnen DWDS-Einträge.
Drei Beispielsätze zeigen den heutigen Gebrauch:
Der Zeitungskiosk an der Ecke hält ein breites Angebot an Tageszeitungen und Wochenzeitschriften bereit.
Am Hauptbahnhof befindet sich ein Kiosk, der Reisenden auch spät abends noch Snacks und Getränke verkauft.
Im Stadtpark stand ein kleiner Kiosk, der an heißen Tagen Eis und Erfrischungen anbot.
Weitere Wörter fremden Ursprungs finden sich in der Fremdwörterliste, die viele Wörter aus verschiedenen Herkunftssprachen zusammenstellt und erklärt.
Das DWDS belegt die Wortbildungen Kioskbesitzer, Kioskbetreiber, Zeitungskiosk und Bücherkiosk als Zusammensetzungen mit Kiosk. Wer nach weiteren Belegen für den heutigen Gebrauch sucht, findet im DWDS-Korpus Verwendungsbeispiele aus verschiedenen Textsorten.

Irrtümer und offene Fragen zur Herkunft von Kiosk
Beim Wort Kiosk kursieren einige Fehlannahmen zur Herkunft, die sich mit einem Blick in die einschlägigen Wörterbücher klären lassen.
- Kiosk gelangte laut Duden und DWDS (nach Pfeifer) über das Französische ins Deutsche, nicht auf einem direkten Weg vom Türkischen. Ein direkter türkisch-deutscher Entlehnungsweg ist in den genannten Quellen nicht belegt.
- Der Zwischenschritt über Italienisch steht nur bei Pfeifer, der über Russisch nur in der DWDS-Wortinformation: Die Etymologie nach Pfeifer im DWDS nennt chiosco auf Italienisch als Zwischenstufe. Die Wortinformation im DWDS nennt stattdessen eine russische Stufe. Das Wiktionary erwähnt weder Italienisch noch Russisch als Zwischenstufe.
- Die persische Ausgangsform ist bei den Quellen nicht einheitlich: Das DWDS gibt gōše (Winkel, Ecke) oder eher kōšk (Pavillon) an, der Duden nennt kūšk, das Wiktionary mittelpersisch koschk (Gartenhaus). Keine der drei Quellen erklärt, wie diese Abweichungen zustande kommen.
Das Wort Kiosk durchlief die Sprachkette Persisch, Türkisch, Französisch, Deutsch, bevor es im 18. Jahrhundert im Deutschen ankam und zunächst einen Gartenpavillon bezeichnete.
Quellen und Stand
- DWDS: Kiosk, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung, Beispiele: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-01)
- Duden: Kiosk, Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-01)
- Wiktionary: Kiosk, Herkunft und Bedeutung: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-01)
Unter dem Titel „Kiosk: Herkunft und Geschichte des Wortes“ ordnet dieser Beitrag „Woher stammt das Wort Kiosk?“ ein.