Woher kommt das Wort Keks?
Keks: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Keks geht auf den englischen Plural cakes zurück, der im 19. Jahrhundert ins Deutsche übernommen und über Keeks zu Keks eingedeutscht wurde. Die altnordische Vorstufe gilt nur als wahrscheinlich, und die Jahreszahlen 1889, 1905 und 1911 beziehen sich jeweils auf eine bestimmte Form.
Kurze Antwort: ein Plural aus dem Englischen
Keks wurde im 19. Jahrhundert aus dem englischen Plural cakes übernommen und später eingedeutscht. Laut DWDS, das sich dabei auf Pfeifer stützt, meint der englische Plural Kuchen im Sinn von süßen Gebäckstücken. Die Übernahme ist dort für das 19. Jahrhundert angesetzt, als frühen Beleg nennt das DWDS die Leibniz-Cakes aus dem Jahr 1889. Damit lässt sich das Wort unter die Fremdwörter aus dem Englischen einordnen, die als Plural ins Deutsche gelangten.
Der Duden nennt als Herkunft englisch cakes, den Plural von cake im Sinn von Kuchen. Das Wiktionary bestätigt die Entlehnung im 19. Jahrhundert und führt den englischen Ausgangsbegriff weiter zurück: Das Wort cake geht wahrscheinlich auf altnordisch kaka zurück. Der Kern der Herkunft lässt sich also so zusammenfassen: ein englischer Plural für Gebäck, der übernommen und an die deutsche Schreibweise angepasst wurde.
Heute meint Keks ein trockenes Kleingebäck, so das DWDS. Die Eindeutschung verlief über Zwischenformen: Laut DWDS wurde cakes zunächst zu Keeks (1905) und dann zu Keks. Diese Jahreszahl gilt nur für die Form Keeks, nicht für das Wort insgesamt. Laut Wiktionary wird Keks als Singular empfunden. Das Wort ist damit aus einem Plural hervorgegangen. Für eine kurze Wiedergabe genügt dieser Dreischritt: englischer Plural, Übernahme im 19. Jahrhundert, Eindeutschung über Keeks zu Keks.

Welche Stufen führen zu Keks?
Der Weg zum deutschen Wort führt von einer wahrscheinlich altnordischen Vorstufe über das Englische bis zum Singular Keks. Laut DWDS, Duden und Wiktionary handelt es sich um eine Entlehnung aus dem Englischen, bei der der Plural cakes zum deutschen Wort wurde. Der englische Plural cakes ist dabei der Punkt, an dem das deutsche Wort seinen Ausgang nimmt.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| Vorstufe | kaka | altnordisch, wahrscheinlich | ohne Datierung |
| Ausgangswort | cake, Kuchen | englisch | ohne Datierung |
| Entlehnung | cakes, Plural | englisch | 19. Jahrhundert, Leibniz-Cakes 1889 |
| Eindeutschung | Keeks | deutsch | 1905 |
| Singular | Keks | deutsch | ohne Datierung |
| Pluralform | Kekse | deutsch | 1911 |
Laut DWDS wurde der Plural cakes zunächst zu Keeks eingedeutscht, dann zu Keks. Das Wiktionary nennt dieselbe Abfolge und ergänzt die Pluralform Kekse, die mit der Jahreszahl 1911 belegt ist. Das DWDS nennt außerdem Vorschläge für eine Singularform Keek oder Kek, die nicht angenommen wurden. Laut DWDS wurde stattdessen der Plural Keks singularisiert, und daraus entstand die neue Pluralform Kekse.
Neben dem Gebäck Keks hat auch die Süße einen Wortweg, wie die Herkunft von Zucker zeigt.
Was ist gesichert und was nicht?
Alle drei Nachschlagewerke führen Keks auf englisch cakes zurück. DWDS und Wiktionary gehen weiter zu englisch cake und nennen dort die altnordische Vorstufe kaka, allerdings nur mit wahrscheinlich. Beide verweisen außerdem auf den Ablaut zu deutsch Kuchen.
- englisch cakes: Duden, DWDS und Wiktionary
- englisch cake: DWDS und Wiktionary
- altnordisch kaka: DWDS und Wiktionary, nur mit wahrscheinlich
- Ablaut zu deutsch Kuchen: DWDS und Wiktionary
Die Jahreszahlen gelten jeweils nur für eine bestimmte Form. Das Jahr 1889 steht für Leibniz-Cakes, 1905 für Keeks und 1911 für Kekse. Keine dieser Jahreszahlen ist eine Datierung des Wortes Keks insgesamt.
Das Wiktionary nennt zusätzlich eine soldatensprachliche Bedeutung seit 1970, die für die Bundeswehr bezeugt ist und mit einem Offiziersstern zusammenhängt. Diese Bedeutung ist keine Herkunftsstufe des Gebäcks. Gesichert ist also die Herkunft aus dem Englischen, während die altnordische Vorstufe nur wahrscheinlich ist.
Keks und Kaffee gehören als Wörter der Kaffeetafel zusammen, und die Herkunft von Kaffee führt ebenfalls über Sprachgrenzen ins Deutsche.
Welche verwandten Wörter gibt es?
Das Wiktionary nennt als sinnverwandte Wörter Biskuit und Plätzchen für Deutschland. In der Schweiz und in Südafrika steht Biscuit dafür, in Brasilien Bolasch. Als Oberbegriffe führt es unter anderem Kleingebäck, Feingebäck und Gebäckstück an, als Unterbegriffe Butterkeks und Bruchkeks.
Das DWDS nennt als Vergleichswörter isländisch und schwedisch kaka sowie dänisch kage. Zum Ablaut gehört Kuchen. Bei der Eindeutschung stehen die Formen Keeks und Kekse, die dort als eigene Stufen erscheinen.
Auch die Herkunft von Marmelade führt wie bei Keks zu einem Wort aus einer fremden Sprache für etwas Süßes.
- Plätzchen (Wiktionary)
- Biskuit (Wiktionary)
- Butterkeks (Wiktionary)
- Kuchen (DWDS, Wiktionary)
- Kekse (DWDS, Wiktionary)
Laut Wiktionary gehören Kleingebäck, Feingebäck und Gebäckstück als Oberbegriffe zu Keks. Kuchen steht über den Ablaut in der Nähe des Wortes, während Keks selbst dem trockenen Kleingebäck zugeordnet bleibt.
Wie wird das Wort heute verwendet?
Laut DWDS ist Keks ein Substantiv, männlich und seltener sächlich. Der Duden nennt der Keks, seltener das Keks, und führt für Österreich das Keks auf. Der Genitiv lautet des Keks und des Kekses, der Plural lautet Keks und Kekse.
Laut DWDS bedeutet Keks trockenes Kleingebäck. Im Sinn des Gebäcks lässt sich das Wort in neutralen Sätzen verwenden, zum Beispiel so:
Zum Tee lag auf dem Teller ein Keks mit Schokoladenstücken.
Im Schrank stehen zwei Packungen Kekse, die noch ungeöffnet sind.
Ich habe dir einen Keks aus der Dose mitgebracht.
Der deutsche Singular entstand aus dem englischen Plural, denn Keks wird als Singular empfunden und die Pluralform Kekse kam später hinzu. In der Wortherkunft zeigt Keks, wie aus einem englischen Plural ein deutsches Wort im Singular wird.
Die Wortart und das Geschlecht sind damit für den heutigen Gebrauch klar, unabhängig vom Weg des Wortes ins Deutsche.

Was bleibt offen?
Einige Punkte zur Herkunft sind nicht abschließend geklärt. Sie betreffen vor allem die frühe Stufe des Wortes und die Gründe für die Formenwahl.
- Ob englisch cake wirklich auf altnordisch kaka zurückgeht, nennen DWDS und Wiktionary nur mit wahrscheinlich.
- Wann genau der Plural cakes zum ersten Mal im Deutschen auftrat, ist nicht geklärt; belegt sind das 19. Jahrhundert und das Jahr 1889 für Leibniz-Cakes.
- Warum sich Ersatzwörter wie Keek oder Kek nicht durchsetzten, ist nicht geklärt.
Unklar bleibt also der genaue Zeitpunkt der ersten Übernahme, während die Jahreszahlen 1905 und 1911 nur für Keeks und Kekse stehen. Für die Frage, wie aus dem Plural ein Singular wurde, liefern DWDS und Wiktionary die Eindeutschung über Keeks zu Keks als Antwort.
Merksatz: vom englischen Plural cakes über Keeks zu Keks, übernommen im 19. Jahrhundert laut DWDS.
Quellen und Stand
- DWDS: Keks, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Keks, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Wiktionary: Keks, Herkunft: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-06)