Woher stammt das Wort Banane?

Banane: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2026 · Wortherkunft

Das Wort Banane hat einen Weg über das Portugiesische hinter sich, bevor es im Deutschen die gelbe Frucht bezeichnete. Die belegten Stufen reichen vom Portugiesischen zurück zu einer möglichen afrikanischen Ausgangssprache, die bis heute nicht gesichert ist.

Die kurze Antwort

Banane wurde aus portugiesisch bananas, später banana, entlehnt. Die weitere Herkunft des Wortes ist nicht gesichert und liegt möglicherweise in einer Bantusprache Guineas oder des Kongo. Welche Sprache vor dem Portugiesischen steht, ist nicht geklärt.

Das DWDS nennt nach Pfeifer die Formen Bananas im Plural gegen Ende des 16. Jahrhunderts und Bonanes im Plural im 17. Jahrhundert als frühe Belege im Deutschen. Die heutige Form Banane ist demnach erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Zwischen dem ersten Auftauchen des Wortes und der Form, die wir heute verwenden, liegen also mehrere Jahrhunderte Lautwandel. Der Duden nennt als Herkunft portugiesisch banana aus einer westafrikanischen Sprache und setzt damit einen etwas anderen Akzent als das DWDS, das von einer Bantusprache spricht. Das Wiktionary wiederum ordnet die Entlehnung ins Deutsche dem 16. Jahrhundert zu und nennt ebenfalls das Portugiesische als vermittelnde Sprache.

Die vorportugiesische Herkunft behandelt keines der drei Wörterbücher als festen Tatbestand. Das DWDS spricht ausdrücklich von einer möglichen Übernahme, nicht von einer gesicherten. Beim Thema Lehnwörter im Deutschen zeigt sich bei Banane ein ähnlicher Umweg über eine dritte Sprache, hier das Portugiesische, bevor das Wort seinen Platz im deutschen Wortschatz fand. Heute bezeichnet Banane die gelbe, längliche Frucht, die als Staudenfrucht wächst, und diese Bedeutung ist über die Jahrhunderte stabil geblieben, auch wenn sich die Lautform des Wortes mehrfach veränderte. Zwischen den drei Wörterbucheinträgen besteht Einigkeit über das Portugiesische als Zwischenstufe, auch wenn die Sprache davor unterschiedlich benannt wird.

Für Leserinnen und Leser bedeutet das: Die Reise des Wortes lässt sich bis zum Portugiesischen sicher nachzeichnen, der Schritt davor bleibt eine begründete Vermutung der Sprachwissenschaft. Diese Offenheit unterscheidet Banane von Wörtern, deren Herkunft lückenlos dokumentiert ist. Das macht den Wortverlauf besonders aufschlussreich für Interessierte an Sprachgeschichte.

Banane: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Welche Stufen führen zu Banane

Der Weg des Wortes lässt sich anhand der Wörterbuchangaben in einzelne Stufen gliedern. Am Anfang steht eine mögliche, aber nicht gesicherte afrikanische Quelle, danach folgt die portugiesische Form, aus der sich die deutschen Belege entwickelten. Die folgende Tabelle ordnet die Stufen, so wie sie in den Quellen genannt werden, ohne eine Datierung zu erfinden, wo keine angegeben ist.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1möglich, nicht gesichertBantusprache oder Mundart Guineas beziehungsweise des Kongoohne Datierung
2bananaPortugiesisch, Singularohne Datierung
3BananasPortugiesisch, Plural, im Deutschen übernommenEnde 16. Jahrhundert
4BonanesPlural, deutsche Belegform17. Jahrhundert
5Bananeheutige deutsche Formseit Beginn des 19. Jahrhunderts

Das DWDS erklärt, dass das Wort über das Portugiesische seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in verschiedene europäische Sprachen eingedrungen ist. Damit war Portugiesisch nicht nur Quelle für das Deutsche, sondern für mehrere Sprachen gleichzeitig. Die deutschen Formen Bananas und Bonanes zeigen, dass das Wort zunächst nicht in der heutigen Gestalt, sondern mit anderen Endungen verwendet wurde, bevor sich die Form Banane durchsetzte.

Das Wiktionary nennt für die Entlehnung ins Deutsche das 16. Jahrhundert und führt die portugiesische Form banana als vermittelnde Stufe an. Diese Angabe stammt ausschließlich vom Wiktionary und weicht in der Datierung leicht von den im DWDS genannten Belegjahren ab, ohne dass sich daraus ein Widerspruch zu einer gesicherten Tatsache ableiten lässt. Wie bei der Herkunft von Tomate führt der Weg des Wortes Banane über eine Fremdsprache zu einer Frucht aus fernen Ländern, die in Europa zunächst unbekannt war und mit ihrem fremden Namen eingeführt wurde. Der Weg ins Deutsche zeigt also eine klare Kette von einer möglichen afrikanischen Ausgangssprache über das Portugiesische bis zur heutigen Form, auch wenn der erste Schritt dieser Kette nicht gesichert ist.

Was ist gesichert, was nicht

Banane kam über portugiesisch banana ins Deutsche, wie DWDS, Duden und Wiktionary übereinstimmend zeigen. Unterschiede zeigen sich jedoch, sobald es um die Sprache vor dem Portugiesischen geht. Der Duden spricht von einer westafrikanischen Sprache, während DWDS und Wiktionary von einer Bantusprache sprechen. Die Quellen selbst stellen keine Verbindung zwischen den beiden Formulierungen her und lösen den Unterschied nicht auf.

Das DWDS benennt den Vorbehalt deutlich: Die weitere Herkunft des Wortes sei nicht gesichert, eine Bantusprache komme nur möglicherweise als Ursprung infrage. Das Wiktionary formuliert ähnlich vorsichtig und stellt eine Bantusprache einer Mundart Guineas oder des Kongo nebeneinander, ohne sich für eine der beiden Möglichkeiten zu entscheiden. Diese Zurückhaltung in den Quellen sollte auch im eigenen Sprachgebrauch nicht übergangen werden, wenn man über die Herkunft des Wortes spricht.

  • portugiesisch banana als vermittelnde Form (DWDS, Duden, Wiktionary)
  • eine afrikanische Sprache als mögliche Ausgangssprache (alle drei, aber unterschiedlich benannt)
  • Bantusprache als Angabe (DWDS, Wiktionary)
  • westafrikanische Sprache als Angabe (Duden)
  • Bonanes und Bananas als frühe deutsche Belegformen (nur DWDS)

Auch bei der Herkunft von Kartoffel kam eine Frucht oder Knolle zusammen mit ihrem fremden Namen nach Europa, und auch dort lässt sich die genaue Ausgangssprache nicht ohne Weiteres bestimmen. Bei Banane zeigt sich ein ähnliches Muster: Die Wörterbücher sind sich über die Rolle des Portugiesischen einig, divergieren aber in der Benennung der vorangehenden Sprache. Wer die Herkunft von Banane erklären will, sollte deshalb das Portugiesische als gesicherte Zwischenstufe nennen und die afrikanische Sprache davor als Vermutung kennzeichnen, nicht als feststehende Tatsache. Damit bleibt bei Banane die Herkunft vor dem Portugiesischen offen, während die Zwischenstufe über das Portugiesische als gesichert gilt und die drei Wörterbücher in diesem einen Punkt übereinstimmen.

Verwandte Wörter und Varianten

Rund um das Wort Banane nennen die Quellen einige verwandte Ausdrücke und ältere Formen. Der Duden führt die inzwischen veraltete Wendung ausgerechnet Bananen an, die auf den Kehrreim eines Schlagers zurückgeht, der nach dem Ersten Weltkrieg entstand. Der Duden ordnet diese Wendung selbst als veraltet ein. Das Wiktionary nennt außerdem zwei Synonyme für die Frucht: Krummfrucht und Paradiesfeige. Beide Wörter beschreiben dieselbe Frucht mit einem anderen Bild, Krummfrucht bezieht sich auf die gebogene Form, Paradiesfeige stellt einen Bezug zu einer anderen bekannten Frucht her.

Als Oberbegriff für die Pflanze selbst nennt das Wiktionary Bananengewächse. Damit wird zwischen der Frucht Banane und der botanischen Familie unterschieden, der die Pflanze angehört, ohne dass die Quelle weitere Einzelheiten zu dieser Einordnung liefert.

  • ausgerechnet Bananen (Duden, veraltete Wendung)
  • Krummfrucht (Wiktionary, Synonym)
  • Paradiesfeige (Wiktionary, Synonym)
  • Bonanes (DWDS, frühe deutsche Form)

Als Wortbildung steckt Banane in Zusammensetzungen, doch die Komposita sind hier nicht Teil der Herkunftsfrage, sondern eine eigene sprachliche Erscheinung, die sich aus der Verbindung von Banane mit anderen Wörtern ergibt. Die genannten Synonyme und die veraltete Wendung zeigen, dass das Wort Banane im Lauf der Zeit nicht nur seine Lautform veränderte, sondern auch von anderen Ausdrücken für dieselbe Frucht begleitet wurde. Die frühe Form Bonanes aus dem 17. Jahrhundert steht dabei für eine Zwischenstufe der Lautgeschichte, nicht für ein eigenständiges Synonym im heutigen Sinn, sondern für eine ältere Schreibweise desselben Wortes. Krummfrucht und Paradiesfeige zeigen, dass die Frucht im Deutschen mehrfach bildhaft benannt wurde, bevor sich Banane als übliche Bezeichnung durchsetzte.

Wie das Wort heute verwendet wird

Banane ist ein feminines Substantiv mit der Pluralform Bananen, wie es sowohl das DWDS als auch der Duden führen. Der Genitiv lautet der Banane, der Plural die Bananen. In der Bedeutung, die beide Wörterbücher nennen, bezeichnet das Wort die längliche, etwas gebogene, gelbe Frucht einer baumähnlichen tropischen Staude. Diese Bedeutung nennen beide Wörterbücher als Grundbedeutung des Wortes.

Im Satz lässt sich das Wort auf verschiedene Weise einsetzen. Ein Beispiel: Sie schält die Banane, bevor sie sie isst. Ein weiteres Beispiel: Die Banane lag noch grün im Obstkorb. Oder: Er packte zwei Bananen in die Tasche für die Zugfahrt. In allen drei Fällen bezeichnet das Wort die Frucht, wie sie in den Wörterbuchangaben beschrieben wird.

Der Duden kennzeichnet außerdem eine zweite Verwendung des Wortes, die umgangssprachlich und scherzhaft ist und sich auf die Form der Frucht bezieht. Die Kennzeichnung dieser zweiten Bedeutung bleibt beim Duden kurz. Die grammatischen Angaben zu Genus, Genitiv und Plural gelten für die Grundbedeutung des Wortes als Bezeichnung der Frucht und bilden die Basis für den heutigen Sprachgebrauch im Deutschen. Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Banane die Frucht, wie es die Grundbedeutung in den Wörterbüchern festhält, während die umgangssprachliche Nebenbedeutung eine zusätzliche, eigens gekennzeichnete Verwendung bleibt.

Banane: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Was an der Herkunft offen bleibt

Trotz der übereinstimmenden Angaben zum Portugiesischen als Zwischenstufe bleiben bei der Herkunft von Banane mehrere Fragen offen, die sich aus den vorliegenden Wörterbuchangaben nicht beantworten lassen.

  • Aus welcher afrikanischen Sprache das Wort genau stammt, ist offen
  • Ob Bantusprache oder westafrikanische Sprache die genauere Angabe ist, bleibt offen
  • Wer das Wort ins Portugiesische brachte und auf welchem Weg, ist offen

Diese drei Punkte ergeben sich direkt aus den Formulierungen von DWDS, Duden und Wiktionary, die an dieser Stelle jeweils vorsichtig bleiben, statt eine feste Herleitung zu nennen. Als Merksatz lässt sich festhalten: Das Wort kam wohl aus einer afrikanischen Sprache, möglicherweise einer Bantusprache, über portugiesisch banana zur Form Bananas im späten 16. Jahrhundert und schließlich zur heutigen Form Banane seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Dieser Merksatz fasst die gesicherten Stufen zusammen, ohne die offenen Fragen zur ersten Stufe als beantwortet darzustellen. Die genaue afrikanische Ausgangssprache benennen DWDS, Duden und Wiktionary übereinstimmend nicht als gesichert.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zur Herkunft von Banane

Stammt das Wort Banane direkt aus einer afrikanischen Sprache?

Nein, direkt stammt es aus portugiesisch banana. Das DWDS nennt eine afrikanische Sprache nur als mögliche, nicht gesicherte Vorstufe vor dem Portugiesischen.

Seit wann gibt es die Form Banane im Deutschen?

Das DWDS belegt die heutige Form Banane erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts, während frühere Formen wie Bananas und Bonanes schon im 16. und 17. Jahrhundert auftauchten.

Was bedeutet die Wendung ausgerechnet Bananen?

Laut Duden handelt es sich um eine veraltete Wendung, die auf den Kehrreim eines Schlagers zurückgeht, der nach dem Ersten Weltkrieg entstand.

Welche Synonyme für Banane nennt das Wiktionary?

Das Wiktionary nennt Krummfrucht und Paradiesfeige als Synonyme für die Frucht sowie Bananengewächse als Oberbegriff für die Pflanze.

Warum nennen DWDS und Duden unterschiedliche afrikanische Sprachen?

Das DWDS und das Wiktionary sprechen von einer Bantusprache, der Duden von einer westafrikanischen Sprache. Die Quellen selbst stellen diese Angaben nebeneinander, ohne sich auf eine gemeinsame Formulierung zu einigen.

Welche Wortart hat Banane und wie lautet der Plural?

Banane ist laut DWDS und Duden ein feminines Substantiv mit dem Genitiv der Banane und dem Plural die Bananen.

Kennt der Duden eine zweite Bedeutung von Banane?

Ja, der Duden kennzeichnet neben der Frucht eine zweite, umgangssprachlich scherzhafte Verwendung des Wortes, die sich auf die Form der Frucht bezieht.

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