Woher das Wort Knödel kommt
Knödel: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Knödel geht auf mittelhochdeutsch knode, knote im Sinn von Knoten zurück. Das Wort ist eine Verkleinerung, meinte zunächst einen kleinen Knoten und bezeichnet heute den Kloß.
Kurze Antwort: Knödel als Verkleinerung
Knödel ist eine Verkleinerungsform zu mittelhochdeutsch knode, knote im Sinn von Knoten, bezeugt seit dem Spätmittelhochdeutschen als spätmittelhochdeutsch knödel. Einfach gesagt stammt das Wort vom Knoten her, und ein Knödel war zunächst ein kleiner Knoten. Erst später wurde daraus der Kloß, den man heute mit dem Wort meint.
Das DWDS führt die Etymologie nach Pfeifer an. Danach stand spätmittelhochdeutsch knödel im Sinn von kleiner Knoten und Fruchtknoten, und im Frühneuhochdeutschen bedeutete es Kloß. Als Ableitung gehört das Wort zu der mittelhochdeutschen Form, die im DWDS unter Knoten behandelt wird, und es trägt dort ein inlautendes -d.
Der Duden nennt spätmittelhochdeutsch knödel als Verkleinerungsform von mittelhochdeutsch knode, knote im Sinn von Knoten. Das Wiktionary ergänzt, dass das Wort seit dem 14. Jahrhundert bezeugt ist und als Diminutiv zu knode, knote gilt. Die Datierung auf das 14. Jahrhundert trägt allein das Wiktionary. Die drei Angaben stimmen im Kern überein, auch wenn die Datierung nur aus einer Quelle stammt.
Das Wiktionary nennt Semmelknödel als Unterbegriff; die Herkunft von Semmel ist dabei eine eigene Wortgeschichte. Der Kern bleibt derselbe: Der Name geht auf den Knoten zurück, und die Bedeutung Kloß kam später hinzu.
Das Wort Knödel ist damit ein Diminutiv zu Knoten, das heute den Kloß bezeichnet, und nach Wiktionary ist es kein Kompositum mit Knoten.

Die Stufen vom Knoten zum Knödel
Der Weg von der mittelhochdeutschen Form zum heutigen Wort führt über mehrere Stufen. Das DWDS nennt das Wort mit inlautendem -d- und verweist auf den Eintrag Knoten.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| Mittelhochdeutsch | knode, knote (Knoten) | Mittelhochdeutsch | ohne Datierung |
| Spätmittelhochdeutsch | knödel (kleiner Knoten, Fruchtknoten, Verkleinerung) | Spätmittelhochdeutsch | seit dem 14. Jahrhundert bezeugt (Wiktionary) |
| Frühneuhochdeutsch | Knödel (Kloß) | Frühneuhochdeutsch | ohne Datierung (DWDS) |
| Deutsch | Knödel (heute vor allem süddeutsch) | Deutsch | ohne Datierung (DWDS) |
Nach DWDS, Duden und Wiktionary handelt es sich bei Knödel um eine Verkleinerungsform, die von der mittelhochdeutschen Form für Knoten abgeleitet ist. Das Wiktionary nennt Knödel als Diminutiv zu mittelhochdeutsch knode, knote im Sinn von Knoten. Diese Verkleinerung ist nach Wiktionary ein Diminutiv, kein Kompositum.
Die Form mit -d ist ein Merkmal, das das DWDS ausdrücklich angibt. Nach DWDS steht spätmittelhochdeutsch knödel im Sinn von kleiner Knoten und Fruchtknoten; diese frühe Bedeutung nennt das DWDS vor der Bedeutung Kloß. Im Frühneuhochdeutschen erscheint dann die Bedeutung Kloß.
Unter den Unterbegriffen steht Kartoffelknödel, und die Herkunft von Kartoffel ist eine eigene Wortgeschichte. Das Wiktionary nennt außerdem Semmelknödel, Speckknödel, Leberknödel und Germknödel als Unterbegriffe.
Vom mittelhochdeutschen Knoten führt der Weg über die spätmittelhochdeutsche Verkleinerung und die frühneuhochdeutsche Bedeutung bis zum heutigen Kloß. Am Anfang steht die mittelhochdeutsche Form für Knoten, am Ende die heutige Bedeutung Kloß, die nach DWDS vor allem süddeutsch gebraucht wird. Bedeutungsverwandt ist nach DWDS das Wort Kloß, und der Oberbegriff lautet nach Wiktionary Speise.
Was gesichert ist und wo Vorbehalte bleiben
Alle drei Nachschlagewerke führen Knödel auf mittelhochdeutsch knode, knote im Sinn von Knoten zurück und nennen eine Verkleinerung. Diese Verbindung zum Knoten ist der gemeinsame Kern der Herkunft, während die übrigen Angaben jeweils nur aus einem Werk stammen.
- mittelhochdeutsch knode, knote: DWDS, Duden und Wiktionary
- Verkleinerungsform: DWDS, Duden und Wiktionary
- kleiner Knoten und Fruchtknoten als frühe Bedeutung: nur DWDS
- seit dem 14. Jahrhundert bezeugt: nur Wiktionary
Die Datierung ist nur in einer Quelle angegeben. Die Jahresangabe 14. Jahrhundert trägt allein das Wiktionary, das Wort sei seit dem 14. Jahrhundert bezeugt. Für die spätmittelhochdeutsche Stufe nennt das DWDS dagegen keine Jahreszahl. Die Datierung ist damit nicht in allen drei Werken angegeben.
Zur Bedeutung gilt: Das DWDS nennt als frühe Bedeutung kleiner Knoten und Fruchtknoten, später Kloß. Die Bedeutung Kloß gehört nach DWDS zum Frühneuhochdeutschen, während kleiner Knoten dem Spätmittelhochdeutschen zugeordnet wird.
Sauerkraut und Knödel gehören beide zum Küchenwortschatz, und die Herkunft von Sauerkraut hat ihre eigene Wortgeschichte.
Zur Grammatik nennt der Duden den Genitiv des Knödels und den Plural die Knödel. Im Singular heißt der Genitiv des Knödels, im Plural lautet die Form die Knödel. Das Wort ist ein Substantiv, männlich, mit der Bedeutung Kloß.
Nach Wiktionary ist das Wort ein Diminutiv und keine Zusammensetzung mit Knoten. Als Oberbegriff nennt es Speise, als Synonym Kloß.
Nach DWDS ist das Wort bedeutungsverwandt mit Kloß. Das Wiktionary nennt unter anderem Kartoffelknödel, Semmelknödel, Speckknödel, Leberknödel und Germknödel als Unterbegriffe.
Das DWDS behandelt die Form mit inlautendem -d unter dem Eintrag Knoten. Dieser Verweis ist der Anknüpfungspunkt für die Herleitung von Knödel zu Knoten.
Verwandte Wörter und Unterbegriffe
Als Synonym nennt das Wiktionary Kloß, als Oberbegriff Speise. Das DWDS führt Kloß als bedeutungsverwandt. Außerdem gehört Knoten zu den Wörtern, zu denen Knödel die Verkleinerung ist.
- Kloß (Synonym laut Wiktionary, bedeutungsverwandt laut DWDS)
- Kartoffelknödel (Unterbegriff laut Wiktionary)
- Semmelknödel (Unterbegriff laut Wiktionary)
- Speckknödel (Unterbegriff laut Wiktionary)
- Knoten (Wort, zu dem Knödel die Verkleinerung ist, laut DWDS)
Unter den Unterbegriffen nennt das Wiktionary außerdem Leberknödel und Germknödel. Das Wiktionary nennt Kartoffelknödel oder Speckknödel als Beispiele für Unterbegriffe. Wie der Knödel gehört die Brezel zur süddeutschen Küche, und die Herkunft von Brezel führt zu lateinisch bracchium (Arm).
Kloß und Knödel stehen damit in einer Beziehung, die das Wiktionary als Synonym fasst und das DWDS als Bedeutungsverwandtschaft beschreibt. Die Verkleinerung führt zurück zu Knoten; die Unterbegriffe nennt das Wiktionary mit Beispielen.
Wie das Wort heute gebraucht wird
Knödel ist ein Substantiv, männlich. Der Genitiv lautet des Knödels, der Plural die Knödel. Die Bedeutung ist Kloß, und nach DWDS wird das Wort heute vor allem süddeutsch verwendet.
Zum Mittagessen gab es heute einen Knödel mit Soße. Die Köchin formte den Knödel von Hand zu einer runden Kugel. Im Topf lag ein Knödel, den man vor dem Servieren in Scheiben schnitt. Beim Wirt stand auf der Karte ein Knödel mit Pilzen.
Der Name ist als Verkleinerung zu Knoten gebildet. Im Satz steht das Wort mit Artikel, etwa der Knödel im Singular oder die Knödel im Plural. Im Genitiv Singular heißt es des Knödels, im Plural lautet die Form die Knödel.
In der Wortherkunft zeigt Knödel, wie aus der Verkleinerung eines Wortes für Knoten der Name einer Speise wurde. Heute bezeichnet das Wort den Kloß, während der Ursprung im Knoten liegt.
Das Wort wird im Deutschen als Substantiv geführt, das den Kloß bezeichnet. Nach DWDS verweist das Wort auf den Artikel Knoten, und die Form mit inlautendem -d gehört zu dieser Herleitung.
Das Wort Knödel trägt in seiner Form die Verkleinerung zu Knoten und bezeichnet heute den Kloß. Die Grundform bleibt in allen genannten Formen erhalten, geändert wird nur der Artikel und die Endung im Genitiv. Als männliches Substantiv steht es mit dem Artikel der.
Im Gespräch über Essen steht das Wort allein für den Kloß.

Was bleibt offen
Der Übergang von der Bedeutung kleiner Knoten zur Bedeutung Kloß ist an mehreren Stellen offen.
- Wann genau aus der Bedeutung kleiner Knoten die Bedeutung Kloß wurde, ist nicht geklärt. Das DWDS nennt dafür nur das Frühneuhochdeutsche.
- Wann das Wort spätmittelhochdeutsch zum ersten Mal auftrat, ist nicht geklärt. Die Angabe 14. Jahrhundert stammt nur aus dem Wiktionary.
- Wie sich der Knoten zum runden Kloß verhält, steht nicht fest.
Gesichert ist dagegen die Grundlinie: Knödel geht auf mittelhochdeutsch knode, knote im Sinn von Knoten zurück und ist als Verkleinerung gebildet, so DWDS, Duden und Wiktionary übereinstimmend. Wie genau die Bedeutungen zeitlich aufeinanderfolgen, ist nicht geklärt.
Der Merksatz dazu lautet: Von mittelhochdeutsch knode, knote führt die Verkleinerung spätmittelhochdeutsch knödel zu Knödel, bezeugt seit dem 14. Jahrhundert laut Wiktionary.
Die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Knoten als Bezugswort und dem runden Gebilde des Kloßes ist offen.
Quellen und Stand
- DWDS: Knödel, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Knödel, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Wiktionary: Knödel, Herkunft: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-06)
Woher das Wort Knödel kommt: aus mittelhochdeutsch knode für Knoten, als Verkleinerung.