Woher stammt das Wort Limonade?

Limonade: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026 · Wortherkunft

Du willst wissen, woher das Wort Limonade kommt und welche Sprachen auf dem Weg ins Deutsche eine Rolle spielten. Die belegten Stufen reichen von persisch limun über arabische Vermittlung bis zu französisch limonade, und an einigen Stellen bleiben die Quellen bewusst vage.

Die kurze Antwort

Limonade ist Ende des 17. Jahrhunderts aus französisch limonade (Zitronenwasser) übernommen worden, das zu limon (Zitrone) gehört und über arabische Vermittlung auf persisch limun zurückgeht. So beschreibt es das DWDS unter Berufung auf Pfeifer, und auch der Duden stützt diesen Weg: Dort steht, das Wort stamme von französisch limonade, eigentlich Zitronenwasser, wohl unter Einfluss von italienisch limonata zu limon, also Limone. Das Wiktionary nennt für die Entlehnung ebenfalls das 17. Jahrhundert und spricht von altfranzösisch limon, das über italienisch limone auf persisch-arabisch limun zurückgehe. Alle drei Quellen stimmen also darin überein, dass am Anfang der Kette ein persisches Wort für die Zitrone stand und dass das Französische die unmittelbare Vorlage für die deutsche Form lieferte. Wichtig ist dabei der Bedeutungswandel: Bis ins 19. Jahrhundert meinte Limonade laut DWDS nur das reine Zitronenwasser, nicht das heutige Erfrischungsgetränk mit Fruchtsaft oder Essenz, Zucker und Wasser. Erst später erweiterte sich die Bedeutung zu dem, was wir heute unter Limonade verstehen: ein alkoholfreies Getränk, das kohlensäurehaltig sein kann. Wie bei der Herkunft von Marmelade führt auch bei Limonade der Weg über mehrere romanische Sprachen ins Deutsche, bevor das Wort hier seine heutige Form und Bedeutung erhielt. Die Kette persisch, italienisch, französisch, deutsch zeigt, dass Limonade kein ursprünglich deutsches Wort ist, sondern über Jahrhunderte und mehrere Sprachstufen gewandert ist, ehe es Ende des 17. Jahrhunderts im Deutschen ankam. Das DWDS spricht von arabischer Vermittlung, ohne diese genauer zu beschreiben, und das Wiktionary formuliert persisch-arabisch als eine Einheit, sodass die genaue Zwischenstufe in beiden Quellen offen bleibt.

Limonade: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Der Weg ins Deutsche

Der Weg des Wortes Limonade ins Deutsche lässt sich anhand der Quellen in mehreren Stufen nachzeichnen, auch wenn nicht jede Stufe eine eigene Datierung trägt. Die folgende Tabelle fasst die Angaben aus DWDS und Wiktionary zusammen.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1limunPersisch (Zitrone, Zitronenbaum)ohne Datierung
2limon / limoneFranzösisch / Italienisch (Zitrone)ohne Datierung
3limonSpätmittelhochdeutschim Deutschen seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar
4limonadeFranzösisch (Zitronenwasser)ohne Datierung
5LimonadeDeutschÜbernahme Ende 17. Jahrhundert

Wie die Fremdwörter aus dem Französischen kam Limonade Ende des 17. Jahrhunderts über französisch limonade ins Deutsche, und zwar zunächst mit der engen Bedeutung Zitronenwasser. Das DWDS spricht bei der Vermittlung des persischen Wortes ins Französische und Italienische von arabischer Vermittlung, das Wiktionary formuliert dafür persisch-arabisch, ohne die genauen Zwischenschritte zu benennen. Die Stufen vor der französischen Form limon und limonade bleiben in beiden Quellen bewusst grob beschrieben, eine genauere Kette lässt sich daraus nicht ableiten. Bemerkenswert ist zudem eine Nebenform: Das DWDS nennt neben Limonade anfangs, um 1700, auch die Form Limonada, die wohl nach spanisch limonada oder italienisch limonata gebildet wurde. Diese Formulierung mit wohl zeigt, dass selbst das DWDS hier nur eine Vermutung äußert und keine gesicherte Ableitung behauptet. Insgesamt ergibt sich ein Bild, in dem ein persisches Ausgangswort über italienische und französische Zwischenstufen ins Deutsche gelangte, wobei die genaue Reise über das Arabische in den Quellen nicht im Detail beschrieben wird.

Was gesichert ist und was nicht

Vergleicht man DWDS, Duden und Wiktionary, zeigt sich ein gemeinsamer Kern, aber auch deutliche Unterschiede in der Genauigkeit der Angaben. Alle drei Quellen nennen französisch limonade und limon als Zitrone bezeichnende Vorform. DWDS und Wiktionary gehen zusätzlich bis zu persisch limun zurück, während der Duden diese Stufe nicht erwähnt. DWDS und Duden nennen beide italienische Parallelformen, nämlich limone beziehungsweise limonata, wobei der Duden italienisch limonata als möglichen Einfluss auf die französische Form nennt. Limonade ist eines der Lehnwörter im Deutschen, die über mehrere Sprachen vermittelt wurden, und gerade deshalb lohnt sich der genaue Blick auf das, was die Wörterbücher tatsächlich sagen und was sie offenlassen. Ein wichtiger Vorbehalt betrifft den Einfluss des Italienischen: Beim Duden steht der Einfluss von italienisch limonata ausdrücklich nur mit wohl, ist also keine gesicherte Aussage. Auch beim DWDS steht die Form Limonada nur mit wohl in Verbindung mit spanisch oder italienisch limonata. Die Mittlerrolle des Arabischen wird in beiden Quellen, die sie erwähnen, nicht weiter ausgeführt, sodass diese Lücke nicht durch Spekulation gefüllt werden kann. Die wichtigsten belegten Punkte lassen sich so zusammenfassen:

  • persisch limun als Ausgangswort, genannt bei DWDS und Wiktionary
  • französisch limon und limonade, genannt bei allen drei Quellen
  • italienisch limone als Parallelform, genannt bei DWDS und Wiktionary
  • die Nebenform Limonada um 1700, genannt beim DWDS, dort ausdrücklich mit wohl begründet

Diese Gegenüberstellung macht deutlich, dass die grobe Linie der Herkunft unter den Quellen unstrittig ist, während einzelne Details wie der italienische Einfluss oder die genaue Rolle arabischer Vermittlung unsicher bleiben.

Verwandte Wörter und Varianten

Rund um Limonade gibt es mehrere verwandte Wörter und Zusammensetzungen, die sich aus denselben Quellen belegen lassen. Das DWDS nennt Limone als ältere Bezeichnung für die Zitrone, die seit dem 14. Jahrhundert im Deutschen nachweisbar ist und noch heute in oberdeutschen Mundarten sowie im Österreichischen gebräuchlich ist. Daneben steht die Kurzform Limo, die laut DWDS dem 20. Jahrhundert zuzuordnen ist. Limonade steckt in Komposita wie Brauselimonade, Himbeerlimonade und Zitronenlimonade, die sowohl das DWDS als auch das Wiktionary als Zusammensetzungen beziehungsweise Unterbegriffe nennen. Auch Orangenlimonade gehört laut Wiktionary zu diesen Bildungen. Als Synonyme nennt das Wiktionary unter anderem Brause und Sprudel sowie, süddeutsch und österreichisch, Kracherl. Die folgende Liste stellt diese Wörter mit ihrer jeweiligen Quelle zusammen:

  • Limone, ältere Bezeichnung für Zitrone (DWDS)
  • Limo, Kurzform (DWDS)
  • Brauselimonade, Zusammensetzung (Wiktionary)
  • Himbeerlimonade, Zusammensetzung (Wiktionary)
  • Zitronenlimonade, Zusammensetzung (Wiktionary)
  • Kracherl, süddeutsch und österreichisch (Wiktionary)

Diese Varianten zeigen, wie ein einzelnes entlehntes Wort im Deutschen weitere Wörter nach sich zieht, sei es durch Kurzformen wie Limo oder durch Zusammensetzungen, die den Geschmack oder die Zutat benennen. Das Wort Limonade dient dabei als Grundwort, das mit einer Geschmacks- oder Zutatenangabe als Bestimmungswort kombiniert wird. Laut DWDS ist Limone als ältere Bezeichnung für die Zitrone bis heute in oberdeutschen Mundarten und im Österreichischen gebräuchlich, was die Verbindung zwischen Frucht und Getränk im Wortschatz sichtbar hält. Die genannten Bildungen mit Limonade als Grundwort zeigen, dass die Grundbedeutung des Wortes dabei erhalten bleibt.

Gebrauch des Wortes heute

Heute bezeichnet Limonade laut DWDS und Duden ein alkoholfreies, kohlensäurehaltiges Getränk aus Obstsaft oder entsprechender Essenz, Zucker und Wasser. Das ist eine deutliche Erweiterung gegenüber der ursprünglichen Bedeutung, denn bis ins 19. Jahrhundert meinte das Wort laut DWDS nur reines Zitronenwasser. Limonade ist ein feminines Substantiv mit der Pluralform Limonaden, wie sich sowohl beim DWDS als auch beim Duden nachlesen lässt. Im Alltag zeigt sich das Wort in ganz unterschiedlichen Sätzen, etwa so: Im Sommer steht auf vielen Terrassen eine Kanne Limonade bereit. Die Kinder tranken ihre Limonade durch bunte Strohhalme. Zum Fest wurden selbst gemachte Limonaden in Flaschen abgefüllt. Auf dem Markt bot ein Stand selbst gepresste Limonade in verschiedenen Geschmacksrichtungen an. Neben der vollen Form Limonade existiert die Kurzform Limo, die der Duden als umgangssprachlich einstuft. Beide Formen bezeichnen laut Duden dasselbe Getränk; Limo ist dort als umgangssprachlich eingeordnet, Limonade als die vollständige Form. Der Plural Limonaden lässt sich zum Beispiel so verwenden: Im Laden standen mehrere Limonaden unterschiedlicher Geschmacksrichtungen im Regal. Insgesamt zeigt der heutige Gebrauch, wie weit sich die Bedeutung des Wortes von seinem ursprünglichen, engen Sinn als reines Zitronenwasser entfernt hat, auch wenn die sprachliche Herkunft bis heute auf diesen Ursprung zurückweist.

Limonade: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Was offen bleibt

Trotz der übereinstimmenden Grundlinie bei DWDS, Duden und Wiktionary bleiben einige Fragen zur Herkunft des Wortes Limonade offen, die sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beantworten lassen.

  • Wie genau das Wort von der persischen zur arabischen Stufe kam, bleibt in DWDS, Duden und Wiktionary im Detail offen
  • Ob italienisch limonata die französische Form limonade tatsächlich beeinflusst hat, steht beim Duden nur mit wohl, also als Vermutung
  • Die Zeitangabe Ende des 17. Jahrhunderts gilt ausdrücklich für die Übernahme im Sinn von Zitronenwasser, nicht für die spätere, erweiterte Bedeutung als Erfrischungsgetränk
  • Wie verbreitet das Wort oder seine Varianten in einzelnen Regionen tatsächlich sind, bleibt in DWDS, Duden und Wiktionary offen

Die Zwischenstufe zwischen persisch limun und der französischen Form limonade bleibt damit an mehreren Punkten ungeklärt, etwa dort, wo mehrere romanische Sprachen gleichzeitig als Vorbild infrage kommen oder wo die Vermittlerrolle des Arabischen nur knapp benannt wird. Auch die genaue Rolle von limonata neben limon bleibt offen, da der Duden sie nur als Vermutung formuliert. Als Merksatz lässt sich festhalten: Das Wort Limonade geht von persisch limun über italienische und französische Zwischenstufen Ende des 17. Jahrhunderts als Zitronenwasser ins Deutsche ein, bevor sich seine Bedeutung später zum heutigen Erfrischungsgetränk erweiterte.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zur Herkunft von Limonade

Stammt das Wort Limonade ursprünglich aus dem Deutschen?

Nein. Laut DWDS wurde Limonade Ende des 17. Jahrhunderts aus französisch limonade übernommen, das seinerseits auf persisch limun für Zitrone zurückgeht. Das Wort kam also über mehrere Sprachstufen ins Deutsche und ist kein ursprünglich deutsches Wort.

Bedeutete Limonade schon immer ein Erfrischungsgetränk?

Nein. Das DWDS hält fest, dass Limonade bis ins 19. Jahrhundert nur Zitronenwasser bezeichnete. Erst später erweiterte sich die Bedeutung zu dem alkoholfreien, kohlensäurehaltigen Getränk, wie es Duden und DWDS heute beschreiben.

Welche Rolle spielt das Italienische bei der Herkunft?

Der Duden nennt italienisch limonata als möglichen Einfluss auf die französische Form limonade, formuliert dies aber ausdrücklich nur mit wohl. Auch die Nebenform Limonada beim DWDS wird nur vermutungsweise mit italienisch limonata oder spanisch limonada in Verbindung gebracht.

Was bedeutet die ältere Form Limone im Deutschen?

Laut DWDS ist Limone eine ältere Bezeichnung für die Zitrone, die seit dem 14. Jahrhundert im Deutschen nachweisbar ist. Das Wort ist noch heute in oberdeutschen Mundarten und im Österreichischen gebräuchlich.

Gibt es im Deutschen weitere Wörter mit Limonade als Grundwort?

Ja. DWDS und Wiktionary nennen Zusammensetzungen wie Brauselimonade, Himbeerlimonade, Orangenlimonade und Zitronenlimonade, die jeweils eine bestimmte Geschmacksrichtung oder Art des Getränks benennen.

Woher stammt die Kurzform Limo?

Das DWDS ordnet die Kurzform Limo dem 20. Jahrhundert zu, der Duden stuft sie zusätzlich als umgangssprachlich ein. Beide Angaben beziehen sich auf dieselbe verkürzte Form von Limonade.

Ist geklärt, wie das persische Wort ins Arabische und weiter ins Französische kam?

Nein, dieser Zwischenschritt bleibt offen. Das DWDS spricht nur allgemein von arabischer Vermittlung, das Wiktionary von persisch-arabisch, ohne die genauen Stationen zu benennen.

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