Woher kommt das Wort Kaffee wirklich her?

Kaffee: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2026 · Wortherkunft

Kaffee wanderte über mehrere Sprachen ins Deutsche: von arabisch qahwa über türkisch kahve bis zu französisch café und englisch coffee. DWDS, Duden und Wiktionary nennen Zwischenstufen und Datierungen; zum arabischen Ursprung nennen die Quellen zwei Deutungen, die nicht entschieden sind.

Kurze Antwort: Woher kommt das Wort Kaffee?

Kaffee wurde im 17. Jahrhundert aus dem Französischen café und dem Englischen coffee ins Deutsche entlehnt. Die westeuropäischen Formen gehen auf türkisch kahve zurück, das wiederum auf arabisch qahwa beruht. Das DWDS nennt diese Entlehnung für das 17. Jahrhundert und hält fest, dass Kaffee und Koffee bis ins 18. Jahrhundert nebeneinander gebraucht wurden. Der Duden führt als Herkunftskette französisch café, italienisch caffè, türkisch kahve und arabisch qahwa an. Beide Wörterbücher stimmen also im Kern überein: Das Wort wanderte über mehrere Sprachen, bevor es im Deutschen seine heutige Form fand.

Wie bei der Herkunft von Muckefuck geht es auch beim Kaffee um ein Getränk und seinen Namen, der über Umwege ins Deutsche kam. Zum arabischen Ursprung nennen die Quellen zwei Deutungen, die sich nicht gegeneinander entscheiden lassen: eine Anlehnung an älteres arabisch qahwa in der Bedeutung Wein und eine mögliche Verbindung zum Namen der Landschaft Kaffa. Beide Deutungen stehen in den Quellen mit Einschränkungen wie wahrscheinlich oder wohl, keine gilt als gesichert.

Zum arabischen qahwa stehen in den Wörterbüchern zwei Deutungen nebeneinander, beide mit Vorbehalt. Festhalten lässt sich: Die Lautform wanderte von arabisch qahwa über türkisch kahve weiter nach Westeuropa, wo sie in verschiedenen Sprachen eigene Formen annahm, bis sie im 17. Jahrhundert auch ins Deutsche gelangte. Die genaue Jahreszahl der ersten Verwendung in deutschen Texten nennen die Quellen nicht, nur den groben Zeitraum des 17. Jahrhunderts und frühe Belege vor etwa 1670 in Reisebeschreibungen.

Beim Thema Lehnwörter im Deutschen ist Kaffee ein Beispiel für ein Wort, das über mehrere Sprachen bis ins Deutsche wanderte.

Kaffee: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Der Weg ins Deutsche: von qahwa zu Kaffee

Der Weg des Wortes Kaffee lässt sich über mehrere Sprachstufen nachzeichnen, von arabisch qahwa bis zur heutigen deutschen Form. Die folgende Übersicht stellt die Stufen nebeneinander, so wie sie die Quellen nennen.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1qahwaarabischohne Datierung
2kahvetürkischohne Datierung
3caffèitalienischohne Datierung
4caféfranzösischohne Datierung
5coffeeenglischohne Datierung
6Chaube, Kahawe, Cahwädeutschfrühe Belege, 16. und 17. Jahrhundert
7Koffeedeutsch17. Jahrhundert
8Kaffeedeutsch18. Jahrhundert, nach dem Wiktionary mit O zu A nach café

Das DWDS beschreibt, dass Kaffee und Koffee bis ins 18. Jahrhundert nebeneinander standen, während frühe Belege wie Chaube, Kahawe und Cahwä schon im 16. und 17. Jahrhundert in deutschen Reisebeschreibungen auftauchen. Das Wiktionary nennt als Weg nach Deutschland die Niederlande und Großbritannien im 17. Jahrhundert, wobei das Wort zunächst Koffee geschrieben wurde; erst im 18. Jahrhundert wechselte das O zum A, nachdem das französische café Verbreitung gefunden hatte. Der Duden stellt dagegen französisch café und italienisch caffè als Zwischenstufen heraus, ohne eigene Jahreszahlen für den Weg ins Deutsche zu nennen.

Die drei Angaben ergänzen sich eher, als dass sie sich widersprechen: eine italienische und französische Spur einerseits, eine niederländisch-britische Spur andererseits. Beim Thema Fremdwörter aus dem Französischen gehört auch Kaffee dazu, denn café kam ins Deutsche, obwohl der Ursprung im Arabischen liegt und das Wort auf seinem Weg nach Deutschland mehrere Stationen durchlief. Der letzte Schritt ins Deutsche ist in den Angaben unterschiedlich belegt, die früheren Stufen arabisch, türkisch und die westeuropäischen Formen stimmen dagegen überein.

Deutungen und Vorbehalte zum arabischen Ursprung

Alle drei Quellen nennen arabisch qahwa als Ursprung des Wortes Kaffee. Kaffee wanderte über mehrere Sprachen, bevor es in seiner heutigen Form im Deutschen ankam. Was dabei gesichert ist und was nur eine Einordnung bleibt, lässt sich klar trennen. Der Duden gibt für arabisch qahwa auch die Bedeutung Wein an, ohne diese Bedeutung weiter zu erläutern.

Das DWDS geht einen Schritt weiter und bringt die arabische Bezeichnung mit einer ostafrikanischen Gegend namens Kaffa in Verbindung, dort soll der Kaffeestrauch ursprünglich beheimatet gewesen sein; zugleich wird eine Anlehnung an ein älteres arabisches qahwa in der Bedeutung Wein genannt, das später in den Hintergrund trat. Beide Linien stehen laut DWDS nicht sicher fest, sondern nur mit der Einschränkung wahrscheinlich beziehungsweise wohl. Das Wiktionary nennt als Alternative, die auf andere Quellen zurückgeht, eine Verbindung zum historischen Königreich Kaffa, stellt diese Deutung aber ausdrücklich neben die Herleitung aus qahwa in der Bedeutung Wein, ohne eine der beiden vorzuziehen. Keine der beiden Deutungen wird von den Wörterbüchern als sicher dargestellt, beide tragen Einschränkungen wie wahrscheinlich oder wohl.

Zu den frühen Belegen zählt das DWDS Formen wie Chaube, Kahawe und Cahwä aus deutschen Reisebeschreibungen vor etwa 1670, die direkt auf die arabisch-türkische Form zurückzugehen scheinen. Das Wiktionary nennt zudem die bis etwa 1870 gebräuchliche Schreibweise Kaffe neben der heute nicht mehr gültigen Form Kaffeh. Diese Angaben betreffen die Schreibung und frühe Belegstellen, nicht die Frage, ob Wein oder die Landschaft Kaffa hinter der arabischen Bezeichnung steht.

Es lässt sich also nicht entscheiden, ob der Name über die Bedeutung Wein oder über die Gegend Kaffa zum heutigen Wort führte. Die Herkunft der arabischen Bezeichnung bleibt damit ungeklärt: zwei plausible Spuren stehen nebeneinander, ohne dass ein Beleg die andere ausschließt. Die folgende Liste stellt die drei Kernpunkte nebeneinander:

  • Arabisch qahwa als Ursprung, so von DWDS, Duden und Wiktionary genannt
  • Wein als frühere Bedeutung von qahwa, laut Duden, DWDS und Wiktionary
  • Kaffa als mögliche Namensquelle, beim DWDS als wahrscheinlich, beim Wiktionary als Alternative anderer Quellen

Die Herkunft der arabischen Bezeichnung ist nicht geklärt; das DWDS sagt wahrscheinlich, das Wiktionary nennt Kaffa als Alternative. Die Quellen halten damit eine Unsicherheit offen, die sich nicht aus den vorliegenden Angaben auflösen lässt. Für die Bedeutung Wein wie für die Gegend Kaffa gilt gleichermaßen, dass die Wörterbücher selbst von einer nicht vollständig gesicherten Herleitung sprechen. Das DWDS vermerkt für türkisch kahve eine Betonung auf der letzten Silbe, bevor das Wort in westeuropäischen Formen weiter verändert wurde.

Verwandte Wörter und Varianten von Kaffee

Rund um das Wort Kaffee stehen im Deutschen mehrere Varianten und Wortbildungen, die sich aus den Quellen belegen lassen. Der Plural lautet Kaffees. Das Wiktionary führt ältere, heute nicht mehr gültige Schreibweisen wie Koffee, Kaffe und Kaffeh auf. Das DWDS nennt Café als Bezeichnung für ein Kaffeehaus, die im 18. Jahrhundert aus dem Französischen übernommen wurde. In der Schweiz ist das Genus bei der Bedeutung Getränk laut Wiktionary sächlich, während es im übrigen deutschen Sprachraum maskulin ist.

Eine eigene Geschichte hat Kaffeebohne: Das DWDS beschreibt, dass sich der zweite Wortteil Bohne volksetymologisch an arabisch bunn anschließt, die Bezeichnung für die Frucht des Kaffeestrauches. Aus Kaffee entstehen Komposita wie Filterkaffee, Milchkaffee und Kaffeebohne, und das Wiktionary führt dazu weitere Unterbegriffe auf. Dazu zählen Bohnenkaffee, Filterkaffee, Milchkaffee und Ersatzkaffee. Das DWDS wiederum belegt die Zusammensetzung Kaffeehaus, die vor dem heutigen Café als Coffeehaus im 17. Jahrhundert nach englisch coffeehouse gebraucht wurde.

Die folgende Liste fasst die Wortbildungen zusammen:

  • Bohnenkaffee
  • Filterkaffee
  • Milchkaffee
  • Ersatzkaffee
  • Kaffeehaus

Diese Zusammensetzungen zeigen, wie produktiv das Wort Kaffee im Deutschen als Bestandteil weiterer Begriffe geworden ist. Die genannten Formen bezeichnen nach den Quellen eine eigene Zubereitungsart oder ein eigenes Nachbarwort, von der Bohne über den Filter bis zum Ersatzgetränk. Die alten Schreibweisen Koffee, Kaffe und Kaffeh zeigen zudem, dass sich die heutige Schreibung erst über mehrere Stufen gefestigt hat, bevor Kaffee zur festen Form wurde.

Gebrauch heute: Bohne, Getränk und Mahlzeit

Im heutigen Deutsch ist Kaffee ein Substantiv, maskulin, mit dem Genitiv Kaffees und dem Plural Kaffees. Das DWDS unterscheidet dabei drei Bedeutungen: geröstete Kaffeebohnen, das daraus bereitete Getränk und eine Zwischenmahlzeit am Nachmittag. Der Duden führt ähnliche Bedeutungen und ergänzt eine Wendung: kalter Kaffee gilt umgangssprachlich als Ausdruck für etwas längst Bekanntes und damit Uninteressantes.

Kaffee bezeichnet je nach Zusammenhang die Bohne, das Getränk oder die Mahlzeit, wie die folgenden Beispielsätze zeigen. Erstens, zur Bohne: Die Kaffeebohnen lagen nach der Röstung noch warm in der Schale. Zweitens, zum Getränk: Sie goss den Kaffee langsam in die Tasse. Drittens, zur Mahlzeit: Am Nachmittag setzte sich die Familie zum Kaffee an den Tisch. So trägt ein einzelnes Wort mehrere eng verwandte Bedeutungen, von der Bohne über das Getränk bis zur Mahlzeit.

Zu den Genusregeln gehört, dass Kaffee in der Schweiz bei der Bedeutung Getränk sächlich sein kann, während das Wort sonst im deutschen Sprachraum maskulin verwendet wird. Diese regionale Abweichung betrifft laut Wiktionary ausdrücklich nur die Bedeutung Getränk, nicht die anderen Bedeutungen des Wortes. Wer die Wendung kalter Kaffee verwendet, bezieht sich damit nicht auf das Getränk selbst, sondern auf die übertragene, umgangssprachliche Bedeutung, die der Duden eigens aufführt. Insgesamt zeigt der heutige Gebrauch, dass ein einzelnes Wort mehrere eng verwandte Bedeutungen tragen kann, von der Pflanze über die Bohne und das Getränk bis zur Mahlzeit und zur festen Wendung.

Kaffee: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Offene Fragen zur Herkunft von Kaffee

Trotz der ausführlichen Angaben in DWDS, Duden und Wiktionary bleiben beim Wort Kaffee einige Fragen offen. Die folgende Liste nennt die wichtigsten Punkte:

  • Ob arabisch qahwa über die Bedeutung Wein oder über die Landschaft Kaffa zum Namen des Getränks wurde, ist nach den vorliegenden Quellen nicht entschieden
  • Eine genaue Jahreszahl für die erste Entlehnung ins Deutsche nennen die Wörterbücher nicht, nur den groben Zeitraum des 17. Jahrhunderts
  • Die Quellen nennen nicht, wer den Namen Kaffee zuerst in Deutschland gebrauchte

Diese offenen Punkte betreffen vor allem den Ursprung der arabischen Bezeichnung und den genauen Zeitpunkt der Entlehnung, nicht den grundsätzlichen Weg des Wortes durch die Sprachen. Auch ob die Entlehnung zuerst über das Französische oder über das Englische erfolgte, lässt sich den Quellen nicht eindeutig entnehmen, da das DWDS beide Formen für das 17. Jahrhundert nennt. Die Angaben zu den einzelnen Zwischenstufen sind dagegen klarer: Arabisch qahwa, türkisch kahve und die westeuropäischen Formen stehen in den Quellen übereinstimmend. Belegt ist dagegen, wie sich das Wort im Deutschen weiterentwickelte: Das DWDS führt für das 18. Jahrhundert die Form Café als Kaffeehaus und zuvor im 17. Jahrhundert die Form Coffeehaus an, die sich an englisch coffeehouse anlehnte. Auch das Lehnwort Kaffeebohne ist seit dem 18. Jahrhundert belegt. Als Merksatz lässt sich festhalten: Aus arabisch qahwa führte der Weg über türkisch kahve und französisch café zum heutigen deutschen Wort Kaffee.

Quellen und Stand

Im Zusammenhang „Woher kommt das Wort Kaffee wirklich her?“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

Soll jemand prüfen, ob dein Text bei Wortwahl und Schreibung sauber ist?

Datei hochladen

Häufige Fragen zur Herkunft von Kaffee

Woher stammt die ältere Form Koffee?

Das Wiktionary beschreibt, dass das Wort im 17. Jahrhundert über die Niederlande und Großbritannien nach Deutschland kam und zunächst Koffee geschrieben wurde. Erst im 18. Jahrhundert wechselte das O zum A, nachdem sich das französische café verbreitet hatte. Das DWDS bestätigt, dass Kaffee und Koffee bis ins 18. Jahrhundert nebeneinander gebraucht wurden.

Was bedeutet die Wendung kalter Kaffee?

Der Duden führt kalter Kaffee als umgangssprachliche Wendung für etwas längst Bekanntes und daher Uninteressantes. Die Wendung bezieht sich nicht auf das Getränk in abgekühltem Zustand, sondern auf eine übertragene Bedeutung, die der Duden eigens als Beispiel nennt.

Ist das Genus von Kaffee überall gleich?

Nach Duden und DWDS ist Kaffee maskulin. Das Wiktionary ergänzt, dass in der Schweiz bei der Bedeutung Getränk ein sächliches Genus vorkommt. Diese Abweichung betrifft laut Wiktionary ausdrücklich nur diese eine Bedeutung des Wortes, nicht die Bedeutungen Bohne oder Mahlzeit.

Welche Rolle spielt die Landschaft Kaffa beim Wortursprung?

Das DWDS nennt die abessinische Landschaft Kaffa, die Heimat des Kaffeestrauches, als wahrscheinliche Quelle der arabischen Bezeichnung, neben einer Anlehnung an älteres arabisch qahwa in der Bedeutung Wein. Das Wiktionary führt das historische Königreich Kaffa als Alternative an, die auf andere Quellen zurückgeht. Keine der beiden Erklärungen gilt in den Quellen als abschließend gesichert.

Wie entstand das Wort Kaffeebohne?

Das DWDS beschreibt, dass sich der Wortteil Bohne in Kaffeebohne volksetymologisch an arabisch bunn anschließt, die Bezeichnung für die Frucht des Kaffeestrauches. Die Bildung Kaffeebohne wird dort für das 18. Jahrhundert genannt.

Welche alten Schreibweisen von Kaffee listet das Wiktionary?

Das Wiktionary nennt als nicht mehr gültige Schreibweisen Kaffe, das von etwa 1790 bis 1870 gebraucht wurde, sowie Kaffeh. Daneben führt das DWDS frühe Belege wie Chaube, Kahawe und Cahwä aus deutschen Reisebeschreibungen des 16. und 17. Jahrhunderts an.

Unsere Partner