Woher kommt kaputt? Die Herkunft aus dem Kartenspiel

Kaputt: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026 · Wortherkunft

Das Adjektiv kaputt hat eine überraschende Herkunft: Ein französischer Ausdruck des Kartenspiels wurde im Dreißigjährigen Krieg als Wendung capot machen ins Deutsche entlehnt und wurde schließlich zum Alltagswort für entzwei und erschöpft.

Woher stammt kaputt?

Kaputt stammt aus einem französischen Ausdruck des Kartenspiels, capot, der ohne Stich bedeutet, und kam über die Wendung capot machen im Dreißigjährigen Krieg ins Deutsche. Das Wort capot bezeichnete im Französischen eine konkrete Spielsituation: Wer in einer Runde keinen einzigen Stich holt, ist capot, also schwarz. Aus diesem Bild entstanden zwei Wendungen, die das DWDS nach Pfeifer verzeichnet: faire qn. capot bedeutet jemanden schwarz spielen und im übertragenen Sinn jemanden gänzlich besiegen; être capot steht für den Zustand des Unterlegenen, der zugrundegerichtet ist.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Wendung capot machen oder caput machen aus französisch faire qn. capot ins Deutsche entlehnt und trug nun die Bedeutungen zerstören, erschlagen und töten. Das Bild des vollständigen Scheiterns aus dem Kartenspiel übertrug sich auf das Vernichten von Menschen und Dingen. Aus dieser deutschen Wendung löste sich das selbstständige Adjektiv kaputt heraus, für das DWDS und Pfeifer die Bedeutungen entzwei, zugrunde gerichtet sowie übertragen zerschlagen, erschöpft und am Ende verzeichnen.

Wer nach einer genauen Jahreszahl sucht, wird in keiner der Quellen fündig. DWDS, Duden und Wiktionary nennen übereinstimmend nur den zeitlichen Rahmen des Dreißigjährigen Krieges. Festzuhalten ist außerdem: Der Duden führt die Herkunft des französischen Worts capot selbst als ungeklärt. Woher capot ursprünglich stammt, bleibt also ohne gesicherte Antwort. Die Verbindung zwischen Kartenspiel, Kriegssprache und heutigem Adjektiv ist belegbar, die tiefere Wurzel von capot hingegen nicht.

Kaputt gehört damit zu den Entlehnungen, die im Dreißigjährigen Krieg ins Deutsche gelangten. Weitere Wörter dieser Herkunft finden sich unter Fremdwörter aus dem Französischen.

Kaputt: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Der Weg von capot zu kaputt

Das Adjektiv kaputt hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich: von einem Fachausdruck des französischen Kartenspiels über die Sprache des Dreißigjährigen Krieges bis in den deutschen Alltagswortschatz. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Stufen dieses Wandels, wie sie DWDS, Duden und Wiktionary gemeinsam belegen.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1capot (ohne Stich, schwarz)FranzösischKartenspielausdruck
2faire qn. capot / être capot (jemanden schwarz spielen; ohne Stich sein)Französischübertragene Wendung
3capot / caput machen (zerstören, erschlagen, töten)DeutschDreißigjähriger Krieg
4kaputt (entzwei)Deutschheutiges Adjektiv

Das Kartenspiel liefert das Ausgangsbild: Wer in einer Runde keinen einzigen Stich holt, ist capot, also schwarz. Aus dieser konkreten Spielsituation entstanden im Französischen übertragene Wendungen. Faire qn. capot bedeutete dann nicht mehr nur das Schwarzspielen am Tisch, sondern jemanden vollständig besiegen. Être capot stand für den Zustand des vollständig Unterlegenen, des Zugrundegerichteten.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ausdruck capot machen aus dem Französischen ins Deutsche entlehnt. Dort übernahm er die Bedeutungen zerstören, erschlagen und töten. Das sprachliche Bild blieb dasselbe: jemanden so gründlich schlagen, dass nichts mehr übrig ist. Aus dieser Wendung löste sich schließlich das Adjektiv kaputt als eigenständiges Wort heraus. Wie solche Wörter ins Deutsche gelangen, erklärt der Beitrag zu Lehnwörter, der die verschiedenen Wege des Sprachkontakts aufzeigt.

Drei Angaben tragen DWDS, Duden und Wiktionary gemeinsam:

  • Die Entlehnung in die deutsche Sprache geschah im Dreißigjährigen Krieg.
  • Ausgangspunkt war der französische Kartenspielausdruck capot mit der Bedeutung ohne Stich und schwarz.
  • Die erste deutsche Form lautete capot machen oder caput machen mit den Bedeutungen zerstören, erschlagen und töten.

Kartenspiel, Kapuze und offene Fragen

Das französische Wort capot hat im Kartenspiel eine sehr konkrete Bedeutung. Es beschreibt die Situation, in der ein Spieler in einer Runde keinen einzigen Stich macht und damit vollständig leer ausgeht. Das DWDS führt nach Pfeifer zwei übertragene Wendungen auf: faire qn. capot bedeutet jemanden schwarz spielen und, weiter gefasst, jemanden gänzlich besiegen. Être capot steht dafür, ohne Stich zu sein, und übertragen für den Zustand des Zugrundegerichteten.

Pfeifer beschreibt darüber hinaus eine Annahme zur tieferen Herkunft von capot: Man nehme eine Verbindung mit spätlateinisch cappa an, einer Art Kopfbedeckung oder einem Mantel mit Kapuze. Das Bild wäre eine Person, die durch einen über Kopf und Gesicht gezogenen Kapuzenmantel als handlungsunfähig gilt. Diese Deutung steht bei Pfeifer ausdrücklich als Annahme, nicht als gesicherter etymologischer Nachweis. Der Duden nimmt dazu eine andere Haltung ein und nennt die Herkunft von capot schlicht ungeklärt. Beide Positionen stehen nebeneinander, ohne dass eine von ihnen eine abschließende Antwort bietet. Wer weitere bildhafte Ausdrücke der deutschen Sprache erkunden möchte, findet in Redewendungen eine breite Sammlung solcher sprachlichen Bilder.

Was lässt sich sicher sagen, was bleibt offen?

  • Belegt: capot ist ein Ausdruck des französischen Kartenspiels mit der Bedeutung ohne Stich, schwarz; die Wendung capot machen wurde im Dreißigjährigen Krieg ins Deutsche entlehnt.
  • Angenommen: Eine Verbindung von capot mit spätlateinisch cappa, also einer Kopfbedeckung oder einem Kapuzenmantel, gilt nach Pfeifer als mögliche Deutung, ist aber nicht gesichert.
  • Ungeklärt: Die Herkunft des französischen Worts capot selbst bleibt laut Duden ohne sichere Erklärung.

Die drei Ebenen zeigen, dass die Quellen bei capot selbst keine abschließende Herkunftserklärung bieten.

Bedeutungen und Wortfamilie von kaputt

Das DWDS verzeichnet kaputt als Adjektiv mit dem Komparativ kaputter und dem Superlativ am kaputtesten. Die Worttrennung lautet ka|putt. Im Kern stehen zwei Bedeutungsgruppen: erstens entzwei und zugrunde gerichtet, zweitens müde und erschöpft. Pfeifer bündelt dies unter entzwei, übertragen zerschlagen, erschöpft, am Ende. Der Duden nennt als Hauptbedeutungen entzwei, defekt und nicht mehr funktionierend und verweist außerdem auf nicht standardsprachliche Formen wie kaputtene Schuhe.

Das Wort hat eine lebendige Wortfamilie entwickelt. Wer nach passenden Ersatzwörtern sucht, kann Synonyme kostenlos finden nutzen, um weitere Alternativen zum Nachschlagen zu erschließen. Die DWDS-Wortbildung verzeichnet unter anderem diese Zusammensetzungen:

  • kaputtgehen: außer Funktion geraten, zerbrechen
  • kaputtmachen: zerstören, beschädigen, jemanden erschöpfen
  • kaputtlachen: sich vor Lachen nicht mehr halten können
  • kaputtreden: etwas durch zu viel Diskussion zunichte machen
  • kaputtsparen: durch übertriebenes Sparen dauerhaften Schaden anrichten
  • unkaputtbar: als Binnenglied, in der Bedeutung nicht zu zerstören

Wiktionary listet für kaputt folgende Synonyme: defekt, entzwei, zerbrochen und zerstört sowie umgangssprachlich hin und hinüber. Ein eigener Beispielsatz: Das alte Fahrrad war hin, jede Reparatur wäre teurer als ein Neukauf gewesen. Die umgangssprachlichen Varianten hin und hinüber nennt Wiktionary ausdrücklich als Synonyme für kaputt. Die Bedeutung erschöpft gehört ebenfalls dazu: Wer sich nach einem langen Arbeitstag kaputt fühlt, meint keinen technischen Defekt, sondern menschliche Erschöpfung.

Wie wird kaputt heute gebraucht?

Im heutigen Deutschen steht kaputt als umgangssprachliches Adjektiv für entzwei und nicht mehr funktionierend. Das DWDS und der Duden belegen diese Verwendung mit Beispielen wie ein kaputtes Gerät oder eine kaputte Uhr. Übertragen bezeichnet kaputt den Zustand von Müdigkeit und Erschöpfung. Der Duden nennt außerdem das kaputte, also völlig zerstörte Berlin als historisches Beispiel für die Bedeutung vollständig vernichtet. Scherzhaft lässt sich auch von einem kaputten Bein sprechen, wenn Schmerz übertrieben ausgedrückt wird.

Drei eigene Beispielsätze zeigen das Wort in verschiedenen Bedeutungen. Im Sinne von entzwei: Das Schloss an der Hintertür ist kaputt und lässt sich von außen nicht mehr öffnen. Im Sinne von erschöpft: Nach dem Umzug am Wochenende war die ganze Familie kaputt und froh, endlich schlafen zu können. Im Sinne von zerstört: Die alten Brücken standen kaputt und verlassen da, nachdem das Hochwasser durchgezogen war.

DWDS und Duden belegen kaputt für Gegenstände und für Personen gleichermaßen. Das Adjektiv deckt damit sowohl den konkreten Bereich des Entzwei-Seins als auch den übertragenen Bereich der Erschöpfung ab. Weitere entlehnte Wörter stehen in der Fremdwörterliste.

Alle drei Bedeutungsbereiche, entzwei, erschöpft und zerstört, sind in den Quellen belegt und spiegeln sich in den Beispielsätzen oben wider. Der Duden verzeichnet zudem Beispiele wie kaputtes Spielzeug und kaputtes Geschirr, die den konkreten Wortgebrauch illustrieren.

Kaputt: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Was bleibt offen und was ist bei kaputt bislang ungeklärt?

Wer die Herkunft von kaputt nachvollzieht, stößt auf mehrere Punkte, die nicht abschließend geklärt sind. Es lohnt sich, Gesichertes, Angenommenes und Offenes auseinanderzuhalten:

  • Die Verbindung von capot mit spätlateinisch cappa, also einer Kopfbedeckung oder einem Mantel mit Kapuze, ist bei Pfeifer ausdrücklich eine Annahme, kein gesicherter etymologischer Befund.
  • Die Herkunft des französischen Worts capot selbst bleibt nach Angabe des Dudens ungeklärt.
  • Den Weg vom Kartenspiel zur deutschen Wendung capot oder caput machen und zum heutigen Adjektiv beschreibt Pfeifer im DWDS; eine genaue Jahreszahl für die Entlehnung nennen die Quellen nicht, nur den zeitlichen Rahmen des Dreißigjährigen Krieges.

Erklärungen zur Herkunft von kaputt, die in DWDS, Duden oder Wiktionary keine Grundlage haben, gehören nicht zum gesicherten Bestand der Etymologie dieses Worts. Wer eine Herleitung antrifft, die dort nicht steht, sollte sie mit den maßgeblichen Wörterbüchern abgleichen, bevor er sie weitergibt.

Der Merksatz: Kaputt begann als Kartenspielausdruck capot, gelangte im Dreißigjährigen Krieg als capot machen ins Deutsche und ist heute ein gewöhnliches Adjektiv für entzwei und erschöpft, dessen tiefere Wurzeln noch nicht vollständig geklärt sind.

Quellen und Stand

Im Zusammenhang „Woher kommt kaputt? Die Herkunft aus dem Kartenspiel“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

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Häufige Fragen zur Herkunft von kaputt

Was bedeutet capot im Kartenspiel?

Nach dem DWDS ist capot ein Adjektiv des französischen Kartenspiels mit der Bedeutung ohne Stich und schwarz. Wer capot ist, hat in einer Spielrunde keinen einzigen Stich gemacht.

Wann gelangte kaputt ins Deutsche?

DWDS, Duden und Wiktionary stimmen darin überein, dass die Entlehnung im Dreißigjährigen Krieg stattfand. Eine genaue Jahreszahl nennt keine der drei Quellen.

Welche Bedeutungen hat kaputt laut DWDS und Duden?

Das DWDS verzeichnet als Hauptbedeutungen entzwei und zugrunde gerichtet sowie müde und erschöpft. Der Duden nennt entzwei, defekt und nicht mehr funktionierend.

Warum bleibt die Herkunft von capot laut Duden ungeklärt?

Der Duden führt die Herkunft des französischen Worts capot selbst als ungeklärt. Woher capot ursprünglich stammt, lässt sich aus dem Duden nicht beantworten; die Quelle enthält sich einer Festlegung.

Welche Synonyme nennt Wiktionary für kaputt?

Wiktionary listet für kaputt folgende Synonyme: defekt, entzwei, zerbrochen und zerstört sowie umgangssprachlich hin und hinüber.

Was besagt die Kapuzen-Deutung bei Pfeifer?

Pfeifer schreibt im DWDS, man nehme eine Verbindung von capot mit spätlateinisch cappa an, einer Art Kopfbedeckung oder Mantel mit Kapuze. Das Bild wäre eine Person, der ein Kapuzenmantel über Kopf und Gesicht gezogen wurde, sodass sie handlungsunfähig ist. Diese Verbindung ist ausdrücklich eine Annahme, kein gesicherter Befund.

Welche Zusammensetzungen mit kaputt verzeichnet das DWDS?

Die DWDS-Wortbildung führt unter anderem kaputtgehen (außer Funktion geraten), kaputtmachen (zerstören oder erschöpfen), kaputtlachen (sich vor Lachen nicht halten können), kaputtreden (durch Diskussion zunichte machen) und kaputtsparen (durch Sparen Schaden anrichten) auf.

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