Woher kommt das Wort Karneval?
Karneval: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Karneval ist aus dem Italienischen entlehnt. Was davor liegt, nennen DWDS und Duden ausdrücklich ungeklärt.
Die Herkunft in Kürze
Karneval gelangte im 17. Jahrhundert aus dem Italienischen ins Deutsche, und die Herkunft des italienischen Wortes carnevale gilt als unsicher. Das DWDS führt Karneval als Entlehnung aus dem Italienischen, ebenso wie das entsprechende französische Wort carnaval, und nennt die Herkunft ausdrücklich unsicher. Der Duden schreibt, die Herkunft sei ungeklärt, und fügt als mögliche Erklärung eine Kürzung aus einem mittellateinischen Ausdruck hinzu, der sinngemäß das Weglassen von Fleisch in der Fastenzeit beschreibt. Diese Herleitung aus dem Lateinischen ist eine Deutung, keine gesicherte Herkunft. Das Wort ungeklärt beziehungsweise unsicher gehört damit zu den ersten Angaben, die die Wörterbücher zur Herkunft von Karneval machen.
Das Wort bezeichnet ein Fest, das vor der vierzigtägigen Fastenzeit gefeiert wird. Im DWDS steht Karneval für ein Fest mit Umzügen, Verkleidungen und Tanzveranstaltungen, das besonders im Mittelwesten Deutschlands bekannt ist. Daneben gibt es für dasselbe Fest die Bezeichnungen Fasching, das laut DWDS bairisch-österreichisch ist, und Fastnacht, das andernorts gebräuchlich ist. Diese drei Wörter sind Synonyme für dasselbe Fest, haben aber nach Auskunft der Quellen jeweils eigene sprachliche Herkunft. Es geht hier allein um die Wortgeschichte, nicht um das Brauchtum selbst.
Die Wortgeschichte ist in ihrer obersten Schicht klar: der Weg führte vom Italienischen ins Deutsche. Was davor liegt, also die Frage, woher das italienische carnevale selbst stammt, bleibt nach Auskunft von DWDS und Duden offen. Wer nach der letzten Wurzel sucht, stößt auf Deutungen, nicht auf Gewissheit. Dieser Befund ist in beiden Quellen ausdrücklich benannt und keine Lücke, sondern der aktuelle Stand der Wörterbücher.
Wörter, die aus einer anderen Sprache übernommen werden, nennt man Lehnwörter; Karneval ist ein Beispiel aus dem Italienischen.

Der Weg von Karneval ins Deutsche
Der Weg des Wortes Karneval ins Deutsche lässt sich anhand von DWDS und Wiktionary in mehreren Stufen beschreiben. Nicht alle Stufen sind zeitlich genau belegt; wo eine Zeitangabe fehlt, lassen die Quellen die Zeit offen.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | caro (Fleisch), levare (wegnehmen) | Lateinisch | offen |
| 2 | carnelevare, carnelevarium (Vorfastenzeit) | Mittellateinisch | offen |
| 3 | carnelevale | Altmailändisch | offen |
| 4 | carnevale | Italienisch | offen |
| 5 | Karneval (für römische und venezianische Feste) | Deutsch | Mitte 17. Jahrhundert |
| 6 | Karneval (auch für deutsche, besonders rheinische Feste) | Deutsch | Ende 17. Jahrhundert |
Pfeifer legt im DWDS dar, dass die Benennung offenbar von einer im Mittellateinischen und Italienischen verbreiteten Bezeichnung für das Weglassen von Fleisch ausgeht. Die altmailändische Form carnelevale zeige nach seiner Einschätzung, wie durch den Wegfall einer Silbe das italienische carnevale entstand. Pfeifer setzt dabei das Wort offenbar ein und kennzeichnet die Herleitung damit als wahrscheinliche Deutung, nicht als gesicherten Übergang. Das Wiktionary ergänzt: Karneval wurde im 17. Jahrhundert als Lehnwort aus dem Italienischen übernommen, und die weitere Herkunft sei dunkel. Diese Angabe ist eine zusätzliche Einschätzung; sie bestätigt die lateinische Herleitung nicht und widerspricht ihr nicht ausdrücklich.
Weitere Wörter dieser Art stehen bei den Fremdwörter aus dem Lateinischen, also bei Wörtern, die ihren Weg ganz oder teilweise über das Lateinische ins Deutsche genommen haben. Bei Karneval ist der Übergang vom Italienischen ins Deutsche durch die Quellen gestützt; die tiefere Schicht dahinter bleibt nach beiden Quellen ungesichert und offen.
Deutungen und ihre Vorbehalte
Für die Herkunft von Karneval nennen die Wörterbücher mehrere Deutungsversuche, die unterschiedlich bewertet werden. Der Duden beschreibt als mögliche ältere Form das italienische carne vale, was sinngemäß Fleisch, lebe wohl bedeutet, und nennt es als möglichen Ausgangspunkt einer Kürzung. Das DWDS dagegen ordnet diese Deutung aus mittellateinisch carne vale als Volksetymologie ein, als nachträgliche scherzhafte Auslegung ohne gesicherte sprachhistorische Grundlage. Beide Einschätzungen stehen nebeneinander; sie lassen sich nicht zu einer gemeinsamen Herkunft verbinden, weil die Quellen sie verschieden bewerten.
- Fleischwegnahme: Mittellateinisches carnelevare als mögliche Basis der Benennung, laut Pfeifer im DWDS offenbar, also unter ausdrücklichem Vorbehalt.
- carne vale: Laut DWDS nur Volksetymologie, eine nachträgliche scherzhafte Auslegung; laut Duden dagegen mögliche ältere Form. Beide Aussagen stehen nebeneinander.
- carrus navalis (Schiffskarren): Laut DWDS aus triftigen Gründen abgelehnte Deutung, mit Verweis auf Rosenfeld 1969.
Der Deutungsversuch mit dem Schiffskarren, lateinisch carrus navalis, taucht in der Forschungsgeschichte auf. Das DWDS erwähnt ihn und verweist zugleich auf triftige Gründe, die Rosenfeld 1969 dagegen angeführt hat. Diese Herleitung gilt im DWDS damit als abgelehnte Deutung. Volksetymologien entstehen, wenn ein Wort fremd klingt und nachträglich eine eingängige Bedeutung hineingelesen wird. Für solche sprachlichen Nebenwege gibt es viele Beispiele; wer sich dafür interessiert, findet bei den Redewendungen weitere Fälle, in denen volkstümliche Erklärungen einem Ausdruck eine neue Bedeutungsschicht gegeben haben. Bei Karneval ist dieser Vorgang für die carne-vale-Deutung ausdrücklich belegt.
Wer die Herkunft von Karneval nachschlägt, sollte auf die Bewertung der jeweiligen Quelle achten. Ob ein Deutungsversuch als möglich, als offenbar oder als abgelehnte Volksetymologie eingestuft wird, macht einen wesentlichen Unterschied. Die Quellen sind darin klar: eine gesicherte Herleitung bis in das Lateinische hinein gibt es nicht.
Verwandte Wörter und regionale Varianten
Für dasselbe Fest gibt es im Deutschen mehrere Wörter nebeneinander, die je nach Region unterschiedlich gebräuchlich sind. Das DWDS nennt Fasching, Fastnacht und weitere als Synonyme zu Karneval. Das Wiktionary ergänzt Fasnacht als süddeutsche und schweizerische Form sowie Fastelabend als rheinische Bezeichnung. Die Quellen halten ausdrücklich fest, dass diese Wörter inhaltlich dasselbe Fest meinen, aber jeweils eigene sprachliche Herkunft haben, die sich von der des Wortes Karneval unterscheidet.
- Fasching: bairisch-österreichisch, laut DWDS und Wiktionary Synonym zu Karneval.
- Fastnacht: laut DWDS und Wiktionary Synonym zu Karneval, andernorts gebräuchlich.
- Fasnacht: süddeutsch und schweizerisch, laut Wiktionary.
- Fastelabend: rheinisch, laut Wiktionary.
- carnisprivium: mittellateinisch, von Pfeifer im DWDS als sprachliche Parallele zu Karneval genannt.
- carnestolendas: spanisch, von Pfeifer im DWDS als Parallele genannt.
- carnelaxare: mittellateinisch, von Pfeifer im DWDS als Parallele genannt.
- carnasciale: italienisch, von Pfeifer im DWDS als Parallele genannt.
Pfeifer nennt im DWDS diese Parallelen aus anderen Sprachen, um zu zeigen, dass die Benennung der Vorfastenzeit in mehreren europäischen Sprachen auf ähnlichen Wortbildungen beruht. Er macht dabei keine weitergehenden Aussagen über die genaue Verwandtschaft dieser Formen untereinander. Wer weitere Wörter für diese Zeit sucht, kann Synonyme kostenlos finden und vergleichen, um ein vollständiges Bild der deutschen Bezeichnungen zu erhalten.
Das DWDS ordnet Karneval dem Rheinland und dem Norddeutschen zu, während Fasching dem bairisch-österreichischen Raum zugewiesen wird. Diese Zuordnungen sind in den Quellen belegt; eine Erklärung, warum sich die Bezeichnungen so verteilt haben, liefern sie nicht. Wer die Ursache genauer wissen will, muss dafür weitere, hier nicht geprüfte Wörterbucheinträge zu den einzelnen Regionalformen heranziehen.
Karneval im heutigen Sprachgebrauch
Das Wort Karneval bezeichnet heute ein Fest vor der vierzigtägigen Fastenzeit. Das DWDS beschreibt es als ein Fest mit Umzügen, Verkleidungen und Tanzveranstaltungen, das besonders im Mittelwesten Deutschlands verbreitet ist. Der Duden fasst Karneval als Zeit des Narrentreibens und der Kostüm- und Maskenfeste, also als Fastnachtszeit. Der Duden vermerkt außerdem, dass das Wort 1880 erstmals in den Rechtschreibduden aufgenommen wurde und dem Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1 angehört.
Drei Beispielsätze zeigen das Wort als Bezeichnung einer Zeit oder eines Festes. Karneval bezeichnet die Zeit des Narrentreibens und der Kostüm- und Maskenfeste vor der Fastenzeit. Das Wort Karneval steht im Satz für eine bestimmte Jahreszeit, nicht für ein einzelnes Ereignis. Wer den Karneval erlebt, erlebt eine Zeit mit Umzügen, Verkleidungen und Tanzveranstaltungen.
Das DWDS und das Wiktionary belegen, dass Karneval, Fasching, Fastnacht und Fastelabend inhaltlich dasselbe meinen, aber auf verschiedenen Wegen entstanden sind. Warum sich diese Bezeichnungen regional unterschiedlich durchgesetzt haben, lässt sich anhand der hier genutzten Quellen nicht klären; dafür wäre ein Abgleich weiterer, eigens auf die einzelnen Regionalformen bezogener Wörterbucheinträge nötig. Die Quellen nennen die Regionalität, ohne sie im Einzelnen zu erklären. Weitere Wörter mit fremdem Ursprung stehen in der Fremdwörterliste, die Wörter verschiedener Herkunftssprachen zusammenstellt.
Das Goethe-Zertifikat B1 entspricht einem mittleren Sprachniveau. Der Duden ordnet Karneval diesem B1-Wortschatz zu. Das Wort stand laut Duden 1880 erstmals im Rechtschreibduden.

Was bleibt offen?
Nach der Lektüre von DWDS, Duden und Wiktionary bleiben drei Fragen zur Herkunft von Karneval ausdrücklich offen.
- Die letzte Herkunft von italienisch carnevale ist ungeklärt; das DWDS nennt sie unsicher, der Duden nennt sie ungeklärt.
- Die lateinische Herleitung über mittellateinisch carnelevare ist eine Deutung mit Vorbehalt; Pfeifer im DWDS setzt das Wort offenbar ein und kennzeichnet sie damit als nicht gesichert.
- carne vale gilt laut DWDS als Volksetymologie, also als nachträgliche scherzhafte Auslegung; der Duden dagegen nennt es als mögliche ältere Form. Beide Aussagen stehen nebeneinander, ohne dass eine die andere aufhebt.
Die Quellen sind in diesem Punkt ungewöhnlich offen: sie benennen das Problem, ohne eine Lösung anzubieten. Wer die Herkunft von Karneval mit Sicherheit klären will, findet in DWDS, Duden und Wiktionary keine abschließende Antwort, sondern drei verschiedene Grade von Unsicherheit. Das Wiktionary nennt die weitere Herkunft schlicht dunkel und ergänzt damit das Bild der beiden anderen Quellen, ohne es aufzulösen.
Karneval wurde im 17. Jahrhundert aus dem Italienischen entlehnt; die Herkunft des Wortes dahinter bleibt nach Auskunft aller drei Quellen ungeklärt.
Quellen und Stand
- DWDS: Karneval, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-01)
- Duden: Karneval, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-01)
- Wiktionary: Karneval, Herkunft, Synonyme: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-01)
Im Zusammenhang „Woher kommt das Wort Karneval?“ werden die zentralen Punkte gebündelt.