Woher stammt das Wort Hose?
Hose: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Du fragst dich, woher das Wort Hose eigentlich kommt und wie aus einer alten Beinbekleidung das heutige Kleidungsstück wurde.
Die kurze Antwort
Hose ist ein altes germanisches Wort für ein Beinkleid, althochdeutsch hosa im 9. und 10. Jahrhundert, das auf eine indoeuropäische Wurzel mit der Bedeutung bedecken und umhüllen zurückgeführt wird. Das DWDS führt nach Pfeifer althochdeutsch hosa auf indoeuropäisch *(s)keus zurück, eine Erweiterung der Wurzel *(s)keu mit der Bedeutung bedecken, umhüllen. Der Duden beschreibt die Herkunft ähnlich und sagt, das Wort bedeute eigentlich Hülle, Bedeckendes, und bezeichne die Bekleidung der Unterschenkel samt den Füßen. Beide Wörterbücher stimmen damit in der Grundbedeutung überein, auch wenn sie unterschiedliche Formulierungen wählen.
Wichtig für das Verständnis der Wortgeschichte ist ein Bedeutungswandel: In alter Zeit galt die Bezeichnung Hose nur für das Kleidungsstück, das den Unterschenkel mitsamt den Füßen bedeckte, etwa eine mit Riemen befestigte Umwicklung aus Tuch oder Leder. Erst im 16. Jahrhundert ging der Ausdruck auf das ganze Beinkleid über, das den Unterleib und die Schenkel bis zu den Füßen umhüllt. Dieser Übergang ist im DWDS festgehalten und zeigt, dass sich der Wortsinn über die Jahrhunderte deutlich verschoben hat, bevor Hose die heutige Bedeutung erreichte.
Heute meint Hose also das Kleidungsstück, das den Körper von der Taille abwärts bedeckt und beide Beine einzeln umschließt. Wie bei der Herkunft von Kittel geht es bei Hose um ein Kleidungsstück, dessen Name etwas über das Bedecken des Körpers verrät. Die Wortgeschichte reicht damit über mehr als ein Jahrtausend und verbindet eine alte Beinumwicklung mit dem modernen Kleidungsstück der Gegenwart. Zwischen der ursprünglichen engen Bedeutung und der heutigen weiten Bedeutung liegt also ein deutlicher Sprung, der sich an den genannten Jahrhunderten festmachen lässt.

Der Weg ins Deutsche
Die Wortgeschichte von Hose lässt sich über mehrere Sprachstufen nachzeichnen. Die folgende Tabelle zeigt die Stufen, wie sie DWDS und Wiktionary beschreiben, von der indoeuropäischen Wurzel bis zur heutigen Form.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | *(s)keu- | indoeuropäisch | ohne Datierung |
| 2 | *huson | germanisch | ohne Datierung |
| 3 | hosa | althochdeutsch | 9./10. Jahrhundert |
| 4 | hose | mittelhochdeutsch | ohne Datierung |
| 5 | Hose | neuhochdeutsch | 16. Jahrhundert |
Die indoeuropäische Wurzel *(s)keu trägt die Bedeutung bedecken, umhüllen. Daraus entwickelte sich die germanische Form *huson, die das Wiktionary als eine Art Strumpf beschreibt. Das DWDS nennt neben Hose weitere Wörter, die auf dieselbe Wurzel zurückgehen, darunter Haus, Haut, Hort, Hütte, Scheune und Schuh. Das Wiktionary datiert das Wort Hose insgesamt auf das 10. Jahrhundert, während das DWDS die althochdeutsche Form hosa auf das 9. und 10. Jahrhundert setzt. Wie bei der Herkunft von Pantoffel steht auch bei Hose die Bekleidung der Füße und Beine am Anfang der Wortgeschichte.
Als zusätzliche Angabe beschreibt das Wiktionary die germanische Form *huson genauer: Es soll sich um eine Art Strumpf gehandelt haben, der unter der eigentlichen Hose, dem sogenannten Bruch, getragen wurde. Diese Beschreibung ergänzt die Angabe des DWDS zur althochdeutschen Form hosa, die bereits die Bekleidung der Unterschenkel samt den Füßen bezeichnete. Über das Mittelhochdeutsche hose, das ohne genauere Datierung überliefert ist, führt der Weg schließlich zur neuhochdeutschen Form Hose, die seit dem 16. Jahrhundert das ganze Beinkleid bezeichnet. Damit lässt sich die Wortgeschichte von Hose als eine durchgehende Linie von einer sehr alten Wurzel bis zur heutigen Form beschreiben, auch wenn einzelne Zwischenstufen ohne genaue Zeitangabe bleiben.
Deutungen und Vorbehalte
DWDS, Duden und Wiktionary beschreiben die Hose übereinstimmend als altes Wort für die Bekleidung der Beine. DWDS und Duden nennen dabei die Bedeutung bedecken beziehungsweise Hülle: Das DWDS führt die Wurzel auf bedecken, umhüllen zurück, der Duden sagt, das Wort bedeute eigentlich Hülle, Bedeckendes. Das Wiktionary stellt diese Grundbedeutung neben eine germanische Form *huson und nennt zusätzlich einen möglichen Zusammenhang mit dem griechischen Wort kystis, das Blase, Säckchen oder Schlauch bedeutet.
Hier ist ein Vorbehalt wichtig: Die Rückführung auf griechisch kystis steht nur beim Wiktionary, und zwar ausdrücklich mit der Formulierung möglicherweise. Sie darf deshalb nicht als gesicherte Herkunft dargestellt werden, sondern bleibt eine Zusatzannahme einer einzelnen Quelle. Auch der Duden formuliert vorsichtig: Er schreibt wahrscheinlich nur in Bezug auf die germanische Zeit, in der Hose vermutlich die mit Riemen um die Unterschenkel geschnürten Tuch- oder Lederlappen bezeichnete. Beide Einschränkungen, möglicherweise beim Wiktionary und wahrscheinlich beim Duden, zeigen, dass die Wortherkunft von Hose nicht in jedem Detail restlos geklärt ist.
Hose steckt in Komposita wie Hosenbein, Hosenboden und Lederhose, was zeigt, wie produktiv das Wort in der Wortbildung ist. Drei Positionen lassen sich unterscheiden:
- indoeuropäische Wurzel für bedecken, umhüllen (DWDS)
- eigentlich Hülle, Bedeckendes (Duden)
- germanisch *huson, eine Art Strumpf (Wiktionary)
- möglicher Zusammenhang mit griechisch kystis nur beim Wiktionary
DWDS und Duden stimmen in der Grundbedeutung bedecken überein. Die mögliche Verbindung zu griechisch kystis bleibt eine Zusatzvermutung des Wiktionary, die nicht auf die Grundlinie der Wortgeschichte übertragen werden darf.
Verwandte Wörter und Varianten
Rund um Hose haben sich im Deutschen zahlreiche Zusammensetzungen gebildet. DWDS und Wiktionary nennen dabei unter anderem Hosenbein, Hosenboden, Hosenknopf, Hosenbund, Lederhose und Jeanshose. Dazu kommt die Verkleinerungsform Höschen, die das Wiktionary als eigene Bildung aufführt. Zur Wortbildung gehört bei Hose auch die Verkleinerung Höschen, die im Alltag für kleinere oder kindliche Kleidungsstücke verwendet wird.
Das DWDS ordnet Hose zudem in eine größere Wortfamilie ein: Haus, Haut, Hort, Hütte, Scheune und Schuh gehen auf dieselbe indoeuropäische Wurzel zurück wie Hose. Das Wiktionary nennt als Synonym für Hose das Wort Beinkleid, das denselben Gegenstand bezeichnet. Als Randnotiz sei erwähnt, dass Hose in Zusammensetzungen wie Windhose auch die Bedeutung Luftwirbel tragen kann; diese Bedeutung steht jedoch für sich und wird in den Quellen nicht mit der Herkunft des Kleidungsstücks verknüpft.
Die folgende Liste zeigt verwandte Wörter und Zusammensetzungen mit ihrer jeweiligen Quelle:
- Hosenbein (DWDS, Wiktionary)
- Hosenboden (DWDS, Wiktionary)
- Hosenknopf (DWDS, Wiktionary)
- Hosenbund (Wiktionary)
- Lederhose (Wiktionary)
- Jeanshose (Wiktionary)
- Höschen (Wiktionary)
Diese Zusammensetzungen zeigen, wie breit das Wort Hose als Baustein für weitere Begriffe genutzt wird. Von der einzelnen Bezeichnung für ein Beinkleid bis zu Komposita wie Hosenanzug reicht die Wortfamilie, die sich um Hose gebildet hat, und sie verbindet die alte Herkunft des Wortes mit seiner heutigen Vielfalt im Wortschatz.
Gebrauch heute
Heute bezeichnet Hose laut DWDS, Duden und Wiktionary ein Kleidungsstück, das den Körper von der Taille abwärts bedeckt und dabei jedes Bein einzeln umschließt. Der Duden weist dabei auf eine Besonderheit hin: Häufig wird der Plural Hosen mit singularischer Bedeutung verwendet, etwa in der Wendung ein Paar neue Hosen. Das Wiktionary erklärt diese Besonderheit damit, dass eine Hose im Grunde aus zwei Schläuchen besteht, die jeweils ein Bein umschließen, weshalb der Plural naheliegt.
Hose ist ein feminines Substantiv mit der Pluralform Hosen, wie alle drei Quellen übereinstimmend angeben. Die heutige Bedeutung lässt sich an Sätzen wie diesen ablesen: Die Hose hängt über dem Stuhl. Er zieht sich eine neue Hose an, bevor er das Haus verlässt. Die Hose ist an der Tasche leicht eingerissen.
Neben der wörtlichen Bedeutung kennt der Duden auch eine umgangssprachliche Wendung: tote Hose, mit der Langeweile oder fehlendes Geschehen ausgedrückt wird. Diese Wendung zeigt, dass sich das Wort Hose über die reine Bezeichnung des Kleidungsstücks hinaus auch in übertragenen Ausdrücken festgesetzt hat. Der Plural Hosen bleibt dabei die reguläre Mehrzahlform des Substantivs, unabhängig davon, ob von einem einzelnen Kleidungsstück oder von mehreren die Rede ist. Die ursprüngliche Bedeutung bedecken, umhüllen setzt sich in einem ganz konkreten, alltäglichen Kleidungsstück fort.

Offene Fragen
Bei aller Klarheit über die Grundlinie der Wortgeschichte bleiben einige Punkte offen, die sich nicht abschließend klären lassen. Die folgende Liste nennt die wichtigsten davon:
- Ob griechisch kystis tatsächlich eine Rolle in der Herkunft von Hose spielt, sagt allein das Wiktionary, und auch dort nur mit der Formulierung möglicherweise.
- Die genannten Jahresangaben, etwa das 9./10. Jahrhundert für althochdeutsch hosa oder das 16. Jahrhundert für den Bedeutungsübergang zum ganzen Beinkleid, gelten nur für die jeweils genannten Formen und Vorgänge, nicht allgemein für das ganze Wort.
- Wie verbreitet das Wort Hose in einzelnen Regionen ist oder war, bleibt in DWDS, Duden und Wiktionary offen.
Die Herkunft von Hose ist in der Grundlinie belegt, an einzelnen Stellen aber nicht abschließend geklärt. Die mittelhochdeutsche Form hose ist ohne genaue Datierung überliefert, und der mögliche Zusammenhang mit griechisch kystis bleibt eine Einzelangabe des Wiktionary.
Als Merksatz lässt sich die Wortgeschichte von Hose so zusammenfassen: Von einer indoeuropäischen Wurzel für bedecken über die germanische Form *huson und die althochdeutsche Form hosa führt der Weg zur heutigen Hose, die seit dem 16. Jahrhundert das ganze Beinkleid bezeichnet.
Quellen und Stand
- DWDS: Hose, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-04)
- Duden: Hose, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-04)
- Wiktionary: Hose, Herkunft, Bedeutungen: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-04)
Die Einordnung „Woher stammt das Wort Hose?“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.