Das Passiv mit Modalverben richtig anwenden
Passiv mit Modalverben durch alle Zeitformen Häufige Fragen zum Passiv mit Modalverben
Dieser Artikel zeigt die Bildung des Passivs mit Modalverben von Präsens bis Futur II. Du siehst die Wortstellung, Ersatzformen und gelöste Aufgaben.
Grundlagen der passivischen Bildung
Hilfsverben ordnen die Verbgruppe: Das Modalverb trägt die finite Form, das Vollverb erscheint als Partizip II, und werden kommt im Infinitiv hinzu.
Ein Aktivsatz mit Modalverb lässt sich so ins Passiv übertragen. Dabei wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt im Passiv. Zum Vergleich: „Die Redaktion kann den Text prüfen“ wird zu „Der Text kann geprüft werden“.
Gegenüber dem einfachen Vorgangspassiv kommt hier das Modalverb zusätzlich vor; die Bildung mit Partizip II bleibt bestehen. Bestimme für die Umformung zunächst das Akkusativobjekt. Setze es danach als Subjekt ein, bilde das Vollverb im Partizip II und wähle die finite Form des Modalverbs. Hilfsverben helfen beim Prüfen der Verbgruppe; werden steht in dieser Konstruktion als Infinitiv.
Ein weiteres Beispiel mit können: „Die Fachleute können den Plan erklären“ wird zu „Der Plan kann erklärt werden“. Im Aktivsatz ist können finit. Im Passiv bleibt diese finite Form erhalten; erklärt ist das Partizip II, und werden schließt die Verbgruppe ab.
Prüfe bei Sätzen mit zusätzlichen Angaben die Teile nacheinander: Objekt, Partizip II, Modalverb und werden. Vergleiche anschließend Aktivsatz und Passivsatz anhand dieser vier Stellen.

Zeitformen im Detail betrachten
Aktiv/Passiv umwandeln heißt hier, die finite Verbform und die übrige Verbgruppe an die gewünschte Zeitform anzupassen. Die Übersicht reicht von Präsens bis Futur II.
| Zeitform | Beispielsatz |
|---|---|
| Präsens | Der Bericht kann geprüft werden. |
| Präteritum | Der Bericht konnte geprüft werden. |
| Perfekt | Der Bericht hat geprüft werden können. |
| Plusquamperfekt | Der Bericht hatte geprüft werden können. |
| Futur I | Der Bericht wird geprüft werden können. |
| Futur II | Der Bericht wird haben geprüft werden müssen. |
Für Perfekt und Plusquamperfekt enthält die Verbgruppe drei aufeinanderfolgende Formen: zuerst das Partizip des Vollverbs, dann werden im Infinitiv und zuletzt der Infinitiv des Modalverbs. Die Tabellenform „hat geprüft werden können“ macht diese Folge sichtbar: geprüft, werden, können.
Vergleiche die Zeitformen, weil die beschriebene Bildung für alle Modalverben in gleicher Weise gilt. Gehe bei einer Umformung von der Zeitform des Aktivsatzes aus, setze das Vollverb ins Partizip II und vervollständige die Verbgruppe. Im Perfekt und Plusquamperfekt kontrollierst du besonders die Folge aus drei Formen.
Konjugation und Zeitformen im Überblick unterstützt den Vergleich der finiten Formen. Kontrolliere, ob der Beispielsatz die gewählte Zeitform zeigt und ob kein Teil der Verbgruppe fehlt.
Position der Verben steuern
Modalverben bilden in Perfekt- und Plusquamperfekt-Nebensätzen mit Doppelinfinitiv beide Infinitive gemeinsam am Satzende; das konjugierte Hilfsverb kommt unmittelbar davor.
Diese Stellung ist besonders bei Perfekt und Plusquamperfekt mit Doppelinfinitiv zu prüfen. Ein Beispiel lautet: „Man weiß, dass der Bericht hat geprüft werden können.“ Nach hat folgen dabei das Partizip geprüft sowie die Infinitive werden und können.
Im Hauptsatz steht das Modalverb dagegen an zweiter Stelle; Partizip II und Infinitiv stehen am Ende. Das zeigt der Satz: „Der Bericht kann geprüft werden.“ Hier nimmt kann die zweite Stelle ein, während geprüft werden die Verbgruppe abschließt.
Markiere bei einer Umformung zuerst, ob Hauptsatz oder Nebensatz vorliegt. Kontrolliere bei Perfekt und Plusquamperfekt anschließend, ob die beiden Infinitive zusammen am Satzende stehen und das finite Hilfsverb davor erscheint.
Lies die Doppelinfinitiv-Konstruktion als zusammengehörigen Teil der Verbgruppe. Modalverben üben kann deshalb mit einem Vergleich beider Satzarten beginnen: Formuliere einen Hauptsatz, bilde daraus einen Nebensatz und vergleiche die Verbformen.
Alternativen zum klassischen Passiv
Modalverben üben: Ersatzformen werden in Formen mit Modalfaktor und Formen ohne Modalfaktor eingeteilt.
Mit Modalfaktor nennt die Übersicht sein + zu + Infinitiv, die Bildung mit -bar, sich lassen + Infinitiv und Reflexivkonstruktionen. Ein Satz mit sein + zu + Infinitiv ist: „Der Bericht ist zu prüfen.“ Für sich lassen + Infinitiv passt: „Der Abschnitt lässt sich erklären.“
Die Bildung mit -bar zeigt der Satz „Der Text ist lesbar“. Sie ist nicht bei jedem Verb möglich. Prüfe daher die konkrete Ableitung am verwendeten Verb, statt die Endung pauschal einzusetzen.
Ohne Modalfaktor steht vor allem das Adressatenpassiv mit bekommen oder erhalten bei Verben mit Dativ- und Akkusativobjekt zur Verfügung. Ein Beispiel lautet: „Die Studierenden bekommen den Sachverhalt erklärt.“ Prüfe bei einer solchen Ersatzform, ob zusätzlich ein Modalverb stehen geblieben ist, weil ein typischer Fehler darin besteht, bei einer Ersatzform zusätzlich das Modalverb einzusetzen.
Bei sich lassen unterscheidet die Übersicht zwei Bedeutungen. In der Form mit Modalfaktor kann der Handelnde nicht genannt werden. Bei der Form ohne Modalfaktor im Sinn von veranlassen oder erlauben kann der Handelnde genannt werden. Prüfe beim Umformen daher, welche dieser Konstruktionen vorliegt.

Anwendung in praktischen Aufgaben
Konjugation und Zeitformen im Überblick geben einen Rahmen für die folgenden Aufgaben, wobei jede Lösung in derselben Tabellenzeile wie die Aufgabe steht.
| Aufgabe | Ausgangssatz | Lösung |
|---|---|---|
| Aktiv ins Passiv setzen | Die Gruppe kann den Text prüfen. | Der Text kann geprüft werden. |
| Perfekt bilden | Die Gruppe konnte den Text prüfen. | Der Text hat geprüft werden können. |
| Passiversatz mit Modalfaktor bilden | Der Text muss geprüft werden. | Der Text ist zu prüfen. |
| Nebensatz bilden | Man weiß, dass die Gruppe den Text prüfen kann. | Man weiß, dass der Text geprüft werden kann. |
| Adjektivbildung mit -bar bilden | Der Text kann gelesen werden. | Der Text ist lesbar. |
Die erste Zeile fordert die Umformung eines Aktivsatzes mit Modalverb in ein Passiv mit Modalverb. Dabei wird Text vom Akkusativobjekt zum Subjekt; geprüft steht im Partizip II, und kann bleibt finit. Die zweite Zeile konzentriert sich auf die Verbfolge im Perfekt: geprüft, werden, können.
Die dritte Zeile ersetzt ein Passiv mit Modalverb durch eine Form mit Modalfaktor, nämlich sein + zu + Infinitiv. Die vierte Zeile bildet aus dem Präsens einen Nebensatz. Vergleiche dort die Stellung des finiten Modalverbs mit den folgenden Verbformen. Die fünfte Zeile verwendet die Adjektivbildung mit -bar.
Lies nach jeder Lösung Aufgabe, Ausgangssatz und Lösung gemeinsam. Kontrolliere dann, ob die gewählte Ersatzform zur verlangten Struktur passt und ob kein zusätzliches Modalverb in der Lösung steht.
Quellen und Stand
- Universität Heidelberg, Schreibzentrum, Regeln zum Passiv: program.idf.uni-heidelberg.de (geprüft am 2026-09-21)
- Universität Heidelberg, Schreibzentrum, Regeln zum Passiv: program.idf.uni-heidelberg.de (weitere Quelle) (geprüft am 2026-09-21)
- Universität Heidelberg, Schreibzentrum, Regeln zum Passiv: program.idf.uni-heidelberg.de (Quelle 2) (geprüft am 2026-09-21)
Die Einordnung „Das Passiv mit Modalverben richtig anwenden“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.