Das Passiv mit Modalverben richtig anwenden

Passiv mit Modalverben durch alle Zeitformen Häufige Fragen zum Passiv mit Modalverben

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 21. September 2026 · Konjugation und Zeitformen im Überblick

Dieser Artikel zeigt die Bildung des Passivs mit Modalverben von Präsens bis Futur II. Du siehst die Wortstellung, Ersatzformen und gelöste Aufgaben.

Grundlagen der passivischen Bildung

Hilfsverben ordnen die Verbgruppe: Das Modalverb trägt die finite Form, das Vollverb erscheint als Partizip II, und werden kommt im Infinitiv hinzu.

Ein Aktivsatz mit Modalverb lässt sich so ins Passiv übertragen. Dabei wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt im Passiv. Zum Vergleich: „Die Redaktion kann den Text prüfen“ wird zu „Der Text kann geprüft werden“.

Gegenüber dem einfachen Vorgangspassiv kommt hier das Modalverb zusätzlich vor; die Bildung mit Partizip II bleibt bestehen. Bestimme für die Umformung zunächst das Akkusativobjekt. Setze es danach als Subjekt ein, bilde das Vollverb im Partizip II und wähle die finite Form des Modalverbs. Hilfsverben helfen beim Prüfen der Verbgruppe; werden steht in dieser Konstruktion als Infinitiv.

Ein weiteres Beispiel mit können: „Die Fachleute können den Plan erklären“ wird zu „Der Plan kann erklärt werden“. Im Aktivsatz ist können finit. Im Passiv bleibt diese finite Form erhalten; erklärt ist das Partizip II, und werden schließt die Verbgruppe ab.

Prüfe bei Sätzen mit zusätzlichen Angaben die Teile nacheinander: Objekt, Partizip II, Modalverb und werden. Vergleiche anschließend Aktivsatz und Passivsatz anhand dieser vier Stellen.

Passiv mit Modalverben Schritt für Schritt: der Ablauf in drei Schritten

Zeitformen im Detail betrachten

Aktiv/Passiv umwandeln heißt hier, die finite Verbform und die übrige Verbgruppe an die gewünschte Zeitform anzupassen. Die Übersicht reicht von Präsens bis Futur II.

Tabelle: Zeitform, Beispielsatz
ZeitformBeispielsatz
PräsensDer Bericht kann geprüft werden.
PräteritumDer Bericht konnte geprüft werden.
PerfektDer Bericht hat geprüft werden können.
PlusquamperfektDer Bericht hatte geprüft werden können.
Futur IDer Bericht wird geprüft werden können.
Futur IIDer Bericht wird haben geprüft werden müssen.

Für Perfekt und Plusquamperfekt enthält die Verbgruppe drei aufeinanderfolgende Formen: zuerst das Partizip des Vollverbs, dann werden im Infinitiv und zuletzt der Infinitiv des Modalverbs. Die Tabellenform „hat geprüft werden können“ macht diese Folge sichtbar: geprüft, werden, können.

Vergleiche die Zeitformen, weil die beschriebene Bildung für alle Modalverben in gleicher Weise gilt. Gehe bei einer Umformung von der Zeitform des Aktivsatzes aus, setze das Vollverb ins Partizip II und vervollständige die Verbgruppe. Im Perfekt und Plusquamperfekt kontrollierst du besonders die Folge aus drei Formen.

Konjugation und Zeitformen im Überblick unterstützt den Vergleich der finiten Formen. Kontrolliere, ob der Beispielsatz die gewählte Zeitform zeigt und ob kein Teil der Verbgruppe fehlt.

Position der Verben steuern

Modalverben bilden in Perfekt- und Plusquamperfekt-Nebensätzen mit Doppelinfinitiv beide Infinitive gemeinsam am Satzende; das konjugierte Hilfsverb kommt unmittelbar davor.

Diese Stellung ist besonders bei Perfekt und Plusquamperfekt mit Doppelinfinitiv zu prüfen. Ein Beispiel lautet: „Man weiß, dass der Bericht hat geprüft werden können.“ Nach hat folgen dabei das Partizip geprüft sowie die Infinitive werden und können.

Im Hauptsatz steht das Modalverb dagegen an zweiter Stelle; Partizip II und Infinitiv stehen am Ende. Das zeigt der Satz: „Der Bericht kann geprüft werden.“ Hier nimmt kann die zweite Stelle ein, während geprüft werden die Verbgruppe abschließt.

Markiere bei einer Umformung zuerst, ob Hauptsatz oder Nebensatz vorliegt. Kontrolliere bei Perfekt und Plusquamperfekt anschließend, ob die beiden Infinitive zusammen am Satzende stehen und das finite Hilfsverb davor erscheint.

Lies die Doppelinfinitiv-Konstruktion als zusammengehörigen Teil der Verbgruppe. Modalverben üben kann deshalb mit einem Vergleich beider Satzarten beginnen: Formuliere einen Hauptsatz, bilde daraus einen Nebensatz und vergleiche die Verbformen.

Alternativen zum klassischen Passiv

Modalverben üben: Ersatzformen werden in Formen mit Modalfaktor und Formen ohne Modalfaktor eingeteilt.

Mit Modalfaktor nennt die Übersicht sein + zu + Infinitiv, die Bildung mit -bar, sich lassen + Infinitiv und Reflexivkonstruktionen. Ein Satz mit sein + zu + Infinitiv ist: „Der Bericht ist zu prüfen.“ Für sich lassen + Infinitiv passt: „Der Abschnitt lässt sich erklären.“

Die Bildung mit -bar zeigt der Satz „Der Text ist lesbar“. Sie ist nicht bei jedem Verb möglich. Prüfe daher die konkrete Ableitung am verwendeten Verb, statt die Endung pauschal einzusetzen.

Ohne Modalfaktor steht vor allem das Adressatenpassiv mit bekommen oder erhalten bei Verben mit Dativ- und Akkusativobjekt zur Verfügung. Ein Beispiel lautet: „Die Studierenden bekommen den Sachverhalt erklärt.“ Prüfe bei einer solchen Ersatzform, ob zusätzlich ein Modalverb stehen geblieben ist, weil ein typischer Fehler darin besteht, bei einer Ersatzform zusätzlich das Modalverb einzusetzen.

Bei sich lassen unterscheidet die Übersicht zwei Bedeutungen. In der Form mit Modalfaktor kann der Handelnde nicht genannt werden. Bei der Form ohne Modalfaktor im Sinn von veranlassen oder erlauben kann der Handelnde genannt werden. Prüfe beim Umformen daher, welche dieser Konstruktionen vorliegt.

Passiv mit Modalverben Schritt für Schritt: Prüfliste mit vier Punkten

Anwendung in praktischen Aufgaben

Konjugation und Zeitformen im Überblick geben einen Rahmen für die folgenden Aufgaben, wobei jede Lösung in derselben Tabellenzeile wie die Aufgabe steht.

Tabelle: Aufgabe, Ausgangssatz, Lösung
AufgabeAusgangssatzLösung
Aktiv ins Passiv setzenDie Gruppe kann den Text prüfen.Der Text kann geprüft werden.
Perfekt bildenDie Gruppe konnte den Text prüfen.Der Text hat geprüft werden können.
Passiversatz mit Modalfaktor bildenDer Text muss geprüft werden.Der Text ist zu prüfen.
Nebensatz bildenMan weiß, dass die Gruppe den Text prüfen kann.Man weiß, dass der Text geprüft werden kann.
Adjektivbildung mit -bar bildenDer Text kann gelesen werden.Der Text ist lesbar.

Die erste Zeile fordert die Umformung eines Aktivsatzes mit Modalverb in ein Passiv mit Modalverb. Dabei wird Text vom Akkusativobjekt zum Subjekt; geprüft steht im Partizip II, und kann bleibt finit. Die zweite Zeile konzentriert sich auf die Verbfolge im Perfekt: geprüft, werden, können.

Die dritte Zeile ersetzt ein Passiv mit Modalverb durch eine Form mit Modalfaktor, nämlich sein + zu + Infinitiv. Die vierte Zeile bildet aus dem Präsens einen Nebensatz. Vergleiche dort die Stellung des finiten Modalverbs mit den folgenden Verbformen. Die fünfte Zeile verwendet die Adjektivbildung mit -bar.

Lies nach jeder Lösung Aufgabe, Ausgangssatz und Lösung gemeinsam. Kontrolliere dann, ob die gewählte Ersatzform zur verlangten Struktur passt und ob kein zusätzliches Modalverb in der Lösung steht.

Quellen und Stand

Die Einordnung „Das Passiv mit Modalverben richtig anwenden“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Eigenen Text auf Passivfehler prüfen lassen

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Häufige Fragen zum Passiv mit Modalverben

Was passiert mit dem Akkusativobjekt im Aktivsatz?

Das Akkusativobjekt des Aktivsatzes wird im Passivsatz zum Subjekt. Beispiel: Aus „Die Gruppe kann den Text prüfen“ wird „Der Text kann geprüft werden“.

In welcher Reihenfolge stehen die Verben im Perfekt?

Im Perfekt und Plusquamperfekt stehen das Partizip des Vollverbs, die Grundform von werden und die Grundform des Modalverbs hintereinander. Ein Beispiel ist: „hat geprüft werden können“.

Warum stehen im Nebensatz zwei Infinitive am Ende?

Vor allem im Perfekt und Plusquamperfekt stehen beide Infinitive gemeinsam am Satzende. Das konjugierte Hilfsverb steht unmittelbar davor, zum Beispiel in „dass der Text hat geprüft werden können“.

Kann ich bei Ersatzformen trotzdem ein Modalverb verwenden?

Bei diesen Ersatzformen setzt du nicht zusätzlich das Modalverb selbst ein. Die Ersatzkonstruktion steht an seiner Stelle.

Für welche Verben eignet sich das Adressatenpassiv?

Das Adressatenpassiv mit bekommen oder erhalten kann bei Verben mit Dativ- und Akkusativobjekt gebildet werden. Dabei wird das Dativobjekt zum Subjekt, während das Akkusativobjekt erhalten bleibt.

Beeinflusst die Wahl des Modalverbs die Grundstruktur?

Die Heidelberger Übersicht beschreibt die Grundregel für alle Modalverben in gleicher Weise: Das Modalverb bleibt finit, das Vollverb wird zum Partizip II, und werden tritt als Infinitiv hinzu.

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