Wie führst du eine Abkürzung bei der ersten Nennung im Text ein?
Abkürzungen einführen: So stehen Abkürzungen beim ersten Mal im Text
Mit vollem Begriff und Klammer führst du eine Abkürzung bei der ersten Nennung ein. Ob eine Hochschule diesen Schritt verbindlich verlangt, ist verschieden; deshalb steht bei jeder Regel die Hochschule dabei. So erkennst du, was für deine Arbeit gilt, wie du danach weiterschreibst und wie das Ganze zum Abkürzungsverzeichnis steht.
Erste Nennung: Begriff ausschreiben, Abkürzung in Klammern
Beim ersten Auftreten steht der volle Begriff, die Abkürzung folgt in Klammern. Ein erfundenes Beispiel macht den Schritt greifbar: In einer fiktiven Arbeit über Kundenbindung schreibst du zuerst Kundenbeziehungsmanagement (KBM) und verwendest danach nur noch KBM. Dieses Beispiel ist frei erfunden und zeigt allein die Form. Prüfe danach, ob der volle Begriff im Text vor dem ersten Vorkommen der Abkürzung steht, und ergänze bei Bedarf die fehlende Erklärung.
Das KIT empfiehlt in seinem Leitfaden für wissenschaftliches Schreiben aus dem Jahr 2018, bei der ersten Verwendung des Begriffs die Abkürzung in runden Klammern anzufügen. Das Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Klagenfurt geht weiter: Sein Leitfaden von 2024 macht dies verbindlich: Jede verwendete Abkürzung wird bei der ersten Nennung im Fließtext eingeführt, also ausgeschrieben und in Klammern ergänzt. Ausgenommen sind dort übliche Abkürzungen wie z. B., u. a., bzw. und usw. Diese Pflicht gilt für dieses Institut. Daraus folgt nicht, dass andere Hochschulen dieselbe Pflicht haben, deshalb prüfe den Leitfaden deiner eigenen Hochschule.
Beim Abkürzungsverzeichnis in der Bachelorarbeit gleichst du jeden Eintrag mit der Stelle ab, an der der volle Begriff im Text eingeführt wird, und übernimmst die Klammerform unverändert.
Für Abkürzungen in Quellenangaben prüfst du die Schreibweise getrennt von der Einführung im Fließtext, also in einem eigenen Durchgang.

Danach einheitlich bleiben
Nach der Einführung verwendest du die Abkürzung weiter. Das KIT empfiehlt, danach die Abkürzung zu verwenden und nicht zum vollen Begriff zurückzuwechseln. Im selben Leitfaden heißt es, Abkürzungen würden nicht dekliniert, du setzt also keine Endungen an, wenn der Satz einen anderen Fall verlangt. Erfundenes Beispiel: Nach der Einführung von KBM steht im nächsten Kapitel einfach KBM, auch im Satz über die Auswertung.
Die Hochschule Zittau/Görlitz nennt in ihrem Leitfaden von 2023 die fortlaufende Nutzung nach der Einführung. Sobald die Klammer gesetzt ist, bleibt die Abkürzung für dich die Bezeichnung im restlichen Text, und der volle Begriff taucht nicht wieder als Ersatz auf. Auch das KIT empfiehlt diese Linie, sodass beide Leitfäden in diesem Punkt zusammenpassen. Wer den vollen Begriff später wieder ausschreibt, erzeugt genau den Wechsel, den das KIT vermeiden möchte.
Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass ein einheitlicher Gebrauch Lesern hilft, die einzelne Kapitel überspringen. Beim Überarbeiten prüfst du deshalb jede Stelle, an der die Abkürzung plötzlich ausgeschrieben stehen könnte, und vergleichst sie mit dem Kürzel, das du nach der Einführung verwendest. Wenn du später das Abkürzungsverzeichnis in Word automatisch anlegen willst, prüfe vorher, ob jede Abkürzung im Text identisch geschrieben ist, und notiere Abweichungen vor dem Erstellen.
Wann sich eine Abkürzung lohnt und wann nicht
Zittau/Görlitz erlaubt Abkürzungen bei gehäuftem Vorkommen und orientiert sich dabei am Leserkreis, also daran, ob Fachleute oder Laien den Text lesen. Initialwörter, die nur ein spezieller Personenkreis kennt, sollen beim ersten Auftreten förmlich eingeführt werden. Als Beispiel nennt der Leitfaden Studierendenrat (STURA). Maßgeblich ist nach diesem Leitfaden der Leserkreis, also Fachleute oder Laien, sowie ein gehäuftes Vorkommen des Begriffs.
Klagenfurt nimmt allgemein übliche Abkürzungen wie z. B. und u. a. von der Einführungspflicht aus. Für dich bedeutet das: Bei solchen Kürzeln entfällt die Einführung nach diesem Leitfaden, bei anderen Abkürzungen gilt weiterhin die Pflicht, die dieses Institut verbindlich vorgibt. Das Institut unterscheidet damit zwischen allgemein üblichen Kürzeln und allen übrigen Abkürzungen, und genau diese Trennlinie solltest du in deiner Arbeit prüfen.
| Stelle | Regel | Beleg |
|---|---|---|
| KIT | Empfiehlt, bei der ersten Verwendung die Abkürzung in Klammern anzufügen und danach beizubehalten | Leitfaden (2018), Abschnitt 2.6 |
| Klagenfurt | Verlangt die Einführung bei der ersten Nennung, übliche Kürzel wie z. B. und u. a. ausgenommen | Leitfaden (2024), Abschnitt 3.5 |
| Zittau/Görlitz | Erlaubt Abkürzungen bei gehäuftem Vorkommen; maßgeblich ist der Leserkreis, Initialwörter für Spezialkreise werden formal eingeführt | Leitfaden (2023) |
Um Abkürzungen richtig schreiben zu können, prüfst du zuerst, ob ein Begriff im Text überhaupt eingeführt werden muss, und erst danach, ob die Schreibweise des Kürzels stimmt. Prüfe die Schreibweise des Kürzels separat, nachdem du entschieden hast, ob der Begriff eingeführt wird, und verwechsle beide Schritte nicht. Wenn du unsicher bist, wie ein Kürzel zu behandeln ist, frage die betreuende Person oder lies im Leitfaden deines Fachbereichs nach.
Praktisch heißt das: Lege vor dem Schreiben eine kurze Liste aller Kürzel an, die in deiner Arbeit vorkommen. Notiere daneben, ob der Begriff in deinem Fach bekannt ist oder nur in einem engen Kreis verstanden wird. Bei Kürzeln, die nur ein spezieller Personenkreis kennt, soll die Einführung bei der ersten Nennung förmlich erfolgen, so der Zittau/Görlitz-Leitfaden. Danach bleibst du beim Kürzel, wie es der KIT-Leitfaden empfiehlt, und wechselst nicht zurück zum vollen Begriff.

Einführung im Text und Abkürzungsverzeichnis zusammen
Klagenfurt empfiehlt ein Abkürzungsverzeichnis und verlangt trotzdem, dass die Abkürzungen im Text eingeführt werden. Das Verzeichnis ersetzt die Einführung also nicht. Zittau/Görlitz empfiehlt das Verzeichnis bei häufigem Gebrauch und platziert es laut Leitfaden zwischen Inhaltsverzeichnis und Text. Beide Anforderungen gelten nebeneinander; die folgende Reihenfolge prüft sie gemeinsam.
Für beide Anforderungen gehst du in dieser festen Reihenfolge vor, wobei der Eintrag im Verzeichnis auf der Erklärung im Text aufbaut:
- Schreibe den Begriff beim ersten Auftreten aus.
- Füge die Abkürzung in Klammern an.
- Nutze danach durchgehend die Abkürzung.
- Sammle die Abkürzung im Verzeichnis.
- Prüfe am Ende die Übereinstimmung.
Englische Abkürzungen im Text prüfst du gesondert: Ist im Englischen eine Abkürzung üblich, nennt das KIT auch den englischen Begriff. Achte darauf, dass der Begriff im Verzeichnis genau so geschrieben steht wie in der Klammer im Text. Prüfe am Schluss, ob Liste und Fließtext übereinstimmen.
Quellen und Stand
- KIT, HOC-Schreiblabor und ITTK: Leitfaden Wissenschaftliches Schreiben und Abschlussarbeiten (2018): www.hoc.kit.edu (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Klagenfurt, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft: Leitfaden für wissenschaftliche Arbeiten (2024): www.aau.at (geprüft am 2026-10-06)
- Hochschule Zittau/Görlitz: Leitfaden zum wissenschaftlichen Schreiben (2023): f-s.hszg.de (geprüft am 2026-10-06)
Weil die Regeln einzelner Hochschulen unterschiedlich streng sind, schaust du zuerst in den Leitfaden deines Instituts.