Vorbereitung und Ablauf beim Übersetzen wissenschaftlicher Werke

Wissenschaftliche Arbeit in weitere Sprachen übersetzen

Lesezeit ca. 8 Min. · zuletzt aktualisiert: 24. August 2026 · Wissenschaftliches Schreiben

Dieser Leitfaden zeigt, wie Studierende und Forschende ihre Texte international zugänglich machen. Im Fokus stehen die Klärung der Zielgruppe, die strukturierte Übertragung von Inhalten sowie die sorgfältige Kontrolle aller Dokumentelemente vor der Weitergabe.

Klärung der Rahmenbedingungen und Zielgruppen

Legen Sie vor dem Übersetzen die Zielsprache fest und notieren Sie die gewünschte regionale Varietät. Beschreiben Sie das Fachpublikum mit wenigen Angaben: Fachgebiet, erwartete Fachkenntnisse und Verwendungszweck des Textes. Halten Sie außerdem fest, welche Teile übertragen werden sollen und welche Teile unverändert bleiben.

Prüfen Sie die Vorgaben unmittelbar bei der Zeitschrift, Hochschule oder Konferenz: Sprache, Format, Umfang, Angaben zu Abstract und Metadaten sowie einzureichende Begleitdokumente. Die Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission stellt Ressourcen für Terminologie und Übersetzung bereit. Daraus entsteht jedoch kein einheitlicher Standard für wissenschaftliche Texte; kontrollieren Sie die Vorgaben des jeweiligen Empfängers direkt.

  1. Bestimmen Sie Zielsprache und Varietät.
  2. Beschreiben Sie das Fachpublikum.
  3. Lesen Sie die aktuellen Publikationsrichtlinien.
  4. Erstellen Sie eine Liste der zu übersetzenden Bestandteile.

Beim Thema wissenschaftliches Schreiben markieren Sie Fachbegriffe, die im Zieltext gleichbleiben sollen. Prüfen Sie die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit einzeln. Planen Sie beim Thema Hausarbeit schreiben und beim Thema Masterarbeit schreiben dieselben Klärungen vor der Übertragung ein.

Wissenschaftliche Arbeit in weitere Sprachen übersetzen mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

Strukturierter Prozess von Analyse bis Korrektur

Erstellen Sie zuerst ein Glossar mit Fachbegriffen, Abkürzungen, Eigennamen und festgelegten Übersetzungen. Ergänzen Sie Referenztexte, sofern deren Terminologie für den Auftrag passt. Übertragen Sie anschließend abschnittsweise und vergleichen Sie jeden Abschnitt mit dem Ausgangstext. Beim Thema Forschungsfrage formulieren prüfen Sie, ob Aussage, Einschränkung und Begriffswahl im Zieltext erhalten bleiben. Lesen Sie anschließend den Gedankengang im Zusammenhang und kontrollieren Sie die wissenschaftliche Argumentation.

Tabelle: Schritt, Prüfhandlung
SchrittPrüfhandlung
GlossarBegriffe und Abkürzungen festlegen
ReferenztexteTerminologie gezielt vergleichen
Abbildungen und TabellenTitel, Beschriftungen, Legenden, Achsen und Verweise prüfen
RückfragenUnklare Stellen dokumentieren und klären
SchlusskorrekturFachliche und sprachliche Prüfung durchführen

Prüfen Sie bei jeder Abbildung und Tabelle den Titel, sämtliche Beschriftungen, Legenden, Achsen, Einheiten und Verweise im Fließtext. Halten Sie Rückfragen mit Fundstelle, Ausgangsformulierung, möglicher Lesart und Antwort fest. Prüfen Sie danach erneut alle betroffenen Stellen. Nutzen Sie bei der Gliederung einer Hausarbeit die vorhandene Reihenfolge als Vergleichspunkt. Kontrollieren Sie abschließend jede Angabe im Zusammenhang mit dem Literaturverzeichnis erstellen. Führen Sie zum Schluss eine fachliche und sprachliche Korrektur des vollständigen Zieltexts durch.

Getrennte Überprüfung der einzelnen Komponenten

Prüfen Sie Abstract, Haupttext, Zitate, Literaturverzeichnis, Metadaten und Begleitkommunikation getrennt. Beginnen Sie mit dem Abstract. Vergleichen Sie dort Gegenstand, Ziel, Vorgehen, Ergebnisse, Einschränkungen und Schlussfolgerung mit dem Ausgangstext. Markieren Sie Auslassungen, Ergänzungen und Stellen mit mehr als einer möglichen Lesart. Klären Sie diese Stellen, bevor Sie den Abstract abschließen. Lesen Sie den Abstract anschließend ohne den Ausgangstext. Prüfen Sie dabei, ob die Formulierungen als zusammenhängender Text lesbar sind. Vergleichen Sie danach den fertigen Abstract erneut Satz für Satz mit dem Ausgangstext.

Prüfen Sie den Haupttext abschnittsweise. Legen Sie für jeden Abschnitt Ausgangstext und Zieltext nebeneinander. Kontrollieren Sie Überschriften, Einleitungen, Definitionen, Begründungen, Beispiele, Einschränkungen, Übergänge, Schlussfolgerungen und Verweise. Markieren Sie Fachbegriffe im Ausgangstext und gleichen Sie sie mit dem Glossar ab. Prüfen Sie Abkürzungen beim ersten Auftreten und bei jeder späteren Verwendung. Kontrollieren Sie Zahlen, Einheiten, Symbole, Formeln, Variablen, Tabellenverweise und Abbildungsverweise gegen den Ausgangstext. Lesen Sie danach jeden Abschnitt als Zieltext und markieren Sie unklare oder unvollständige Sätze. Formulieren Sie diese Stellen erst nach dem Vergleich mit dem Ausgangstext neu.

Behandeln Sie Zitate als eigenen Prüfschritt. Kennzeichnen Sie direkte und indirekte Zitate im Ausgangstext. Vergleichen Sie Anführungszeichen, Auslassungszeichen, Klammern, Seitenangaben und Quellenhinweise mit der vorgesehenen Fassung. Beim Thema Quellenangaben richtig zitieren prüfen Sie jede Zuordnung zwischen Aussage und Nachweis. Prüfen Sie anschließend die im Auftrag vorgesehenen Zitierweisen auf einheitliche Anwendung. Ändern Sie keine zitierte Aussage, ohne die Stelle im Ausgangstext und die Vorgaben des Empfängers zu vergleichen. Halten Sie offene Fragen zu Zitaten getrennt von sprachlichen Fragen fest.

Prüfen Sie das Literaturverzeichnis getrennt vom Fließtext. Vergleichen Sie Autorennamen, Titel, Herausgeberangaben, Erscheinungsorte, Jahreszahlen, Bandangaben, Heftangaben, Seitenbereiche, Kennungen und Abrufangaben mit den Unterlagen des Auftrags. Vergleichen Sie danach jede im Text genannte Quelle mit einem Eintrag im Literaturverzeichnis und jeden Eintrag im Literaturverzeichnis mit einer Nennung im Text. Markieren Sie Abweichungen. Klären Sie fehlende Angaben mit den zuständigen Unterlagen oder mit einer dokumentierten Rückfrage. Übernehmen Sie keine Ergänzung allein aus einer Vermutung.

Prüfen Sie Metadaten als separates Paket. Vergleichen Sie Titel, Untertitel, Autorennamen, institutionelle Angaben, Schlagwörter, Kurzbiografie, Danksagung, Kennzeichnungen und Dateinamen mit dem Ausgangsmaterial und den Vorgaben des Empfängers. Kontrollieren Sie die Schreibweise jedes Namens. Prüfen Sie, ob Metadaten in mehreren Dateien übereinstimmen. Halten Sie Änderungen an Metadaten in einer Liste mit Fundstelle und Begründung fest. Lesen Sie nach einer Änderung auch die zugehörige Datei erneut. Prüfen Sie bei eingetragenen Feldern, ob der Feldinhalt in der vorgesehenen Sprache vorliegt.

Prüfen Sie die Begleitkommunikation getrennt vom Manuskript. Vergleichen Sie Anschreiben, E-Mails, Hinweise für Herausgebende, Antwortschreiben, Bildunterschriften, Tabellenhinweise und Anmerkungen mit dem Auftrag. Prüfen Sie darin Namen, Titel, Dateibezeichnungen, Fristenangaben und Verweise auf Anlagen gegen die bereitgestellten Unterlagen. Wenn eine Vorgabe unklar ist, dokumentieren Sie die Frage, die Fundstelle und die benötigte Entscheidung. Verwenden Sie für die Rückfrage eine kurze Beschreibung des Problems und fügen Sie den relevanten Textausschnitt bei. Übertragen Sie die Antwort erst dann in Manuskript oder Begleitdokument, wenn klar ist, welches Feld betroffen ist.

Prüfen Sie Abbildungen und Tabellen in einem eigenen Durchgang. Vergleichen Sie Titel, Beschriftungen, Legenden, Achsen, Einheiten, Fußnoten, Tabellenköpfe, Zeilenbezeichnungen, Spaltenbezeichnungen und Verweise im Text. Prüfen Sie bei jeder Änderung, ob sie sowohl im Element als auch im zugehörigen Verweis erscheint. Kontrollieren Sie, ob Text in Grafiken, Tabellen und Bilddateien ebenfalls zum Übersetzungsumfang gehört. Wenn der Umfang unklar ist, notieren Sie eine Rückfrage statt eine Deutung einzutragen. Prüfen Sie nach dem Vergleich die Darstellung in der vorgesehenen Datei. Kontrollieren Sie Zeilenumbrüche, abgeschnittenen Text, fehlende Zeichen und voneinander abweichende Bezeichnungen. Halten Sie den geprüften Stand je Element in einer Liste fest.

Führen Sie anschließend einen Vergleichsdurchgang für Terminologie durch. Öffnen Sie Glossar, Ausgangstext und Zieltext gleichzeitig. Prüfen Sie jeden festgelegten Begriff an allen Fundstellen. Markieren Sie abweichende Schreibweisen. Entscheiden Sie nicht anhand eines einzelnen Satzes, sondern vergleichen Sie die betreffende Stelle mit dem Auftrag und dem Glossar. Prüfen Sie auch zusammengesetzte Begriffe, Abkürzungen, Singular- und Pluralformen sowie fachliche Bezeichnungen in Tabellen und Metadaten. Halten Sie jede Anpassung mit Fundstelle fest. Wiederholen Sie den Durchgang nach allen inhaltlichen Änderungen.

Führen Sie einen Durchgang für Zahlen und formale Zeichen durch. Vergleichen Sie Dezimaltrennzeichen, Prozentzeichen, Minuszeichen, Gleichheitszeichen, Hochstellungen, Tiefstellungen, Klammern, Einheiten und Datumsangaben mit dem Ausgangstext. Prüfen Sie Seitenverweise, Abschnittsverweise, Tabellenverweise, Abbildungsverweise und Anhangsverweise. Kontrollieren Sie, ob sich ein Verweis nach einer Umstellung noch auf das richtige Ziel bezieht. Prüfen Sie außerdem Kopfzeilen, Fußzeilen, Inhaltsverzeichnis, Verzeichnisse und Dateieigenschaften. Notieren Sie Korrekturen unmittelbar an der Fundstelle und prüfen Sie danach die Änderung im Zusammenhang.

Trennen Sie die fachliche Prüfung von der sprachlichen Prüfung. In der fachlichen Prüfung vergleichen Sie Aussage, Fachbegriff, Zahl, Einheit, Quelle und Einschränkung mit dem Ausgangstext und dem Glossar. In der sprachlichen Prüfung lesen Sie den Zieltext als eigenständigen Text. Markieren Sie unklare Satzbezüge, fehlende Wörter, doppelte Wörter, uneinheitliche Begriffe und fehlerhafte Zeichensetzung. Prüfen Sie jede Markierung anschließend gegen den Ausgangstext, bevor Sie sie ändern. So bleibt nachvollziehbar, ob eine Änderung sprachlich oder fachlich veranlasst ist.

Schließen Sie mit einer dokumentierten Endprüfung ab. Listen Sie die geprüften Bestandteile auf: Abstract, Haupttext, Zitate, Literaturverzeichnis, Metadaten, Begleitkommunikation, Tabellen, Abbildungen und Anlagen. Vermerken Sie offene Punkte ohne sie stillschweigend zu ergänzen. Prüfen Sie, ob jede dokumentierte Rückfrage beantwortet oder als offen gekennzeichnet ist. Lesen Sie die finale Datei vollständig und vergleichen Sie danach die Dateifassung mit der Liste der Änderungen. Prüfen Sie zum Schluss die Publikationsrichtlinien unmittelbar bei Zeitschrift, Hochschule oder Konferenz, weil daraus kein allgemeiner Standard für wissenschaftliche Texte folgt.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu Wissenschaftliche Arbeit in weitere Sprachen übersetzen

Typische Stolperfallen und finale Absicherung

Nutzen Sie maschinelle Übersetzung nur als Hilfsmittel im Arbeitsprozess. Die Europäische Kommission weist bei maschinell übersetzten Webinhalten darauf hin, dass Qualität und Genauigkeit variieren können. Prüfen Sie einen so entstandenen Entwurf daher fachlich und sprachlich, bevor Sie ihn weiterverwenden. Leiten Sie aus dem Einsatz eines Werkzeugs keine Aussage über Vertraulichkeit oder Veröffentlichungsreife ab.

Beginnen Sie die Schlusskontrolle mit einem Vergleich von Ausgangstext, Zieltext und Glossar. Prüfen Sie pro Abschnitt, ob Fachbegriffe, Abkürzungen, Eigennamen, Zahlen, Einheiten und Einschränkungen übereinstimmen. Markieren Sie fehlende Textteile, zusätzliche Textteile und Stellen mit mehreren möglichen Lesarten. Klären Sie markierte Stellen anhand des Auftrags oder durch eine dokumentierte Rückfrage. Ergänzen Sie keine Information, wenn sie weder im Ausgangstext noch in einer geklärten Rückfrage steht.

  • Vergleichen Sie Titel, Untertitel und Überschriften mit dem Ausgangstext.
  • Prüfen Sie Abstract und Haupttext als getrennte Bestandteile.
  • Gleichen Sie Fachbegriffe an allen Fundstellen mit dem Glossar ab.
  • Prüfen Sie Abkürzungen beim ersten Auftreten und bei späteren Fundstellen.
  • Vergleichen Sie Zahlen, Einheiten, Formeln, Symbole und Klammern.
  • Prüfen Sie Tabellen, Abbildungen und ihre Verweise im Fließtext.
  • Kontrollieren Sie Zitate und Literaturverzeichnis getrennt.
  • Prüfen Sie Metadaten und Begleitkommunikation in eigenen Durchgängen.

Prüfen Sie bei Tabellen die Tabellenüberschrift, Tabellenköpfe, Zeilenbezeichnungen, Spaltenbezeichnungen, Einheiten, Fußnoten und Verweise. Vergleichen Sie jede Zelle mit übersetztem Text gegen den Ausgangstext. Prüfen Sie, ob Tabellenverweise im Text noch auf die richtige Tabelle zeigen. Kontrollieren Sie nach Änderungen den Umbruch und die vollständige Sichtbarkeit von Tabelleninhalt. Wenn eine Tabelle in einer Bilddatei enthalten ist, klären Sie zunächst, ob dieser Inhalt zum Übersetzungsumfang gehört.

Prüfen Sie bei Abbildungen Titel, Beschriftungen, Legenden, Achsen, Skalen, Einheiten, Bildtexte, Fußnoten und Verweise. Vergleichen Sie Begriffe in der Grafik mit den entsprechenden Begriffen im Fließtext. Prüfen Sie, ob eine Änderung im Bildtext auch im Verweistext nachgeführt wurde. Markieren Sie Text in Grafiken, dessen Bedeutung ohne Rückfrage nicht sicher bestimmbar ist. Halten Sie die Fundstelle und die Frage fest. Verwenden Sie keine vermutete Übersetzung als Ersatz für eine fehlende Klärung.

Lesen Sie den Zieltext zunächst abschnittsweise und danach vollständig. Prüfen Sie Satzanfänge, Satzenden, Pronomenbezüge, Wiederholungen, Satzzeichen, Leerzeichen, Trennungen und Absatzgrenzen. Prüfen Sie, ob ein Begriff innerhalb eines Abschnitts in gleicher Schreibweise erscheint. Vergleichen Sie auffällige Stellen danach wieder mit dem Ausgangstext. Ändern Sie eine Formulierung erst, wenn der Bezug zum Ausgangstext erhalten bleibt. Halten Sie fachliche Änderungen und rein sprachliche Änderungen getrennt in der Änderungsübersicht fest.

Prüfen Sie das Abstract in einem eigenen Durchgang. Vergleichen Sie Gegenstand, Ziel, Vorgehen, Ergebnisse, Einschränkungen und Schlussfolgerung mit dem Ausgangstext. Kontrollieren Sie, ob Begriffe und Zahlen im Abstract mit dem Haupttext übereinstimmen. Prüfen Sie, ob Abkürzungen im Abstract verständlich bleiben, wenn der Abstract getrennt gelesen wird. Markieren Sie jede Stelle, an der eine Aussage im Abstract weiter reicht oder enger ist als im Haupttext. Klären Sie solche Unterschiede vor der Abgabe.

Prüfen Sie Zitate getrennt vom übrigen Text. Vergleichen Sie Anführungszeichen, Auslassungen, Klammern, Seitenangaben und Quellenhinweise mit dem Ausgangstext und den Vorgaben des Empfängers. Prüfen Sie, ob direkte Zitate als solche erkennbar bleiben. Prüfen Sie, ob indirekte Zitate dem richtigen Nachweis zugeordnet sind. Vergleichen Sie jede Quellenangabe im Text mit einem Eintrag im Literaturverzeichnis. Vergleichen Sie anschließend jeden Eintrag im Literaturverzeichnis mit einer Nennung im Text. Notieren Sie fehlende oder widersprüchliche Angaben als Rückfrage.

Prüfen Sie Metadaten getrennt von Manuskript und Literaturverzeichnis. Vergleichen Sie Titel, Untertitel, Autorennamen, institutionelle Angaben, Schlagwörter, Kurzangaben, Dateinamen und Kennzeichnungen mit den bereitgestellten Unterlagen. Prüfen Sie die Schreibweise jedes Namens an allen Fundstellen. Kontrollieren Sie, ob dieselbe Angabe in mehreren Dateien gleich geschrieben ist. Wenn eine Angabe fehlt oder unklar ist, markieren Sie sie als offen. Ersetzen Sie eine fehlende Angabe nicht durch eine Annahme.

Prüfen Sie Begleitkommunikation als eigenen Bestandteil. Vergleichen Sie Anschreiben, E-Mails, Hinweise, Antworttexte, Bildunterschriften, Tabellenhinweise und Anmerkungen mit dem Auftrag. Prüfen Sie Namen, Titel, Dateibezeichnungen, Verweise auf Anlagen und sonstige Angaben gegen die bereitgestellten Unterlagen. Halten Sie Fragen mit Fundstelle, Ausgangsformulierung und benötigter Entscheidung fest. Prüfen Sie nach einer Antwort, ob die Entscheidung im richtigen Dokument und an der richtigen Stelle umgesetzt wurde.

Nutzen Sie eine Rückfragenliste. Notieren Sie für jede Frage das Dokument, die Fundstelle, den Ausgangstext, den Zieltext, die mögliche Unklarheit und den Status. Trennen Sie Fragen zur Bedeutung von Fragen zum Format. Trennen Sie Fragen zur Terminologie von Fragen zu fehlenden Unterlagen. Prüfen Sie vor dem Abschluss, ob jede Frage beantwortet oder sichtbar als offen markiert ist. Übernehmen Sie eine Antwort nicht in weitere Abschnitte, ohne die dortige Fundstelle ebenfalls zu prüfen.

Prüfen Sie Rechte und Vorgaben nur im konkreten Publikationskontext. Lesen Sie dafür die Unterlagen der Zeitschrift, Hochschule oder Konferenz sowie die zum Auftrag bereitgestellten Angaben. Markieren Sie Stellen, bei denen Bildmaterial, Tabellenmaterial, Zitate, Anhänge oder Begleitdokumente von einer Vorgabe betroffen sein können. Ermitteln Sie die zuständige Stelle aus den offiziellen Unterlagen, wenn eine Vorgabe nicht eindeutig ist. Dokumentieren Sie die Frage und die erhaltene Antwort. Nehmen Sie keine allgemeine rechtliche Anforderung an, die nicht aus dem konkreten Kontext hervorgeht.

Führen Sie einen Zahlen- und Zeichendurchgang durch. Vergleichen Sie Dezimaltrennzeichen, Prozentzeichen, Minuszeichen, Gleichheitszeichen, Klammern, Hochstellungen, Tiefstellungen, Einheiten, Datumsangaben und Seitenangaben. Prüfen Sie Formeln Zeichen für Zeichen gegen den Ausgangstext. Vergleichen Sie Tabellenwerte und Achsenbeschriftungen mit den zugehörigen Erläuterungen. Kontrollieren Sie, ob ein geänderter Wert auch in Abstract, Haupttext, Tabelle, Abbildung und Metadaten an den passenden Fundstellen erscheint. Markieren Sie Widersprüche und klären Sie sie, statt einen Wert auszuwählen.

Führen Sie einen Verweisdurchgang durch. Prüfen Sie Verweise auf Abschnitte, Tabellen, Abbildungen, Anhänge, Fußnoten und Literatur. Öffnen Sie jeden Verweis in der finalen Datei und vergleichen Sie Ziel und Bezeichnung. Prüfen Sie, ob die Nummerierung mit den Überschriften und Verzeichnissen übereinstimmt. Kontrollieren Sie Verweise nach jeder Verschiebung von Text oder Elementen erneut. Halten Sie Änderungen an der Nummerierung in der Änderungsübersicht fest.

Führen Sie einen Terminologiedurchgang durch. Öffnen Sie Glossar, Ausgangstext und Zieltext gleichzeitig. Suchen Sie jeden festgelegten Begriff im Zieltext. Vergleichen Sie Schreibweise, grammatische Form und Kontext mit dem Glossar und dem Ausgangstext. Prüfen Sie Fachbegriffe auch in Überschriften, Tabellen, Abbildungen, Bildtexten, Fußnoten, Literaturangaben und Metadaten. Markieren Sie abweichende Formen. Prüfen Sie bei einer Anpassung alle weiteren Fundstellen erneut. Verwenden Sie keine neue Benennung, ohne sie gegen den Auftrag und das Glossar zu vergleichen.

Führen Sie einen Durchgang für Auslassungen und Ergänzungen durch. Vergleichen Sie jeden Absatz des Ausgangstexts mit dem Zieltext. Markieren Sie fehlende Sätze, fehlende Satzteile, zusätzliche Erläuterungen und verschobene Einschränkungen. Prüfen Sie, ob ein Satz im Zieltext mehr behauptet als der Ausgangstext. Prüfen Sie auch, ob ein Satz eine Einschränkung, einen Vorbehalt oder eine Bedingung verloren hat. Entfernen Sie ungesicherte Ergänzungen. Klären Sie unverständliche Ausgangsstellen durch Rückfrage, statt sie inhaltlich zu erweitern.

Führen Sie einen Durchgang für Format und Dateifassung durch. Prüfen Sie Überschriften, Absatzgrenzen, Listen, Tabellen, Abbildungen, Fußnoten, Seitenzahlen, Kopfzeilen, Fußzeilen und Verzeichnisse in der vorgesehenen Datei. Kontrollieren Sie, ob Zeichen vollständig dargestellt werden. Prüfen Sie nach jeder Änderung den betroffenen Abschnitt und danach die gesamte Datei. Vergleichen Sie Dateiname, Version und Stand mit der Änderungsübersicht. Halten Sie fest, welche Datei geprüft wurde. Arbeiten Sie nicht gleichzeitig in mehreren unklar benannten Fassungen.

Führen Sie die fachliche und sprachliche Schlusskorrektur getrennt aus. Vergleichen Sie in der fachlichen Korrektur Begriffe, Zahlen, Einheiten, Zitate, Quellenhinweise, Einschränkungen und Verweise mit dem Ausgangstext. Lesen Sie in der sprachlichen Korrektur den Zieltext als eigenständigen Text. Markieren Sie unklare Bezüge, fehlende Wörter, doppelte Wörter, uneinheitliche Schreibweisen, Satzzeichenfehler und fehlerhafte Leerzeichen. Prüfen Sie jede Änderung danach erneut gegen den Ausgangstext. So bleibt die Änderung nachvollziehbar und der Zieltext wird nicht durch eine bloße Vermutung verändert.

Schließen Sie mit einer Abgabeliste ab. Vermerken Sie Abstract, Haupttext, Zitate, Literaturverzeichnis, Metadaten, Begleitkommunikation, Tabellen, Abbildungen, Anlagen, Glossar und Rückfragenliste. Prüfen Sie, ob alle markierten Stellen bearbeitet, geklärt oder sichtbar als offen gekennzeichnet sind. Vergleichen Sie die finale Datei mit der Liste der vorgenommenen Änderungen. Lesen Sie die finale Datei vollständig. Prüfen Sie anschließend die Publikationsrichtlinien unmittelbar bei Zeitschrift, Hochschule oder Konferenz, weil für wissenschaftliche Texte kein einzelner allgemeiner Standard daraus folgt.

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Quellen und Stand

Die Einordnung „Vorbereitung und Ablauf beim Übersetzen wissenschaftlicher Werke“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

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