Nominalstil in Verbalstil umwandeln
Weg von der Substantivierung, hin zum Verb
Der Nominalstil drückt alles durch Substantive aus und wirkt schwerfällig, der Verbalstil nutzt Verben und liest sich lebendig. Diese Anleitung zeigt den Unterschied und wie du übertriebenen Nominalstil in klaren Verbalstil umwandeln kannst – mit Beispielen.
Nominalstil und Verbalstil im Vergleich
Der Nominalstil ballt Informationen in Substantiven, oft auf -ung: Die Durchführung der Analyse erfolgte unter Berücksichtigung der Vorgaben. Der Verbalstil nutzt Verben: Wir analysierten die Daten und berücksichtigten die Vorgaben. Der zweite Satz ist kürzer, klarer und aktiver.
Woran du übertriebenen Nominalstil erkennst
Warnsignale sind Häufungen von Substantiven auf -ung, -heit, -keit, -ion und blasse Funktionsverben wie erfolgen, durchführen, vornehmen, zur Anwendung bringen. Wo drei Substantive aneinanderhängen (zur Optimierung der Durchführung der Messung), steckt fast immer ein verstecktes Verb, das den Satz retten würde.
Nominalstil in Verbalstil umwandeln
Die Technik: Verwandle das zentrale Substantiv zurück ins Verb. die Überprüfung der Hypothese → die Hypothese überprüfen. unter Verwendung von → indem man … verwendet. Eine Steigerung der Effizienz erfolgte → Die Effizienz stieg. Meist verschwinden dabei überflüssige Präpositionen gleich mit.
Nominalstil ist nicht immer falsch
In Maßen ist der Nominalstil in der Wissenschaft legitim – er verdichtet und wirkt sachlich. Problematisch wird erst die Übertreibung, die Sätze unlesbar macht. Ziel ist die Mischung: die präzise Verdichtung nutzen, aber die Handlung ins Verb legen, wo der Satz sonst erstarrt. Die Beispiele oben zeigen, wie das gelingt – genau die Art Feinschliff, die ein Lektorat leistet.
Mehr zum wissenschaftlichen Stil: Schachtelsätze vermeiden und Passiv und Aktiv. Den ganzen Text prüft ein Korrekturlesen oder das Stil-Lektorat. Formulierungshilfen bietet die Liste wissenschaftlicher Satzanfänge.