Schachtelsätze erkennen und vermeiden
Lange Satzungetüme entwirren
Schachtelsätze mit vielen verschachtelten Nebensätzen überfordern den Leser und verstecken die Aussage. Diese Anleitung zeigt, wie du Schachtelsätze erkennst und vermeidest, indem du sie in kurze, klare Sätze aufteilst – mit Beispielen.
Was ein Schachtelsatz ist
Ein Schachtelsatz schiebt mehrere Nebensätze ineinander, sodass sich Subjekt und Prädikat des Hauptsatzes weit voneinander entfernen. Bis der Leser am Verb ankommt, hat er den Anfang vergessen. Als Faustregel gilt: Ein Satz sollte einen Gedanken tragen und selten mehr als zwei Nebensätze enthalten.
Schachtelsätze erkennen
Warnsignale sind mehr als 25 Wörter, drei oder mehr Kommas, mehrere dass, welche oder wobei im selben Satz und ein Verb, das erst ganz am Ende auftaucht. Wenn du beim lauten Lesen zwischendurch Luft holen musst und den Faden verlierst, ist es ein Schachtelsatz.
Schachtelsätze in kurze Sätze aufteilen
Die Technik: einen Gedanken pro Satz. Nimm den langen Satz auseinander und mach aus jedem Nebensatz einen eigenen Hauptsatz. Die Studie, die 2021 erschien und die Methode kritisierte, welche zuvor Standard war, löste eine Debatte aus → Die Studie erschien 2021. Sie kritisierte die bis dahin übliche Methode und löste eine Debatte aus.
Kurze Sätze sind nicht simpel
Kurze Sätze zu schreiben heißt nicht, simpel zu denken – im Gegenteil: Klarheit ist anspruchsvoll. Ein guter wissenschaftlicher Text mischt kürzere und mittlere Sätze und setzt die wichtige Aussage in einen knappen Hauptsatz. Wer Schachtelsätze konsequent vermeidet, macht komplexe Inhalte erst zugänglich. Den Rhythmus prüft ein Korrekturlesen.
Mehr zum wissenschaftlichen Stil: Nominalstil und Verbalstil und Wortwiederholungen vermeiden. Den ganzen Text prüft ein Korrekturlesen oder das Stil-Lektorat. Formulierungshilfen bietet die Liste wissenschaftlicher Satzanfänge.