Übernehmen oder übersetzen? Englische Fachbegriffe im Text
Englische Fachbegriffe: So gehst du in deiner Arbeit mit ihnen um
Ob du einen englischen Fachbegriff übernimmst, übersetzt, kursiv setzt oder mit Bindestrich schreibst, ist an Hochschulen und in den Fächern verschieden geregelt. Duden-Regeln gelten dabei nur für die Schreibung, während Übersetzung und Kursivsetzung nach den Vorgaben deiner Hochschule, deines Fachbereichs oder deiner Betreuung entschieden werden.
Übernehmen oder übersetzen im Fachtext
Ob ein englischer Fachbegriff im Text stehen bleibt, entscheidet nicht eine allgemeine Regel, sondern dein Fach und deine Betreuung. Die genannten Hochschulen regeln den Umgang mit englischen Ausdrücken unterschiedlich, deshalb lohnt sich der Blick in die Vorgaben, bevor du den ersten Begriff festlegst. Als erfundenes Beispiel dient der Begriff Caching in einer Informatikarbeit: Beim ersten Auftreten führst du ihn mit einer kurzen deutschen Erklärung in eigenen Worten ein. Lege die gewählte Form in deiner Begriffsliste fest und prüfe anschließend, ob du sie überall gleich schreibst.
Der Lehrstuhl TCS der RWTH Aachen beschreibt in seinen Hinweisen zum Verfassen schriftlicher Arbeiten, dass in der Informatik englische Begriffe oft eingedeutscht werden. Als Beispiel nennt er Open-Source-Software. Damit ist das Vorgehen dieses Lehrstuhls beschrieben, eine Pflicht für alle Fächer ist daraus nicht abzuleiten. Dieselben Hinweise setzen Fremdwörter üblicherweise kursiv und begründen das Eindeutschen mit dem Ziel, dass nicht die Hälfte eines Absatzes kursiv erscheinen muss.
Der Leitfaden des Fachbereichs 06 der Universität Mainz, Datei von 2018, verfolgt eine andere Linie. Bekannte Fachausdrücke aus fremden Sprachen setzt er nicht kursiv; als Beispiel dient das Wort Setting. Dasselbe gilt für fremdsprachliche Begriffe, deren Verwendung im Deutschen üblich ist. Daraus folgt vorsichtig, dass du ohne ausdrückliche Vorgabe deiner Betreuung nachfragen solltest, welche Linie für deine Arbeit gilt. Der Leitfaden gilt für seinen Fachbereich, eine Pflicht für alle Fächer folgt daraus nicht.
Ob ein Begriff schon als deutsches Wort gilt, hängt mit dem Thema Anglizismen im Deutschen zusammen, weil dort englische Wörter betrachtet werden, die im Deutschen verwendet werden. Die Entscheidung über die Übernahme triffst du nach der Vorgabe deiner Betreuung. Steht später eine vollständige Übersetzung der Arbeit an, stellt sich eine eigene Frage, die eng mit Arbeit in weitere Sprachen übersetzen verbunden ist, weil es dann um dieselben Begriffe in einer anderen Sprachfassung geht.

Bindestrich und Großschreibung bei Zusammensetzungen
Für die Schreibung englischer Wörter nennt der Duden-Sprachratgeber im Kern dieselben Überlegungen wie bei deutschen Zusammensetzungen. Bei zwei Substantiven stehen zwei Wege offen: Die Verbindung wird zusammengeschrieben, etwa Shoppingcenter, oder mit Bindestrich verbunden, wobei dann beide Substantive großgeschrieben werden, wie bei Economy-Class. Ein Bindestrich bietet sich an, wenn die Zusammenschreibung schwer lesbar wäre, etwa bei Desktop-Publishing. Ob eine Verbindung als eine Einheit gilt, ist eine verwandte Frage zur Getrennt- und Zusammenschreibung und verdient einen eigenen Blick.
Ein zweiter Fall betrifft eine getrennt geschriebene englische Verbindung, an die ein weiteres Substantiv angehängt wird. Dafür nennt der Duden den Bindestrich als zwingend, etwa in Big-Bang-Hypothese oder Grand-Prix-Rennen. Kommt vorne ein Präfix hinzu, wird auch der zweite Bestandteil angekoppelt, wie bei Ex-First-Lady. Der Duden nennt solche Bindestrich-Ungetüme als Erschwernis beim Lesen und rät deshalb, vorab zu prüfen, ob sich der Ausdruck umformulieren lässt.
| Fall | Schreibweise | Beleg |
|---|---|---|
| Zwei Substantive | Shoppingcenter oder Economy-Class (Bindestrich, beide Teile groß) | Duden-Sprachratgeber zur Schreibung englischer Wörter |
| Verbindung plus weiteres Substantiv | Big-Bang-Hypothese (Bindestrich) | Duden-Sprachratgeber zum Bindestrich in mehrteiligen Substantiven |
| Wortgruppe als Bestimmungswort | Public-Relations-Abteilung (durchgekoppelt) | Duden-Sprachratgeber zur Schreibung englischer Wörter |
Ein eigenes Beispiel kennzeichnest du als erfundenes Beispiel und prüfst seine Schreibweise anhand der Tabelle. Für deinen Text bedeutet das vor allem, bei jeder schwer lesbaren Kette zu prüfen, ob du den Ausdruck umformulieren kannst, wie es der Duden rät.
Kursiv setzen oder nicht
Kursivsetzung wird an Hochschulen unterschiedlich geregelt. Das Stilblatt des Seminars für Englische Philologie der Universität Göttingen gilt für Arbeiten dieses Seminars in der Fachdidaktik Englisch. Es kennzeichnet fremdsprachige Wörter durch Kursivschrift, sofern sie nicht in die deutsche Sprache integriert sind, und nennt als Maßgabe den Duden. Dort gelten eingedeutscht erscheinende Begriffe als deutsche Ausdrücke. Mit Hervorhebungen soll sparsam umgegangen werden.
Der Lehrstuhl TCS der RWTH Aachen setzt Fremdwörter üblicherweise kursiv. Damit wird zugleich angezeigt, dass an dieser Stelle eine andere Grammatik oder Rechtschreibung gilt. Gleichzeitig werden in der Informatik gängige Begriffe oft eingedeutscht, damit nicht ständig Kursivschrift im Absatz steht. Diese Regel bezieht sich auf den genannten Lehrstuhl und sein Fach.
Der Leitfaden des Fachbereichs 06 der Universität Mainz, Datei von 2018, setzt Wörter anderer Sprachen kursiv und nennt dabei fremdsprachige Eigennamen als Beispiel. Bekannte Fachausdrücke aus fremden Sprachen bleiben ohne Kursive, ebenso fremdsprachliche Begriffe, deren Verwendung im Deutschen üblich ist. Die genannten Hochschulen regeln die Kursivsetzung also unterschiedlich, und ihre Vorgaben gelten jeweils nur für ihren Geltungsbereich: das Göttinger Stilblatt für Arbeiten der Fachdidaktik Englisch, die Aachener Hinweise für den Lehrstuhl TCS und dessen Fach, der Mainzer Leitfaden für den Fachbereich 06.
Daraus folgt vorsichtig, dass du die Regel deiner Hochschule oder deiner Betreuung erfragen solltest, bevor du Kursivschrift im Text festlegst. Ein erfundenes Beispiel: Du notierst die Vorgabe deiner Betreuung neben der Begriffsliste, sobald du einen Begriff zum ersten Mal verwendest, damit du sie später nachvollziehen kannst.
Eine verwandte Frage betrifft Fremdsprachige Zitate übersetzen, weil Zitate in fremder Sprache ebenfalls Vorgaben brauchen. Dafür fragst du dieselbe Stelle nach ihrer Regel.

Einheitlich schreiben im ganzen Text
Einheitlichkeit ist der Punkt, an dem sich die Regeln aus den vorherigen Abschnitten bewähren. Das Göttinger Stilblatt verlangt in Zweifelsfällen, im ganzen Dokument einheitlich zu verfahren. Der Lehrstuhl TCS der RWTH Aachen sagt, Zusammensetzungen sollen nicht zerhackt werden, und zeigt das an einem Algorithmus-Begriff.
Diese Schrittfolge hilft dir, die Entscheidungen festzuhalten:
- Alle englischen Begriffe der Arbeit sammeln.
- Pro Begriff festlegen, ob er übernommen oder übersetzt wird.
- Die Schreibweise nach dem Duden prüfen.
- Die Kursivsetzung nach der Vorgabe deiner Hochschule oder Betreuung festlegen.
- Die Liste über die ganze Arbeit anwenden.
- Vor der Abgabe per Suchfunktion gegenprüfen, ob alle Fundstellen übereinstimmen.
Bei Schritt zwei hilft dir die Frage, welche Begriffe als Fremdwörter aus dem Englischen gelten und welche bereits als deutsche Ausdrücke durchgehen, denn daran knüpft die Kursivsetzung an. Notiere die Entscheidung je Begriff, damit du sie beim Gegenprüfen wiederfindest. Achte besonders auf zerhackte Wortgruppen und auf Bindestriche, die an einer Stelle fehlen.
Ein erfundenes Beispiel: Caching wird beim ersten Auftreten mit einer kurzen deutschen Erklärung eingeführt. Eine Hervorhebung, die an einer Stelle fehlt, passt nicht zu einem einheitlichen Verfahren; deshalb lohnt sich die Suche nach allen Fundstellen vor der Abgabe. Stand ist Oktober 2026, Vorgaben einzelner Lehrstühle können sich ändern, deshalb prüfst du die aktuelle Regel direkt bei deiner Stelle.
Quellen und Stand
- Duden: Schreibung von Fremdwörtern aus dem Englischen (Sprachratgeber, abgerufen 06.10.2026): www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Der Bindestrich in mehrteiligen Substantiven (Sprachratgeber, abgerufen 06.10.2026): www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Mainz, FB 06 (FTSK): Leitfaden zum Abfassen wissenschaftlicher Arbeiten (2018): dolmetschwissenschaft.fb06.uni-mainz.de (geprüft am 2026-10-06)
- RWTH Aachen, Lehrstuhl TCS: Hinweise zum Verfassen schriftlicher Arbeiten (ohne Datum): tcs.rwth-aachen.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Göttingen, Seminar für Englische Philologie (Fachdidaktik): Stilblatt zum Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten: www.uni-goettingen.de (geprüft am 2026-10-06)