Zeigen Synonym: die Stufenleiter der Beweiskraft

Andeuten, nahelegen, belegen, nachweisen

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 5. August 2026 · alle Synonyme

Zeigen kann in wissenschaftlichen Texten Ergebnisse oder Schlussfolgerungen einleiten; die Wahl des Verbs bestimmt dabei die Reichweite der Aussage. Zwischen „die Daten deuten an“ und „die Daten beweisen“ liegen unterschiedliche Stufen der Absicherung. Ein Synonym ist hier also keine reine Stilfrage, sondern eine inhaltliche Entscheidung.

Die Stufenleiter

Schwach: andeuten, nahelegen, hindeuten auf. Diese Gruppe passt bei kleinen Stichproben, explorativen Auswertungen und Zusammenhängen ohne Signifikanz. Sie behauptet nichts, sondern weist in eine Richtung. Mittel: zeigen, darlegen, aufzeigen, verdeutlichen. Zeigen selbst ist die neutrale Mitte und in den meisten Ergebnissätzen richtig. Darlegen bezieht sich auf eine Argumentation, nicht auf Daten, und gehört deshalb eher in die Diskussion. Stark: belegen, nachweisen, beweisen. Beweisen ist in empirischen Fächern kaum je angemessen, weil Empirie nicht beweist, sondern stützt oder widerlegt. In der Mathematik ist es dagegen der korrekte Ausdruck.
Stufenleiter der Beweiskraft beim Verb zeigen mit Beispielen
Zeigen Synonym: die Stufenleiter der Beweiskraft im Überblick.

Daten oder Autorin zeigt:

Sowohl die Daten als auch die Verfasserin können im Deutschen das Subjekt bilden: „Die Auswertung zeigt, dass...“ oder „Wir zeigen, dass...“. Beide Varianten sind zulässig, drücken aber Unterschiedliches aus. Die erste schreibt die Aussage den Daten zu, die zweite der Argumentation.

In Ergebnisteilen kann die datenzentrierte Form den Befund in den Vordergrund stellen; in Diskussion und Fazit kann die Ich-Perspektive die eigene Argumentation kenntlich machen. Eine einheitliche Perspektive hilft, Messwerte und Schlussfolgerungen zu unterscheiden. Einen ähnlichen Unterschied erklärt die Seite zu finden.

Rektion und Grammatik

Zeigen wird regelmäßig flektiert: zeigen, zeigte, gezeigt. Das Verb kann mit Akkusativobjekt („etwas zeigen“), mit Dativ und Akkusativ („jemandem etwas zeigen“) oder mit einem dass-Satz stehen. In „Es zeigte sich, dass...“ beschreibt sich zeigen, dass sich ein Befund herausstellt.

Die reflexive Form ist in Ergebnisteilen besonders nützlich, weil sie ohne handelndes Subjekt auskommt und trotzdem nicht passivisch klingt. Sie ist damit eine Alternative zum unpersönlichen Passiv, das in vielen Fächern als schwerfällig gilt.

Subjektwahl zwischen Daten und Autoren im wissenschaftlichen Text

Aufzeigen heißt nicht immer zeigen

Aufzeigen bedeutet laut Wörterbuch, etwas deutlich zu zeigen, nachzuweisen oder darzulegen. Ob es gegenüber zeigen die passendere Wahl ist, hängt vom Kontext ab; eine allgemeine Aussage über frühere Unkenntnis oder den Gebrauch in bestimmten Textsorten lässt sich daraus nicht ableiten.

Aufzeigen kann mit einem dass-Satz stehen: „Die Studie zeigt auf, dass...“. Häufig passt auch ein konkretes Substantiv, etwa Möglichkeiten aufzeigen oder Grenzen aufzeigen.

Verwendung in Abbildungsverweisen

Für Grafikverweise eignet sich zum Beispiel: „Abbildung 3 zeigt den Verlauf.“ Je nach Aussageziel kann eine Abbildung Werte darstellen oder einen Verlauf sichtbar machen; das Verb sollte zum beschriebenen Inhalt passen.

Autorinnen und Autoren können eine doppelte Bezugnahme vermeiden: „Abbildung 3 zeigt, dass der Wert steigt, wie in Abbildung 3 zu sehen ist.“ Ein klar formulierter Verweis reicht oft aus. Die Alternativen für die Darstellung selbst stehen auf der Seite zu darstellen. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.

Im Englischen deckt show einen weiteren Bereich ab als das deutsche zeigen und wird in Fachtexten routinemäßig für Ergebnisse verwendet. Die wortgetreue Übersetzung führt deshalb dazu, dass deutsche Arbeiten stärker behaupten, als das Original meinte. Wer übersetzt, sollte die Stufenleiter neu wählen statt das Wort zu übernehmen.

Abschließend unterscheidet man zeigen von darstellen und abbilden. Darstellen beschreibt die Form der Wiedergabe, abbilden die grafische Übertragung und zeigen das Sichtbarmachen eines Sachverhalts. Eine Tabelle bildet Werte ab, stellt sie dar und zeigt einen Zusammenhang: drei Verben für drei Ebenen desselben Objekts.

In Diskussionsteilen ist die Wortwahl besonders folgenreich, weil dort aus Ergebnissen Schlüsse werden. „Die Daten zeigen einen Zusammenhang“ beschreibt zunächst eine Beobachtung, „die Daten zeigen, dass A B verursacht“ formuliert eine Kausalbehauptung. Für diese müssen je nach Fach und Fragestellung Untersuchungsdesign, Analyse und Annahmen die Schlussfolgerung tragen. Wer nur den Nebensatz erweitert, kann unbemerkt mehr behaupten.

Bei einem fehlenden Befund sollte die Formulierung die Reichweite der Untersuchung wiedergeben: Ein nicht festgestellter Zusammenhang ist nicht automatisch ein Nachweis seines Fehlens. „Die Auswertung zeigte keinen Zusammenhang“ beschreibt das Ergebnis; „die Auswertung zeigte, dass kein Zusammenhang besteht“ ist bei begrenzter Datenbasis meist zu stark. In Gutachten kann diese Unterscheidung deshalb relevant sein.

Was ist ein Synonym für zeigen?

Die Wahl hängt von Aussage, Datenlage und Methode ab: andeuten oder nahelegen passen zu vorsichtigen Hinweisen, zeigen oder verdeutlichen zu einer beschriebenen Beobachtung, belegen oder nachweisen zu einer begründeten Evidenzlage. Beweisen wird für empirische Befunde meist vermieden.

Darf man in einer Arbeit beweisen schreiben?

In mathematischen Zusammenhängen bezeichnet „beweisen“ eine formale Ableitung. In empirischen Fächern ist das Wort dagegen kaum üblich, weil Befunde Annahmen stützen oder ihnen widersprechen, sie aber nicht automatisch endgültig entscheiden. Je nach Kontext passen belegen, nachweisen oder vorsichtigere Formulierungen.

Was ist der Unterschied zwischen zeigen und aufzeigen?

Aufzeigen bedeutet laut Wörterbuch, etwas deutlich zu zeigen, nachzuweisen oder darzulegen. Es setzt nicht voraus, dass etwas bisher verborgen oder übersehen war; ob es statt zeigen passt, entscheidet der Kontext.

Unsere Partner