Ziel Synonym: Zweck, Absicht oder Ergebnis
Wohin, wozu und mit welcher Haltung
Ziel, Zweck und Absicht werden im Alltag gleichgesetzt und meinen doch Verschiedenes. Das Ziel ist der Punkt, den man erreichen will. Der Zweck ist der Nutzen, den das Erreichen stiftet. Die Absicht ist die Haltung dessen, der handelt. In wissenschaftlichen Arbeiten fällt die Vermischung sofort auf, weil die Zielsetzung eines Kapitels etwas anderes ist als sein Zweck, und in Anträgen entscheidet die Unterscheidung über die Bewilligung.
Ziel, Zweck und Absicht
Das Ziel ist prüfbar: Es ist erreicht oder nicht. Passende Alternativen sind Zielsetzung, Vorgabe und in messbaren Zusammenhängen Sollwert. „Ziel der Arbeit ist die Beschreibung von X“ lässt sich am Ende überprüfen.
Der Zweck ist der Nutzen dahinter: Sinn, Funktion, Bestimmung. „Zweck der Erhebung ist die Verbesserung der Beratung“ sagt, wofür das Ergebnis gebraucht wird. Ein Zweck kann bestehen bleiben, auch wenn das Ziel verfehlt wird.
Die Absicht gehört zur handelnden Person: Vorhaben, Bestreben, Anliegen. Sie ist nicht überprüfbar und deshalb in Berichten mit Vorsicht zu verwenden: Was jemand beabsichtigt hat, ist von außen selten feststellbar.
Zielsetzung in Arbeiten
In der Einleitung einer Abschlussarbeit steht üblicherweise ein Absatz zur Zielsetzung. Er beantwortet, was am Ende vorliegen soll: eine Beschreibung, ein Vergleich, ein Modell, eine Handlungsempfehlung. Die Formulierung „Ziel dieser Arbeit ist es, ... zu untersuchen“ ist üblich und unauffällig.
Häufig verwechselt wird die Zielsetzung mit der Fragestellung. Die Fragestellung ist die Frage, die Zielsetzung das erwartete Ergebnis. Beide gehören in die Einleitung, aber nicht in denselben Satz. Der Unterschied zum Thema ist auf der Seite Thema beschrieben.
Zu vermeiden ist die Häufung im Plural: „Ziele dieser Arbeit sind ...“ mit vier Aufzählungspunkten kündigt vier Arbeiten an. Eine Arbeit hat in der Regel ein Ziel und mehrere Schritte dorthin.
Zielformulierung in Anträgen
In Projektanträgen und Zeugnissen sind Ziele üblicherweise messbar zu formulieren. Verbreitet ist die Forderung nach Angaben zu Umfang, Frist und Nachweis: Was soll bis wann in welcher Höhe erreicht sein und woran wird es gemessen. Ein Ziel ohne Nachweis ist eine Absicht.
Sprachlich heißt das, das Ziel mit einem Substantiv des Ergebnisses zu benennen, nicht mit einem Verb der Tätigkeit. „Erhöhung der Rücklaufquote auf 60 Prozent“ ist ein Ziel, „die Rücklaufquote erhöhen“ eine Tätigkeit. Der Unterschied wirkt klein und entscheidet in der Prüfung über die Zuordnung.
Feste Wendungen und Zusammensetzungen
Nicht ersetzt werden feste Wendungen: sich etwas zum Ziel setzen, über das Ziel hinausschießen, am Ziel sein, Ziel und Zweck. Die Doppelung „Ziel und Zweck“ ist dabei kein Pleonasmus, sondern nennt beide Seiten ausdrücklich.
Zusammensetzungen sind zahlreich und fachlich belegt: Zielgruppe, Zielvereinbarung, Zielkonflikt, Zielsetzung. Ein Zielkonflikt liegt vor, wenn zwei Ziele einander ausschließen, und ist in Arbeiten ein nützlicher Begriff, weil er benennt, warum ein Kompromiss nötig war. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
Im Sport und in der Alltagssprache ist Ziel zusätzlich ein Ort: die Ziellinie, das Reiseziel. Diese räumliche Bedeutung ist die ursprüngliche und erklärt die Wendungen mit Richtung, etwa „auf ein Ziel zusteuern“. In übertragener Verwendung bleibt das Bild erhalten, weshalb Ziele erreicht und nicht erfüllt werden; erfüllt werden Vorgaben und Erwartungen.
Häufig falsch ist die Fügung „das Ziel verfolgen, dass ...“. Verfolgt wird ein Ziel, nicht ein Nebensatz. Richtig ist „das Ziel verfolgen, etwas zu tun“ oder „darauf abzielen, dass ...“. Der Unterschied fällt vor allem in Anträgen auf, wo beide Konstruktionen dicht beieinanderstehen.
In Zeugnissen ist die Zielerreichung ein Bewertungsmerkmal mit fester Formulierung. „Er erreichte die vereinbarten Ziele stets“ ist besser als „erreichte die Ziele“, weil das Wort stets die Regelmäßigkeit belegt. Solche Signalwörter sind Teil des Zeugniscodes und dürfen nicht durch Synonyme ersetzt werden, ohne die Bewertung zu verändern.
Im Projektmanagement ist die Abgrenzung zwischen Ziel und Meilenstein eingeführt: Das Ziel beschreibt den Endzustand, der Meilenstein einen überprüfbaren Zwischenpunkt auf dem Weg dorthin. Wer beide gleichsetzt, erzeugt Projektpläne, in denen das Erreichen eines Zwischenschritts wie ein Abschluss aussieht.
Zu unterscheiden ist Ziel schließlich von Ergebnis. Das Ziel wird vorher gesetzt, das Ergebnis stellt sich nachher ein, und beide können auseinander liegen. In Abschlussberichten ist die Gegenüberstellung von Zielsetzung und Ergebnis deshalb der übliche Aufbau, und Formulierungen, die beide vermischen, machen die Bewertung unmöglich.
Was ist der Unterschied zwischen Ziel und Zweck?
Das Ziel ist der Punkt, den man erreichen will, und damit prüfbar. Der Zweck ist der Nutzen, den das Erreichen stiftet. Ein Zweck kann bestehen bleiben, auch wenn das Ziel verfehlt wird.
Wie formuliere ich die Zielsetzung einer Arbeit?
Mit dem erwarteten Ergebnis: „Ziel dieser Arbeit ist eine vergleichende Beschreibung von X und Y.“ Die Fragestellung gehört daneben, aber nicht in denselben Satz.
Ist Ziel und Zweck eine doppelte Aussage?
Nein. Die Wendung nennt zwei verschiedene Dinge ausdrücklich nebeneinander: den angestrebten Endpunkt und den Nutzen dahinter.