Gendern Rechtsanwalt: Formen im Überblick
Rechtsanwalt gendern: Doppelnennung, Sonderzeichen und Alternativen
Wer gendern Rechtsanwalt sucht, möchte wissen, wie sich die Berufsbezeichnung geschlechtergerecht formulieren lässt: Die gängigste Lösung ist die Doppelnennung Rechtsanwältin und Rechtsanwalt, ergänzt durch verkürzte Schreibweisen wie Rechtsanwält*innen, Rechtsanwält:innen oder RechtsanwältInnen. In wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt sich, vor der Wahl der Form zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule zu prüfen, da das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt bislang nicht als verbindlichen Standard vorsieht. Fehlt eine passende neutrale Umschreibung, bleibt die konsequente Doppelnennung die verlässlichste Lösung für den gesamten Text.
Gendern Rechtsanwalt: die kurze Antwort
Um Rechtsanwalt geschlechtergerecht zu formulieren, gibt es drei Wege: die Doppelnennung (Rechtsanwältin und Rechtsanwalt), verkürzte Formen mit Sonderzeichen (zum Beispiel Rechtsanwält*innen oder Rechtsanwält:innen) sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen. Wer gendern Rechtsanwalt als Suchbegriff eingibt, sucht meist eine schnelle Übersicht dieser Varianten für Bewerbungsschreiben, Hausarbeiten oder offizielle Texte. Welche Form die richtige ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen und juristischen Texten ist die Doppelnennung am gebräuchlichsten, in Studien- und Hochschultexten setzen sich zunehmend Gendersternchen oder Doppelpunkt durch, sofern die jeweilige Institution das zulässt oder empfiehlt. Für Bewerbungsunterlagen, Kanzleiwebsites oder juristische Gutachten empfiehlt es sich, die im jeweiligen Umfeld übliche Schreibweise zu übernehmen, statt eine persönliche Vorliebe gegen bestehende Vorgaben durchzusetzen.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Personenbezeichnung Rechtsanwalt existieren mehrere geschlechtergerechte Schreibweisen, die je nach Kontext unterschiedlich passend sind:
- Doppelnennung: Rechtsanwältin und Rechtsanwalt (Plural: Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte)
- Gendersternchen: Rechtsanwält*in, im Plural Rechtsanwält*innen
- Doppelpunkt: Rechtsanwält:in, im Plural Rechtsanwält:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Rechtsanwält_in, im Plural Rechtsanwält_innen
- Binnen-I: RechtsanwältIn, im Plural RechtsanwältInnen
Die weibliche Form lautet korrekt Rechtsanwältin (Plural Rechtsanwältinnen), gebildet mit Umlaut aus dem Wortstamm Rechtsanwalt. Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich gelten als Sammelbegriff für alle Geschlechter, während das Binnen-I ursprünglich nur die weibliche und männliche Form zusammenfasst. Beim Sprechen wird das Sonderzeichen häufig als kurze Pause (Glottisschlag) zwischen Wortstamm und Endung hörbar gemacht, im Schriftbild bleibt es dagegen unauffällig und lässt sich mit einem einzelnen Zeichen einfügen.
Geschlechtsneutrale Alternativen zu Rechtsanwalt
Eine echte geschlechtsneutrale Einwortlösung wie Studierende gibt es für Rechtsanwalt nicht, da die Berufsbezeichnung an eine formale Zulassung gebunden ist und kein passendes Partizip existiert. Möglich sind Umschreibungen wie Person mit Rechtsanwaltszulassung, anwaltliche Vertretung oder Rechtsbeistand, die den Beruf funktional statt personenbezogen beschreiben. Für die Gesamtheit der Berufsgruppe eignet sich zudem der Sammelbegriff Anwaltschaft. In den meisten Texten ist es dennoch klarer und juristisch präziser, bei der Doppelnennung oder einer verkürzten Genderform zu bleiben, statt auf eine Umschreibung auszuweichen, die den fachlichen Titel verwässert. Eine neutrale Formulierung eignet sich vor allem dort, wo die konkrete Berufsbezeichnung nicht im Vordergrund steht, etwa in allgemeinen Beschreibungen von Tätigkeiten oder Zuständigkeiten.
Beispielsatz im Studien- und Unikontext
In einer juristischen Hausarbeit könnte ein Satz so aussehen: Die befragten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte gaben übereinstimmend an, dass sich die Fallzahlen im vergangenen Jahr erhöht haben. Wählt die Arbeit die verkürzte Schreibweise, lautet die Formulierung: Die befragten Rechtsanwält*innen gaben übereinstimmend an, dass sich die Fallzahlen erhöht haben. Beide Varianten sind sprachlich korrekt, sie unterscheiden sich nur in der gewählten Genderform. Wichtig ist, die einmal gewählte Schreibweise durchgängig durch die gesamte Arbeit beizubehalten, statt zwischen Doppelnennung und Sonderzeichen zu wechseln. Auch in Fußnoten, Tabellenbeschriftungen und im Literaturverzeichnis sollte dieselbe Schreibweise erscheinen, damit der Text insgesamt einheitlich wirkt.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Häufige Fehler sind eine falsche Pluralbildung (Rechtsanwältin*innen statt korrekt Rechtsanwält*innen), das Mischen mehrerer Genderformen innerhalb eines Textes sowie das Weglassen des Umlauts in der weiblichen Form. Da das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt derzeit nicht als verbindlichen Standard führt, unterscheiden sich die Vorgaben einzelner Hochschulen: Manche verlangen sie ausdrücklich, andere lehnen sie ab. Für eine wissenschaftliche Arbeit empfiehlt sich daher, vorab den Leitfaden Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschule zu prüfen und, falls keine Vorgabe existiert, konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Umschreibung zu bleiben.
Fazit
Für die Berufsbezeichnung Rechtsanwalt stehen mehrere geschlechtergerechte Formen zur Wahl: die klassische Doppelnennung, verkürzte Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie funktionale Umschreibungen für Sonderfälle. Eine einzelne feststehende Lösung schreibt das amtliche Regelwerk aktuell nicht vor, weshalb der Kontext entscheidet: Im Studium gilt die jeweilige Hochschulvorgabe, in allgemeinen Texten überzeugt vor allem eine konsequent durchgehaltene Schreibweise. Wer unsicher ist, sollte die gewählte Form einheitlich im gesamten Dokument anwenden und den Text im Zweifel noch einmal gegenlesen lassen. So lässt sich vermeiden, dass Doppelnennung, Sonderzeichen und neutrale Umschreibung unbeabsichtigt nebeneinander stehen und der Gesamteindruck der Arbeit uneinheitlich wirkt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Notar gendern, Polizist gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.