Gendern Reiter: Formen und Alternativen
Weibliche, männliche und neutrale Formen von Reiter
Wer gendern Reiter möchte, kann die weibliche und männliche Form nennen, eine verkürzte Schreibweise wie Reiter*innen nutzen oder auf eine neutrale Umschreibung wie Reitende zurückgreifen. Die maskuline Form Reiter bezeichnet grammatisch nur männliche Personen, während die weibliche Form Reiterin lautet. In Texten, die alle Geschlechter ansprechen sollen, empfiehlt sich je nach Kontext die Doppelnennung Reiterinnen und Reiter, eine Kurzform mit Genderzeichen oder ein neutraler Begriff. Welche Variante passend ist, hängt vom Textformat und den Vorgaben der jeweiligen Institution ab.
Gendern Reiter: kurze Antwort
Die maskuline Form Reiter bezeichnet im Deutschen grammatisch nur männliche Personen. Wer gendern Reiter möchte, hat mehrere Möglichkeiten: die vollständige Doppelnennung Reiterinnen und Reiter, eine verkürzte Schreibweise mit Genderzeichen wie Reiter*innen, Reiter:innen oder Reiter_innen, das Binnen-I in ReiterInnen oder eine neutrale Umschreibung wie Reitende. Welche Form geeignet ist, hängt vom Textformat, der Zielgruppe und, im wissenschaftlichen Kontext, von den Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs ab. In formellen Texten wie Abschlussarbeiten empfiehlt sich meist entweder die konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung, da Sonderzeichen nicht überall anerkannt sind. Für Alltagstexte, Presseartikel oder interne Kommunikation sind auch verkürzte Formen gebräuchlich, sofern sie einheitlich verwendet werden.

Alle Genderformen von Reiter im Überblick
Für die Personenbezeichnung Reiter existieren mehrere Schreibweisen, die je nach Textsorte und Vorgabe infrage kommen. Die folgende Übersicht zeigt die gebräuchlichsten Varianten:
- Doppelnennung (Beidnennung): Reiterinnen und Reiter
- Gendersternchen: Reiter*innen
- Doppelpunkt: Reiter:innen
- Unterstrich (Gendergap): Reiter_innen
- Binnen-I: ReiterInnen
- Weibliche Form allein: Reiterin, Plural Reiterinnen
- Neutrale Umschreibung: Reitende
Die verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sollen andeuten, dass neben Frauen und Männern auch nichtbinäre Personen mitgemeint sind. Amtlich verbindlich sind sie derzeit nicht, werden aber von vielen Redaktionen, Behörden und Hochschulen akzeptiert oder sogar vorgeschrieben. Wichtig ist vor allem, dass innerhalb eines Textes durchgängig eine einzige Form verwendet wird, damit der Text konsistent bleibt.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Reiter
Neben Doppelnennung und Kurzformen gibt es für Reiter auch eine geschlechtsneutrale Umschreibung: das substantivierte Partizip Reitende, abgeleitet vom Verb reiten. Diese Form funktioniert ähnlich wie Studierende von studieren oder Radfahrende von radfahren und bezeichnet die Tätigkeit unabhängig vom Geschlecht der ausführenden Person. Reitende lässt sich problemlos in Singular und Plural verwenden (die Reitende, der Reitende, die Reitenden) und eignet sich besonders für Texte, in denen Sternchen oder Doppelpunkt vermieden werden sollen, etwa in formellen Dokumenten oder Regelwerken von Reitvereinen und Turnierordnungen. Alternativ lassen sich je nach Kontext auch Umschreibungen wie Person im Sattel oder reitsportlich aktive Person nutzen, auch wenn diese im Alltag seltener vorkommen. Eine perfekte, kurze neutrale Einwortlösung wie bei manchen anderen Berufsbezeichnungen gibt es für Reiter nicht, Reitende kommt dem aber am nächsten.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
In einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema Pferdesport könnte ein Satz mit Doppelnennung so aussehen: „An der Befragung nahmen 42 Reiterinnen und Reiter teil, die regelmäßig an Turnieren starten.“ Wer stattdessen eine verkürzte Form bevorzugt, formuliert etwa: „An der Befragung nahmen 42 Reiter*innen teil.“ Bevorzugt die Institution eine neutrale Sprache, lautet eine mögliche Variante: „An der Befragung nahmen 42 Reitende teil, die regelmäßig an Turnieren starten.“ Alle drei Varianten sind inhaltlich korrekt und unterscheiden sich nur in der sprachlichen Form. Entscheidend ist, dass innerhalb der gesamten Arbeit durchgängig dieselbe Schreibweise verwendet wird, also nicht im Methodenteil Reiter*innen und in der Diskussion plötzlich nur Reiter steht. Wer unsicher ist, welche Form die eigene Hochschule vorsieht, findet Hinweise dazu meist im Leitfaden für Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit des Fachbereichs oder der Prüfungsordnung.

Häufige Fehler beim Gendern Reiter
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb desselben Textes, etwa wenn im ersten Kapitel Reiterinnen und Reiter steht und im zweiten plötzlich Reiter:innen. Ebenso problematisch ist es, die weibliche Form grammatisch falsch zu bilden, etwa die Endung bei Reiterin wegzulassen oder den Plural falsch zu bilden. Wer gendern Reiter in einer Abschlussarbeit korrekt umsetzen möchte, sollte zuerst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs prüfen, da manche Prüfungsordnungen Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt ausdrücklich ausschließen, während andere sie ausdrücklich empfehlen. Gibt es keine klare Vorgabe, ist die konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Reitende die sicherste Wahl, weil beide Varianten von praktisch allen Institutionen akzeptiert werden. Ein professionelles Korrekturlesen prüft zusätzlich, ob die gewählte Form durchgängig und korrekt angewendet wurde.
Fazit: Reiter geschlechtergerecht formulieren
Reiter lässt sich auf mehrere korrekte Arten geschlechtergerecht formulieren: durch die vollständige Doppelnennung Reiterinnen und Reiter, durch verkürzte Schreibweisen wie Reiter*innen, Reiter:innen, Reiter_innen oder ReiterInnen sowie durch die neutrale Umschreibung Reitende. Eine einzige, allgemein verbindliche Regel gibt es dafür nicht, da das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Sonderzeichen bislang nicht als Standard festlegt. In der Praxis kommt es vor allem auf den jeweiligen Kontext an: Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich, zuerst die Vorgaben der Hochschule zu prüfen und dann konsequent bei einer Form zu bleiben, etwa bei der Doppelnennung oder bei Reitende. Wer sich unsicher ist oder den fertigen Text noch einmal gegenprüfen lassen möchte, kann ein Lektorat beauftragen, das auf konsistente und korrekte geschlechtergerechte Formulierungen achtet.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Kapitän gendern, Torhüter gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.