Gendern Redakteur: Formen im Überblick
Doppelnennung, Sternchen, Doppelpunkt und neutrale Alternativen
Gendern Redakteur bedeutet, die Berufsbezeichnung Redakteur so zu formulieren, dass Frauen und andere Geschlechter sprachlich einbezogen werden, etwa durch die Doppelnennung Redakteurinnen und Redakteure oder verkürzte Formen wie Redakteur*innen, Redakteur:innen, Redakteur_innen oder RedakteurInnen. Daneben gibt es die geschlechtsneutrale Umschreibung Redaktionsmitglied oder redaktionell tätige Person. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab: In Zeitungsartikeln, Stellenanzeigen oder wissenschaftlichen Arbeiten gelten teils unterschiedliche Empfehlungen der jeweiligen Hochschule oder Redaktion. Der Beitrag zeigt alle gängigen Varianten im Überblick und nennt eine Empfehlung für wissenschaftliche Arbeiten.
Gendern Redakteur: kurze Antwort
Beim gendern Redakteur geht es darum, die Berufsbezeichnung so zu formulieren, dass neben Männern auch Frauen und weitere Geschlechter sprachlich sichtbar werden. Die männliche Form lautet Redakteur, die weibliche Form Redakteurin, der Plural Redakteure (männlich) beziehungsweise Redakteurinnen (weiblich). Wer beide Formen nennen möchte, schreibt Redakteurinnen und Redakteure. Für Texte mit begrenztem Platz, etwa in Formularen oder Stellenanzeigen, haben sich verkürzte Schreibweisen wie Redakteur*innen oder Redakteur:innen etabliert. Welche Variante geeignet ist, hängt vom Textformat, von der Zielgruppe und häufig auch von hausinternen oder universitären Vorgaben ab. Im Zweifel lohnt sich ein Blick in den jeweiligen Styleguide.

Alle Genderformen von Redakteur im Überblick
Für das Wort Redakteur existieren mehrere gängige Schreibweisen, die alle Geschlechter ansprechen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Varianten:
- Doppelnennung (Beidnennung): Redakteurinnen und Redakteure
- Gendersternchen: Redakteur*innen
- Doppelpunkt: Redakteur:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Redakteur_innen
- Binnen-I: RedakteurInnen
Die Doppelnennung gilt als besonders klar verständlich, da beide Formen ausgeschrieben werden. Die verkürzten Varianten mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sparen Platz, werden aber nicht von allen Lesenden gleich aufgenommen und teils unterschiedlich ausgesprochen. In Fließtexten empfiehlt sich daher eine einheitliche Wahl, die im gesamten Dokument beibehalten wird. Wichtig ist zudem, die gewählte Schreibweise über die gesamte Arbeit oder Publikation hinweg konsequent beizubehalten.
Geschlechtsneutrale Alternativen zu Redakteur
Neben den expliziten Genderformen gibt es für Redakteur auch geschlechtsneutrale Umschreibungen. Der Sammelbegriff Redaktionsmitglied oder die Formulierung Person in der Redaktion benennen die Funktion, ohne das Geschlecht zu markieren. Abgeleitet vom Verb redigieren lässt sich zudem die Partizipform Redigierende bilden, ähnlich wie Studierende von studieren. Diese Form ist grammatisch korrekt, im Alltag aber deutlich seltener als etwa Studierende und wirkt in manchen Kontexten ungewohnt. Für die gesamte Redaktion als Gruppe eignet sich außerdem der Kollektivbegriff Redaktionsteam. Welche neutrale Variante passt, hängt vom Ton des Textes ab: In offiziellen Dokumenten wirken Redaktionsmitglied oder Person in der Redaktion meist unauffälliger als Redigierende.
Beispielsatz für Studium und Wissenschaft
In wissenschaftlichen Arbeiten taucht die Berufsbezeichnung Redakteur häufig im Zusammenhang mit Quellenangaben, Interviews oder Praxisberichten auf. Mit Doppelnennung könnte ein Satz lauten: Die befragten Redakteurinnen und Redakteure der Fachzeitschrift bewerteten den Prozess unterschiedlich. Mit Gendersternchen liest sich derselbe Satz so: Die befragten Redakteur*innen der Fachzeitschrift bewerteten den Prozess unterschiedlich. Wer eine neutrale Formulierung bevorzugt, kann schreiben: Die befragten Redaktionsmitglieder der Fachzeitschrift bewerteten den Prozess unterschiedlich. Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig und unterscheiden sich nur in der sprachlichen Umsetzung. Für eine Abschlussarbeit ist es wichtig, sich für eine Schreibweise zu entscheiden und diese durchgängig zu verwenden, damit der Text einheitlich wirkt.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb eines Textes, etwa Redakteur*innen im ersten Kapitel und Redakteur:innen im zweiten. Ebenso kommt es vor, dass im Singular konsequent gegendert wird, im Plural aber die generische männliche Form stehen bleibt. Beim Gendersternchen wird zudem gelegentlich das i nach dem Stern großgeschrieben (Redakteur*Innen), korrekt ist die Kleinschreibung Redakteur*innen. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen solche Formen in Abschlussarbeiten aber ausdrücklich. Für die wissenschaftliche Arbeit empfiehlt sich daher zunächst ein Blick in den Leitfaden der eigenen Hochschule oder Fakultät. Fehlt eine klare Vorgabe, sind eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung die sicherere Wahl. Mehr dazu bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum Thema Gendern Redakteur
Für Redakteur stehen mehrere gleichwertige Wege zur geschlechtergerechten Formulierung zur Verfügung: die ausgeschriebene Doppelnennung Redakteurinnen und Redakteure, verkürzte Formen wie Redakteur*innen, Redakteur:innen, Redakteur_innen oder RedakteurInnen sowie neutrale Umschreibungen wie Redaktionsmitglied oder Redigierende. Keine dieser Varianten ist grundsätzlich falsch, entscheidend ist die konsequente Anwendung innerhalb eines Textes sowie die Berücksichtigung vorhandener Vorgaben, etwa von Verlagen, Redaktionen oder Hochschulen. Wer unsicher ist, welche Schreibweise zum jeweiligen Textformat passt, sollte vorab die entsprechenden Richtlinien prüfen und die gewählte Form dokumentieren, damit spätere Korrekturen einfacher ausfallen. So bleibt der Text nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich stimmig und professionell.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Reporter gendern, Fotograf gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.