Woher stammt das Wort Pirat?
Pirat: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Pirat bezeichnet nach dem Duden den Seeräuber und ein männliches Mitglied einer Piratenpartei. Die Wortgeschichte führt über mehrere Sprachstufen zurück bis ins Griechische.
Die kurze Antwort
Pirat wurde aus italienisch pirata entlehnt, das über lateinisch pirata auf griechisch peiratēs zurückgeht, was Seeräuber bedeutet. Das DWDS nennt nach Pfeifer die Formen mittelhochdeutsch pirāte und frühneuhochdeutsch pirat beziehungsweise birrat, entlehnt aus italienisch pirata oder altfranzösisch pirate. Beide Formen gehen laut DWDS zurück auf lateinisch pirata und griechisch peiratēs, eigentlich Versucher, Erprober, einer, der prüft, um zu erfahren, ob etwas gelingt. Der Duden nennt als Herkunft italienisch pirata, davor lateinisch pirata, davor griechisch peiratēs, mit der Bedeutung Seeräuber. Das Wiktionary datiert die Entlehnung aus italienisch pirata auf das 15. Jahrhundert und nennt denselben Weg über lateinisch pirata zu griechisch peiratēs.
Nach dem Duden meint Pirat zum einen den Seeräuber, zum anderen ein männliches Mitglied einer Piratenpartei, meist im Plural verwendet. Grammatisch ist Pirat ein Substantiv, maskulin, mit dem Genitiv des Piraten und dem Plural die Piraten. Die griechische Stufe trug ursprünglich eine andere Nebenbedeutung: Sie bezeichnete laut DWDS eigentlich den Versucher oder Erprober, also jemanden, der etwas auf die Probe stellt. Daraus entwickelte sich über die lateinische und romanischen Stufen die heute bekannte Bedeutung des Seeräubers. Pirat geht auf ein altgriechisches Wort zurück, hier auf peiratēs; zur Wortgruppe siehe Fremdwörter aus dem Griechischen. Laut DWDS erscheint das Wort auf Mittelhochdeutsch als pirāte und auf Frühneuhochdeutsch als pirat, mit altfranzösisch pirate als weiterer möglicher Vorstufe neben dem Italienischen. Das Wiktionary legt die Entlehnung aus dem Italienischen auf das 15. Jahrhundert fest. Der Duden nennt die Stufenfolge Italienisch, Lateinisch, Griechisch, ohne eine eigene Zeitangabe. Die Herkunftskette verläuft damit über mehrere Jahrhunderte und Sprachstufen bis zur heutigen deutschen Form Pirat.

Der Weg ins Deutsche
Der Weg des Wortes Pirat lässt sich in mehreren Stufen nachzeichnen, die von einer griechischen Wurzel bis zur deutschen Form führen. Pirat kam über eine lateinische Stufe ins Deutsche, bevor es seine heutige Form annahm; zur Wortgruppe siehe Fremdwörter aus dem Lateinischen.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | peira | griechisch | ohne Datierung |
| 2 | peiratēs | griechisch | ohne Datierung |
| 3 | pirata | lateinisch | ohne Datierung |
| 4 | pirata beziehungsweise pirate | italienisch beziehungsweise altfranzösisch | ohne Datierung |
| 5 | Pirat | deutsch | mittelhochdeutsch und frühneuhochdeutsch nach DWDS, im 15. Jahrhundert nach Wiktionary |
DWDS, Duden und Wiktionary führen das Wort übereinstimmend über das Lateinische auf das Griechische zurück. Laut DWDS kommt neben italienisch pirata auch altfranzösisch pirate als Quelle in Betracht. Der Duden nennt italienisch pirata, vor lateinisch pirata, vor griechisch peiratēs. Das Wiktionary nennt die Entlehnung aus italienisch pirata im 15. Jahrhundert. Diese Abweichung betrifft nur die unmittelbare Vorstufe vor dem Deutschen, nicht die weiter zurückliegenden Stufen Latein und Griechisch, bei denen alle drei Quellen übereinstimmen.
Das DWDS erklärt die griechische Stufe peiratēs als Versucher, Erprober, gebildet zu peiran, was versuchen, auf die Probe stellen, auch Seeräuberei treiben bedeutet, und das wiederum von peira abgeleitet ist, einem Wort für Versuch, Untersuchung, Erfahrung. Nach dem DWDS ist das eine sprachliche Entwicklung, bei der ein Verb für eine Tätigkeit zum Substantiv für die Person wurde, die diese Tätigkeit ausübt. Die ursprüngliche Bedeutung lag demnach nicht beim Seeraub selbst, sondern bei der Vorstellung des Prüfens oder Erprobens, aus der sich später die engere Bedeutung des Seeräubers entwickelte. Diese Deutung betrifft nur die griechische Stufe des Wortes und wird im DWDS als Teil der etymologischen Herleitung nach Pfeifer dargestellt.
Was gesichert ist und was offenbleibt
Alle drei Nachschlagewerke, DWDS, Duden und Wiktionary, führen Pirat übereinstimmend auf das Italienische, das Lateinische und das Griechische zurück. Diese drei Stufen bilden den gemeinsamen Kern der Herkunftsangabe. Darüber hinaus setzen die Quellen unterschiedliche Schwerpunkte: Laut DWDS kommt neben italienisch pirata auch altfranzösisch pirate als mögliche Zwischenstufe in Betracht. Das Wiktionary nennt das 15. Jahrhundert als Zeitpunkt der Entlehnung aus dem Italienischen. Wie die Herkunft von Matrose führt auch Pirat in die Welt der Seefahrt, auch wenn die beiden Wörter unterschiedliche Entlehnungswege genommen haben.
Ein wichtiger Vorbehalt betrifft die zeitliche Einordnung: Das DWDS nennt für die deutsche Form die Sprachstufen mittelhochdeutsch pirāte und frühneuhochdeutsch pirat, ohne diese an konkrete Jahreszahlen zu binden. Das Wiktionary nennt das 15. Jahrhundert als Zeitpunkt der Entlehnung aus dem Italienischen. Beide Angaben stehen nebeneinander, ohne dass sich daraus eine einheitliche Jahreszahl ableiten lässt. Die Bedeutung Versucher, Erprober für die griechische Stufe ist eine Angabe des DWDS.
- Italienisch pirata: in allen drei Quellen genannt
- Lateinisch pirata: in allen drei Quellen genannt
- Griechisch peiratēs: in allen drei Quellen genannt
- Altfranzösisch pirate: eine Angabe des DWDS
- Bedeutung Versucher, Erprober: eine Angabe des DWDS
- Datierung 15. Jahrhundert: eine Angabe des Wiktionary
Der Kern der Herkunft, die Stufenfolge Griechisch, Latein, Italienisch, steht fest. Details zur Zwischenstufe vor dem Deutschen, zur Zeit der Entlehnung und zur ursprünglichen Bedeutung bleiben uneinheitlich überliefert.
Verwandte Wörter und Varianten
Pirat ist eines der Lehnwörter im Deutschen mit einer langen Kette über das Italienische und Lateinische, und um das Wort herum hat sich im Deutschen eine ganze Wortfamilie gebildet. Das DWDS nennt Piraterie, mit der Bedeutung Seeräuberei, als Bildung der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, zurückgehend auf mittelfranzösisch beziehungsweise französisch piraterie.
Das Wiktionary listet eine Reihe weiterer Wörter rund um Pirat. Als Synonyme werden Freibeuter, Korsar und Seeräuber genannt, als Oberbegriffe Räuber und Verbrecher. Zu den Unterbegriffen zählen laut Wiktionary Filmpirat, Flusspirat, Internetpirat und Luftpirat, während unter den Wortbildungen Piraterie, Piratenflagge, Piratenschiff, Piratenschatz, Piratenpartei und Produktpiraterie aufgeführt werden. Das Wiktionary nennt zudem die weibliche Form Piratin als Gegenstück zum männlichen Pirat.
- Piraterie (DWDS, Wiktionary)
- Freibeuter (Wiktionary)
- Korsar (Wiktionary)
- Piratenschiff (Wiktionary)
- Piratenpartei (Wiktionary)
- Piratin (Wiktionary)
Aus einem einzelnen entlehnten Grundwort entwickelten sich über die Zeit zahlreiche Ableitungen und Zusammensetzungen, von der historischen Seeräuberei über Internetpirat bis zur politischen Bezeichnung Piratenpartei.
Gebrauch des Wortes heute
Pirat ist ein Substantiv, maskulin, mit dem Genitiv des Piraten und dem Plural die Piraten. Nach DWDS und Duden trägt das Wort zwei Bedeutungen: zum einen den Seeräuber, zum anderen ein männliches Mitglied einer Piratenpartei. In der Wortherkunft ist Pirat ein Beispiel für ein Wort, dessen griechische Stufe noch einen anderen Wortsinn trug, nämlich den des Versuchers oder Erprobers, bevor sich die Bedeutung zum Seeräuber verengte.
Ein erster Beispielsatz zur Bedeutung Seeräuber könnte lauten: Der Pirat kaperte das Handelsschiff vor der Küste. Ein zweiter Beispielsatz zur Bedeutung als Mitglied einer Piratenpartei könnte lauten: Der Pirat stellte im Stadtrat einen Antrag zur Transparenz der Verwaltung. Ein dritter Beispielsatz zum Plural lautet: Die Piraten versammelten sich zu ihrer Mitgliederversammlung.
Das Wort stammt aus dem Italienischen und geht letztlich auf einen griechischen Ausdruck für den Seeräuber zurück, der ursprünglich den Versucher oder Erprober bezeichnete, wie das DWDS ausführt. Das Wort trägt heute zwei Bedeutungen: den Seeräuber und das männliche Mitglied einer Piratenpartei. Die grammatische Form des Wortes, maskulin mit regelmäßiger Deklination im Singular und Plural, bleibt dabei stabil: Sowohl der Seeräuber als auch das Mitglied einer Piratenpartei werden mit derselben Form des Piraten im Genitiv und derselben Pluralform die Piraten bezeichnet.

Was offen bleibt
Mehrere Punkte der Wortgeschichte von Pirat sind nicht geklärt.
- Wann genau Pirat ins Deutsche kam, ist nicht geklärt, denn das DWDS nennt Sprachstufen wie mittelhochdeutsch und frühneuhochdeutsch, während das Wiktionary das 15. Jahrhundert nennt.
- Ob das Wort aus dem Italienischen oder dem Altfranzösischen kam, lässt das DWDS offen, weil es beide Formen als mögliche Quelle nennt.
- Wie aus der ursprünglichen Bedeutung Versucher der heutige Seeräuber wurde, erklärt das DWDS nur über die Bildung von peiran zu peira, ohne weitere Zwischenschritte zu nennen.
Als Merksatz lässt sich die Herkunftskette so zusammenfassen: von griechisch peiratēs über lateinisch pirata und italienisch pirata zu Pirat, im 15. Jahrhundert laut Wiktionary. Die Stufenfolge von griechisch peiratēs über lateinisch pirata und italienisch pirata zu Pirat steht fest. Wann genau das Wort ins Deutsche kam und auf welchem direkten Weg, ist nicht abschließend geklärt.
Quellen und Stand
- DWDS: Pirat, Etymologie nach Pfeifer: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-09)
- Duden: Pirat, Herkunft, Grammatik: www.duden.de (geprüft am 2026-10-09)
- Wiktionary: Pirat, Herkunft: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-09)