Die Herkunft des Wortes Matratze erklärt
Matratze: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Das Wort Matratze hat eine lange Reise hinter sich, die beim arabischen maṭraḥ beginnt und über mehrere Sprachen bis ins heutige Deutsch führt.
Kurze Antwort: Woher kommt Matratze?
Matratze wurde im 15. Jahrhundert aus dem älteren italienischen materazzo entlehnt, dem das arabische maṭraḥ (Teppich, Bodenkissen) zugrunde liegt. Beide großen Wörterbücher stützen diese Herkunft, auch wenn sie Details unterschiedlich darstellen. Das DWDS nennt nach Pfeifer die Entlehnung im 15. Jahrhundert aus italienisch materazzo, dazu mittellateinische Vorformen, und führt arabisch maṭraḥ mit der Bedeutung Teppich, auf dem man schläft. Der Duden gibt als Herkunft das ältere italienische materazzo an und übersetzt das arabische Wort mit Bodenkissen.
Die beiden Übersetzungen Teppich, auf dem man schläft, und Bodenkissen bezeichnen denselben Gegenstand aus leicht verschiedenen Blickwinkeln, ohne dass eine von beiden als falsch gilt. Wie bei der Herkunft von Kiosk liegt auch bei Matratze ein Wort aus dem Orient zugrunde, das über romanische Sprachen ins Deutsche kam. Heute meint Matratze ein gepolstertes Liegepolster für Betten, das auf einen Lattenrost oder eine Unterfederung gelegt wird.
Zwischen dem arabischen Ursprung und dem deutschen Wort Matratze stehen mittellateinische Vorformen und die italienische Zwischenstufe materazzo, und die Schreibung mit tz gilt dabei als Hinweis auf die italienische Herkunft. Beim Thema Fremdwörter aus dem Französischen zeigt sich ein ähnliches Muster: Matratze geht zwar nicht auf das Französische, sondern auf das Italienische zurück, teilt aber mit solchen Wörtern den Weg über eine romanische Sprache ins Deutsche. Damit ist die Herkunft des Wortes insgesamt gut belegt, auch wenn einzelne Zwischenschritte je nach Quelle unterschiedlich ausführlich beschrieben werden und die beiden Wörterbücher die arabische Bedeutung leicht verschieden wiedergeben.

Der Weg des Wortes ins Deutsche
Der Weg des Wortes Matratze ins Deutsche führt über mehrere Sprachstufen, die sich am besten nebeneinander in einer Übersicht zeigen lassen.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | maṭraḥ (Teppich, auf dem man schläft) | Arabisch | ohne Datierung |
| 2 | materas (Teppich, langes Kissen auf einem Bett) | Altfranzösisch | ohne Datierung |
| 3 | matarazum, mataratium, mataracium | Mittellateinisch | ohne Datierung |
| 4 | mat(e)raz, matreiz (Ruhebett mit Wollfüllung) | Mittelhochdeutsch | ohne Datierung |
| 5 | materazzo, heute materasso | Italienisch | ohne Datierung |
| 6 | Matratze | Deutsch | entlehnt im 15. Jahrhundert |
Die Schreibung mit tz spricht nach Pfeifer und nach dem Wiktionary für die Entlehnung aus dem Italienischen, denn sie passt zur italienischen Form materazzo. Die früher bezeugten mittelhochdeutschen Formen mat(e)raz und matreiz gehen dagegen nicht auf das Italienische, sondern auf das Altfranzösische zurück. Die mittelhochdeutschen Formen führen über das Altfranzösische, wie bei vielen Fremdwörtern aus dem Französischen, die ebenfalls über diese Sprachstufe ins Deutsche kamen.
Das Wiktionary ergänzt dazu eine weitere Einzelheit: Die mittelhochdeutschen Formen konnten alle drei Genera haben, also männlich, sächlich oder weiblich sein, bevor sich im heutigen Deutsch das feminine Matratze durchsetzte. Damit zeigt sich, dass die Geschichte des Wortes nicht aus einer einzigen geraden Linie besteht, sondern aus mindestens zwei Strängen, die sich im Deutschen schließlich zu der heute bekannten Form verbunden haben.
Matratze zählt damit zum Thema Lehnwörter im Deutschen: Sein Weg läuft über zwei romanische Sprachen und über das Mittelhochdeutsche, bevor sich im Deutschen die Schreibung Matratze mit tz durchsetzte.
Was gesichert ist und wo Vorbehalte bleiben
Was bei Matratze gesichert ist und wo Vorbehalte bleiben, lässt sich nur zeigen, wenn man die drei Wörterbücher nebeneinander liest. DWDS, Duden und Wiktionary nennen übereinstimmend arabisch maṭraḥ als Ursprung und italienisch materazzo als Zwischenstufe. DWDS und Wiktionary nennen zusätzlich die mittellateinischen Formen und die altfranzösische Form materas, der Duden nennt diese Zwischenstufen nicht.
Matratze zählt zu den Lehnwörtern im Deutschen, bei denen mehrere Entlehnungswege nebeneinander bezeugt sind, denn die Wörterbücher führen sowohl den Weg über das Italienische als auch den älteren Weg über das Altfranzösische auf. Ein Vorbehalt gehört dazu: Die Schreibung mit tz spricht für die italienische Quelle, das ist aber nur ein Hinweis und kein Beweis für den genauen Entlehnungsweg. Auch beim übertragenen Gebrauch bleibt das Wiktionary vorsichtig: Bei den Bildern für einen dichten Vollbart und für dichte Brusthaare schreibt es, diese Bedeutung dürfte entstanden sein, und bei weiteren übertragenen Bedeutungen verwendet es Formulierungen wie könnte und offenbar.
- arabisch maṭraḥ als Ursprung, von allen drei Quellen genannt
- Entlehnung im 15. Jahrhundert aus dem Italienischen, nach DWDS und Wiktionary
- mittelhochdeutsche Formen über das Altfranzösische, ebenfalls nach DWDS und Wiktionary
Diese drei Punkte zeigen, dass die Herkunft von Matratze zwar in ihrem Kern klar ist, in ihren Einzelheiten aber mehrere Stränge nebeneinander kennt, die sich nicht vollständig zu einer einzigen Linie verschmelzen lassen.
Verwandte Wörter und Varianten
Rund um das Wort Matratze gibt es im Deutschen eine Reihe von Zusammensetzungen und verwandten Begriffen, die DWDS und Wiktionary nennen. Als Erstglied bildet Matratze unter anderem Matratzenlager, Matratzenschoner und Matratzenüberzug. Als Letztglied erscheint Matratze in Wörtern wie Federkernmatratze, Luftmatratze, Rosshaarmatratze, Seegrasmatratze und Wassermatratze.
Als Synonyme nennen die beiden Quellen Polster und Bettpolster, dazu im Wiktionary die Kurzform Luma für Luftmatratze. Matratze ist ein Femininum, während die mittelhochdeutschen Vorformen laut Wiktionary alle drei Genera haben konnten; zu solchen Schwankungen gibt es die Genusregeln für Substantive, die festlegen, wie ein Wort heute sein grammatisches Geschlecht trägt.
- Matratzenlager (DWDS)
- Federkernmatratze (DWDS)
- Luftmatratze (DWDS und Wiktionary)
- Bettpolster (Wiktionary)
- Luma (Wiktionary)
Diese Auswahl zeigt, dass sich um das Grundwort Matratze ein ganzes Feld von Zusammensetzungen und Synonymen gebildet hat, das von der Art der Füllung bis zur Kurzform einzelner Gebrauchswörter reicht. Die Vielfalt der Zusammensetzungen spiegelt, wie fest das Wort im Wortschatz rund um Betten und Schlafmöbel verankert ist.
Gebrauch des Wortes heute
Im heutigen Deutsch meint Matratze vor allem die gepolsterte Auflage für Betten, die laut DWDS und Duden aus Schaumstoff, aus einem Federkern oder aus Füllungen wie Seegras, Rosshaar oder Stroh besteht und mit festem Stoff überzogen ist. Matratze ist ein feminines Substantiv mit der Pluralform Matratzen, das als Kurzform auch für Sprungfedermatratze und für Luftmatratze stehen kann. Der Genitiv Singular lautet laut DWDS ebenfalls Matratze, der Nominativ Plural Matratzen, was die regelmäßige Flexion des Substantivs zeigt. Dazu gehört die Wendung an der Matratze horchen, die DWDS und Duden umgangssprachlich scherzhaft mit im Bett liegen und schlafen erklären.
Im Alltag steht Matratze für das konkrete Polster im Bett. Die neue Matratze liegt auf einem Lattenrost im Gästezimmer. Beim Umzug musste die alte Matratze durch die enge Treppe getragen werden. Auf dem Campingplatz diente eine aufblasbare Matratze als Unterlage im Zelt. Vor dem Kauf prüfte die Familie mehrere Matratzen im Fachgeschäft auf Härtegrad und Größe.
Duden und Wiktionary nennen daneben auch scherzhafte übertragene Bedeutungen: einen dichten Vollbart und dichte Brustbehaarung bei Männern. Das Wiktionary führt diese Bedeutung nur mit dürfte, weil Vollbart und Brustbehaarung an die Rosshaarfüllung eines Bettpolsters erinnern. Diese beiden übertragenen Bilder gehören zum Wortschatz, den die Wörterbücher für Matratze zusätzlich zur gepolsterten Bettauflage verzeichnen. Dazu passt, dass die Matratze als Bettauflage laut Duden dem Sprungfederrahmen oder dem Lattenrost eines Bettes aufliegt, bevor Bettwäsche darauf kommt.

Offene Fragen zur Herkunft
Bei der Herkunft von Matratze bleiben einige Punkte ungeklärt.
- Ob das arabische Wort besser mit Teppich oder mit Bodenkissen wiedergegeben wird, lassen DWDS und Duden nebeneinander stehen, ohne sich auf eine einzige Übersetzung festzulegen.
- Ob die Entlehnung nur über das Italienische oder zusätzlich über das Altfranzösische verlief, zeigen die Quellen nur über den Hinweis auf die Schreibung mit tz, nicht als abschließende Klärung.
- Wie verbreitet das Wort Matratze oder seine einzelnen Zusammensetzungen in bestimmten Regionen sind, dazu gibt es keine Angabe.
Gesichert ist bei Matratze die Entlehnung aus dem Italienischen und letztlich aus dem Arabischen, während weitere Einzelheiten zu Zwischenstufen und Wegen unbelegt bleiben. Als Merksatz lässt sich festhalten: Das Wort Matratze führt von arabisch maṭraḥ über mittellateinische und italienische Formen im 15. Jahrhundert ins Deutsche, daneben stehen ältere, über das Altfranzösische bezeugte Formen, die zeitlich früher belegt sind als die italienische Entlehnung.
Quellen und Stand
- DWDS: Matratze, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-02)
- Duden: Matratze, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-02)
- Wiktionary: Matratze, Herkunft, Synonyme: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-02)
Unter dem Titel „Woher das Wort Matratze stammt“ steht die Herkunft des Wortes Matratze im Überblick.