Woher das Wort Kompass stammt
Kompass: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Das Wort Kompass für das Gerät zur Bestimmung der Himmelsrichtung geht auf italienisch compasso (Zirkel) zurück. Der Weg führt über compassare (abmessen) bis zu lateinisch passus (Schritt).
Woher kommt das Wort Kompass?
Kompass geht auf italienisch compasso zurück, das zunächst Zirkel bedeutete und zu compassare (abmessen, rundum abschreiten) gehört. Gemeint ist das Gerät zum Bestimmen der Himmelsrichtung, dessen Name aus der Seefahrt stammt.
Laut DWDS, dessen Angaben auf Pfeifer beruhen, ist das deutsche Wort seit dem frühen 15. Jahrhundert bezeugt und wohl aus dem Italienischen entlehnt. Als seemännischer Ausdruck wanderte compasso vom Mittelmeer aus in andere Sprachen.
Der Duden nennt als Herkunft spätmittelhochdeutsch compas, das auf italienisch compasso zurückgeht. Das Wiktionary datiert die Entlehnung auf das 15. Jahrhundert und führt das Wort ebenfalls auf italienisch compasso und compassare zurück.
Alle drei Angaben, also DWDS, Duden und Wiktionary, nennen italienisch compasso und compassare sowie lateinisch passus (Schritt). Die Kette reicht von lateinisch passus über italienisch compassare bis zu italienisch compasso und schließlich zum deutschen Kompass.
Der Kompass gehört zur Seemannssprache, wie sie auch die Herkunft von Klabautermann widerspiegelt.
Die ältere Bedeutung Zirkel steht am Anfang der Wortgeschichte, und die Herkunft ist damit gut eingegrenzt, aber nicht in allen Einzelheiten geklärt. Ein Zirkel misst Abstände ab, und compassare heißt eben abmessen, rundum abschreiten. Passus bedeutet Schritt, und der Schritt liegt der ganzen Wortfamilie zugrunde. Laut Wiktionary bezeichnet der Kompass ein Messinstrument zur Feststellung von Himmelsrichtungen, dessen lateinische Wurzel im Schritt liegt. Diese Verbindung zwischen Bewegung und Messung hat das Wort durch alle Übernahmestufen hindurch erhalten.

Welche Stufen führen zu Kompass?
Der Weg des Wortes beginnt beim lateinischen passus und endet beim deutschen Kompass.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | passus (Schritt) | Latein | ohne Datierung |
| 2 | compassare (abmessen) | Italienisch | ohne Datierung |
| 3 | compas (Zirkel) | Altfranzösisch | 12. Jahrhundert |
| 4 | compas de mer (Kompass) | Mittelfranzösisch | 1575 |
| 5 | Kompass | Deutsch | frühes 15. Jahrhundert |
Das italienische compasso bedeutete zunächst Zirkel. Als seemännischer Ausdruck wanderte es vom Mittelmeer aus in andere europäische Sprachen, wie das DWDS nach Pfeifer angibt. Der Weg führt damit von lateinisch passus über italienisch compassare zu italienisch compasso und schließlich zum deutschen Kompass.
Die Zwischenstufe spätmittelhochdeutsch compas nennt allein der Duden. Die Angaben zu altfranzösisch compas aus dem 12. Jahrhundert und zu mittelfranzösisch compas de mer von 1575 stammen allein aus dem DWDS. Altfranzösisch compas bezeichnet den Zirkel, mittelfranzösisch compas de mer das Gerät für das Meer. Für das deutsche Kompass nennt das DWDS die Entlehnung aus italienisch compasso nur als wohl.
Lateinische Wurzeln wie passus im Kompass kennt man auch aus der Reihe der Fremdwörter aus dem Lateinischen. Das Wort Schritt steckt im Wortstamm, und das Verb compassare bildet die Brücke vom Schritt zum italienischen Zirkel.
Die Stufenfolge reicht vom Schritt über das Abmessen zum Zirkel und schließlich zum Kompass als Gerät. Wann passus und compassare diese Bedeutungen trugen, ist nicht datiert. Das DWDS führt Kompass als männliches Substantiv. Der Duden führt Kompass als männliches Substantiv mit dem Genitiv des Kompasses und dem Plural die Kompasse. Das Wiktionary beschreibt Kompass als Messinstrument zur Feststellung von Himmelsrichtungen.
Was ist gesichert und was nicht?
Alle drei Angaben führen das Wort auf italienisch compasso und compassare zurück, und diese beiden Wörter bauen aufeinander auf. Lateinisch passus (Schritt) steht am Anfang dieser Herleitung, und DWDS, Duden und Wiktionary beziehen sich damit auf dieselbe Abfolge.
- italienisch compasso: Zirkel, genannt von DWDS, Duden und Wiktionary
- compassare: abmessen, rundum abschreiten, genannt von DWDS, Duden und Wiktionary
- lateinisch passus: Schritt, genannt von DWDS, Duden und Wiktionary
- Vorbehalt des DWDS: Entlehnung aus dem Italienischen nur wohl
- spätmittelhochdeutsch compas: nennt allein der Duden
- Magnetnadel im 15. Jahrhundert: datiert das Wiktionary
Der Vorbehalt betrifft allein die Frage, ob das deutsche Wort unmittelbar aus dem Italienischen kam. Laut DWDS ist das wohl so. Duden und Wiktionary nennen die Herkunft ohne Einschränkung. Das Wiktionary datiert zudem die Bedeutung Magnetnadel auf das 15. Jahrhundert. Das DWDS bezeugt das Wort seit dem frühen 15. Jahrhundert. Wann genau im 15. Jahrhundert das Wort aufkam, ist nicht geklärt. Die drei Angaben stimmen also im Kern überein, unterscheiden sich aber in der Einschränkung.
Wer den Kompass erfunden hat und wo, gehört nicht zur Wortherkunft. Die Wortherkunft beschreibt allein den sprachlichen Weg von compasso über compassare zu passus. Der Kompass ist ein Beispiel für Lehnwörter, die als Seemannswörter vom Mittelmeer her in andere Sprachen gelangten.
Gesichert ist damit die Verbindung zu compasso und compassare. Die unmittelbare Übernahme aus dem Italienischen gilt laut DWDS nur als wohl. DWDS, Duden und Wiktionary führen compasso und compassare übereinstimmend an, das DWDS nennt die Übernahme zudem nur als wohl.
Welche verwandten Wörter gibt es?
Die Schreibung Kompaß steht laut DWDS bei Pfeifer. Seit der Änderung von 1996 gilt laut Duden die Schreibung mit ss. Im Genitiv heißt es des Kompasses, im Plural die Kompasse.
- Kompaß: Schreibung bei Pfeifer, laut DWDS
- Kompass: Schreibung seit 1996, laut Duden
- Kompasse: Pluralform, laut Duden
- Marschkompass: Unterbegriff, laut Wiktionary
- Messingkompass: Unterbegriff, laut Wiktionary
- Schiffskompass: Unterbegriff, laut Wiktionary
- Bussole: Synonym, laut Wiktionary
Als Verwandter im Wortstamm steht lateinisch passus (Schritt) bereit, dazu das italienische compassare (abmessen), das alle drei Angaben nennen. Das mittelfranzösische compas steht in der Wortgeschichte des Kompass wie andere Fremdwörter aus dem Französischen als Zwischenstufe.
Die Wortherkunft des Kompass führt über ein italienisches Wort für Zirkel zurück zum lateinischen Wort für Schritt.
Laut Wiktionary gibt es die Unterbegriffe Marschkompass, Messingkompass und Schiffskompass. Bussole gilt dort als Synonym für das Gerät, das der Feststellung von Himmelsrichtungen dient.
Wie wird das Wort heute verwendet?
Kompass ist ein männliches Substantiv, laut DWDS und Duden: der Kompass, des Kompasses, die Kompasse. Das DWDS führt es als Gerät zum Bestimmen der Himmelsrichtung. Die Schreibung mit ss gilt laut Duden seit 1996.
Drei Beispiele zeigen den Gebrauch im Sinn des Geräts. Beim Wandern zeigt der Kompass die Richtung an, wenn der Weg im Nebel nicht mehr erkennbar ist. Auf dem Schiff prüft die Besatzung den Kompass, bevor sie den Kurs ändert. Beim Orientieren im Gelände hilft ein Kompass, wenn Karte und Umgebung nicht übereinstimmen.
Die Schreibung Kompaß steht in der Angabe nach Pfeifer, die das DWDS überliefert. Kompass ist die Schreibung, die der Duden heute führt. Der Genitiv lautet des Kompasses, der Plural die Kompasse. Das Wort trat im Deutschen als seemännischer Ausdruck auf und bezeichnete das Gerät, das die Magnetnadel zur Richtungsbestimmung nutzt. Laut DWDS ist es seit dem frühen 15. Jahrhundert bezeugt.
Das Wort stammt aus der Welt der Seefahrt, in der Orientierung auf offener See eine zentrale Aufgabe war. Schiffsgeist und Kompass stammen aus derselben Welt der Seefahrt, deren Wörter auch in der Herkunft von Klabautermann auftauchen. Das Wiktionary nennt Bussole als Synonym für das Gerät. Die Schreibweise mit ss hat die ältere Form mit ß abgelöst, die Bedeutung des Geräts zum Bestimmen der Himmelsrichtung blieb dabei unverändert.

Was bleibt offen?
Die Grundlinie ist in allen drei Angaben gleich, während die Einzelheiten der Übernahme offen bleiben.
- Ob das deutsche Wort unmittelbar aus dem Italienischen kam, ist laut DWDS nur wohl so.
- Wann genau im 15. Jahrhundert das Wort aufkam, ist nicht geklärt.
- Wer den Kompass erfunden hat, gehört nicht zur Herkunft und ist nicht geklärt.
Merksatz: aus lateinisch passus über italienisch compassare und compasso zu Kompass.
Die Kette von compassare bis zum deutschen Kompass nennen alle drei Angaben. Laut DWDS muss vor compassare ein lateinisches *compassare zu passus vorausgegangen sein, und die Entlehnung aus italienisch compasso ist wohl anzunehmen. Im Deutschen ist diese unmittelbare Übernahme die Hauptfrage, weil das Wiktionary sie ohne Einschränkung nennt, das DWDS aber nur wohl. Die Zwischenstufe spätmittelhochdeutsch compas bleibt eine Angabe des Duden. Das altfranzösische compas aus dem 12. Jahrhundert bedeutet nach DWDS Zirkel; die Bedeutung Kompass für das Gerät ist dort erst für mittelfranzösisch compas de mer im Jahr 1575 angegeben.
Quellen und Stand
- DWDS: Kompass, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Kompass, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Wiktionary: Kompass, Herkunft, Bedeutung: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-06)