Woher stammt das Wort Zaster für Geld
Zaster: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Zaster ist ein umgangssprachliches Wort für Geld mit einem ungewöhnlichen Weg: über die Gaunersprache und die Soldatensprache bis in den heutigen Alltag.
Kurze Antwort: Woher kommt Zaster?
Zaster stammt aus der Gaunersprache und geht auf Romani saster (Eisen) zurück; die Bedeutung Geld entstand wohl in der Soldatensprache. Das DWDS fasst das nach Pfeifer so zusammen: Zugrunde liege wohl rotwelsch Zaster mit der Bedeutung Eisen aus dem 18. Jahrhundert, das selbst aus romani saster stammt. Die Umdeutung zu Geld geschieht nach dieser Quelle offensichtlich in der Soldatensprache, bevor das Wort später allgemein die Bedeutung Geld trägt. Der Duden stellt es ähnlich dar und nennt als Herkunft die Gaunersprache, dazu Romani saster für Eisen und als weitere Stufe altindisch astra für Waffe aus Eisen.
Beide Nachschlagewerke stimmen also in der zentralen Stufe überein: Ein Wort für Eisen aus dem Romani gelangt über die Gaunersprache ins Deutsche und wandelt seine Bedeutung zu Geld. Der Duden geht dabei eine Stufe weiter zurück bis zum Altindischen, während das DWDS den Weg über die Soldatensprache genauer beschreibt. Restlos geklärt ist dieser Weg nicht, das DWDS markiert den rotwelschen Ursprung ausdrücklich mit dem Wort wohl.
Wie bei der Herkunft von Pleite geht es auch bei Zaster um Geld, und beide Wörter kamen über Sondersprachen in den Alltag. Heute ist Zaster ein umgangssprachliches Wort, das schlicht Geld bedeutet, ohne dass im Gebrauch noch etwas von Eisen oder Soldatensold zu erkennen wäre. Bei Zaster lässt sich diese Bedeutungsverschiebung von Eisen über Sold zu Geld in den Quellen schrittweise belegen. Wer also fragt, woher Zaster kommt, bekommt mit Romani saster, der Gaunersprache und der Soldatensprache eine mehrstufige, aber in ihrem Kern übereinstimmende Antwort.

Der Weg des Wortes ins Deutsche
Der Weg von Zaster lässt sich in mehreren Stufen nachzeichnen, die die Quellen in unterschiedlicher Tiefe belegen. Die folgende Tabelle stellt die Stufen so dar, wie DWDS und Duden sie nennen, mit den jeweils genannten Zeitangaben oder deren ausdrücklichem Fehlen.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | astra (Waffe aus Eisen) | Altindisch (laut Duden) | ohne Datierung |
| 2 | saster (Eisen) | Romani | ohne Datierung |
| 3 | Zaster (Eisen), Saster | Rotwelsch | 18. Jahrhundert (Zaster), 19. Jahrhundert (Saster), auch Eisenbahn um 1900 |
| 4 | Zaster (Sold, Löhnung) | Soldatensprache | Ende 19. Jahrhundert |
| 5 | Zaster (Geld) | Deutsch, umgangssprachlich | Anfang 20. Jahrhundert, erst obersächsisch und in Berlin, danach allgemein |
Pfeifer sieht die Umdeutung von Eisen zu Geld in der Soldatensprache, und der Sold steht dabei genau zwischen den beiden Bedeutungen Eisen und Geld. Die Löhnung der Soldaten war weder das ursprüngliche Eisen noch schon das allgemeine Geld, sondern eine konkrete Zahlung, von der aus sich die spätere, allgemeinere Bedeutung Geld entwickelte. Diese Stufe bildet damit das Scharnier zwischen der rotwelschen Herkunft und dem heutigen Gebrauch.
Das Wiktionary ergänzt dazu eine eigene, knappere Herleitung: Der Begriff stamme aus der Sprache der Sinti und Roma und leite sich von saster für Eisen ab. Einen Zwischenschritt über die Soldatensprache nennt das Wiktionary dabei nicht, diese Stufe ist also eine Zusatzangabe, die nur bei DWDS und Duden in dieser Ausführlichkeit auftaucht. Wie bei der Herkunft von Zoff kam auch Zaster über das Rotwelsche in die Umgangssprache, nur dass hier ein Romani-Wort den Anfang macht und kein jiddisches. Zusammengenommen zeigt der Weg vom Altindischen über das Romani, das Rotwelsche und die Soldatensprache bis zum heutigen Deutsch eine Kette, in der jede Stufe eine eigene kleine Bedeutungsverschiebung mit sich bringt, von der Waffe über das Material Eisen und die Soldzahlung bis zum allgemeinen Geld.
Was ist gesichert, was bleibt offen?
Alle drei Nachschlagewerke nennen Romani saster mit der Bedeutung Eisen als Ursprung des Wortes Zaster. In diesem Kernpunkt stimmen DWDS, Duden und Wiktionary überein, auch wenn sie unterschiedlich viele Stufen davor und danach beschreiben. Das DWDS formuliert die rotwelsche Grundlage dabei vorsichtig mit dem Wort wohl und stellt sie damit nicht als völlig gesicherten Fakt dar. Der Duden ergänzt mit altindisch astra, Waffe aus Eisen, eine weitere Stufe vor dem Romani, die beim DWDS fehlt. Das Wiktionary bleibt knapper und nennt nur die Ableitung von saster, ohne weitere Zwischenstufen zu benennen.
Den Wandel von Eisen zu Geld beschreibt allein Pfeifer im DWDS, und zwar als Umdeutung, die sich in der Soldatensprache vollzieht und die dort als offensichtlich bezeichnet wird. Weder Duden noch Wiktionary beschreiben diesen Bedeutungswandel in dieser Ausführlichkeit, sie nennen lediglich die heutige Bedeutung Geld, ohne den Weg dorthin nachzuzeichnen. Eine eigene bildhafte Erklärung dieses Wandels, etwa über hartes Metall oder Münzen, tragen die Quellen nicht, deshalb bleibt die Darstellung hier bei der von Pfeifer genannten Umdeutung.
- saster, Eisen: von allen drei Quellen genannt
- astra, Waffe aus Eisen: nur vom Duden genannt
- Sold in der Soldatensprache: nur vom DWDS genannt
Zaster ist eines der Lehnwörter im Deutschen, die aus dem Romani stammen, auch wenn man es dem Wort nicht ansieht. Diese Herkunft aus einer anderen Sprache zeigt sich im heutigen Gebrauch nicht mehr, denn Zaster klingt wie ein gewöhnliches deutsches Umgangssprachwort und trägt keine erkennbaren fremdsprachigen Merkmale mehr. Gerade bei Zaster zeigt sich, wie tief ein Lehnwort in eine Sprache einwandern kann, ohne dass seine Herkunft im alltäglichen Gebrauch noch auffällt.
Verwandte Wörter und Varianten
Rund um Zaster nennen die Quellen mehrere verwandte Formen und Wortbildungen, die den rotwelschen und umgangssprachlichen Charakter des Wortes zeigen. Das Wiktionary führt die Wortbildungen bezastert und Zastersack auf, beide direkt vom Substantiv Zaster abgeleitet. Das DWDS ergänzt dazu die rotwelsche Nebenform Saster aus dem 19. Jahrhundert und eine weitere rotwelsche Bedeutung, nämlich Eisenbahn, die um 1900 belegt ist. Diese zusätzliche Bedeutung Eisenbahn steht laut DWDS neben der Bedeutung Eisen; wie die beiden rotwelschen Bedeutungen zusammenhängen, führt die Quelle nicht weiter aus.
Für die heutige Bedeutung Geld nennen Duden und Wiktionary eine Reihe von Synonymen, die ebenfalls umgangssprachlich sind. Für Zaster gibt es umgangssprachliche Synonyme wie Kies, Kohle oder Schotter, die sich bei Synonyme kostenlos finden nachschlagen lassen. Das Wiktionary nennt als Oberbegriffe zu Zaster die Begriffe Geld und Zahlungsmittel, womit das Wort in eine größere Gruppe von Begriffen für dasselbe eingeordnet wird.
- Kies (Duden, Wiktionary)
- Kohle (Duden, Wiktionary)
- Schotter (Duden, Wiktionary)
- Zunder (Wiktionary)
- Schleifen (Wiktionary)
Diese Synonyme stehen laut Duden und Wiktionary alle für die Bedeutung Geld. Die Wortbildungen bezastert und Zastersack zeigen, dass Zaster im Deutschen weitere Ableitungen bilden konnte. Die rotwelsche Nebenbedeutung Eisenbahn bleibt ein eigenständiger Sonderfall, der im heutigen Sprachgebrauch keine Rolle mehr spielt, in den Quellen aber als historischer Beleg für die rotwelsche Verwendung von Zaster festgehalten ist.
Wie wird Zaster heute gebraucht?
Zaster ist ein maskulines Substantiv, das nur im Singular gebraucht wird und im Genitiv Zasters heißt. Das DWDS kennzeichnet das Wort als salopp mit der Bedeutung Geld, der Duden führt dieselbe Einordnung als salopp und dieselbe Bedeutung Geld. Beide Quellen stimmen damit in der Einordnung als umgangssprachliches Wort für Geld überein, ohne dass eine der beiden eine Aussage zur Häufigkeit des Gebrauchs trifft.
Als eigene Beispielsätze, die zeigen, wie Zaster für Geld steht, lassen sich etwa folgende Sätze bilden: Er hat seinen ganzen Zaster für das alte Fahrrad ausgegeben. Ohne Zaster kommt man auf dieser Reise nicht weit. Sie hat den Zaster aus der Schublade genommen und auf den Tisch gelegt. In allen drei Sätzen steht Zaster an der Stelle, an der im neutralen Deutsch Geld stehen würde, und genau diese Austauschbarkeit zeigt die heutige Bedeutung des Wortes.
Der Duden selbst führt die Beispiele ich brauch dringend Zaster und rück den Zaster raus an, beide im saloppen, umgangssprachlichen Ton gehalten. Das DWDS nennt zu seinen Belegen Beispiele aus Texten von Fallada und Brecht, was zeigt, dass das Wort auch in literarischen Texten mit umgangssprachlichem Einschlag auftaucht. Über die Häufigkeit des Gebrauchs im Vergleich zu anderen Wörtern für Geld treffen die Quellen keine Aussage, deshalb bleibt eine solche Einordnung hier offen. Festhalten lässt sich aber, dass das Wort in seiner Form stabil ist: immer maskulin, immer ohne Plural, mit dem Genitiv Zasters, und in der Bedeutung durchgehend auf Geld bezogen, nicht mehr auf Eisen oder Sold.

Was bleibt offen?
- Die rotwelsche Grundlage ist laut DWDS nur mit dem Wort wohl belegt, also nicht restlos gesichert.
- Wie genau aus Eisen über Sold schließlich Geld wurde, beschreibt Pfeifer nur als offensichtliche Umdeutung, ohne die einzelnen Zwischenschritte auszuführen.
- Das Wiktionary kennt keinen Zwischenschritt über die Soldatensprache und beschränkt sich auf die direkte Ableitung von saster.
Diese drei Punkte zeigen, dass die Herkunft von Zaster zwar in ihrem Kern, der Ableitung von Romani saster, von allen drei Quellen getragen wird, in den Details aber unterschiedlich ausführlich und mit unterschiedlicher Sicherheit dargestellt wird. Wer die vollständige Kette von Eisen zu Geld nachvollziehen will, findet sie am ausführlichsten im DWDS, muss dabei aber die dort angebrachte Einschränkung wohl mitlesen. Der Duden ergänzt mit altindisch astra eine zusätzliche, frühere Stufe, ohne diese Stufe mit einer Zeitangabe zu versehen. Das Wiktionary bleibt am knappsten und beschränkt sich auf die unmittelbare Herkunft aus dem Romani.
Als Merksatz lässt sich festhalten: Zaster geht von Romani saster, Eisen, über die Gaunersprache und die Soldatensprache zum heutigen umgangssprachlichen Wort für Geld. Dieser Satz fasst die Stationen zusammen, die die Quellen belegen, ohne eine der offenen Fragen zur genauen Sicherheit oder zu den fehlenden Zwischenschritten als geklärt darzustellen. Wer die einzelnen Stufen im Detail nachlesen will, findet sie in der Tabelle im vorherigen Abschnitt, mit den jeweiligen Zeitangaben oder deren ausdrücklichem Fehlen.
Quellen und Stand
- DWDS: Zaster, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-02)
- Duden: Zaster, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-02)
- Wiktionary: Zaster, Herkunft, Synonyme: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-02)