Woher das Wort Matrose stammt und was offen bleibt
Matrose: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Du willst wissen, woher das Wort Matrose stammt? Es kam um 1600 über niederländisch matroos aus französisch matelot ins Deutsche, und die weitere Herkunft ist nicht sicher geklärt.
Woher kommt das Wort Matrose?
Matrose wurde um 1600 aus niederländisch matroos entlehnt, das auf mittelfranzösisch matelots (Plural) beruht; die weitere Herkunft ist nicht sicher geklärt. Gemeint ist der Seemann, und in dieser Bedeutung steht das Wort in der deutschen Seemannssprache.
Laut DWDS, das sich dabei auf Pfeifer stützt, sowie laut Duden und Wiktionary steht niederländisch matroos hinter dem deutschen Wort, und französisch matelot liegt ihm zugrunde. DWDS und Wiktionary datieren die Entlehnung auf um 1600. Als Quelle des französischen Worts nennen DWDS und Duden mittelniederländisch mattenoot, das eigentlich Matten-, Schlafgenosse bedeutet. Der Duden sagt dazu wohl, und das Wiktionary führt die weitere Herkunft nur auf germanisch zurück.
Der Matrose gehört zur Mannschaft an Bord, und zur Seemannssprache zählt auch der Schiffsgeist, dessen Name die Herkunft von Klabautermann erklärt.
Für die Wortgeschichte ist damit ein Weg benannt, der über zwei Sprachen führt: vom französischen Plural matelots über das niederländische matroos bis zum deutschen Matrose. Die Datierung um 1600 ist dabei der Zeitpunkt, an dem das Wort ins Deutsche gelangte, und die Frage, wie das französische Wort selbst entstand, bleibt offen.
Matrose bezeichnet also einen Seemann, dessen Name über das Niederländische aus dem Französischen stammt, und genau diese Verbindung macht die Wortgeschichte aus. Der Plural matelots steht am Anfang der Kette, die über matroos zu Matrose führt. Wann genau um 1600 das Wort ins Deutsche kam, ist nicht geklärt.

Der Weg ins Deutsche
Der Weg des Wortes führt über mehrere Stufen, die sich im Deutschen, Niederländischen und Französischen unterscheiden. Am Anfang steht eine germanische Grundlage des französischen matelot, die laut DWDS und Wiktionary belegt ist; wann diese Stufe ins Französische gelangte, ist nicht geklärt.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| Germanische Grundlage | Grundlage von matelot | Germanisch | ohne Datierung |
| Mittelniederländisch mattenoot | mattenoot, Matten-, Schlafgenosse | Mittelniederländisch | ohne Datierung |
| Französisch matelot | matelot, Plural matelots | Französisch | ohne Datierung |
| Niederländisch matroos | matroos | Niederländisch | ohne Datierung |
| Matrose im Deutschen | Matrose | Deutsch | um 1600 |
Das Wort wurde in die deutsche Seemannssprache entlehnt, und das niederländische matroos geht auf die Pluralform matelots zurück. Das französische Wort selbst führt der Duden auf mittelniederländisch mattenoot zurück, und zwar wohl, während das DWDS diesen Weg als eine Möglichkeit nennt. Die Pluralform matelots ist dabei der Ausgangspunkt für matroos.
Mattenoot ist nach dem DWDS nur einmal belegt. Daneben nennt das DWDS altnordisch motunautr (Tischgenosse) und besser wohl niederländisch matghenoot (Tischgenosse), während das Wiktionary nur germanisch angibt.
Auch der Zapfenstreich kam aus dem Niederländischen ins Deutsche, und sein Name trägt die Herkunft von Zapfenstreich in sich.
Das deutsche Wort Matrose stammt nicht direkt aus dem Französischen, sondern gelangte über das Niederländische in die Sprache. Der Weg führt von einer germanischen Grundlage über das Französische und das Niederländische bis in die deutsche Seemannssprache, die das Wort um 1600 aufnahm.
Deutungen und Vorbehalte
Gesichert ist nach DWDS, Duden und Wiktionary der Weg, dass niederländisch matroos aus französisch matelot stammt. Offen ist dagegen, woher das französische Wort selbst kommt. Das DWDS nennt mehrere Möglichkeiten, die in Frage kommen, und bevorzugt matghenoot nur als besser wohl. Der Duden sagt wohl mittelniederländisch mattenoot, und das Wiktionary sagt nur germanisch.
- mattenoot: Duden mit wohl, DWDS als Möglichkeit, nur einmal belegt
- altnordisch motunautr: nur DWDS, als Möglichkeit (Tischgenosse)
- niederländisch matghenoot: nur DWDS, besser wohl (Tischgenosse)
- germanisch: nur Wiktionary als weitere Herkunft
Fremdwörter aus dem Französischen wie matelot standen auch hinter dem niederländischen matroos Pate. Der Weg vom französischen matelot zum niederländischen matroos ist gesichert, doch die Herkunft des französischen Worts bleibt im Vorbehalt.
Mattenoot bedeutet nach dem DWDS eigentlich jemanden, der mit einem anderen seinen Schlafplatz teilt, also die Matte. Das DWDS gibt mattenoot mit der Bedeutung Kamerad oder Genosse an. Matghenoot trägt nach dem DWDS die Bedeutung Tischgenosse, während mattenoot an den Schlafplatz erinnert.
Die Vorbehalte betreffen also nicht den Weg ins Deutsche, sondern nur den Anfang der Kette.
Verwandte Wörter und Varianten
Zu Matrose gibt es verwandte Wörter, die das Wort in einer Wortbildung weiterführen. Laut Wiktionary gehört die weibliche Form Matrosin dazu, während das DWDS Wörter wie Leichtmatrose, Obermatrose, Stabsmatrose und Vollmatrose nennt, bei denen Matrose als Letztglied steht. Das DWDS führt außerdem Matrosenanzug, Matrosenkragen und Matrosenlied, bei denen Matrose als Erstglied steht, also vorn in der Zusammensetzung.
Für den Seemann nennt das Wiktionary die Synonyme Mariner, Seefahrer und Seemann. Das DWDS nennt für das französische matelot landschaftlich die Form matnot.
- Matrosin (Wiktionary)
- Leichtmatrose (DWDS, Wiktionary)
- Obermatrose (DWDS)
- Matrosenanzug (DWDS)
- Seemann (Wiktionary)
Der Matrose gilt als Beispiel für Lehnwörter, die um 1600 aus dem Niederländischen in die Seemannssprache kamen.
Das Wiktionary nennt Mariner, Seefahrer und Seemann als Synonyme für Matrose. Matrose als Erstglied ergibt Zusammensetzungen wie Matrosenanzug oder Matrosenkragen, und als Letztglied steht es in Vollmatrose oder Stabsmatrose. Die Matrosin als weibliche Form ist im Wiktionary angegeben, so dass die Wortbildung auch die weibliche Person erfasst.
Gebrauch heute
Matrose ist ein männliches Substantiv, und die Formen lauten der Matrose, des Matrosen und die Matrosen. Laut Duden ist der Genitiv des Matrosen, die Form Matrosen steht im Plural. Beim Schreiben gilt für den Plural die Form die Matrosen, während der Genitiv des Matrosen lautet. Das Substantiv bleibt damit im Deutschen männlich.
In der Bedeutung Seemann steht das Wort im DWDS. Laut Wiktionary bezeichnet Matrose einen Angehörigen der Marine im niedrigsten Dienstgrad oder einen Angehörigen einer zivilen Schiffsbesatzung. Die Bedeutung Seemann ist die allgemeine, während die Marine und die zivile Besatzung engere Lesarten sind.
Als Beispiel lässt sich das Wort so verwenden: Der Matrose stand am Bug und wartete auf den Befehl. Auf dem Schiff reparierte ein Matrose das Segel am Morgen. Die Matrosen der Fähre begrüßten die Gäste am Anleger.
Das Wort steht im Deutschen als Bezeichnung für Personen, die zur See fahren, und die Bedeutung umfasst damit den Dienst bei der Marine ebenso wie die zivile Schifffahrt. Die Wortherkunft von Matrose bleibt zwischen mattenoot und weiteren Möglichkeiten teilweise offen.
Im Gebrauch steht Matrose für den Seemann, wie es das DWDS angibt. Neben dem männlichen Substantiv steht im Wiktionary die weibliche Form Matrosin. Die Matrosin arbeitete auf dem Frachter und kontrollierte die Leinen. Der Kapitän lobte die Matrosen nach der Überfahrt für ihre Arbeit.

Was offen bleibt
Mehrere Fragen rund um das Wort sind nicht geklärt. Drei davon sind besonders wichtig, weil sie den Weg vor dem Deutschen betreffen.
- Woher das französische matelot stammt, ist nicht geklärt.
- Ob mattenoot, motunautr oder matghenoot am nächsten liegt, ist nicht geklärt.
- Wann genau um 1600 das Wort ins Deutsche kam, ist nicht geklärt.
Der Duden gibt die Herleitung über mattenoot nur mit wohl an, und das DWDS nennt mehrere Möglichkeiten, die in Frage kommen. Das Wiktionary führt die weitere Herkunft nur auf germanisch zurück. Ob sich dieser Anfang genauer fassen lässt, ist nicht geklärt.
Merksatz: aus niederländisch matroos und französisch matelot zu Matrose, weitere Herkunft germanisch.
Die Datierung um 1600 stammt aus DWDS und Wiktionary, und genauer ist sie nicht geklärt. Auch die Frage nach dem Vorläufer des französischen Worts im Mittelniederländischen bleibt damit für den Duden und das DWDS ein Vorbehalt.
Mattenoot nennen DWDS und Duden, während motunautr und matghenoot nur im DWDS stehen. Eine eindeutige Festlegung auf eine dieser Herleitungen ist nicht geklärt.
Quellen und Stand
- DWDS: Matrose, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Matrose, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Wiktionary: Matrose, Herkunft, Bedeutung: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-06)