Woher das Wort malochen stammt
malochen: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Malochen leitet sich vom Substantiv Maloche ab, das über das Jiddische auf hebräisch melacha im Sinn von Arbeit zurückgeht. DWDS, Duden und Wiktionary stimmen im Kern überein, unterscheiden sich aber bei Zeit und Weg.
Kurze Antwort auf die Herkunft
Malochen ist von dem Substantiv Maloche abgeleitet, und Maloche geht über das Jiddische auf das hebräische melacha im Sinn von Arbeit zurück. Im Kern heißt das: Ein hebräisches Wort für Arbeit gelangte über die jiddische Sprache ins Deutsche, und aus dem Substantiv entstand später das Verb. Wie die Herkunft von Tacheles führt auch malochen über das Jiddische zurück auf das Hebräische.
Das DWDS, das sich bei der Etymologie auf Pfeifer stützt, sowie der Duden und das Wiktionary führen das Wort auf jiddisch melooche beziehungsweise melocho zurück. Das DWDS und der Duden nennen außerdem hebräisch melacha als Ausgangspunkt. Das DWDS setzt das Substantiv Maloche in das 18. Jahrhundert und nennt als Weg das Rotwelsche. Das Verb malochen datiert es erst ins 19. Jahrhundert. Der Duden und das Wiktionary nennen keine Jahreszahl.
Heute steht malochen salopp für körperlich schwer arbeiten. Das Verb ist die jüngere Bildung, das Substantiv die ältere Stufe. Die Reihenfolge lautet deshalb: erst hebräisch melacha, dann jiddisch melooche, danach das Substantiv Maloche und schließlich das Verb malochen. Das hebräische melacha steht im Sinn von Arbeit, und genau diese Bedeutung ist im Substantiv Maloche als harte Arbeit wiederzufinden.

Die Stufen vom Hebräischen bis zum Verb
Die Jahreszahlen stammen aus dem DWDS.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | melacha (Arbeit) | hebräisch | ohne Datierung |
| 2 | melooche, malooche | jiddisch | ohne Datierung |
| 3 | Maloche | rotwelsch | 18. Jahrhundert |
| 4 | malochen, maloch(e)nen (Verb) | Deutsch | 19. Jahrhundert |
| 5 | malochen (heute) | Deutsch, salopp | ohne Datierung |
Das Wiktionary beschreibt malochen als Denominativ zu dem Substantiv Maloche, also als Verb, das vom Substantiv abgeleitet ist. Die Reihenfolge in der Tabelle folgt dieser Angabe, denn das Verb steht nach dem Substantiv. Die Angabe 18. Jahrhundert gilt dem Substantiv Maloche, für das Verb steht im DWDS das 19. Jahrhundert.
Den Weg über das Rotwelsche nennt nur das DWDS; Duden und Wiktionary enthalten keinen entsprechenden Hinweis. Auch Chuzpe ist ein Wort, das aus dem Hebräischen über das Jiddische ins Deutsche kam.
Was gesichert ist und was nicht
Die Herkunft von malochen wird in den drei Nachschlagewerken DWDS, Duden und Wiktionary übereinstimmend über das Jiddische erklärt. Das DWDS nennt jiddisch melooche, der Duden und das Wiktionary jiddisch melocho. Gemeinsam ist den drei Angaben also die jiddische Stufe, bevor das Wort im Deutschen als Verb erscheint.
Die Angaben unterscheiden sich jedoch in mehreren Punkten, und genau dort liegt der Vorbehalt. Im Einzelnen:
- jiddisch melooche, melocho: DWDS, Duden und Wiktionary
- hebräisch melacha: DWDS und Duden
- Rotwelsch im 18. Jahrhundert (Substantiv Maloche): nur DWDS
- Verb im 19. Jahrhundert: nur DWDS
- Denominativ zu Maloche: nur Wiktionary
Den Weg über das Rotwelsche und die Jahrhundertangaben nennt allein das DWDS. Duden und Wiktionary enthalten keine Jahreszahl. Ob der Weg über das Rotwelsche auch bei Duden und Wiktionary gilt, lässt sich aus deren Angaben nicht ableiten, sodass diese Stelle offen bleibt.
Wie bei Mischpoke zeigt sich auch bei malochen ein Weg über das Jiddische, den die Nachschlagewerke zu malochen angeben.
Gesichert ist demnach die jiddische Stufe, die alle drei nennen, sowie die Rückführung auf hebräisch melacha, soweit DWDS und Duden sie angeben. Die Angabe 18. Jahrhundert gilt im DWDS dem Substantiv Maloche, für das Verb nennt dasselbe Wörterbuch das 19. Jahrhundert. Das Wiktionary bestimmt das Verb als Denominativ zu Maloche, also als Ableitung aus dem Substantiv, und gibt dafür keine Zeitangabe an.
Verwandte Wörter und Varianten
Die Grundform ist Maloche, ein weibliches Substantiv für harte Arbeit. Das DWDS führt außerdem Malocher, in dem malochen als Erstglied steht, und totmalochen, in dem malochen als Letztglied steht. Die Formen des Verbs lauten malocht, malochte und hat malocht.
- Maloche (DWDS, Grundform)
- Malocher (DWDS, Wortbildung)
- totmalochen (DWDS, Wortbildung)
- schuften (Wiktionary, Synonym)
- ackern (Wiktionary, sinnverwandt)
Synonyme nennt der Duden mit arbeiten, klotzen und schaffen. Das Wiktionary führt schuften als Synonym an und zählt unter den sinnverwandten Wörtern außerdem buckeln, rackern, klotzen, schaffen, knorzen und krampfen auf.
Maloche und malochen sind Lehnwörter, die aus dem Jiddischen ins Deutsche übernommen wurden. Als Wortbildungen führt das DWDS Malocher und totmalochen auf, die Grundform ist Maloche.
So wird malochen heute gebraucht
Malochen ist ein schwaches Verb, das der Duden als salopp markiert. Die Bedeutung lautet körperlich schwer arbeiten. Das Wiktionary führt malochen als intransitives Verb und vermerkt die Bedeutung als besonders mittelwestdeutsch, salopp und körperlich hart, schwer arbeiten. Als Synonym nennt es schuften.
Als intransitives Verb steht malochen ohne Akkusativobjekt, wie die folgenden Sätze zeigen. Die Formen malocht, malochte und hat malocht, die DWDS und Duden angeben, zeigen die Beugung.
Im Sommer malochte mein Onkel auf dem Bau, bis die Hitze unerträglich wurde.
Nach dem Nachtdienst hatten die Pfleger den ganzen Tag malocht und waren erschöpft.
In der Fabrik malochen die Kollegen an der Presse.
Die Wortherkunft von malochen zeigt den Weg vom hebräischen Wort für Arbeit bis zum deutschen Verb. Im salopp markierten Gebrauch trägt das Verb die Bedeutung schwer arbeiten.
Der Duden beschreibt die Bedeutung als körperlich schwere Arbeit und nennt als Synonyme arbeiten, klotzen und schaffen. Das Wiktionary ergänzt Sinnverwandte wie ackern, buckeln, rackern und krampfen.

Was offen bleibt
Offen bleiben mehrere Punkte, die sich aus den Angaben nicht sicher beantworten lassen. Die Entstehungszeit des Verbs ist nur grob bestimmt, nämlich mit dem 19. Jahrhundert im DWDS.
- Wann genau aus dem Substantiv Maloche das Verb gebildet wurde, nennt das DWDS nur mit dem 19. Jahrhundert.
- Ob der Weg über das Rotwelsche auch bei Duden und Wiktionary gilt, ist nicht geklärt.
- Wie verbreitet das Verb heute ist, ist offen.
Für das Substantiv Maloche nennt das DWDS das 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Rotwelschen; für das Verb nennt es das 19. Jahrhundert. Der Unterschied zwischen beiden Angaben bleibt bestehen, weil sie zu zwei verschiedenen Wörtern gehören.
Die Grundlinie lässt sich als Merksatz festhalten: aus hebräisch melacha über jiddisch melooche zu Maloche und malochen.
- hebräisch melacha (Arbeit)
- jiddisch melooche beziehungsweise melocho
- Maloche (Substantiv)
- malochen (Verb)
Quellen und Stand
- DWDS: malochen, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: malochen, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Wiktionary: malochen, Herkunft, Bedeutungen: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-06)
Der vollständige Titel zu „Woher das Wort malochen stammt“ lautet „Malochen Herkunft: Woher das Wort kommt“.