Woher stammt das Wort Kombüse?

Kombüse: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 · Wortherkunft

Kombüse bezeichnet die Schiffsküche und gehört zur Seemannssprache. Das Wort geht über niederländisch kombuis und mittelniederdeutsch kabūse auf einen Bretterverschlag an Bord zurück. Die letzte Herkunft ist nach DWDS und Duden ungeklärt.

Woher kommt das Wort Kombüse?

Kombüse ist ein niederdeutsches Seemannswort, das über mittelniederländisch kombuis und mittelniederdeutsch kabūse, einen Bretterverschlag, ins Deutsche kam. Die letzte Herkunft des Wortes ist ungeklärt. Das DWDS nach Pfeifer nennt mittelniederdeutsch kabūs als Bretterverschlag aus dem 14. Jahrhundert und führt die Form frühneuhochdeutsch Kabuse aus dem 15. Jahrhundert an. Danach erscheint niederländisch kombuis um 1600 mit einem eingeschobenen m, gefolgt von niederdeutsch Combuis in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und schließlich Kambüse im 18. Jahrhundert. Das DWDS bezeichnet die Herkunft insgesamt als ungewiss. Der Duden nennt niederdeutsch kambüse aus mittelniederdeutsch kabüse und schreibt dazu, die Herkunft sei ungeklärt. Das Wiktionary gibt an, Kombüse sei im 18. Jahrhundert aus niederdeutsch kambüse und mittelniederländisch kombuis entlehnt worden und habe das ältere kabus(e) ersetzt.

Nach dem Duden bedeutet Kombüse schlicht Schiffsküche, und das Wort wird dort der Seemannssprache zugeordnet. Diese Einordnung passt zu den übrigen Angaben, denn alle genannten Vorformen beschreiben einen abgeteilten Raum an Bord, der zum Kochen dient. Neben der Herkunft von Matrose ist auch die Kombüse ein Wort aus der Seefahrt, dessen Weg sich über mehrere Sprachstufen zurückverfolgen lässt, ohne dass der allererste Ursprung geklärt wäre. Wer sich die Stufen ansieht, erkennt eine klare mittlere Linie über das Niederländische, aber einen offenen Anfang. Die Bedeutung des Bretterverschlags zieht sich durch mehrere Jahrhunderte, bevor daraus im Deutschen die heutige Form und Bedeutung Schiffsküche wird. Festzuhalten bleibt: DWDS, Duden und Wiktionary nennen die Linie über mittelniederdeutsch kabūse und niederländisch kombuis; der Schritt davor ist nicht geklärt.

Kombüse: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Die Stufen auf dem Weg zu Kombüse

Das Wort Kombüse hat zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert mehrere Sprachstufen durchlaufen, bevor es seine heutige Form und Bedeutung annahm. Die mittelniederdeutsche Form kabūse bezeichnete zunächst einen einfachen Bretterverschlag, der im Laufe der Zeit zur Schiffsküche wurde.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1kabūs (Bretterverschlag)mittelniederdeutsch14. Jahrhundert, so DWDS
2Kabusefrühneuhochdeutsch15. Jahrhundert, so DWDS
3kombuisniederländischum 1600, so DWDS
4Combuisniederdeutsch1. Hälfte 17. Jahrhundert, so DWDS
5Kambüseniederdeutsch18. Jahrhundert, so DWDS
6Kombüse (Schiffsküche)neuhochdeutsch18. Jahrhundert nach Wiktionary

Alle drei Quellen nennen die Linie über das Mittelniederdeutsche und das Niederländische als Kern der Herleitung. Das DWDS erklärt das eingeschobene m in Kombüse mit der niederländischen Form kombuis. Das Wiktionary sagt, die heutige Form ersetze das ältere kabus(e). Wer die Herkunft von Kompass nachliest, findet ein weiteres Wort aus dem Alltag an Bord, dessen Weg ebenfalls über mehrere Sprachstufen führt.

Das DWDS nennt im Zusammenhang mit Kombüse zwei verwandte Bildungen: Kabäuschen als kleinen Raum oder Dachkammer aus dem 20. Jahrhundert und Kabuff als kleinen, engen, dunklen Raum, das zuerst niederdeutsch um 1800 belegt ist. Bei Kabuff nennt das DWDS die Herkunft aus niederdeutsch Kabūse als möglich, ohne sich endgültig festzulegen. Beide Wörter teilen die Grundbedeutung des abgeteilten, engen Raumes mit Kombüse. Zwischen dem frühesten Beleg im 14. Jahrhundert und der heutigen Form liegen rund vier Jahrhunderte.

Was als gesichert gilt und wo der Vorbehalt bleibt

DWDS und Duden nennen die letzte Herkunft des Wortes übereinstimmend als nicht gesichert, wenn auch mit unterschiedlichen Worten: Das DWDS spricht von ungewiss, der Duden von ungeklärt. Das Wiktionary stellt dagegen nur die Entlehnungslinie dar, ohne eine weitere Deutung des Ursprungs von kabus(e) zu versuchen.

Der Vorbehalt des DWDS lässt sich genauer fassen. Dort werden zwei Gedanken zur Herkunft angeführt. Zum einen wird im Hinblick auf niederdeutsch Kabūs, das Kerngehäuse im Obst bezeichnet, an eine Zusammensetzung mit mittelniederdeutsch hūs, also Haus, gedacht. Zum anderen führt das DWDS eine Deutung von Knobloch an, der eine Herkunft aus spätlateinisch capanna, Hütte, für wahrscheinlich hält, wobei der zweite Wortbestandteil als Suffix aufgefasst und einem spielerischen Suffixtausch unterworfen worden sein soll. Der Duden nennt diese beiden Deutungen nicht und bleibt bei der Feststellung, die Herkunft sei ungeklärt. Zu Lehnwörtern allgemein: Lehnwörter im Deutschen. Bei der Kombüse bleibt der Ursprung nach dem Duden ungeklärt, auch wenn die mittlere Linie über das Mittelniederdeutsche und das Niederländische feststeht.

  • Mittelniederdeutsch kabūse bezeichnete einen Bretterverschlag
  • Niederländisch kombuis als Zwischenstufe wird ebenfalls von allen drei Quellen angeführt
  • Eine Zusammensetzung mit mittelniederdeutsch hūs wird nur vom DWDS als Gedanke erwähnt
  • Eine Herkunft aus spätlateinisch capanna wird vom DWDS unter Berufung auf Knobloch als wahrscheinlich bezeichnet
  • DWDS und Duden bezeichnen die Herkunft als ungewiss beziehungsweise ungeklärt

Der Weg führt von kabūse über kombuis zu Kombüse. Woher kabūse selbst kommt, bleibt nach dem DWDS ungewiss und nach dem Duden ungeklärt.

Verwandte Wörter und Varianten

Rund um Kombüse nennen die Wörterbücher einige verwandte Wörter und Varianten. Das DWDS führt Kabäuschen als kleinen Raum oder Dachkammer an und Kabuff als kleinen, engen, dunklen Raum. Das Wiktionary nennt Schiffsküche als Synonym zu Kombüse, Pantry als sinnverwandtes Wort und Küche als Oberbegriff. Als Übersetzungen führt das Wiktionary englisch galley und caboose an.

Das Wiktionary beschreibt außerdem die ältere Form kabus(e) als Bretterverschlag auf dem Schiffsdeck, der zum Kochen und Schlafen dient. Der Verschlag diente zum Kochen und zum Schlafen. Das Wiktionary führt englisch galley als Übersetzung an, mehr zum Thema: Fremdwörter aus dem Englischen.

  • Schiffsküche (Wiktionary)
  • Pantry (Wiktionary)
  • Küche (Wiktionary)
  • Kabäuschen (DWDS)
  • Kabuff (DWDS)
  • Kabuse (DWDS)

Schiffsküche und Pantry bezeichnen ähnliche Räume, wobei Pantry nach dem Wiktionary als sinnverwandtes Wort gilt. Kabäuschen führt das DWDS als Deminutiv zu Kombüse an, für Kabuff nennt das DWDS die Herkunft aus niederdeutsch Kabūse nur als eine mögliche, nicht gesicherte Erklärung. Das englische galley und caboose stehen im Wiktionary als Übersetzungen.

Kombüse im heutigen Sprachgebrauch

Kombüse ist ein Substantiv, feminin, mit dem Genitiv der Kombüse und dem Plural die Kombüsen. Der Duden ordnet das Wort der Seemannssprache zu und nennt als Bedeutung Schiffsküche. Das Wiktionary beschreibt den Raum entsprechend als den Bereich auf einem Schiff, in dem das Essen zubereitet wird. In der Wortherkunft ist die Kombüse ein Beispiel für ein Wort, dessen letzte Herkunft offen bleibt, obwohl die mittleren Entwicklungsstufen über das Niederländische und das Niederdeutsche gut dokumentiert sind.

In der praktischen Verwendung lässt sich das Wort in einfachen Sätzen zeigen. Der Koch verbringt den größten Teil seiner Schicht in der Kombüse, wo die Mahlzeiten für die Mannschaft entstehen. Die Kombüse auf diesem Schiff ist klein, aber mit allem ausgestattet, was zum Kochen nötig ist. Auf größeren Schiffen gibt es mehrere Kombüsen, die jeweils unterschiedlichen Zwecken dienen.

Die sprachliche Herkunft bleibt dabei im Hintergrund der alltäglichen Verwendung sichtbar: Das Wort stammt aus der niederdeutschen Seemannssprache und ist über das Niederländische ins Hochdeutsche gelangt, wie es DWDS und Wiktionary übereinstimmend darstellen. Die letzte Herkunft der Vorform kabūse ist dabei nicht geklärt, wie DWDS und Duden festhalten. Wer heute von einer Kombüse spricht, meint damit schlicht die Küche an Bord eines Schiffes.

Kombüse: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Was an der Herkunft offen bleibt

Mehrere Punkte in der Geschichte des Wortes Kombüse sind nicht abschließend geklärt.

  • Woher mittelniederdeutsch kabūse letztlich stammt, ist nicht geklärt: Das DWDS nennt die Herkunft ungewiss, der Duden nennt sie ungeklärt
  • Ob eine Zusammensetzung mit mittelniederdeutsch hūs zutrifft, bleibt ein Gedanke, den allein das DWDS anführt
  • Ob spätlateinisch capanna die Quelle ist, hält Knobloch laut DWDS lediglich für wahrscheinlich, ohne dass dies als gesichert gilt
  • Wie genau das eingeschobene m in Kombüse zustande kam, erklärt das DWDS mit der niederländischen Form kombuis als Zwischenschritt

Der Weg des Wortes lässt sich so merken: von mittelniederdeutsch kabūse, einem Bretterverschlag, über niederländisch kombuis und niederdeutsch Kambüse hin zu Kombüse im 18. Jahrhundert, wobei die letzte Herkunft ungeklärt bleibt. Die beiden Deutungen des DWDS, eine Zusammensetzung mit hūs und eine Herkunft aus spätlateinisch capanna, sind als Vermutungen bezeichnet und nicht gesichert.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zur Herkunft von Kombüse

Ist Kombüse ein niederdeutsches oder ein hochdeutsches Wort?

Kombüse ist nach dem Duden ein Wort der Seemannssprache mit der Form niederdeutsch kambüse, das aus mittelniederdeutsch kabūse stammt. Die heutige hochdeutsche Form Kombüse hat sich daraus entwickelt, die niederdeutsche Herkunft bleibt dabei erkennbar.

Welche Rolle spielt das Niederländische beim Wort Kombüse?

Das DWDS nennt niederländisch kombuis als Zwischenstufe um 1600, aus der das eingeschobene m in späteren Formen wie Kambüse erklärt wird. Auch das Wiktionary führt mittelniederländisch kombuis als Teil der Entlehnungslinie an.

Welche Bedeutung hatte der Vorläufer von Kombüse ursprünglich?

Nach DWDS und Duden bezeichnete mittelniederdeutsch kabūse einen Bretterverschlag, einen durch hölzerne Wände abgeteilten Raum. Das Wiktionary beschreibt diese ältere Form kabus(e) als Bretterverschlag auf dem Schiffsdeck, der zum Kochen und Schlafen diente.

Gibt es Wörter, die mit Kombüse verwandt sind?

Das DWDS nennt Kabäuschen als kleinen Raum oder Dachkammer und Kabuff als kleinen, engen, dunklen Raum, dessen Herkunft vielleicht auf niederdeutsch Kabūse zurückgeht. Das Wiktionary nennt außerdem Pantry als sinnverwandtes Wort und Küche als Oberbegriff.

Nennen die Wörterbücher eine einheitliche Erklärung für den Ursprung?

Nein, eine einheitliche Erklärung gibt es nicht. Das DWDS nennt die Herkunft ungewiss und führt zwei mögliche Deutungen an, der Duden nennt sie ungeklärt, und das Wiktionary stellt nur die Entlehnungslinie dar, ohne eine Deutung des Ursprungs zu versuchen.

Welche Übersetzungen nennt das Wiktionary für Kombüse?

Das Wiktionary nennt als Übersetzungen für Kombüse die englischen Wörter galley und caboose. Beide stehen im Wiktionary als Übersetzungen für den entsprechenden Raum auf einem Schiff.

Welche grammatischen Formen hat das Wort Kombüse?

Kombüse ist laut Duden ein Substantiv im Femininum mit dem Genitiv der Kombüse und dem Plural die Kombüsen. Das Wort gehört dort zur Seemannssprache und bezeichnet die Schiffsküche.

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