Jede gendergerecht formulieren
Jede richtig gendern: Formen und Beispiele. Die Übersicht nennt Formen und zeigt sie in vollständigen Beispielsätzen.
Jede richtig gendern
Ob „jede“ passt, hängt vom Personenbezug und vom vollständigen Satz ab. Im Folgenden findest du belegte Formen, Alternativen und konkrete Beispiele.
Kostenlos herunterladen
Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Ein Satz legt die Schreibweise von „Jede“ für die ganze Arbeit fest: ab Seite 2 vier fertige Hinweise (generisches Maskulinum, Doppelpunkt, neutrale Formen, kurze Fußnote), dazu der richtige Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Von der Hausarbeit bis zur Masterarbeit.
Welche Formen für „Jede“ sind belegt?
Beim Gendern geht es darum, sprachlich die Gleichbehandlung aller Geschlechter auszudrücken. Die Quellen nennen dafür geschlechtsneutrale beziehungsweise geschlechtsinklusive Ausdrücke. Ob „jede“ hier passt, hängt davon ab, welche Person oder Personengruppe der vollständige Satz meint.
Eine feminine Personenbezeichnung kann den Bezug ausdrücklich benennen: „Jede Kandidatin erhält eine Rückmeldung.“ Sollen Frauen und Männer genannt werden, ist eine vollständige Paarform möglich: „Jede Kandidatin und jeder Kandidat erhalten eine Rückmeldung.“ Beide Beispiele sind eigene vollständige Sätze; sie zeigen unterschiedliche Arten, eine Personenbezeichnung zu formulieren.
Auch eine neutrale Benennung kann den Satz anders fassen: „Jede Person erhält eine Rückmeldung.“ Im Plural kommt etwa folgende Form infrage: „Alle Personen erhalten eine Rückmeldung.“ Die Quellen behandeln Personenbezeichnungen und Pronomen als zentrale Bereiche des Genderns und unterscheiden dabei geschlechtsspezifische von genderneutralen Verwendungen.
Mehrgeschlechtliche Kurzformen mit Genderzeichen werden in der Quelle als eigene Formgruppe erwähnt. So kann „jede“ je nach Zeichen als „jede*r“, „jede:r“, „jedeR“, „jede/r“ oder „jede_r“ geschrieben werden. Die Begriffe Gendersternchen, Gender-Doppelpunkt, Binnen-I, Gender-Schrägstrich und Gender-Unterstrich bezeichnen diese Schreibweisen. Die Beispiele zeigen Formen, nicht verpflichtende Satzmuster.
Die Begriffe maskulin, feminin und neutral helfen, den Bezug einer Personenbezeichnung im Satz zu beschreiben. Unter dem Begriff „generisches Maskulinum“ erläutert die Quelle eine maskuline Bezeichnung, die geschlechtsübergreifend verwendet werden kann. Wer eine andere Fassung möchte, kann den Satz mit einer femininen, einer Paar- oder einer neutralen Personenbezeichnung formulieren.
Beim Thema gendergerechte Sprache geht es nicht nur um ein einzelnes Wort. Vergleiche vollständige Sätze und entscheide nach dem gemeinten Personenbezug. Die Materialien geben dafür keine pauschale Lösung für jede Situation vor.

Welche Form passt zu welchem Satzkontext?
Der Satzkontext zeigt, ob „jede“ eine Person bezeichnet. Die Quellen behandeln beim Gendern im Deutschen vor allem Personenbezeichnungen, also Substantive und Pronomen, sowie deren geschlechtsspezifische oder genderneutrale Verwendung. Lies daher den vollständigen Satz, bevor du eine Personenform auswählst.
Steht „jede“ bei einer femininen Personenbezeichnung, kann der Satz diese Person ausdrücklich benennen: „Jede neue Mitarbeiterin prüft den Text.“ Eine Paarform nennt zwei Personenbezeichnungen vollständig: „Jede neue Mitarbeiterin und jeder neue Mitarbeiter prüfen den Text.“ In beiden Beispielen gehören die Personenbezeichnungen und die übrigen Satzteile zusammen.
Eine neutrale Form kann den Satz anders aufbauen. „Jede Person, die den Text prüft, erhält eine Rückmeldung“ verwendet eine neutrale Personenbezeichnung mit Relativsatz. „Alle Personen, die den Text prüfen, erhalten eine Rückmeldung“ formuliert den Bezug im Plural. Das sind vollständige Beispiele; aus einem isolierten Wortfragment entsteht keine fertige Satzform.
Bei einer Sache liegt kein Personenbezug vor. „Jede Datei wird geprüft“ spricht über eine Datei und nicht über eine Person. Das feminine grammatische Genus des Wortes „Datei“ ist keine Zuschreibung eines sozialen Geschlechts an einen Gegenstand oder ein Produkt. Für die Auswahl einer genderbezogenen Personenform bietet dieser Satz daher keinen Personenbezug.
Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit kann bedeuten, Personenbezeichnungen im eigenen Text bewusst zu prüfen. Beachte dabei die Vorgaben deiner Hochschule, deines Fachbereichs oder der betreuenden Person. Eine einzelne Schreibweise ist nicht allgemein vorgeschrieben.
Welche Paarformen und neutralen Alternativen sind belegt?
Die vorliegenden Erläuterungen unterscheiden zwei allgemeine Wege: zweigeschlechtliche, binäre Formen und mehrgeschlechtliche Kurzformen mit Genderzeichen. Daneben behandeln sie geschlechtsspezifische und genderneutrale Verwendungen bei Personenbezeichnungen und Pronomen. Diese Einordnung beschreibt Formgruppen; sie legt keine einzelne Schreibweise für einen Satz mit „jede“ fest.
Bei der Überarbeitung eines eigenen Textes kann zunächst entschieden werden, ob eine Personenbezeichnung geschlechtsspezifisch oder genderneutral gefasst werden soll. Danach lässt sich prüfen, ob eine binäre Form oder eine mehrgeschlechtliche Kurzform mit Genderzeichen zum beabsichtigten Personenbezug passt. Diese Entscheidung hängt von der gewählten Satzfassung ab und wird hier nicht als starre Weisung dargestellt.
- Geschlechtsspezifische Personenbezeichnung: Die gewählte Bezeichnung macht den Personenbezug unmittelbar kenntlich.
- Genderneutrale Personenbezeichnung: Anstelle einer Spezifizierung verwendet der Satz einen neutralen Begriff.
- Zweigeschlechtliche, binäre Form: Die Form zählt zu der von der Quelle unterschiedenen Gruppe.
- Mehrgeschlechtliche Kurzform mit Genderzeichen: Die Form zählt zu der weiteren genannten Gruppe.
Für „jede“ zeigen mehrgeschlechtliche Kurzformen beispielsweise „jede*r“, „jede:r“, „jedeR“, „jede/r“ und „jede_r“. Die Quellen enthalten diese Formgruppe, legen aber keine einzelne Schreibweise als allgemeine Vorgabe fest. Welche Form passt, hängt vom vollständigen Satz und dem gemeinten Personenbezug ab.
Die Begriffe Gendersternchen, Gender-Doppelpunkt, Binnen-I, Gender-Schrägstrich und Gender-Unterstrich bezeichnen hier Schreibweisen wie „jede*r“, „jede:r“, „jedeR“, „jede/r“ und „jede_r“. Die Erläuterungen nennen diese Genderzeichen bei mehrgeschlechtlichen Kurzformen, bestimmen jedoch keine dieser Schreibweisen als feste Alternative zu „jede“ und nicht als allgemeine Vorgabe.
Für einen eigenen Text kann der vollständige Satz daraufhin gelesen werden, welche Personenbezeichnung und welche Formgruppe tatsächlich gewählt wurden. So wird sichtbar, ob der Satz eine geschlechtsspezifische oder genderneutrale Verwendung sowie gegebenenfalls eine binäre Form oder eine Kurzform mit Genderzeichen enthält.
Vier vollständige Beispielsätze mit „jede“ und möglichen Alternativen
Die folgenden Sätze zeigen unterschiedliche, grammatisch vollständige Möglichkeiten. Sie sind als konkrete Formulierungsbeispiele zu lesen, nicht als Aussage, dass eine Form in jedem Zusammenhang passt.
- „Jede Teilnehmerin liest die Hinweise vor dem Gespräch.“ Der Satz verwendet eine feminine Personenbezeichnung und passt, wenn damit ausdrücklich weibliche Personen bezeichnet werden.
- „Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhalten die Einladung.“ Der Satz bildet eine vollständige Paarform mit femininer und maskuliner Personenbezeichnung.
- „Jede Person, die an der Befragung teilnimmt, kann eine Rückmeldung geben.“ Der Satz verwendet eine neutrale Personenbezeichnung mit Relativsatz.
- „Alle Teilnehmenden prüfen die Angaben vor dem Absenden.“ Der Satz verwendet eine neutrale Pluralform und ersetzt den Singular mit „jede“ durch eine andere vollständige Satzstruktur.
Für die Auswahl kannst du zusätzlich die Wortbereiche Gender-Wörterbuch A bis D, Gender-Wörterbuch E bis K, Gender-Wörterbuch L bis P, Gender-Wörterbuch R bis S und Gender-Wörterbuch T bis Z als sichtbare Suchbegriffe nutzen, wenn du eine konkrete Personenbezeichnung nachschlagen möchtest. Die Beispielsätze selbst zeigen nur die grammatische Einbettung der Formen. Sie belegen keine allgemeine Vorgabe für Texte, Institutionen oder bestimmte Textsorten.

Was solltest du vor der Auswahl prüfen?
Beginne mit der Ausgangsform und lies den vollständigen Satz. Bestimme, ob darin eine Person bezeichnet wird. Gendern wird in den vorliegenden Definitionen als geschlechterbewusster Sprachgebrauch beschrieben; dabei stehen vor allem Personenbezeichnungen sowie Pronomen und ihre geschlechtsspezifische oder neutrale Verwendung im Mittelpunkt.
Prüfe anschließend den Personenbezug der vorhandenen Benennung. Eine feminine Personenbezeichnung kann passend sein, wenn eine Frau gemeint ist. Sollen Frauen und Männer ausdrücklich genannt werden, kannst du eine vollständige Paarform formulieren. Passt eine neutrale Benennung zum Inhalt, kannst du den Satz mit einer Personenbezeichnung wie „Person“ neu fassen oder eine Pluralform verwenden.
Beziehe die Zielgruppe in die Entscheidung ein. Die Quelle unterscheidet binäre Formen von mehrgeschlechtlichen Kurzformen mit Genderzeichen; solche Kurzformen können auch nichtbinäre und diversgeschlechtliche Personen ansprechen und einbeziehen. Lies deshalb die gewählte Fassung im ganzen Satz und prüfe, ob sie für die beabsichtigten Leserinnen und Leser verständlich ist.
Achte außerdem auf die Lesbarkeit. Vergleiche die Formulierungen als vollständige Sätze: Eine Paarform, eine neutrale Personenbezeichnung und eine Kurzform können unterschiedlich wirken. Wähle die Fassung, deren Personenbezug du im Satz klar ausdrücken kannst. Bei Unklarheit hilft es, den Satz neu zu formulieren, statt einzelne Wortteile zu ersetzen.
Beim Thema Ansprechperson kannst du denselben Bezug im vollständigen Satz betrachten. Entscheidend sind Ausgangsform, Personenbezug, Zielgruppe und Lesbarkeit. So bleibt die Auswahl an der Formulierung des eigenen Satzes orientiert.
Quellen und Stand
- gendern, Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (Stand: 2026-08-31)
- Gendern, Wikipedia: de.wikipedia.org (Stand: 2026-08-31)
Der Überblick „Jede gendergerecht formulieren“ erklärt mögliche Formulierungen im Satzkontext.