Folgen Synonym: nachkommen, befolgen oder sich ergeben

Vier Bedeutungen, ein Verb, und immer der Dativ

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 5. August 2026 · alle Synonyme

Folgen ist ein Verb mit vier klar getrennten Bedeutungen: Etwas kommt zeitlich oder räumlich danach, jemand hält sich an eine Anweisung, aus einer Aussage ergibt sich eine andere, oder man versteht einen Gedanken. Für jede gibt es eigene Ersatzwörter. Dazu kommen zwei Fallen: Der Fall nach folgen ist immer der Dativ, und die Wendung im Folgenden wird großgeschrieben.

Vier Bedeutungen und ihre Wörter

Die Reihenfolge tragen nachkommen, sich anschließen und nachrücken. Sie bezeichnen die Abfolge in Zeit oder Raum: Der zweite Teil folgt im Herbst.

Den Gehorsam nennen befolgen, sich richten nach und einhalten. Achtung: Befolgen steht mit Akkusativ, folgen mit Dativ. Man befolgt die Anweisung und folgt der Anweisung.

Den logischen Schluss decken sich ergeben, resultieren und hervorgehen ab. In Argumentationen ist daraus folgt eine starke Behauptung: Sie besagt, dass der Schluss zwingend ist.

Folgen steht mit Dativ

Wem folgt man? Dem Rat, der Empfehlung, den Anweisungen. Der Akkusativ ist falsch: den Rat folgen gibt es nicht, wohl aber den Rat befolgen.

Die Verwechslung entsteht, weil die beiden Verben so nah beieinander liegen. Eine einfache Probe: Lässt sich das Verb durch gehorchen ersetzen, steht der Dativ; passt eher beachten, gehört dorthin befolgen.

Im Perfekt steht folgen mit sein, wenn eine Bewegung oder Abfolge gemeint ist: Er ist ihr gefolgt. In der Bedeutung sich richten nach ist ebenfalls sein üblich.

Im Folgenden und Folgendes

Im Folgenden wird großgeschrieben, weil folgend hier substantiviert ist. Dasselbe gilt für Folgendes und das Folgende. Diese Schreibungen werden in Arbeiten häufig angestrichen.

Die Wendung selbst ist in Einleitungen etabliert: Im Folgenden wird dargestellt. Stilistisch ist sie schwach, weil sie ankündigt statt zu sagen. Die ausführliche Regel steht auf der Seite im Folgenden groß oder klein.

Für die Kleinschreibung gibt es nur einen Fall: das Adjektiv vor einem Substantiv, etwa im folgenden Kapitel. Die Einzelheiten dazu stehen auf der Seite Folgendes groß oder klein.

Folgen im logischen Sinn

Daraus folgt behauptet eine zwingende Ableitung. In wissenschaftlichen Texten ist das eine der stärksten Formulierungen überhaupt und wird entsprechend geprüft.

Schwächere und oft ehrlichere Varianten sind das legt nahe, dies spricht dafür oder daraus ergibt sich der Hinweis. Sie behaupten keine Notwendigkeit.

In der Logik ist die Folgerung ein definierter Begriff und an Regeln gebunden. Wer folgern schreibt, sollte prüfen, ob die Prämissen den Schluss wirklich tragen.

Folgen als Substantiv

Die Folgen sind die Konsequenzen und stehen fast immer im Plural. Folgeschäden, Folgekosten und Folgeerscheinungen sind feste Zusammensetzungen.

In Berichten ist wichtig, ob Folge im Sinne von Ursache und Wirkung gemeint ist oder nur die zeitliche Abfolge. Nach etwas heißt nicht wegen etwas, und die Verwechslung ist ein bekannter Fehlschluss.

Die Folge im Sinne einer Serie ist eine dritte Bedeutung: die dritte Folge einer Sendung. In der Mathematik ist die Zahlenfolge ein eigener Begriff.

Folgen in sozialen Netzwerken

Jemandem folgen hat seit den sozialen Netzwerken eine feste neue Bedeutung und ist als Lehnübersetzung von to follow entstanden. Auch hier steht der Dativ.

Die Ableitungen Follower und Folgende stehen nebeneinander, wobei Follower im Deutschen deutlich häufiger ist. In Texten für ein breites Publikum ist es unauffälliger als jede Eindeutschung.

Entfolgen hat sich als Verb für das Gegenteil etabliert und steht inzwischen im Duden.

Abgrenzung zu verfolgen

Verfolgen hat eine eigene Bedeutung und ist nicht die verstärkte Form: Ein Ziel verfolgen heißt, es beharrlich anzustreben, eine Person verfolgen heißt etwas ganz anderes.

In Berichten über Strategien ist verfolgen deshalb das richtige Wort für Absichten. Weitere Verben mit mehreren Bedeutungen stehen unter erfolgen und in der Übersicht Synonyme.

Nachfolgen, verfolgen, erfolgen

Die Vorsilben ändern die Bedeutung vollständig. Nachfolgen betont die Ablösung in einer Position: Sie folgte ihm im Amt nach. Verfolgen meint das beharrliche Anstreben oder das Nachstellen.

Erfolgen wiederum bedeutet stattfinden und hat mit der Abfolge nichts zu tun. Es ist das bekannteste Wort des Amtsdeutschs und meist auflösbar.

Befolgen schließlich steht mit Akkusativ und meint das Einhalten einer Regel. Vier Verben mit derselben Wurzel und vier verschiedenen Bedeutungen, was die Gruppe zu einer verlässlichen Fehlerquelle in Korrekturen macht.

Folgen und Konsequenzen

Konsequenz ist ein Fremdwort mit zwei Bedeutungen: die Folge einer Handlung und die Beharrlichkeit einer Person. Wer konsequent handelt, ist beharrlich, nicht folgenreich.

Für die Wirkung einer Entscheidung sind Folgen und Auswirkungen die unauffälligeren Wörter. Auswirkung ist dabei neutral, Folge etwas näher an der Ursache.

Nachwirkung und Spätfolge betonen den zeitlichen Abstand. In medizinischen und juristischen Texten sind das eigene Begriffe mit eigenen Fristen.

Heißt es dem Rat folgen oder den Rat folgen?

Dem Rat folgen. Folgen steht immer mit Dativ. Mit Akkusativ steht befolgen: den Rat befolgen.

Wird im Folgenden großgeschrieben?

Ja, weil folgend dort substantiviert ist. Kleingeschrieben wird nur das Adjektiv vor einem Substantiv, etwa im folgenden Kapitel.

Was ist ein Synonym für folgen?

Für die Abfolge nachkommen, für den Gehorsam befolgen, für den logischen Schluss sich ergeben oder resultieren.

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