Ermöglichen Synonym: erlauben, eröffnen oder befähigen

Erlaubnis erteilen oder Möglichkeit schaffen? Zweierlei

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 5. August 2026 · alle Synonyme

Ermöglichen und erlauben werden gleichgesetzt und bedeuten Verschiedenes: Wer erlaubt, hebt ein Verbot auf, wer ermöglicht, schafft die Voraussetzung. Beides kann fehlen, und dann hilft die jeweils andere Handlung nicht weiter. Die Alternativen ordnen sich danach, ob eine Erlaubnis, eine Gelegenheit oder eine Fähigkeit gemeint ist. Dazu kommt eine Kommaregel, die bei diesem Verb besonders oft gebraucht wird.

Erlaubnis, Möglichkeit, Befähigung

Die Erlaubnis tragen erlauben, gestatten und zulassen. Sie setzen voraus, dass jemand befugt ist, etwas zu untersagen. Zulassen ist dabei passiver: Es heißt, nicht einzuschreiten.

Die Möglichkeit nennen eröffnen, schaffen und bereiten. Sie sagen, dass eine Voraussetzung entsteht, unabhängig von jeder Erlaubnis: Ein Stipendium eröffnet ein Studium.

Die Befähigung decken befähigen, in die Lage versetzen und ausstatten ab. Sie beziehen sich auf die Person, nicht auf die Umstände.

Ermöglichen oder erlauben

Die Probe: Gab es vorher ein Verbot? Dann passt erlauben. Fehlte vorher eine Voraussetzung? Dann passt ermöglichen.

In Verwaltungstexten ist die Unterscheidung erheblich. Eine Genehmigung erlaubt ein Vorhaben, eine Förderung ermöglicht es. Wer beides braucht, hat mit nur einem davon nichts gewonnen.

In der Teilhabe ist ermöglichen das tragende Wort, weil dort gerade nicht Verbote das Hindernis sind, sondern fehlende Zugänge. Barrierefreie Angebote ermöglichen, sie erlauben nichts.

Die Streckform auflösen

Ermöglichen zieht Substantivierungen an: Die Software ermöglicht die Durchführung der Auswertung. Kürzer ist der direkte Satz: Mit der Software lässt sich auswerten.

Diese Streckform ist in technischen Beschreibungen und Anträgen sehr häufig. Sie wirkt sachlich und verlängert den Satz um mehrere Wörter, ohne etwas hinzuzufügen.

Ein verwandtes Muster steht auf der Seite zu durchführen: Auch dort ist die Auflösung fast immer möglich und macht den Satz kürzer.

Das Komma beim Infinitiv

Ermöglichen steht oft mit einem erweiterten Infinitiv: Das Verfahren ermöglicht es, den Aufwand zu senken. Vor dem Infinitiv mit zu steht ein Komma, weil ein Hinweiswort vorausgeht.

Ohne das Wörtchen es ist das Komma freigestellt: Das Verfahren ermöglicht den Aufwand zu senken lässt sich mit oder ohne Komma schreiben. Mit Komma ist es leichter zu lesen.

Die Konstruktion ermöglicht es zu ohne Komma ist die häufigste Fundstelle in Korrekturen dieses Musters.

In Anträgen und Förderungen

In Förderanträgen ist ermöglichen ein Schlüsselwort, weil die Förderung als notwendige Voraussetzung dargestellt werden soll. Der Nachweis gehört dazu: Ohne die Mittel wäre das Vorhaben nicht durchführbar.

Zu schwach ist die Formulierung, wenn sie nur einen Vorteil nennt. Erleichtern und beschleunigen sind ehrliche Wörter, wenn die Sache auch ohne Förderung ginge.

Zu stark ist sie, wenn ermöglichen behauptet wird, obwohl das Vorhaben bereits läuft. Diese Prüfung gehört zu den Standardfragen in Bewilligungsverfahren.

Passiv und Urheber

Die Form es wird ermöglicht nennt niemanden, der etwas tut. In Berichten ist das oft gewollt und macht den Satz zugleich unprüfbar.

Wer den Urheber nennt, gewinnt an Klarheit: Die Stiftung ermöglicht den Kurs. Damit steht im Satz, wem die Wirkung zuzurechnen ist.

In Danksagungen ist genau das der Zweck. Dort ist die aktive Form die übliche und die passive unpassend.

Abgrenzung zu erleichtern

Erleichtern behauptet weniger als ermöglichen: Die Sache ginge auch sonst, nur mühsamer. In Bewertungen ist das der ehrlichere Ausdruck, wenn kein Hindernis beseitigt wurde.

Fördern liegt dazwischen und meint unterstützen. Weitere Wörter dieses Feldes stehen unter Unterstützung und in der Übersicht Synonyme.

Ermöglichen in Stellenanzeigen

In Ausschreibungen ist wir ermöglichen ein fester Baustein: Weiterbildung ermöglichen, flexible Arbeitszeiten ermöglichen. Der Satz verpflichtet zu nichts, solange er nicht im Vertrag steht.

Prüfbar wird das Angebot durch Angaben: Wie viele Tage im Jahr, wer entscheidet, wer trägt die Kosten. Ohne diese Angaben bleibt die Zusage eine Absichtserklärung.

Bewerberinnen und Bewerber sollten deshalb im Gespräch nachfragen und wichtige Punkte schriftlich festhalten lassen. Das gilt besonders für Zusagen, die Geld kosten.

Rechtschreibung und Verwandtes

Ermöglichen wird kleingeschrieben und mit ö geschrieben, weil es von möglich kommt. Die Ermöglichung ist gebräuchlich, wirkt aber schwerfällig und lässt sich fast immer durch einen Verbalsatz ersetzen.

Möglich machen ist die einfachere Entsprechung und in Texten für ein breites Publikum die bessere Wahl. Sie wirkt weniger nach Verwaltung.

Verunmöglichen ist die Gegenrichtung und in Deutschland selten, in der Schweiz dagegen geläufig. Im bundesdeutschen Standard steht unmöglich machen oder verhindern.

Was ist der Unterschied zwischen ermöglichen und erlauben?

Erlauben hebt ein Verbot auf, ermöglichen schafft eine Voraussetzung. Eine Genehmigung erlaubt ein Vorhaben, eine Förderung ermöglicht es.

Was ist ein Synonym für ermöglichen?

Für die Erlaubnis erlauben oder gestatten, für die Möglichkeit eröffnen oder schaffen, für die Befähigung in die Lage versetzen.

Steht bei ermöglicht es zu ein Komma?

Ja. Geht ein Hinweiswort wie es voraus, steht vor dem erweiterten Infinitiv ein Komma: Das Verfahren ermöglicht es, den Aufwand zu senken.

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