Ergebnis Synonym: Resultat, Befund oder Ausgang
Was gemessen wurde und was daraus folgt, ist zweierlei
Ergebnis ist in wissenschaftlichen Arbeiten ein Gliederungsbegriff und nicht nur ein Wort. Der Ergebnisteil enthält, was gemessen wurde, die Diskussion, was daraus folgt. Genau an dieser Grenze wird das Wort unscharf: Ein Ergebnis ist ein Messwert, eine Erkenntnis ist ein Schluss, und wer beides Ergebnis nennt, vermischt zwei Kapitel. Die Alternativen sortieren sich danach, ob eine Zahl, ein Befund oder ein Ausgang gemeint ist.
Messwert, Befund, Ausgang
Für den Messwert passen Resultat, Wert und Kennzahl. Resultat ist ein reines Synonym für Ergebnis und in vielen Kontexten austauschbar, wirkt aber leicht förmlicher. Kennzahl setzt voraus, dass der Wert einer Definition folgt.
Für den Befund stehen Befund, Feststellung und Beobachtung bereit. Befund ist in Medizin und Empirie der Fachbegriff für das, was eine Untersuchung ergeben hat, und ist neutraler als Erkenntnis, weil er keine Deutung enthält.
Für den Ausgang eines Vorgangs sind Ausgang, Folge und Bilanz die passenden Wörter. Sie beziehen sich auf Prozesse, nicht auf Messungen, und sind in Berichten über Verfahren und Verhandlungen richtig.
Ergebnis oder Erkenntnis
Ein Ergebnis liegt vor, sobald gemessen wurde. Eine Erkenntnis entsteht erst durch Deutung. „Die Rücklaufquote betrug 61 Prozent“ ist ein Ergebnis, „Die Zielgruppe ist gut erreichbar“ eine Erkenntnis, die darauf aufbaut und weitere Annahmen braucht.
In der Gliederung einer Arbeit trennt diese Grenze den Ergebnisteil von der Diskussion. Wer Erkenntnisse in den Ergebnisteil schreibt, nimmt die Deutung vorweg; wer Messwerte in die Diskussion schreibt, wiederholt sich. Beides wird in Bewertungen angestrichen.
Ergebnisse im Plural
Der Plural die Ergebnisse ist in Arbeiten die übliche Form, weil meist mehrere Werte vorliegen. Zu vermeiden ist die Formulierung „die Ergebnisse zeigen, dass“, wenn nur ein einziger Wert gemeint ist: Der Plural suggeriert eine Breite, die nicht besteht.
Ebenso ungenau ist „die Ergebnisse sind positiv“. Positiv kann erfreulich oder ein Vorzeichen meinen, und in medizinischen Zusammenhängen bedeutet ein positiver Befund gerade das Gegenteil von erfreulich. Wer die Richtung meint, sollte sie benennen.
Ergebnisoffen und ohne Ergebnis
Ergebnisoffen bedeutet, dass der Ausgang nicht feststeht, und ist in Verhandlungen und Verfahren ein etablierter Begriff. Es bedeutet nicht, dass kein Ergebnis erzielt wird, sondern dass keines vorweggenommen wird.
„Ohne Ergebnis“ heißt dagegen, dass nichts herauskam. In Protokollen ist die Unterscheidung wichtig: Eine ergebnisoffene Sitzung war wahrscheinlich erfolgreich, eine Sitzung ohne Ergebnis nicht.
Grammatik und Zusammensetzungen
Ergebnis ist neutral, der Plural lautet die Ergebnisse, der Genitiv des Ergebnisses mit doppeltem s. Das Verb ergeben ist unregelmäßig: ergeben, ergab, ergeben, und wird in Ergebnisteilen häufig verwendet: „Die Auswertung ergab ...“
Zusammensetzungen tragen kein Fugenzeichen: Ergebnisbericht, Ergebnisprotokoll, Ergebnisoffenheit. Das Ergebnisprotokoll ist dabei von Verlaufs- und Wortprotokoll zu unterscheiden: Es hält nur die Beschlüsse fest, nicht den Weg dorthin.
In Berichten und Zeugnissen
In Abschlussberichten wird die Zielsetzung dem Ergebnis gegenübergestellt, und beide müssen in derselben Einheit stehen. Wer als Ziel eine Quote nennt, muss als Ergebnis eine Quote liefern. Die Formulierung von Zielen behandelt die Seite zu Ziel.
In Arbeitszeugnissen ist die Ergebnisorientierung eine feste Wendung des Bewertungscodes: „arbeitete stets ergebnisorientiert“ ist Teil der Leistungsbeurteilung und nicht frei umformulierbar.
Abgrenzung zu Fazit und Schluss
Das Fazit ist die Zusammenfassung mehrerer Ergebnisse und ihrer Deutung, der Schluss ist das Kapitel, in dem beides steht. Ein Ergebnis ist keines von beidem, sondern das Material dafür.
In der Gliederung stehen deshalb Ergebnisse, Diskussion und Fazit nebeneinander und werden nicht vermischt. Wer im Fazit neue Ergebnisse einführt, verstößt gegen eine Erwartung, die in jeder Prüfungsordnung sinngemäß steht. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
Im Sport bezeichnet das Ergebnis den Endstand und ist dort ein feststehender Begriff. Die Wendung „ein Ergebnis erzielen“ stammt aus diesem Bereich und wirkt in wissenschaftlichen Texten leicht sportlich: Dort werden Ergebnisse gewonnen, erhoben oder ermittelt, nicht erzielt.
Zu unterscheiden ist das Ergebnis schließlich vom Ertrag und vom Ausgang. Der Ertrag ist der wirtschaftliche Nutzen, der Ausgang der Endzustand eines Verfahrens. In Berichten werden alle drei vermischt, obwohl sie verschiedene Groessen benennen und getrennt ausgewiesen werden müssen.
In Wahlberichten und Statistiken ist das vorlaeufige Ergebnis ein feststehender Begriff mit rechtlicher Bedeutung: Es wird später durch das endgueltige ersetzt, und erst dieses ist anfechtbar. Wer die beiden gleichsetzt, verschiebt Fristen.
Was ist der Unterschied zwischen Ergebnis und Erkenntnis?
Ein Ergebnis liegt vor, sobald gemessen wurde. Eine Erkenntnis entsteht durch Deutung und braucht weitere Annahmen. In der Gliederung trennt diese Grenze den Ergebnisteil von der Diskussion.
Was ist ein Synonym für Ergebnis?
Für einen Messwert Resultat oder Kennzahl, für eine Untersuchung Befund, für den Ausgang eines Verfahrens Ausgang oder Bilanz.
Was heißt ergebnisoffen?
Dass der Ausgang nicht feststeht und nicht vorweggenommen wird. Es bedeutet nicht, dass kein Ergebnis erzielt wird: Das wäre „ohne Ergebnis“.