Dann Synonym: Zeitpunkt, Folge oder Bedingung
Drei Aufgaben in einem sehr kurzen Wort
Dann ist eines der kürzesten Wörter des Deutschen und trägt trotzdem drei Bedeutungen. Es benennt einen Zeitpunkt („Dann war er noch Student“), eine Reihenfolge („Erst prüfen, dann unterschreiben“) und eine Bedingungsfolge („Wenn die Frist abläuft, dann verfällt der Anspruch“). Die Alternativen unterscheiden sich nach dieser Funktion, und in der dritten Bedeutung kommt eine Kommaregel dazu, die in Schriftsätzen regelmäßig falsch angewendet wird.
Zeitpunkt
Meint dann einen bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit, passen damals, zu jener Zeit und seinerzeit. Seinerzeit ist förmlich und in Gutachten üblich, damals neutral und in jedem Register brauchbar.
Für die Zukunft stehen künftig, zu diesem Zeitpunkt und alsdann bereit, wobei alsdann heute als veraltet gilt und nur noch in älteren Vertragstexten begegnet.
Reihenfolge
In dieser Bedeutung sind danach, anschließend und daraufhin die Alternativen. Die Feinheiten stehen auf den Seiten zu danach und anschließend: Dann und danach behaupten keinen Zusammenhang, daraufhin schon.
Dann ist in dieser Gruppe die knappste Form und deshalb in Anleitungen und Rezepten die beste. „Erst erhitzen, dann rühren“ ist kürzer und klarer als jede Alternative. In wissenschaftlichen Methodenteilen wirkt es dagegen mündlich, dort ist anschließend üblicher.
Bedingung und die Wenn-dann-Regel
In Bedingungssätzen bildet dann das Gegenstück zu wenn: „Wenn die Frist abläuft, dann verfällt der Anspruch.“ Das dann ist dabei grammatisch entbehrlich, der Satz funktioniert auch ohne. Es macht die Folge aber deutlicher, was in Verträgen erwünscht ist.
Das Komma steht vor dann, weil es den Nebensatz abschließt, nicht nach dann. Falsch ist „Wenn die Frist abläuft dann, verfällt der Anspruch“. Nach dann folgt sofort das gebeugte Verb, weil dann das erste Feld des Hauptsatzes besetzt.
Alternativen in dieser Bedeutung sind in diesem Fall, folglich und so. So ist die gehobene Variante und begegnet vor allem in Gesetzestexten: „Ist die Frist abgelaufen, so verfällt der Anspruch.“
Dann und wann
Die Fügung „dann und wann“ bedeutet gelegentlich und hat mit der Zeitangabe nichts zu tun. Sie ist idiomatisch und wird nicht auseinandergenommen. Ebenso fest sind „bis dann“ als Verabschiedung und „na dann“ als Einleitung einer Schlussfolgerung.
Zu unterscheiden ist dann außerdem von denn, das eine Begründung einleitet. Die Verwechslung ist regional verbreitet und in geschriebener Sprache ein deutlicher Fehler: „Ich komme später, denn ich habe noch einen Termin“ begründet, mit dann wäre der Satz sinnlos.
Häufung in Erzählungen und Protokollen
Dann ist das Standardwort für Abfolgen und häuft sich deshalb in Berichten, Protokollen und Erzählungen: „Dann kam A, dann folgte B, dann wurde C beschlossen.“ Diese Kette ist gesprochen normal und geschrieben ermüdend.
Abhilfe schafft der Wechsel der Satzstruktur, nicht der Wechsel des Worts. Statt drei Sätzen mit dann ein Satz mit Aufzählung, oder Uhrzeiten statt Verbindungswörtern. Wer nur dann durch danach ersetzt, verschiebt das Problem.
Stellung im Satz
Am Satzanfang besetzt dann das erste Feld, das gebeugte Verb folgt sofort: „Dann wurde abgestimmt.“ Im Mittelfeld steht es hinter dem Verb: „Es wurde dann abgestimmt.“ Diese zweite Stellung wirkt unauffälliger und eignet sich, wenn mehrere Sätze sonst gleich beginnen würden.
Ein Komma steht nach dann in keiner der beiden Stellungen. Diese Regel gilt für alle Adverbien im ersten Satzfeld und ist auf der Seite zu Kommasetzung ausführlich beschrieben.
In Verträgen und Bescheiden
In Rechtstexten ist die Bedingungsfolge der Kern vieler Klauseln, und dort wird häufig auf dann verzichtet: „Läuft die Frist ab, verfällt der Anspruch.“ Die Weglassung ist zulässig und verkürzt den Satz, macht die Folge aber weniger sichtbar.
In Bescheiden an Bürgerinnen und Bürger ist die ausgeschriebene Form mit wenn und dann verständlicher und wird von Behörden zunehmend empfohlen, weil sie die Bedingung eindeutig markiert. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
In Aufzaehlungen bildet dann die Kette erst, dann, schließlich. Diese Dreierform ist so eingefuehrt, dass ein erst ohne folgendes dann als unvollstaendig empfunden wird. Wer mehr als drei Schritte hat, sollte nummerieren statt die Kette zu verlaengern, weil die Woerter dann ihre Ordnungsfunktion verlieren.
Zu unterscheiden ist dann schließlich von damals in der Vergangenheit. Dann ist relativ und braucht einen Bezugspunkt im Satz, damals ist absolut und verweist auf eine bekannte Zeit. „Damals war er Student“ steht für sich, „Dann war er Student“ verlangt, dass vorher ein Zeitpunkt genannt wurde.
Was ist ein Synonym für dann?
Für einen Zeitpunkt damals oder seinerzeit, für eine Reihenfolge danach oder anschließend, für eine Bedingungsfolge in diesem Fall oder folglich.
Steht bei wenn und dann ein Komma?
Das Komma steht vor dann, weil es den Nebensatz abschließt: „Wenn die Frist abläuft, dann verfällt der Anspruch.“ Nach dann folgt sofort das gebeugte Verb.
Was ist der Unterschied zwischen dann und denn?
Dann ist zeitlich oder folgernd, denn begründet. „Ich komme später, denn ich habe einen Termin“ nennt den Grund; mit dann wäre der Satz sinnlos.