Daher Synonym: deshalb, folglich oder von dort

Grund, Folge und Herkunft in einem Wort

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 5. August 2026 · alle Synonyme

Daher ist ein Pronominaladverb aus da und her und bezeichnet ursprünglich die Herkunft: von dort. Diese räumliche Bedeutung lebt noch in Wendungen wie „daher kommt der Name“. Im heutigen Gebrauch überwiegt jedoch die übertragene: Daher leitet eine Folge ein. Beim Suchen nach einem Synonym kommt es deshalb darauf an, ob Grund, Folge oder Herkunft gemeint ist, und zusätzlich auf die Abgrenzung zu dadurch, das etwas anderes leistet.

Folge, Begründung, Herkunft

Für die Folge passen deshalb, deswegen, folglich und somit. Deshalb und deswegen sind neutral und austauschbar, folglich und somit betonen die logische Ableitung und gehören eher in Argumentationen als in Erzählungen.

Für die Begründung stehen nämlich, denn und aus diesem Grund bereit. Sie stehen vor dem Grund, nicht vor der Folge, und drehen damit die Reihenfolge um: „Der Antrag wurde abgelehnt, denn die Frist war abgelaufen.“

Für die Herkunft sind von dort und daraus die passenden Wörter. Diese Bedeutung ist heute selten und begegnet vor allem in Wendungen über Wortherkunft und Ursprünge.

Daher oder dadurch

Daher nennt die Folge, dadurch das Mittel. „Die Frist war abgelaufen, daher wurde abgelehnt“ nennt den Grund für die Ablehnung. „Die Ablehnung erfolgte dadurch, dass die Frist abgelaufen war“ ist dagegen schief: Dadurch verlangt ein Mittel, keinen Grund.

Der Test: Lässt sich das Wort durch deshalb ersetzen, ist daher richtig. Lässt es sich durch mithilfe von ersetzen, ist dadurch richtig. Die Verwechslung gehört zu den häufigsten in Berichten und fällt beim Lesen als leichtes Stolpern auf.

Stellung und Komma

Daher ist ein Adverb und besetzt am Satzanfang das erste Feld: „Daher wurde abgelehnt.“ Ein Komma nach daher ist falsch. Zwischen zwei Hauptsätzen steht davor ein Komma, weil die Sätze getrennt werden müssen.

Im Mittelfeld steht daher hinter dem Verb: „Der Antrag wurde daher abgelehnt.“ Diese Stellung ist unauffälliger und in Fachtexten häufiger, weil sie den Satz nicht mit einem Verbindungswort eröffnet.

In Argumentationen

In wissenschaftlichen Texten markiert daher einen Schluss und ist damit belegpflichtig: Was danach steht, muss aus dem folgen, was davor steht. Wer daher schreibt, ohne dass die Ableitung trägt, erzeugt einen Scheinschluss, der in Gutachten angestrichen wird.

Besonders häufig ist das in Einleitungen: „Das Thema ist wenig erforscht, daher untersucht diese Arbeit X.“ Der Schluss ist nicht zwingend, weil aus fehlender Forschung nicht folgt, dass ausgerechnet X zu untersuchen wäre. Die Lücke lässt sich schließen, indem die Relevanz genannt wird.

Daher rührt und daher kommt

Die Wendungen „daher rührt“ und „daher kommt“ bewahren die räumliche Grundbedeutung und werden für Ursprünge verwendet: „Daher rührt der Name.“ Sie sind fest und werden nicht durch deshalb ersetzt.

Zu unterscheiden ist außerdem „von daher“, das umgangssprachlich für deshalb steht und in geschriebener Sprache als Füllwendung gilt. In Fachtexten sollte es vermieden werden, weil es eine räumliche Fügung in eine kausale umdeutet.

Häufung in Berichten

Daher gehört zu den Wörtern, die sich in Begründungsketten sammeln: Drei Sätze hintereinander mit daher lassen einen Text wirken, als würde jede Aussage aus der vorherigen folgen, was selten stimmt.

Abhilfe schafft die Prüfung, ob tatsächlich ein Schluss vorliegt. Wo nur angereiht wird, gehört ein anreihendes Wort hin, dessen Feinheiten auf der Seite zu außerdem stehen.

Register

Daher ist schriftsprachlich und in Fachtexten unauffällig. Gesprochen überwiegen deshalb und deswegen, weshalb Redetexte damit natürlicher klingen.

In sehr förmlichen Texten stehen zusätzlich mithin und sonach zur Verfügung, die beide eine logische Folge markieren und in juristischen Gutachten verbreitet sind. Außerhalb dieser Textsorten wirken sie gestelzt. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.

Zu unterscheiden ist daher schließlich von daraufhin, das eine zeitliche Folge mit ursaechlichem Beiklang markiert. Daher nennt den Grund, daraufhin die Reaktion. „Die Frist lief ab, daher wurde abgelehnt“ begruendet; „Die Frist lief ab, daraufhin wurde abgelehnt“ erzaehlt einen Ablauf.

In Fußnoten und Quellenangaben steht daher gelegentlich in der raeumlichen Bedeutung: „Die Angabe stammt daher“ verweist auf die zuvor genannte Quelle. Diese Verwendung ist knapp, aber missverstaendlich, weil Lesende zuerst die kausale Bedeutung erwarten. Eindeutig ist „aus dieser Quelle“ oder die Wiederholung der Fundstelle.

Zu beachten ist außerdem, dass daher und darum in der kausalen Bedeutung gleichbedeutend sind, darum aber zusätzlich raeumlich verwendet wird und in Fragen steht: „Darum geht es nicht.“ In Fachtexten ist deshalb daher die unauffaelligere Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen daher und dadurch?

Daher nennt die Folge, dadurch das Mittel. Lässt sich das Wort durch deshalb ersetzen, ist daher richtig; lässt es sich durch mithilfe von ersetzen, ist dadurch richtig.

Steht nach daher ein Komma?

Nein. Daher ist ein Adverb und besetzt das erste Satzfeld, danach folgt direkt das gebeugte Verb. Zwischen zwei Hauptsätzen steht davor ein Komma.

Ist „von daher“ korrektes Deutsch?

Es ist umgangssprachlich verbreitet und gilt in geschriebener Sprache als Füllwendung. In Fachtexten ist deshalb oder daher allein die bessere Wahl.

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