Daher Synonym: deshalb, folglich oder von dort
Grund, Folge und Herkunft in einem Wort
Daher ist ein Pronominaladverb aus da und her und bezeichnet ursprünglich die Herkunft: von dort. Diese räumliche Bedeutung lebt noch in Wendungen wie „daher kommt der Name“. Im heutigen Gebrauch überwiegt jedoch die übertragene: Daher leitet eine Folge ein. Beim Suchen nach einem Synonym kommt es deshalb darauf an, ob Grund, Folge oder Herkunft gemeint ist, und zusätzlich auf die Abgrenzung zu dadurch, das etwas anderes leistet.
Folge, Begründung, Herkunft
Für die Folge passen deshalb, deswegen, folglich und somit. Deshalb und deswegen sind neutral und austauschbar, folglich und somit betonen die logische Ableitung und gehören eher in Argumentationen als in Erzählungen.
Für die Begründung stehen nämlich, denn und aus diesem Grund bereit. Sie stehen vor dem Grund, nicht vor der Folge, und drehen damit die Reihenfolge um: „Der Antrag wurde abgelehnt, denn die Frist war abgelaufen.“
Für die Herkunft sind von dort und daraus die passenden Wörter. Diese Bedeutung ist heute selten und begegnet vor allem in Wendungen über Wortherkunft und Ursprünge.

Daher oder dadurch
Daher nennt die Folge, dadurch das Mittel. Im Satz „Die Frist war abgelaufen, daher wurde abgelehnt“ wird der Grund für die Ablehnung genannt. „Die Ablehnung erfolgte dadurch, dass die Frist abgelaufen war“ ist dagegen schief: Dadurch verlangt ein Mittel, keinen Grund.
Der Test: Passt deshalb als Ersatz, ist daher richtig. Funktioniert der Austausch mit mithilfe von, ist dadurch richtig. Die Verwechslung gehört zu den häufigsten in Berichten und fällt beim Lesen als leichtes Stolpern auf.
Stellung und Komma
Daher ist ein Adverb und besetzt am Satzanfang das erste Feld: „Daher wurde abgelehnt.“ Ein Komma nach daher ist falsch. Zwischen zwei Hauptsätzen steht davor ein Komma, weil die Sätze getrennt werden müssen.
Im Mittelfeld steht daher hinter dem Verb: „Der Antrag wurde daher abgelehnt.“ Diese Stellung ist unauffälliger und in Fachtexten häufiger, weil sie den Satz nicht mit einem Verbindungswort eröffnet.
In Argumentationen
In wissenschaftlichen Texten kennzeichnet daher einen Schluss und ist damit belegpflichtig: Der anschließende Inhalt muss sich aus dem Vorgenannten ableiten. Wer daher schreibt, ohne dass die Ableitung trägt, erzeugt einen Scheinschluss, der in Gutachten angestrichen wird.
Besonders häufig ist das in Einleitungen: „Das Thema ist wenig erforscht, daher untersucht diese Arbeit X.“ Der Schluss ist nicht zwingend, weil aus fehlender Forschung nicht folgt, dass ausgerechnet X zu untersuchen wäre. Die Lücke lässt sich schließen, indem die Relevanz genannt wird.

Daher rührt und daher kommt
Die Ausdrücke „daher rührt“ und „daher kommt“ bewahren die räumliche Grundbedeutung und werden für Ursprünge verwendet: „Daher rührt der Name.“ Sie sind fest geprägt und werden nicht durch deshalb ersetzt.
Abzugrenzen ist außerdem „von daher“, das umgangssprachlich für deshalb steht und in geschriebener Sprache als Füllwendung gilt. In Fachtexten sollte es vermieden werden, weil es eine räumliche Fügung in eine kausale umdeutet.
Häufung in Berichten
Daher neigt dazu, sich in Kausalitätsketten zu häufen: Drei Sätze hintereinander mit daher erzeugen den Eindruck, jede These sei Resultat der vorherigen, was selten stimmt.
Es lohnt sich zu prüfen, ob ein echter Schluss vorliegt. Wird nur aufgelistet, gehört ein anreihendes Wort hin, dessen Feinheiten auf der Seite zu außerdem stehen.
Register
Daher ist schriftsprachlich und in Fachtexten unauffällig. Gesprochen überwiegen deshalb und deswegen, weshalb Redetexte damit natürlicher klingen.
In sehr förmlichen Texten stehen zusätzlich mithin und sonach zur Verfügung, die beide eine logische Folge markieren und in juristischen Gutachten verbreitet sind. Außerhalb dieser Textsorten wirken sie gestelzt. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
Schließlich grenzt man daher von daraufhin ab, das eine zeitliche Folge mit ursächlichem Beiklang markiert. Daher nennt den Grund, daraufhin die Reaktion. „Die Frist lief ab, daher wurde abgelehnt“ begründet; „Die Frist lief ab, daraufhin wurde abgelehnt“ schildert einen Ablauf.
In Fußnoten und Quellenangaben taucht daher gelegentlich in der räumlichen Bedeutung auf: „Die Angabe stammt daher“ verweist auf die zuvor genannte Quelle. Diese Verwendung ist knapp, aber missverständlich, weil Lesende zuerst die kausale Bedeutung erwarten. Eindeutiger ist „aus dieser Quelle“ oder die Wiederholung der Fundstelle.
Zu beachten ist außerdem, dass daher und darum in der kausalen Bedeutung gleichbedeutend sind, darum aber zusätzlich räumlich verwendet wird und in Fragen steht: „Darum geht es nicht.“ In Fachtexten ist deshalb daher die unauffälligere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen daher und dadurch?
Während daher die Konsequenz benennt, bezeichnet dadurch das verwendete Mittel. Taugt deshalb als Ersatz, ist daher richtig. Passt hingegen mithilfe von, ist dadurch richtig.
Steht nach daher ein Komma?
Nein. Als Adverb nimmt daher den ersten Platz im Satz ein, worauf unmittelbar das gebeugte Verb folgt. Zwischen zwei Hauptsätzen steht davor ein Komma.
Ist „von daher“ korrektes Deutsch?
Diese Form ist umgangssprachlich verbreitet, gilt aber in geschriebener Sprache als Füllwendung. In Fachtexten wählt man stattdessen deshalb oder daher allein.