Visionär richtig gendern: Diese Formen sind belegt
Visionär richtig gendern
Der Eintrag zu Visionär und Visionärin führt verschiedene grammatische und gendergerechte Schreibweisen auf. Welche Form passt, lässt sich am Satz, am Personenbezug, an der Zielgruppe und an der Lesbarkeit prüfen.
Belegte Formen für Visionär und Visionärin
Der Eintrag weist die Formen Visionär und Visionärin aus. Bei der männlichen beziehungsweise generischen Form stehen im Singular Visionär im Nominativ, Dativ und Akkusativ sowie Visionärs im Genitiv. Im Plural nennt der Eintrag Visionäre für Nominativ, Genitiv und Akkusativ; im Dativ steht Visionären.
Für die weibliche Form ist im Singular durchgängig Visionärin angegeben. Im Plural steht in allen vier aufgeführten Kasus Visionärinnen. Prüfe vor der Übernahme die im Eintrag ausgewiesene Kombination aus Kasus und Singular oder Plural und nutze eine ausgeschriebene Form.
Als Paarformen sind im Singular die Visionärin bzw. der Visionär im Nominativ und der Visionärin bzw. des Visionärs im Genitiv verzeichnet. Für den Plural führt die Quelle die Visionärinnen und Visionäre im Nominativ sowie den Visionärinnen und Visionären im Dativ auf.
Der Eintrag enthält außerdem Schrägstrichschreibungen, Klammerformen, Binnenmajuskel und Gendersternchen. Im Nominativ erscheinen beispielsweise der/die Visionär/-in, der/die Visionär(in), der/die VisionärIn und der*die Visionär*in. Genitivformen sind dort unter anderem *des/der Visionärs/-in, *des/der Visionärs(in), *des/der VisionärsIn und *des*der Visionärs*in. Mit einem Stern versehene Einträge bleiben als solche gekennzeichnet.
Übernimm nur vollständig im Eintrag dargestellte Formen. Ergänze keine unvollständigen Ausschnitte zu weiteren Schreibweisen.

Welche Form passt zu welchem Satzkontext?
Für den Nominativ nennt der Eintrag bei einzelnen Personen der Visionär und die Visionärin. Als Paarform ist die Visionärin bzw. der Visionär aufgeführt. Im Plural steht dort die Visionärinnen und Visionäre.
Im Genitiv verzeichnet die Quelle für die Paarform der Visionärin bzw. des Visionärs. Die einzelnen Formen lauten der Visionärin und des Visionärs. Vergleiche hierfür die Genitivangaben des Eintrags, statt eine Form aus einem anderen Kasus zu übernehmen.
Für mehrere Personen im Dativ führt der Eintrag den Visionärinnen und Visionären an. Bei einzelnen Formen stehen der Visionärin und Visionär. Nutze die jeweils ausgeschriebene Angabe aus der passenden Kasuszeile.
Als verschiedene Schreibweisen nennt die Quelle Schrägstrich, Klammer, Binnenmajuskel und Gendersternchen. Für den Nominativ sind etwa der/die Visionär/-in, der/die Visionär(in), der/die VisionärIn und der*die Visionär*in angegeben. Verwende diese Angaben nur vollständig und ergänze keinen abgebrochenen Quellenausschnitt.
Bei den geschlechtsneutralen Bezeichnungen ist die Partizipialform im Eintrag als nicht bildbar oder nicht bedeutungsgleich ausgewiesen. Die geschlechtsberücksichtigenden Schreibweisen stehen dort mit den jeweiligen grammatischen Angaben.
Paarformen und weitere belegte Schreibweisen
Als Paarform nennt der Eintrag die ausgeschriebene Verbindung aus weiblicher und männlicher Personenbezeichnung. Im Nominativ lautet sie die Visionärin bzw. der Visionär. Für mehrere Personen steht im Nominativ die Visionärinnen und Visionäre. Diese Formen machen die beiden im Eintrag genannten Personenbezeichnungen sichtbar.
Eine weitere direkt belegte Möglichkeit ist die Schrägstrichschreibung. Die Quelle führt im Nominativ der/die Visionär/-in auf. Für den Genitiv ist *des/der Visionärs/-in angegeben. Der Eintrag markiert bestimmte Formen mit einem Stern. Diese Kennzeichnung gehört zur Darstellung des Quellenmaterials und sollte nicht durch eine selbst erfundene Variante ersetzt werden.
Die Klammerform ist ebenfalls aufgeführt. Im Nominativ nennt die Quelle der/die Visionär(in). Im Genitiv steht *des/der Visionärs(in). Bei den Pluralformen enthält der Eintrag teilweise Sternmarkierungen. Verwende daher nur die vollständig sichtbaren Formen und ergänze keine abgeschnittenen Endungen.
Als Kurzbezeichnungen führt die Quelle die Binnenmajuskel und das Gendersternchen auf. Die Binnenmajuskel erscheint im Nominativ als der/die VisionärIn. Das Gendersternchen erscheint dort als der*die Visionär*in. Die Quelle bezeichnet diese Kurzbezeichnungen als nicht amtlich. Dieser Hinweis gehört zur Einordnung und sollte bei der Darstellung erhalten bleiben.
Keine dieser Formen sollte ohne Prüfung als überall verpflichtend oder immer passend dargestellt werden. Die Quelle stellt verschiedene Formen nebeneinander und liefert dazu grammatische Angaben. Für die Auswahl ist deshalb der konkrete Satz maßgeblich. Prüfe, ob eine Paarform, eine einzelne Personenbezeichnung oder eine der aufgeführten Kurzschreibweisen den beabsichtigten Personenbezug verständlich wiedergibt.
Drei vollständige Beispielsätze
Die folgenden Sätze verwenden unterschiedliche, im Quelleneintrag vollständig aufgeführte Formen. Sie zeigen jeweils einen eigenen Satzkontext, ohne eine einzelne Schreibweise als immer passend festzulegen.
- Die Visionärin bzw. der Visionär stellte das neue Konzept vor.
- Die Visionärinnen und Visionäre erhielten im Bericht ein eigenes Kapitel.
- Der*die Visionär*in entwickelte eine ungewöhnliche Idee.
Im ersten Beispiel steht die ausgeschriebene Paarform im Nominativ. Die Quelle führt diese Verbindung als die Visionärin bzw. der Visionär auf. Das Verb steht im Präteritum und bezieht sich auf die genannte Paarform.
Im zweiten Beispiel wird die belegte Pluralform die Visionärinnen und Visionäre verwendet. Sie entspricht der im Eintrag genannten Paarform für den Nominativ Plural. Der Satz bezeichnet damit mehrere Personen, ohne eine zusätzliche Form aus einem unvollständigen Quellenfragment abzuleiten.
Im dritten Beispiel steht die im Quelleneintrag aufgeführte Nominativform mit Gendersternchen: der*die Visionär*in. Auch diese Form wird hier nur in dem Kasus eingesetzt, der im Quellenmaterial vollständig sichtbar ist.
Für weitere Sätze prüfe zunächst die grammatische Stelle. Im Genitiv nennt die Quelle beispielsweise *des*der Visionärs*in. Im Dativ Plural steht den Visionärinnen und Visionären. Ein Beispielsatz darf diese Formen nur dann verwenden, wenn der eigene Satz tatsächlich den passenden Kasus verlangt. Fehlt im Quellenpaket eine vollständige Form, sollte keine Ergänzung erfunden werden.

So prüfst du die passende Schreibweise
Beginne mit der Ausgangsform deines Satzes. Prüfe, ob du Visionär, Visionärin, eine Paarform oder eine der im Eintrag aufgeführten Kurzschreibweisen verwenden willst. Die Quelle unterscheidet zwischen den beiden Flexionsparadigmen, Paarformen, Schrägstrichschreibungen, Klammerformen, der Binnenmajuskel und dem Gendersternchen.
Prüfe danach den Personenbezug. Geht es im Satz um eine einzelne weibliche Person, nennt die Quelle Visionärin. Geht es um eine einzelne männliche beziehungsweise generische Form, nennt sie Visionär. Sollen weibliche und männliche Personen gemeinsam sichtbar werden, stehen die belegten Paarformen zur Verfügung. Für mehrere Personen führt der Eintrag unter anderem die Visionärinnen und Visionäre auf.
Prüfe anschließend Kasus und Zahl. Im Nominativ Singular stehen etwa der Visionär, die Visionärin, die Visionärin bzw. der Visionär und der*die Visionär*in. Im Dativ Plural nennt die Quelle den Visionärinnen und Visionären. Wähle nur eine Form, die als vollständige Einheit vorliegt und zur grammatischen Stelle deines Satzes passt.
Berücksichtige die Zielgruppe und die Lesbarkeit. Vergleiche dafür die ausgeschriebene Paarform mit der gewählten Kurzschreibweise. Die Quelle nennt mehrere Varianten, aber sie erklärt nicht, dass eine davon in jedem Text verpflichtend wäre. Formuliere deshalb keine allgemeine Vorgabe, sondern prüfe, welche der belegten Formen im eigenen Satz verständlich eingesetzt werden kann.
Zum Schluss kontrolliere die konkrete Schreibweise gegen den Quelleneintrag. Übernimm keine abgeschnittenen Fragmente und bilde keine Partizipialform, denn der Eintrag bezeichnet diese als nicht bildbar oder nicht bedeutungsgleich. Wenn eine gewünschte Form dort nicht vollständig vorliegt, kennzeichne die offene Stelle für eine gesonderte Prüfung, statt eine Endung zu ergänzen.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.genderator.app (geprüft am 2026-08-15)