Wähler gendern: Geschlechtergerechte Formen
Alle geschlechtergerechten Varianten für Wähler im Überblick
Wähler lässt sich mehreren gängigen Verfahren zufolge gendern: durch die Doppelnennung Wählerinnen und Wähler, durch Kurzformen wie Wähler*innen, Wähler:innen oder Wähler_innen sowie durch die geschlechtsneutrale Sammelbezeichnung Wählerschaft. Welche Variante sich eignet, hängt vom Kontext ab: In amtlichen und vielen wissenschaftlichen Texten gilt die Doppelnennung als etablierte Standardform, während Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich zusätzlich Personen jenseits der binären Geschlechterordnung sichtbar machen sollen. Für Abschlussarbeiten empfiehlt sich, die Vorgaben der Hochschule zu prüfen und die gewählte Form konsequent durchzuhalten.
Wähler gendern: die kurze Antwort
Bei der Personenbezeichnung Wähler handelt es sich um die maskuline Form, die traditionell auch für gemischtgeschlechtliche Gruppen verwendet wurde (generisches Maskulinum). Geschlechtergerechte Sprache macht Frauen und andere Geschlechter sprachlich sichtbar. Die gebräuchlichste Lösung ist die Doppelnennung Wählerinnen und Wähler, die feminine und maskuline Form gleichberechtigt nebeneinanderstellt. Wer zusätzlich Personen ansprechen möchte, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen, greift zu verkürzten Schreibweisen wie Wähler*innen oder Wähler:innen. Wer nach gendern Wähler sucht, findet also mehrere anerkannte Varianten, deren Verwendung meist vom jeweiligen Textkontext, etwa journalistisch, amtlich oder wissenschaftlich, abhängt. Ein Blick in aktuelle Stilrichtlinien der jeweiligen Institution schafft zusätzliche Sicherheit.

Alle Schreibweisen von Wähler im Überblick
Für die Personenbezeichnung Wähler existieren im Rahmen der gendergerechten Sprache mehrere Schreibweisen, die sich in Formalität und Verbreitung unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung: Wählerinnen und Wähler
- Gendersternchen: Wähler*innen
- Doppelpunkt: Wähler:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Wähler_innen
- Binnen-I: WählerInnen
Die Doppelnennung gilt in Behörden, Redaktionen und vielen Hochschulen als etablierte Standardform. Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich sollen zusätzlich Menschen sichtbar machen, die sich weder der weiblichen noch der männlichen Form zuordnen. Das Binnen-I ist die älteste verkürzte Variante, wird heute aber seltener empfohlen als Sternchen oder Doppelpunkt. Beim lauten Vorlesen wird der Sternchen- und Doppelpunkt-Stil häufig mit einer kurzen stimmlosen Pause vor der Endung -innen gesprochen.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Wähler
Als geschlechtsneutrale Alternative zur Personenbezeichnung Wähler eignet sich vor allem das Kollektivum Wählerschaft, das die Gesamtheit aller Wahlberechtigten als Sammelbegriff bezeichnet, etwa in Formulierungen wie „die Wählerschaft entscheidet” statt „die Wähler entscheiden”. Daneben lässt sich die substantivierte Form Stimmberechtigte beziehungsweise wahlberechtigte Personen verwenden, die grammatisch bereits geschlechtsneutral funktioniert, ähnlich wie Studierende. In Sätzen mit konkretem Bezug auf einzelne Personen bietet sich zudem die Umschreibung „Person, die wählt” oder „wählende Person” an. Eine perfekt neutrale Einzelform, die den bisherigen Sprachgebrauch vollständig ersetzt, existiert für Wähler jedoch nicht, sodass Doppelnennung oder verkürzte Schreibweisen häufig die praktikablere Wahl bleiben.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
Wissenschaftliche Arbeiten verlangen eine konsistente und nachvollziehbare Formulierung. In einer Bachelorarbeit zur Wahlforschung könnte ein geschlechtergerechter Satz beispielsweise lauten: „Die befragten Wählerinnen und Wähler gaben mehrheitlich an, ihre Entscheidung erst in der letzten Woche vor der Wahl getroffen zu haben.” Wer die verkürzte Schreibweise bevorzugt und die Vorgaben der Hochschule dies zulassen, kann alternativ formulieren: „Die befragten Wähler*innen gaben mehrheitlich an ...” Auch die neutrale Variante ist möglich: „Die befragte Wählerschaft gab mehrheitlich an ...” Wichtig ist, dass innerhalb einer Arbeit durchgehend dieselbe Form verwendet wird, damit der Text konsistent bleibt und nicht zwischen verschiedenen Schreibweisen wechselt.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist die Vermischung mehrerer Formen innerhalb desselben Textes, etwa wenn im ersten Kapitel Wähler*innen und im zweiten Kapitel WählerInnen verwendet wird. Ebenso problematisch ist eine inkonsistente Flexion, etwa wenn beim Gendersternchen die Endung falsch angepasst wird. Amtliche Regelwerke führen Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich derzeit nicht als Standard, dennoch erlauben oder verlangen viele Hochschulen diese Schreibweisen in Abschlussarbeiten ausdrücklich. Für eine wissenschaftliche Arbeit empfiehlt sich daher, zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen und, falls keine Vorgabe existiert, konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung zu bleiben. Weiterführende Hinweise bietet der Beitrag zum Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, ein professionelles Lektorat prüft zusätzlich, ob die gewählte Form durchgängig korrekt umgesetzt wurde.
Fazit zum Gendern von Wähler
Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass es für die Personenbezeichnung Wähler keine einzige verpflichtende Regel gibt, wohl aber mehrere fachlich anerkannte Wege. Wer Wähler gendern möchte, kann zwischen der klassischen Doppelnennung, den verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie der neutralen Sammelbezeichnung Wählerschaft wählen. Entscheidend ist weniger die einzelne Form als die konsequente und einheitliche Anwendung im gesamten Text. Wer unsicher ist, welche Variante zur eigenen Arbeit passt, sollte zunächst die Richtlinien der Hochschule oder des Verlags konsultieren. Ein Korrekturlesen vor der Abgabe hilft zusätzlich dabei, uneinheitliche Schreibweisen zuverlässig aufzuspüren und zu vereinheitlichen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Politiker gendern, Abgeordneter gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.