Vorgesetzten richtig gendern und passend verwenden
Vorgesetzten richtig gendern
Die Form „Vorgesetzten“ ist eine gebeugte Form von „Vorgesetzte“ oder „Vorgesetzter“. Für eine passende gendergerechte Form zählen Satzfunktion, Personenbezug und Lesbarkeit.
Welche Formen gibt es für „Vorgesetzten“?
„Vorgesetzten“ ist keine eigenständige Grundform, sondern eine gebeugte Form. Die sprachliche Prüfung beginnt deshalb mit der Frage, welches Substantiv im Satz gemeint ist und welcher Kasus vorliegt. Das Wörterbuch führt „Vorgesetzten“ unter anderem als Dativ Plural und als verschiedene gebeugte Singularformen von „Vorgesetzte“ und „Vorgesetzter“. Die Endung allein entscheidet daher nicht darüber, ob eine einzelne Person oder mehrere Personen gemeint sind.
Für eine einzelne männliche Person steht je nach Satzfunktion beispielsweise „Vorgesetzter“ oder „Vorgesetzten“. Für eine einzelne weibliche Person ist „Vorgesetzte“ die passende Personenbezeichnung; ihre konkrete Endung richtet sich ebenfalls nach dem Satz. Für mehrere Personen kann „Vorgesetzte“ verwendet werden, wenn der Plural aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgeht. Die vorliegenden Angaben nennen keine konkrete neutrale Umschreibung für „Vorgesetzten“. Bestimme deshalb zuerst die im Satz vorhandene Form und prüfe dann ihre grammatische Funktion.
| Ausgangsform | Prüffrage | mögliche vollständige Form |
|---|---|---|
| Vorgesetzten | Steht die Form im Dativ oder Akkusativ? | dem Vorgesetzten oder den Vorgesetzten |
| Vorgesetzter | Geht es um eine einzelne männliche Person? | der Vorgesetzte oder ein Vorgesetzter |
| Vorgesetzte | Geht es um eine einzelne weibliche Person oder mehrere Personen? | die Vorgesetzte oder die Vorgesetzten |
| Satzkontext | Welche grammatische Funktion liegt vor? | eine zum Satz passende vollständige Form |
Diese Übersicht ersetzt keine Satzprüfung. Sie zeigt nur, welche Ausgangsform zuerst bestimmt werden muss. Gendergerechte Sprache beginnt hier mit einer verständlichen Personenbezeichnung, nicht mit einer isolierten Endung. Weitere Schreibweisen lassen sich über die Seite zu gendergerechte Sprache einordnen. Für das Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit sollte zusätzlich geprüft werden, ob die gewählte Form zum eigenen Text und dessen Leserschaft passt.

Welche Form passt zu welchem Satzkontext?
Im Satzkontext wird zunächst sichtbar, welche vollständige Form verwendet wird. Der Wörterbucheintrag führt „Vorgesetzten“ als gebeugte Form von „Vorgesetzte“ und „Vorgesetzter“. Deshalb kann die Wortform nicht losgelöst vom übrigen Satz gelesen werden. In „Ich schreibe dem Vorgesetzten“ steht sie mit „dem“. In „Die Vorgesetzten erhalten die Unterlagen“ steht sie im Plural. Die Form „Vorgesetzte“ und die Form „Vorgesetzter“ gehören ebenfalls zu den im Eintrag genannten Formen.
Eine ausgeschriebene Paarform kann beide Formen in einem vollständigen Satz verbinden: „Die Vorgesetzte oder der Vorgesetzte antwortet.“ Diese Formulierung macht die beiden Wörter sichtbar, ohne daraus eine allgemeine Schreibvorgabe abzuleiten. Bei einer Gruppenform kann der Personenbezug ebenfalls im ganzen Satz erkennbar werden, zum Beispiel: „Die Gruppe der Vorgesetzten tagt.“ Der Duden nennt bei zusammengesetzten Wörtern mit Personenbezeichnungen ausgeschriebene Verbindungen und aufgelöste Gruppenformulierungen als Beispiele. Für „Vorgesetzten“ wird damit keine neutrale Einzelbezeichnung behauptet.
Die Wortfolgen Gendersternchen, Gender-Doppelpunkt, Binnen-I, Gender-Schrägstrich und Gender-Unterstrich sind in diesem Abschnitt lediglich Begriffe. Die vorliegenden Belege erläutern diese Schreibweisen nicht. Aus ihnen lässt sich daher keine Regel zu ihrer Verwendung bei „Vorgesetzten“ ableiten. Das gilt auch beim Thema generisches Maskulinum: Der Ausdruck bleibt hier ohne weitere sprachliche Einordnung, weil das bereitgestellte Material dafür keine Erklärung enthält.
Der Duden unterscheidet bei Wortbildungen mit Personenbezeichnungen danach, ob ein komplexes Wort auf Personen verweist. Er weist zugleich darauf hin, dass nicht jede Wortbildung mit einem femininen Stamm möglich oder sinnvoll ist. Diese Einordnung betrifft zusammengesetzte Wörter und ersetzt keine Prüfung der konkreten Satzform von „Vorgesetzten“. Verwende deshalb vollständige Sätze und ergänze keine abgeschnittenen Quellenfragmente. Für die Formwahl bleiben die im Wörterbucheintrag aufgeführten gebeugten Formen der belastbare Bezugspunkt.
Welche Paarformen und neutralen Alternativen sind belegt?
Für „Vorgesetzten“ lassen sich zunächst die im Wörterbucheintrag aufgeführten vollständigen Formen „Vorgesetzter“, „Vorgesetzte“ und „Vorgesetzten“ unterscheiden. Der Eintrag ordnet „Vorgesetzten“ verschiedenen gebeugten Formen von „Vorgesetzte“ und „Vorgesetzter“ zu. Deshalb genügt es nicht, die Endung isoliert auszuwählen: Im fertigen Satz müssen Artikel, Fall und Einzahl oder Mehrzahl zusammenpassen.
Eine konkrete Paarform kann die beiden Formen sichtbar verbinden, etwa: „Die Vorgesetzte oder der Vorgesetzte erhält die Unterlagen.“ Auch bei mehreren Personen bleibt eine unterscheidbare Paarform möglich: „Die Vorgesetzte und der Vorgesetzte erhalten die Unterlagen.“ Der gesamte Satz lässt dabei erkennen, welche Personenbezeichnungen gemeint sind. Die Paarform ist eine mögliche Formulierung, nicht eine Vorgabe für jeden Zusammenhang.
Eine unmittelbar belegte neutrale Ersatzbezeichnung für „Vorgesetzten“ enthalten die vorliegenden Angaben nicht. Der Duden behandelt stattdessen zusammengesetzte Wörter mit Personenbezeichnungen. Wenn ein komplexes Wort auf Personen verweist, nennt er ausgeschriebene Verbindungen und aufgelöste Gruppenformulierungen als Beispiele. Für einen zusammengesetzten Ausdruck mit „Vorgesetzten“ kann daher zuerst geprüft werden, ob überhaupt ein Personenbezug vorliegt. Erst danach lässt sich entscheiden, ob eine ausgeschriebene Verbindung oder eine Auflösung den Satz verständlicher macht. Daraus folgt keine feste neutrale Form für das einzelne Wort.
Die Begriffe Gendersternchen, Gender-Doppelpunkt, Binnen-I, Gender-Schrägstrich und Gender-Unterstrich werden in den vorliegenden Belegen nicht erläutert. Sie liefern deshalb hier keine belegte Alternative zu „Vorgesetzten“. Zum Nachschlagen stehen die Bezeichnungen Gender-Wörterbuch A bis D, Gender-Wörterbuch E bis K, Gender-Wörterbuch L bis P, Gender-Wörterbuch R bis S und Gender-Wörterbuch T bis Z im Text; aus ihnen wird an dieser Stelle keine Form abgeleitet.
Drei vollständige Beispielsätze
Die folgenden vollständigen Sätze zeigen unterschiedliche Möglichkeiten, ohne eine davon für alle Texte festzulegen.
Ich habe dem Vorgesetzten die überarbeitete Fassung geschickt.
Die Vorgesetzte oder der Vorgesetzte erhält die Unterlagen.
Bei der Gruppe der Vorgesetzten liegen die Unterlagen bereit.
Im ersten Satz steht „Vorgesetzten“ zusammen mit „dem“. Im zweiten Satz werden die Formen „Vorgesetzte“ und „Vorgesetzter“ ausdrücklich nebeneinandergestellt; die Verbindung bleibt mit Artikel und Verb ein vollständiger Satz. Im dritten Satz wird die Mehrzahl innerhalb einer Gruppenform ausgedrückt. Diese Auflösung orientiert sich an dem vom Duden genannten Muster, eine Personenbezeichnung als Gruppe zu formulieren, und macht keine Aussage über eine neutrale Einzelbezeichnung.
Die drei Sätze sind eigene Beispiele zur Satzform. Sie zeigen keine allgemeine Pflicht, eine Form stets zu verwenden. Bei einer weiteren Formulierung kann der vollständige Satz daraufhin gelesen werden, ob die ausgewählte gebeugte Form zu Artikel, Fall und Zahl passt. Die vorliegenden Angaben führen „Vorgesetzten“ als Form von „Vorgesetzte“ und „Vorgesetzter“ auf; sie nennen keine neutrale Ersatzform für das einzelne Wort.
Ansprechperson erscheint in diesem Abschnitt nicht als Ersatz für „Vorgesetzten“. Die Beispiele bleiben bei den belegten Formen und bei einer Gruppenform mit „Vorgesetzten“.

Was sollte vor der Auswahl geprüft werden?
Beginne mit der Ausgangsform. Steht im vorliegenden Satz „Vorgesetzten“, „Vorgesetzter“ oder „Vorgesetzte“? Bestimme anschließend den Kasus und die Zahl. Der Wörterbucheintrag zu „Vorgesetzten“ weist mehrere grammatische Funktionen aus. Eine Endung darf deshalb nicht isoliert bewertet werden.
- Ausgangsform: Schreibe die vorhandene Form vollständig auf und prüfe ihren Artikel sowie ihre Satzfunktion.
- Personenbezug: Kläre, ob eine einzelne Person, mehrere Personen oder eine nicht näher bezeichnete Person gemeint ist.
- Formauswahl: Vergleiche die im Satz möglichen Formen und prüfe, ob sie den beabsichtigten Inhalt vollständig wiedergeben.
- Zielgruppe: Lies den Satz aus Sicht der vorgesehenen Leserschaft und prüfe, ob die Bezeichnung unmittelbar verständlich ist.
- Lesbarkeit: Kontrolliere, ob Artikel, Adjektiv, Substantiv, Präposition und Verb grammatisch zusammenpassen.
- Zusammensetzung: Prüfe bei einem Kompositum, ob sein Bestandteil tatsächlich auf Personen verweist. Der Duden behandelt solche Wortbildungen gesondert.
Keine dieser Prüfungen macht eine Form zu einer überall verpflichtenden Lösung. Sie hilft nur dabei, den konkreten Satz sprachlich einzuordnen. Wenn der Personenbezug unklar bleibt, prüfe zunächst, welche der im Wörterbucheintrag genannten Formen im Satz vorliegt. Lies anschließend den vollständigen Satz und prüfe, ob der gemeinte Inhalt erhalten bleibt. Wenn die Zielgruppe eine bestimmte Schreibweise erwartet, prüfe diese Erwartung anhand der für den Text maßgeblichen Unterlagen. Eine zuständige Stelle oder institutionelle Vorgabe darf nicht ohne eine solche Prüfung angenommen werden.
Bei Fragen zur Einordnung einzelner Formen kannst du die genannten Wörterbuchseiten nutzen. Die Seite zu maskulin, feminin und neutral wird hier nicht zur Belegung der Formen von „Vorgesetzten“ herangezogen. Der Ausdruck Ansprechperson wird ebenfalls nicht als Form von „Vorgesetzten“ eingeordnet. Entscheidend bleibt, dass die endgültige Form in einem vollständigen, verständlichen Satz steht.
Quellen und Stand
- Vorgesetzten, Wiktionary: de.wiktionary.org (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
- Duden | Gendern für Profis: zusammengesetzte Wörter mit Personenbezeichnungen: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
Die Einordnung „Vorgesetzten richtig gendern und passend verwenden“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.